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Samstag, 4. April 2020

Frühjahrszeit, Zeckenzeit: Wie Senioren ihre Hunde und Katzen gut vor den Zecken schützen können




Hunde- und Katzenbesitzer sollten spätestens jetzt mit einem sicheren Zeckenschutz starten: Frühjahr! Aktuelle Tipps vom Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Weil viele Seniorinnen und Senioren Hunde oder Katzen haben, publizieren wir diese Infos hier. Auch Angehörige, Pflegedienste oder 24h Hilfen in Haushalten sollten sich mit dem Thema vertraut machen.

Zecken sind nicht nur Plagegeister, sie können auch ernsthafte Krankheiten auf Tiere und Menschen übertragen. Hunde und Katzen sollten deshalb vor diesen unangenehmen Parasiten geschützt werden. Entscheidend ist die Wahl eines für das Tier passenden Präparates. Anwendungshinweise sollten genau beachtet werden. Für Katzen dürfen z.B. keinesfalls Permethrinhaltige Produkte verwendet werden.

Zecken zählen nicht gerade zu unseren Lieblingstieren. Zum einen sind sie nicht besonders hübsch anzusehen, zum anderen können die kleinen Krabbeltiere eine gefährliche Fracht an Viren, Bakterien und Parasiten beherbergen. 

Hunde und Katzen werden in unseren Breitengraden am häufigsten von Schildzecken - dazu zählt beispielsweise der Holzbock - befallen. Dieser kann die Erreger der Borreliose oder der Anaplasmose übertragen. Die Auwaldzecke ist Überträger der Babesiose, die für den Hund gefährlich werden kann.


Die dritte Zeckenart im Bunde ist die Braune Hundezecke, die trotz ihres Namens auch Katzen und Menschen für eine kleine Blutmahlzeit nicht verschmäht. Sie überträgt ebenfalls die Erreger der Babesiose und der Ehrlichiose, Katzen können durch ihren Stich auch mit Erregern der Tularämie infiziert werden. 

Riesenzecke mit Tropeninfektionen?

In der jüngsten Vergangenheit machte auch die "Riesenzecke" Hyalomma von sich reden, die gefährliche Tropenkrankheiten im Gepäck haben kann. Nach aktuellem Stand befällt die Hyalomma-Zecke vornehmlich große Säugetiere wie Pferde und Rinder. Der Befall von Menschen lässt sich jedoch nicht ausschließen. Für Hunde und Katzen spielen diese Zecken noch eine untergeordnete Rolle. Die Universität Hohenheim beobachtet das Aufkommen der neuen Zeckenarten genau. Nach neuesten Ergebnissen haben die Wissenschaftler für die gefährlichsten Tropenkrankheiten bislang Entwarnung gegeben.

Zecken werden in der Regel ab März aktiv, in warmen Wintern aber auch früher. Je nach Temperatur sind bestimmte Arten sogar ganzjährig zu beobachten. Ein durchgehender Schutz für Hunde und Katzen ist deshalb empfehlenswert. Neben Hunden gehören auch Freigängerkatzen zu den besonders gefährdeten Tieren. Diese Tiere sollte man auf jeden Fall mit Zeckenschutz-Präparaten schützen. Wichtig für Katzen ist, dass bei ihnen ausschließlich solche Mittel angewendet werden, die speziell für sie zugelassen sind.


Manche Präparate, die für andere Tiere, meist Hunde, zugelassen sind, können bei Katzen zu schweren Unverträglichkeiten führen oder sogar tödlich sein. Dies gilt speziell für Präparate mit dem Wirkstoff Permethrin, der für Hunde sehr gut verträglich ist, von der Katze aber nicht verstoffwechselt werden kann. Vorsicht ist auch bei Hausmitteln geboten, die aufgrund ihrer "natürlichen" Herkunft vermeintlich gut verträglich sind.

Gern genutzte Öle wie Teebaumöl können ebenfalls zu schweren Vergiftungen führen. Um hier keine Risiken einzugehen, sollten Tierhalter besser auf zugelassene Tierarzneimittel zurückgreifen. Es empfiehlt sich zudem die Packungsbeilage vor der Anwendung genau zu lesen. Im Zweifel hilft ein Beratungsgespräch mit dem Tierarzt.
 

April 2020. Text: ots
Copyright Foto: obs/Foto: BfT / Klostermann

Dienstag, 20. August 2019

Damit der Hund nicht verlorengeht. Tier-Tracker hilft älteren Hundebesitzern, wenn sie mit ihrem Liebling unterwegs sind


Schnell ist es passiert: Bei einer Wanderung oder bei einem Spaziergang gibt man dem Vierbeiner freien Auslauf, der wittert einen Hasen, und weg ist er. Das Tier wiederzufinden, ist dann oft schwerer als gedacht. Tatsächlich wurden laut der Tierschutzvereinigung Tasso über 80.000 Haustiere im vergangenen Jahr vermisst. Davon sind über die Hälfte Hunde, die nicht mehr nach Hause zurückkehren.

Dem Tier auf der Spur

Ist der Hund erst einmal aus dem Blickfeld des Halters verschwunden, sollte dieser so lange wie möglich an Ort und Stelle auf eine eventuelle Rückkehr des Tieres warten. Ein Anruf bei Polizei und Tierheimen in der Nähe ist der nächste Schritt. Sofern der Hund aufgefunden und abgegeben wird, hilft bei dessen Zuordnung ein Chip, auf dem die Daten des Halters gespeichert werden und der heutzutage einem Großteil der Haustiere unter die Haut implantiert wird.


Besagter Chip bietet allerdings keinerlei Hilfe bei der Ortung eines vermissten Tieres. Hat ein Hund erst einmal die Orientierung verloren oder hat sich in eine Situation manövriert, aus der er mit eigener Kraft nicht mehr herausfindet, hilft er nicht weiter.
 

Immer im Blick dank GPS
Ein sicher am Hundehalsband angebrachter Tracker, wie ihn beispielsweise der Düsseldorfer Hersteller Prothelis mit "Greta" anbietet, versetzt den Hundebesitzer dank modernster Technik in die Lage, das Tier via App zu orten. Zudem können sich Nutzer auch via Pushnachricht oder per Anruf über den Standort des Tieres informieren lassen. Der GPS-Tracker ist ein echtes Fliegengewicht und schränkt den Hund nicht in seiner Bewegungsfreiheit ein.

Sein Akku hält je nach Nutzung circa fünf Tage. Und wer Bedenken hat, weil sein Hund gerne im Wasser spielt: Das Kästchen ist dank Ultraschallverschweißung bis 20 Meter wasserdicht. Mehr unter www.prothelis.de

August 2019. Text: djd
Copyright Foto: djd/www.prothelis.de



Donnerstag, 19. Juli 2018

Wenn Mensch und Katze alt werden. Wer hilft der alten Katze? Was sollten Besitzer beachten? Tipps für Senioren von Zoo-Fachhändlern

Viele Tierhalter merken nicht gleich, dass ihre Katze ihr Verhalten ändert, weil sie älter geworden ist. Langsam verschlechtern sich Sinne und Wahrnehmung des Vierbeiners, das Schlafbedürfnis wird größer und gesundheitliche Einschränkungen nehmen zu. Häufig sind es auch ältere Menschen, die mit ihrer Katze gemeinsam alt werden.

Damit Katzenhalter ihre Tiere gut durch das Seniorenalter bringen, gibt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) Tipps für den Umgang mit Alterserscheinungen:

Katzen im Alter: Tiere brauchen besondere Beachtung
 

Rückzugsorte schaffen
Die meisten Katzen wollen mit zunehmendem Alter mehr schlafen und ruhen. Daher ist es für ihr Wohlbefinden essentiell, dass sich die Samtpfote an einen ruhigen, warmen Ort in der Wohnung zurückziehen kann, der mit einem weichen Schlafplatz ausgestattet ist. Dies kann beispielsweise ein Korb, eine Höhle oder ein Kratzbaum sein. Wichtig ist, dass die Ruhezone gut zugänglich ist. "Wenn die Katze körperlich nicht mehr fit ist, fällt ihr das Klettern oder Springen auf den Kratzbaum unter Umständen schwer", weiß Katzenexpertin und ZZF-Heimtierpflegerin Angelika Purwins. Zu den bevorzugten Plätzen können auch Aufstiegshilfen in Form von Rampen oder Leitern helfen.

Ernährung überwachen

Ältere Katzen sind häufig weniger aktiv und haben einen langsameren Stoffwechsel. Entsprechend verändern sich auch ihre Nährstoffbedürfnisse. "Ältere Katzen brauchen weniger Kalorien", erklärt Angelika Purwins. "Gleichzeitig sollte das Futter gut verdaubares, fettarmes Protein enthalten." Am besten bieten Katzenhalter ihrem Stubentiger über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten an, um den Verdauungstrakt nicht mit allzu großen Futtermengen zu belasten und kontrollieren die aufgenommene Menge an Futter und Wasser. Die Näpfe sollten für das Tier leicht erreichbar und flach sein.

Regelmäßige Gesundheitskontrollen

Ältere Katzen sollten (mindestens!) jährlich von einem Tierarzt untersucht werden, um den Gesundheitsstatus zu erhalten und Erkrankungen oder Organfunktionsstörungen rechtzeitig zu erkennen. Eine Alterserscheinung ist das zunehmende Risiko für Erkrankungen in der Maulhöhle. Neben regelmäßigen Checks von Zähnen und Zahnfleisch beim Tierarzt ist auch die Aufmerksamkeit des Tierhalters gefragt: Sollte die Katze auf einmal feste Futterbestandteile meiden, starken Mundgeruch entwickeln, viel speicheln oder bräunlich-beige Zahnbeläge entwickeln, sollte der Halter mit seinem Tier einen Tierarzt aufsuchen. Manche Katzen fressen trotz Schmerzen.

Leicht erreichbare Katzentoilette

Dem Katzensenior helfen kurze Wege zur Katzentoilette, da er seinen Harndrang eventuell nicht mehr so gut kontrollieren kann wie eine junge Katze. "Am besten stellen Katzenhalter hierfür gleich mehrere Toiletten mit niedriger Einstiegshöhe an strategisch günstigen Orten auf", empfiehlt Angelika Purwins. Das gilt auch für ältere Freigänger, die bei schlechtem Wetter plötzlich den Gang nach draußen vermeiden. Organisch bedingte Unsauberkeit kann der Tierarzt anhand von Blut- und Urinwerten feststellen.

Mehr Fellpflege nötig

Ältere Katzen können sich häufig nicht mehr so gut putzen, da die Beweglichkeit nachlässt. Tiere, die vorher nicht gekämmt wurden, sollten jetzt regelmäßig gebürstet werden, damit das empfindliche Fell nicht verfilzt. "Das gilt sowohl für Kurzhaar- als auch für Langhaarkatzen", betont die Expertin. "Ein Hunde- und Katzenfriseur hilft bei der Pflege." Die Krallen sollten ebenfalls regelmäßig kontrolliert werden. "Ich erlebe in meinem Heimtierpflegesalon immer wieder, dass ich ältere Katzen mit einzelnen, bereits eingewachsenen Krallen an den Tierarzt verweisen muss", so Angelika Purwins.

Auf verändertes Verhalten achten

Es gibt Katzen, die bis zu ihrem Tod scheinbar topfit und unbemerkt gealtert sind. Andere zeigen hingegen schon recht früh altersbedingte Veränderungen. Katzensenioren mit Freigang haben oft mit anderen Herausforderungen zu kämpfen als reine Wohnungskatzen: Einige verletzen sich leichter, weil ihnen die Kraft fehlt, sich wie früher im Revier zu behaupten. "Je aufmerksamer Halter ihr Tier beobachten, desto leichter lässt sich der Alltag der veränderten Lebensphase anpassen, und die Katze behält ihre Lebensqualität", betont Angelika Purwins.
Weitere Informationen: www.my-pet.org/ratgeber/katzen

Juli 2018. Text: ots/www.zzf.de

Copyright Foto: PR/ WZF / panthermedia halfpoint (Foto oben), WZF_shutterstock_Julie Vader (Foto unten)




Donnerstag, 28. Januar 2016

Hunde im Altenheim: Beispiele aus Einrichtungen des Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg - Besuchsdienst mit Vierbeinern

Der nachfolgende Beitrag wurde in der Hauszeitschrift des Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg (www.wohlfahrtswerk.de) im Herbst 2015 veröffentlicht:

Besuchsdienst auf vier Pfoten


Für eine professionelle tiergestützte Therapie in Seniorenheimen gibt es mittlerweile viele Konzepte. Doch auch schon der Besuch von Ehrenamtlichen mit ihren Hunden erfreut Bewohner und bringt Abwechslung in die Einrichtungen.  

Tiere im Altersheim: Sympathieträger bei älteren Menschen
Was für ein Durcheinander im Veranstaltungsraum: Langhaardackel Balou verdrückt sich durch die Beine eines Bewohners; Mischlingshündin Fanny beschnuppert zwei ältere Damen – und Border Collie Kira schlägt auf Kommando ihres Frauchens Heidi Klose Purzelbäume in der Mitte des Stuhlkreises. Es ist mal wieder Hunde-Besuchsdienst im Haus an der Steinlach in Mössingen (Landkreis Tübingen), so wie alle vierzehn Tage. Schon seit einigen Jahren kommen Ehrenamtliche mit ihren Tieren in die Einrichtung, die sich von den Teilnehmern streicheln, füttern oder auch nur bewundern lassen. „Jeder der Hunde hat besondere Eigenheiten, somit ist Abwechslung gewährleistet“, sagt Margarethe Werner, die Leiterin des Sozialdienstes. Gerade die sehr anhängliche und Streicheleinheiten liebende Kira habe ängstlichen Bewohnern die Scheu vor einem Hund genommen. Der Besuchsdienst wird freiwillig von Heide Klose, Sibylle Wahl, Lili Beck und Ruth Weber übernommen.

In der Einrichtung bereitet Margarethe Werner die Termine vor und aktiviert auch Bewohner aus der Pflege sowie Tagespflege-Gäste zur Teilnahme. Im Anschluss an die „Tobe-Stunde“ besuchen die Hundehalterinnen ausgewählte Bewohner auf den Etagen, auf Wunsch sogar bettlägerige Personen. Seit Kurzem wurde der Hunde-Besuchsdienst im Haus an der Steinlach konzeptionell erweitert. Einmal im Monat kommen nun Mädchen und Jungen des Kindergarten Stettiner Straße in die Einrichtung: Sie sind dann ebenfalls dabei, wenn Balou, Fanny, Kira und Farell im Veranstaltungsraum für Unterhaltung sorgen.


Begrüßungs-Karotte für die Hasen
Nur wenige Kilometer von Mössingen entfernt liegt Bisingen im Zollernalbkreis. Dort befindet sich das Haus im Park, wo im März 2015 zum ersten Mal „tierischer Besuch“ seine Aufwartung machte. Die Hunde, Meerschweinchen und Hasen sowie Huhn Adelheid kamen vom Begegnungshof Nepomuk in Balingen. „Die Betreiberin ist ausgebildete Heilerziehungspflegerin mit einer Zusatzqualifikation als Tiertherapeutin und hat auf dem Hof diverse therapeutische Angebote für Kinder, Menschen mit Behinderung oder alte Menschen gemacht“, berichtet Einrichtungsleiterin Marianne Haug. Wer wollte, konnte die handzahmen Tiere streicheln, auf den Schoß nehmen oder mit Gurken, Karotten und Salat füttern. Die Bewohnerinnen und Bewohner bekamen vorab schon den Auftrag, diese Leckereien für die Tiere herzurichten, was sie auch mit viel Freude gemacht haben. Schon hier waren alle aufgeregt und man sprach auch über eigene Tiere in der Vergangenheit. Erinnerungen wurden ausgetauscht.

Karotten für die Meerschweinchen
 Rein theoretisch hätte der Begegnungshof sogar mit Schafen, Esel oder Lamas in das Wohlfahrtswerk-Haus anreisen können. „Aufgrund des doch großen Aufwands haben wir uns beim ersten Besuch aber dagegen entschieden“, sagt Marianne Haug. Heute hätte sie vielleicht anders entschieden, denn leider zog die Betreiberin mit ihrer Familie nach Norddeutschland um, so dass es keine Folgetermine geben wird. Doch ganz ohne Tiere ist auch das Haus im Park nicht. Seit 1999 gehören Katzen zum Inventar. Aktuell schleicht Kater Tarzan über die Gänge. Dank einer Katzenklappe kann er kommen und gehen wie er will. Einige Bewohner mögen ihn sehr, er hält sich auch in deren Zimmer auf, andere meiden ihn – und er sie. Jeden Monat hat Tarzan zudem einen Auftritt im „Heimblättle“: Auf der letzten Seite gibt er humorvoll ein Hausanekdote des Vormonats zum Besten.


Hunde sorgen für guten Blutdruck
Diesen Job könnte im Haus Heckengäu (Heimsheim, Enzkreis) die Hündin Lili übernehmen. Sie kommt mit Frauchen Manuela Ehrler in die Einrichtung und hat dort inzwischen in allen Wohnbereichen viele Fans unter den Bewohnern und Mitarbeitern. Eigentlich unterstützt Manuela Ehrler den Frühstücksdienst, früher holte sie die Tagespflegegäste ab, doch aus großer Verbundenheit mit der Einrichtung führt sie zwei- bis viermal im Monat ehrenamtlich noch eine Hundespielrunde durch. Obwohl ohne spezielle Ausbildung ist Lili für ihre Besitzerin „der geborene Therapiehund“. Lili ist äußerst ruhig und geduldig, lässt sich gerne streicheln und folgt aufs Wort. Bis zu 15 Teilnehmer aus allen Wohnbereichen kommen im Foyer oder Garten zusammen und werfen ihr zum Beispiel einen Tennisball zu. Auch ohne Training legt die Hündin ihr Kinn mal auf das Knie eines Rollstuhlfahrers und „kuschelt“ ein wenig. Einrichtungsleitern Tina Laubengeiger wertet diese Situation so: „Dem Tier ist Aussehen und sozialer Status völlig egal“. Studien würden belegen, dass sich sogar die körperliche Gesundheit von älteren Menschen verbessern lasse, wenn ein Kontakt zu Tieren bestehe. Blutdruck und Herzfrequenz würden positive Werte aufweisen.

Stacheliger Besuch
Im Haus am Weinberg in Stuttgart-Obertürkheim gibt es derzeit keine festen Tier-Besuche. In der Vergangenheit sammelte die Einrichtung jedoch gute Erfahrungen mit einem Zwerghasen und einem Igel in der Betreuungsgruppe für "schwerst an Demenz erkrankte, ambulant versorgte Bewohner". Der Einsatz der Tiere war von den betreuenden Mitarbeitern organisiert worden und fand sehr positive Resonanz bei den Teilnehmern. Ungewollt avancierte in Obertürkheim dagegen Cleo zum Hausliebling. Den weißen Schäferhund bringt Carmen Christ-Sattler mit, wenn sie Fußpflegetermine hat. Cleo, so Einrichtungsleiter Erwin Müller, sei ein sehr geschätzter lieber Hund, dessen alleinige Anwesenheit schon therapeutischen Charakter habe. Dazu passt ein Zitat, das uns Marianne Haug, die Chefin des Hauses im Park, mit auf den Weg gegeben hat. Es stammt von Leonardo da Vini: „Die Sprache der Tiere ist begrenzt, aber was sie zum Ausdruck bringen, ist wichtig und nützlich“.

Buchtipp zum Thema Hunde in der tiergestützten Therapie: 
Leckerlis in der Hand verstecken, einen Ball holen lassen, den Hund durch einen Agilitytunnel schicken oder auf der Terrasse ein Hütchenspiel mit Plastikeimerchen aufbauen – wer in Anne Kahlischs Buch „Tiergestützte Therapie in Senioren- und Altenheimen“ (Kynos Verlag, 112 Seiten) blättert, erhält viele Anregungen für die Arbeit mit Hunden. Die Autorin schrieb ihre Diplomarbeit zum Thema und ist Mitbegründerin des Vereins „Therapiehunde Brandenburg“. Deswegen informiert sie auch über Grundvoraussetzungen wie zum Beispiel Gesundheit von Mensch und Tier, Versicherung oder Bedürfnisse von Demenz-Personen. Am spannendsten sind freilich ihre Praxisbeispiele wie „Die Macht der Berührung“ beim Besuch von bettlägerigen und komatösen Bewohnern. Ebenfalls ein guter Tipp von Anne Kahlisch sind die Übungen zur Förderung der Grobmotorik und Mobilisation bei Bewohnern. Dies gelingt zum Beispiel mit Bürsten und Kämmen eines Hundes.

Januar 2016. Frank Bantle/pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/Wohlfahrtswerk & Haus im Park, Bisingen