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Dienstag, 11. August 2015

B2-Sprachprüfung für ausländische Pflegekräfte: DEKRA und Telc mit zertifizierter Sprachausbildung in den Heimatländern der Pflegerinnen

Deutsche Kliniken und Pflegeeinrichtungen, aber auch ambulante Dienste müssen in Zukunft verstärkt Pflegepersonal im Ausland rekrutieren. Ansonsten droht eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels: Im Jahr 2050 könnten Hochrechnungen zufolge bereits 400.000 Pflegevollzeitkräfte fehlen. Die DEKRA Akademie bietet schon heute ein wegweisendes Ausbildungsmodell für Pflegefachkräfte an, die in ihrem Heimatland auf die Anforderungen im deutschen Gesundheitswesen vorbereitet werden.

Bereits seit drei Jahren bildet die DEKRA Akademie in Ungarn Pflegefachkräfte für deutsche Kliniken und Einrichtungen der Seniorenpflege aus. Im Rahmen der von den Auftraggebern finanzierten dreijährigen dualen Berufsausbildung zur Pflegefachkraft ist Sprachkompetenz ein entscheidender Faktor. Deshalb erwerben die Teilnehmer während der Vorbereitung auf die Fachkenntnisprüfung in Deutschland Kenntnisse der deutschen Sprache auf der Kompetenzstufe B2 des Europäischen Referenzrahmens sowie der Fachsprache Pflege. In den DEKRA-eigenen ungarischen Pflegeschulen lernen die Auszubildenden vom ersten Tag an die deutsche Sprache. 


Integrationserfolge dank guter Sprachkenntnisse 
DEKRA hat für dieses Projekt einen länderübergreifenden Qualitätsstandard entwickelt. Dies ermöglicht eine kurze Einarbeitungszeit der Absolventen in Deutschland und sichert langfristige Integrationserfolge. Dies gilt auch und besonders für Sprachkenntnisse: Die B2-Sprachprüfung nach dem Europäischen Referenzrahmen ist eine Grundvoraussetzung für die Erteilung der Berufserlaubnis in Deutschland.

Neuer Partner Telc GmbH
Mit der gemeinnützigen telc GmbH hat die DEKRA Akademie einen kompetenten Partner gewählt, dessen Zertifikate bei den zu-ständigen Regierungsbehörden in Deutschland anerkannt sind. Mit Erfüllung der vereinbarten hohen Standards erhalten alle DEKRA Ausbildungsstätten für Pflegefachkräfte im Ausland den Status als telc Prüfungszentrum mit lizenzierten Telc-Prüfern.

Ausbildung findet in den Heimatländern statt
„Wir nehmen die Sprachausbildung in jedem Land selbst in die Hand. So sichern wir die Qualität, die unsere Klinik- und Pflegeträger sowie Anerkennungsbehörden in Deutschland erwarten“, sagt Jörg Mannsperger, Mitglied des Vorstands der DEKRA SE und Geschäftsführer der DEKRA Akademie GmbH. „Darum freuen wir uns, dass wir mit Telc einen auf Nachhaltigkeit und Qualität ausgerichteten Partner für Sprachprüfungen gefunden zu haben.“


B2-Sprachprüfung: Erfolge in Ungarn und in Serbien
Von dem Projekt, in dem sich in Ungarn und Serbien bereits jeweils mehr als 300 Schüler in Ausbildung für deutsche Träger befinden, profitieren nicht nur Arbeitnehmer und deutsche Arbeitgeber, sondern auch die Wirtschaft des Landes, aus dem die Beschäftigten stammen. So etabliert die DEKRA Akademie das Trainingsprogramm vor allem in Staaten, die eine hohe Arbeitslosigkeit aufweisen. Dort schafft sie durch die Ausbildung vor Ort neue Arbeitsplätze, trägt zur finanziellen Entlastung der Gemeinden bei und gibt jungen Menschen ohne Job eine neue Zukunftsperspektive. Auch in Albanien und China sind Klassenstarts 2015 geplant.


Wünschenswert wäre, dass möglichst viele Träger solche Angebote ihren Mitarbeitern anbieten. Denn Sprache und Verständigung ist eine Grundvoraussetzung für die Arbeit in Deutschland – das gilt auch für die 24h-Betreuerinnen in Privathaushalten.




Jürgen Keicher, Geschäftsführer telc gGmbH, re.: Jörg Mannsperger, Mitglied des Vorstands DEKRA SE und Geschäftsführer DEKRA Akademie GmbH
Jürgen Keicher, Geschäftsführer telc gGmbH (rechts) und Jörg Mannsperger, Mitglied des Vorstands DEKRA SE und Geschäftsführer DEKRA Akademie GmbH


The European Language Certificates
Die gemeinnützige telc GmbH ist ein Tochterunternehmen des Deutschen Volkshochschul-Verbands e.V. und entwickelt unter dem Label „The European Language Certificates“ seit mehr als 45 Jahren wissenschaftlich fundierte Sprachprüfungen in derzeit zehn Sprachen. Mit telc Deutsch B2-C1 Medizin und telc Deutsch B1-B2 Pflege hat die telc gGmbH als bisher einziger  Testanbieter standardisierte und valide Deutschtests in der Fachsprache für medizinische Fachkräfte entwickelt, die von Behörden und Arbeitgebern zur Berufszulassung anerkannt werden.
 
Mehr Informationen HIER.
 
August 2015. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR



Freitag, 5. Juni 2015

Altenpflegerinnen aus China in Baden-Württemberg. Vier Träger unterstützen Pilotprojekt des BDA, der ZAV und des Arbeitgeberverbandes Pflege

Der Arbeitgeberverband Pflege hat vor drei Jahren gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) ein Pilotprojekt mit der chinesischen Arbeitsverwaltung ins Leben gerufen. Ziel ist es, bis Ende des Jahres 2015 insgesamt 150 chinesische Pflegefachkräfte in Pflegeheimen in Deutschland einzusetzen – anfänglich als Pflegehilfskraft und nach erfolgter Anerkennung dann als Fachkraft. 

Vorbereitung und Sprachkurse in China
Für die Auswahlgespräche waren Personalmitarbeiter der beteiligten Träger eigens nach China gereist. Die ausgewählten Mitarbeiterinnen verfügen über einen Bachelor-Abschluss in der Pflege sowie mindestens ein Jahr Berufserfahrung in einem Krankenhaus in China. In einer achtmonatigen Vorbereitungsphase in einem Trainings-Center in Weihai in der Provinz Shandong lernten sie Deutsch (B1-Sprachniveau) und wurden auf die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und ihrem Heimatland vorbereitet.


Bis 2013 braucht Deutschland 175.000 Pflegekräfte
„In Deutschland fehlen ambulanten Diensten und Pflegeeinrichtungen bereits heute 30.000 ausgebildete Pflegefachkräfte. In Süddeutschland fällt der Fachkräftemangel in der Altenpflege besonders gravierend aus. Trotz großer Bemühungen in der Aus- und Weiterbildung sowie der verkürzten Qualifikation von Pflegehilfs- zu Pflegefachkräften, werden wir den immens steigenden Bedarf nicht decken können. Wir brauchen dringend Zuwanderung von Fachkräften aus der EU – und auch aus sogenannten Drittstaaten. Bis 2030 benötigen wir, laut einer Studie des RWI, weitere 175.000 Pflegefachkräfte“, sagt Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverband Pflege. 


Vier Träger aus Baden-Württemberg sind dabei
Die ersten 14 Pflegekräfte hatten bereits im Jahr 2014 ihre Arbeit in hessischen Senioreneinrichtungen aufgenommen. Derzeit (Stand Juni 2015) befinden sich in Baden-Württemberg weitere 27 Gesundheits- und Krankenpflegerinnen aus China in der Vorbereitung für die Anerkennung ihres Berufsabschlusses. Sie arbeiten in Pflegeheimen bei den beiden Trägern Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg und Evangelische Heimstiftung sowie bei den privaten Unternehmen Compassio Ulm und Haus Edelberg Senioren-Zentren Karlsruhe.


„Höchste Priorität bei der Gewinnung von Fachkräften hat für uns die eigene Ausbildung. Daher suchen wir nach nachhaltigen Lösungen der Personalgewinnung auch aus dem Ausland. Die jungen Frauen aus China, die seit einigen Monaten bei uns sind, bringen eine sehr gute pflegerische Qualifikation mit, haben eine positive Einstellung zu ihrem Beruf und wollen ganz bewusst die Arbeit in der Altenpflege kennenlernen – solche Angebote gibt es in China nicht“, so Ingrid Hastedt, Vorsitzende des Vorstands des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg.

Klappt die soziale Integration?
Ob es gelingt, die jungen Chinesen langfristig in Deutschland zu halten, hängt im wesentlichen auch von der sozialen Integration ab. Und hier hört man hinter vorgehaltener Hand, dass viele der jungen "Gastarbeiter" mit Heimweh zu kämpfen haben oder – so bei spanischen und italienischen Kräften geschehen – einfach nicht mit dem etwas kühlen Klima und der Reserviertheit im deutschen Alltag klarkommen. Trotz gutem Gehalt, Unterkunft und Hilfe bei Freizeit und Behördengängen zieht es die jungen Leute häufig wieder in ihre Heimat, wo sie dann schlechter bezahlte Jobs annehmen. Experten bauen darauf, dass die ersten und zweiten Jahrgänge der ausländischen Pflegekräfte aber positive Beispiele hervorbringen und dies sich dann in China oder anderswo herumspricht.

Tipp: Eine neues Modell für die Sprachqualifikation von ausländischen Pflegekräften bietet die DEKRA-Akademie an. Mehr über die B2-Kurse in den Heimatländern lesen Sie HIER (= Link, Bericht folgt).

Juni 2015. Redaktion pflegeinfos.net