Donnerstag, 12. Mai 2022

Senioren-Abo gegen Führerschein: Stadt Stuttgart und VVS werben bei älteren Menschen für Umstieg auf Bus und Bahn


 

Die Stadt Stuttgart startete unter der Dachmarke „Stuttgart‐steigt‐um“ mit „Tausche deinen Führerschein gegen ein kostenloses Senioren‐Abo“ im Frühjahr 2022 eine weitere Kampagne.

Ein Jahr kostenlos Bus und Bahn fahren

Sie soll insbesondere ältere Menschen von den Vorteilen des öffentlichen Nahverkehrs überzeugen und zu deren Nutzung anregen. Die Stadt übernimmt hierfür in Kooperation mit dem Verkehrs‐ und Tarifverbund Stuttgart (VVS) die Kosten für ein Jahresticket, wenn die Seniorinnen und Senioren im Gegenzug ihren Führerschein abgeben.

50 Prozent der Senioren bleiben beim ÖPNV Seniorenticket

Bislang nutzten rund 5.800 Seniorinnen und Senioren im gesamten VVS‐Gebiet die Möglichkeit, ein Jahr lang kostenlos Bus und Bahn zu fahren. Davon waren mehr als 1.900 aus Stuttgart (Stand 3/2022). VVS‐Geschäftsführer Thomas Hachenberger sagt: „Es zeigt sich, dass zwei Drittel dieser Seniorinnen und Senioren die Angebote des ÖPNV bislang nicht regelmäßig wahrnahmen und etwa die Hälfte im zweiten Jahr das Jahresticket behält. Das werten wir als großen Erfolg.“

Plakate informieren über Angebot 

Teilnehmen können alle Personen mit Hauptwohnsitz im VVS‐Gebiet (ausgenommen Rems‐Murr‐Kreis), wenn sie älter als 65 Jahre sind oder ab 60, wenn sie bereits in Rente sind. Das Angebot gilt auch für VVS‐Bestandskunden.

Im Rahmen der Kampagne informieren Plakate beispielsweise in Bürgerbüros und Arztpraxen, Apotheken sowie bei Trägern von Freizeitangeboten für Seniorinnen und Senioren über das Angebot. Zudem werden Werbeflächen an Einkaufswagen in 48 Stuttgarter Supermärkten genutzt, um die Zielgruppe direkt zu erreichen.

Weitere Informationen unter https://www.stuttgart-steigt-um.de

Mai 2022. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Stadt Stuttgart

FDP-Politiker Jochen Haußmann am Tag der Pflege: "Landesregierung Ba-Wü setzt zu wenig Impulse in der Pflege"

Gesundheitspolitiker Jochen Haußmann, FDP

Worum geht es? Neuausrichtung der Helfer- und Assistenzausbildung sowie Übergangsregelung.

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12.Mai 2022 sagte Jochen Haußmann, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP/DVP-Fraktion im baden-württembergischen Landtag:

„Auf Baden-Württemberg rast der Zug der neuen Personalbemessung ab 1.7.2023 zu. Diese geht mit einem drastischen Mehrbedarf von 74 Prozent bei Assistenzkräften einher. Das Land muss jetzt dringend die richtigen Weichenstellungen vornehmen, damit die Pflege eine gute Zukunft hat und nicht aus der Spur gerät. Schon jetzt ist klar, dass die Umsetzung bis zu diesem Termin unmöglich ist, denn die Einrichtungen haben bisher keinerlei Informationen. Es fehlt an einem klaren Fahrplan über die konkrete Umsetzung des Qualifikationsmixes.

Pflegeeinrichtungen werden sich selbst überlassen
Minister Manfred Lucha/Grüne muss dringend klären, wie der Übergang von der Fachkraftquote hin zur neuen Systematik der Qualifikationsmixe in Baden-Württemberg vollzogen werden soll - und zwar nicht nur für die Pflegeeinrichtungen, sondern auch als Handlungsleitfaden für die Heimaufsichtsbehörden. Außerdem brauchen Einrichtungen Unterstützung bei der Organisations- und Personalentwicklung. 

Erst jetzt hat Minister Lucha eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Dabei hat die FDP-Landtagsfraktion bereits im Sommer 2021 in einem Antrag auf das Problem aufmerksam gemacht. Minister Lucha verweist auf die Pflegeselbstverwaltung und schiebt den Schwarzen Peter von sich. Es ist ein Unding, wie Minister Lucha die baden-württembergischen Pflegeeinrichtungen im Regen stehen lässt.

Frust bei Altenpflegepersonal ist groß
Woher die zusätzlichen Assistenzkräfte in Baden-Württemberg kommen sollen, steht in den Sternen. Fachleute gehen davon aus, dass die Kapazitäten im Bereich der Assistenzausbildung um ein vierfaches aufgestockt werden muss. Doch wie die erheblichen zusätzlichen Ausbildungskapazitäten aufgebaut und finanziert werden sollen, ist bisher völlig unklar. Es braucht dringend einer mehrjährigen Übergangsregelung. Ich fordere Minister Lucha auf, hier auch auf den Bund einzuwirken und endlich selbst in die Gänge zu kommen, moderne und zielgruppenspezifische Ausbildungsformate im Assistenzbereich umzusetzen und die Kapazitäten zu erhöhen.

Der Frust in den Einrichtungen ist groß. Das sehe ich mit großer Sorge. Die Pflege verdient deshalb mehr politische Aufmerksamkeit und Aktivität im Land. Ich bedanke mich herzlich für den beeindruckenden Einsatz der Pflegenden.“

Mai 2022. Redaktion Pflegeinfos.net
Copyright Foto: FDP-Fraktion Ba-Wü

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