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Samstag, 17. Oktober 2020

Parkinson? Für Frank Elstner kein Problem. Er spricht offen über die Krankheit und das Alter


Vorbild und Mutmacher in Sachen Parkinson: Frank Elstner, 78, ist ein aktiver Mann - auch seitdem er an Parkinson erkrankt ist. Im aktuellen Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" vom Oktober 2020 spricht der Radio- und TV-Moderator ("Verstehen Sie Spaß?") und Erfinder zahlreicher Fernsehformate ("Montagsmaler", "Wetten, dass...?") darüber, warum er offen mit der Krankheit umgeht.

"So eine Krankheit zu verbergen, ist der größte Fehler, wenn Sie prominent sind", betont Elstners. Die Boulevardblätter schrieben dann, was sie wollten. Außerdem sei sein Zustand verhältnismäßig normal, sagt er: "Ich wackle beim Glashochheben vielleicht ein bisschen mehr als die anderen, aber an und für sich sehe ich bisher keinen Nachteil."

Mit seiner positiven Einstellung engagiert sich der Entertainer nun in der Parkinson-Stiftung. "Ich sage mir: Lieber suche ich mit, als dass ich mich auf die Seite drängen lasse und dem Ganzen hilflos zuschaue." Auch beruflich ist Elstner nach wie vor engagiert: Erst vor einem Jahr wurde der Showmaster für seine jüngste Online-Talkshow "Wetten, das war ́s...?" als "Newcomer des Jahres" ausgezeichnet. 

 

Mehr über Frank Elstner und seine Karriere lesen Sie im großen "Promi-Interview" im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter www.senioren-ratgeber.de

Oktober 2020. Redaktion pflegeinfos.net 
Quelle/C Foto: Senioren-Ratgeber/ots, Wolfgang Wilde



Freitag, 22. Mai 2020

Parkinson Stiftung: Frank Elstner, selbst von Parkinson betroffen, ist prominenter Pate und Unterstützer der Hilfsaktion

TV-Legende Frank Elstner hat Parkinson

Zitternde Hände, steife Muskeln, verlangsamte Bewegungen - die Diagnose Parkinson kann jeden treffen, auch jüngere Menschen. Um die Erforschung der unheilbaren, langsam fortschreitenden Hirnerkrankung voranzutreiben, hat die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) gemeinsam mit prominenten Partnern aus Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft die "Parkinson Stiftung" gegründet. Onlinespenden an die Stiftung sind ab sofort über den neuen Internetauftritt unter www.parkinsonstiftung.de möglich.

Wetten, dass? Frank Elstner will Mut machen

Unterstützer und Mitglied im Stiftungsrat ist die TV-Legende Frank Elstner: "Wir wollen informieren, Mut machen und Geld für Forschung sammeln, die zu besseren Behandlungsmethoden führt. Vor allem wollen wir Betroffene motivieren, sich über die Erkrankung zu informieren und aktiv die Forschung zu unterstützen", begründet der Fernsehmoderator und "Wetten, dass..?"-Erfinder sein Engagement. Anfang 2019 machte der 78-jährige öffentlich, dass er selbst an Parkinson erkrankt ist.

Hoffnung auf neue Therapien gegen das Zittern

Die Parkinson-Krankheit ist nach der Alzheimer-Krankheit die häufigste neurodegenerative Erkrankung weltweit. In Deutschland gibt es etwa 400.000 Parkinson-Patienten, jeder zehnte ist unter 40 Jahre alt. Der fortschreitende Verlust von Nervenzellen ist dank intensiver Forschung heute zwar viele Jahre lang gut behandelbar, aber nicht heilbar. Neue Therapien, die an den Ursachen ansetzen, und Forschungsergebnisse zur Früherkennung machen Forschern und Patienten Hoffnung, bald weitere entscheidende Schritte voranzukommen.

Die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG) e.V. hat daher die Parkinson Stiftung mit einem anfänglichen Stiftungsvermögen von einer dreiviertel Million Euro gegründet. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Forschung, Lehre und Fortbildung in Bezug auf Parkinson-Syndrome und andere neurologische Bewegungsstörungen sowie die Verbesserung der medizinischen Versorgung in diesem Bereich.

"Die Gründung der Parkinson Stiftung ist auf diesem Weg ein wichtiger Meilenstein, um die Erforschung der Parkinson-Syndrome und die Patientenversorgung voranzubringen. Die Fortschritte der Parkinson- Forschung sind derzeit sehr vielversprechend, brauchen aber dringend mehr finanzielle Unterstützung", so Prof. Dr. Günter Höglinger, Direktor der Klinik für Neurologie der Medizinischen Hochschule Hannover und 1. Vorsitzender der DPG.

Spenden für die Parkinson-Forschung willkommen

An Morbus Parkinson wird seit Jahrzehnten intensiv geforscht. Bisher können Mediziner nur die Symptome abschwächen. "Es gibt in der Parkinson-Forschung aber auch mehrere Ansätze, den Verfall der Nervenzellen im Gehirn frühzeitig zu erkennen und zu verlangsamen oder sogar zum Stillstand zu bringen", sagt Höglinger.

Antikörper per Infusion

"Eine der Strategien, die die Forschung derzeit verfolgt, sind maßgeschneiderte Antikörper, die per Infusion verabreicht werden, ähnlich einer Impfung. Sie sollen die Ausbreitung von Alpha-Synuclein im Nervensystem verhindern und Ablagerungen reduzieren, die sich durch eine Fehlfaltung dieses Eiweißstoffs im Gehirn der Patienten ansammeln", erklärt Prof. Karla Eggert, 2. Vorsitzende der DPG.

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist die Beobachtung, dass die Parkinson-Erkrankung im Darm entsteht und sich von dort im gesamten Nervensystem ausbreitet. "Das muss aber erforscht werden. Wenn wir das besser verstehen, kann mehr getan werden. Und dafür braucht die Forschung Unterstützung und auch Geld", so Prof. Alexander Storch, 3. Vorsitzender der DPG und Direktor der Klinik für Neurologie des Uniklinikums Rostock.

Herausforderung für jeden Patienten
Die Parkinson-Krankheit verläuft bei jedem Betroffenen individuell. Die Patienten brauchen intensive Betreuung, müssen sich aktiv mit ihrer Krankheit auseinandersetzen und lernen, mit ihr zu leben. "Mir hat es sehr geholfen, mehr über die Krankheit von Experten zu erfahren und Informationen zu bekommen, auf die ich mich verlassen kann", sagt Frank Elstner. "Je mehr man selbst über seine eigene Erkrankung lernt, umso besser kann man im Alltag mit ihr umgehen. Und je mehr geforscht wird, desto größer ist die Chance, etwas zur Heilung zu finden."

Ein aktuelles Video von Frank Elstner im Interview mit Prof. Dr. Jens Volkmann, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg und Vorsitzender der Parkinson Stiftung und weitere Informationen zur Parkinson Stiftung finden Sie auf: www.parkinsonstiftung.de

Mai 2020. Text: ots

Copyright Foto: obs/DPG/SWR/J. Krause-Burberg


Montag, 16. Juli 2018

Parkinson im Alter: Hilft tiefe Hirnstimulation? Facharzt Dr. Ralph Lehrke über neue Behandlungswege mit dem Infinity DBS-System

Er ist Chefarzt an der St. Barbara-Klinik in Hamm (Westfalen) Facharzt für Neurochirurgie und Spezialist für Stereotaktische Neurochirurgie, Radiochirurgie, Parkinson, Tremor, Dystonie und stereotaktische Hirntumorbehandlung. Im Interview beschreibt er neue Wege zur Linderung von Parkinson mit einem System der Firma Abbott.

Was ist tiefe Hirnstimulation und wie funktioniert sie?
Dr. Ralph Lehrke: Mit der tiefen Hirnstimulation, englisch "Deep Brain Stimulation" oder DBS, behandeln wir neurologische Erkrankungen im Gehirn. Das häufigste Einsatzgebiet ist hier Parkinson – eine Erkrankung des Nervensystems, bei der der Nervenbotenstoff Dopamin in zu geringer Form vorhanden ist. Durch den Mangel dieses Botenstoffes leiden Betroffene unter Symptomen wie unter anderem Bewegungsverlangsamung, Steifigkeit und Zittern, die den gesamten Alltag und die Selbstständigkeit einschränken. Mit der tiefen Hirnstimulation können wir diese Symptome bessern. 


Parkinson- und Tremor-Spezialist Dr. Ralph Lehrke

Technisch besteht ein System aus drei Teilen. Erstens ist dies ein Neurostimulator, ein kleiner, einem Herzschrittmacher ähnlicher Impulsgeber, den wir unter der Haut im Bereich der Brust oder des Oberbauchs implantieren. Er enthält unter anderem eine Batterie und sendet Stimulationsimpulse. Diese Impulse werden unter der Haut über ein dünnes Kabel, die Elektrode, bis ins Gehirn geleitet und stimulieren dort Stellen des Gehirns, die für Bewegungen zuständig sind. Die dritte Komponente ist ein Programmiergerät. Hiermit können Patienten – innerhalb eines vom Arzt vorgegebenen Rahmens – Stimulationsstärken einstellen und ihre Werte ablesen.

Für welche Parkinson-Patienten eignet sich die tiefe Hirnstimulation?
 

Mit der tiefen Hirnstimulation helfen wir Parkinson-Patienten, bei denen die Therapie mit Medikamenten ständigen Schwankungen (On-off-Situationen) unterliegt. Bei diesen Patienten ist die Medikamentenwirkung nach 3-4 Stunden erschöpft und es setzt eine Bewegungsunfähigkeit ein. In der Regel wird dann ein sogenannter L-Dopa-Test gemacht. Wenn man hier eine deutliche Verbesserung erkennt, erhält man einen wichtigen Hinweis, ob eine tiefe Hirnstimulation Erfolg versprechend sein kann. Bei Patienten, die über 70 Jahre alt sind, ist der Allgemeinzustand ausschlaggebend, um zu klären, ob eine Behandlung noch möglich ist.

Was ist das Besondere am Infinity DBS-System des Anbieters Abbott?

Mit dem System können wir Parkinson-Patienten viel gezielter gegen Bewegungsstörungen behandeln, als es noch vor 2-3 Jahren möglich war. Bisher konnten die elektrischen Impulse nur in einem kreisrunden Feld abgegeben werden, was neben den positiven Effekten immer wieder Nebenwirkungen wie zum Beispiel ein Benommenheitsgefühl, Sprechstörungen sowie Störungen der Augenbeweglichkeit hervorrufen kann.

Das Infinity DBS-System hingegen stimuliert gezielt genauer kleinere Bereiche, was sich letztendlich als wesentlich effektiver für behandelte Patienten erweist. Dafür kommt eine spezielle Elektrode, die segmentierte Elektrode, zum Einsatz. Mit ihr kann der Arzt die Punkte der Stimulation im Gehirn gezielt festlegen. Hinzu kommen der Umgang mit dem Patientensteuergerät, der sehr intuitiv erfolgt, und die diskrete Erscheinung. 


High-Tech für Menschen mit Parkinson: Infinity DBS-System

Auch lässt sich jederzeit der Stimulationszustand abfragen, ganz einfach und kabellos über einen Apple iPod1, ohne dass Außenstehende etwas bemerken. Hier bekomme ich immer wieder die Rückmeldung, dass die Bedienung einfach ist und die Ansichten übersichtlich sind. Aus diesem Grund nehmen Patienten dieses DBS-System sehr gut an.

Wie sieht die Operation aus?
Durch die präzise Platzierung einer dünnen segmentierten Elektrode stimulieren wir in einer Wach-OP genau die Bereiche im Gehirn, die für die Bewegungssteuerung zuständig sind. So erhalten wir direkt Rückmeldung, ob der stimulierte Bereich gezielt genug gewählt wurde und der Patient eine Linderung der Symptome erfährt. So reduzieren wir Nebenwirkungen oder umgehen diese sogar ganz. Der Neurostimulator selbst wird dann in Vollnarkose im Bereich unter der Haut implantiert.

Welche Veränderungen können Patienten erwarten und ab wann treten diese ein?

Im Fall eines starken Zitterns bemerken Patienten die Veränderung in der Regel direkt, schon während der Implantation. Ich erlebe durchaus häufiger, dass Betroffene es zunächst kaum glauben können, manchmal sehr emotional werden und zu weinen anfangen, weil sie so glücklich sind über diesen unverhofft schnell eingetretenen Effekt. Ebenfalls stellen behandelte Patienten direkt eine Veränderung des Schlafes fest. Der Körper liegt in der Nacht entspannter. Patienten freuen sich dann, endlich einmal wieder durchzuschlafen, und berichten, dass sie am nächsten Morgen erholt aufwachen. Anders als bei einer medikamentösen Behandlung kann endlich wieder eine gute Beweglichkeit rund um die Uhr erreicht werden, ohne Angst haben zu müssen, dass plötzlich „nichts mehr geht“. Mithilfe der tiefen Hirnstimulation gewinnen Parkinson-Patienten deshalb ein großes Stück an Selbstständigkeit, Bewegungsfreiheit und Lebensqualität wieder zurück. Häufig wird die Haltung aufrechter, die Stimme wieder deutlicher, die Gesichtszüge werden lebhafter und emotionaler und das Schriftbild bessert sich."


Juli 2018. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/abbott.com

Dienstag, 19. März 2013

Tübinger Neurologin ist neue Vorsitzende der Deutschen Parkinson Gesellschaft: Prof. Dr. Daniela Berg

Die Deutschen Parkinson Gesellschaft (DPG) hat eine neue erste Vorsitzende: Die Tübinger Neurologin und Hirnforscherin Daniela Berg wird in den nächsten zwei Jahren bis 2015 die Geschicke der Fachgesellschaft leiten. Berg, die in den letzten Jahren bereits im Vorstand war, wurde jetzt auf der Mitgliederversammlung gewählt. 

Zeitenwende: Daniela Berg die erste Frau an der Spitze der Fachgesellschaft DPG. Sie übernimmt das Amt von Wolfgang Jost, Rhön-Klinikum, Wiesbaden. 

Zur Person: Daniela Berg studierte von 1988 bis 1994 Medizin an der Universität Würzburg. Sie 1995 promoviert summa cum laude, ihre fachärztliche Prüfung legte sie 2002 ab. Seit August 2003 ist die Neurologin am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen tätig. Sie forscht in diesem Institut unter anderem an der Parkinson-Erkrankung, ihren Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Ihr besonderes Interesse gilt der Früherkennung: Mit der TREND-Studie (Tübinger Erhebung von Risikofaktoren zur Erkennung von Neurodegeneration), deren Studienleiterin Berg ist, sollen frühzeitig Symptome durch nicht-invasive Untersuchungen zur Früherkennung für Parkinson und Alzheimer entdeckt werden. 

Prof. Dr. Daniela Berg: Vorsitzende der Deutschen Parkinson Gesellschaft (DPG)

Die auf 20 Jahre angelegte Studie untersucht dafür, im Abstand von zwei Jahren, 1.200 Menschen aus Tübingen und Stuttgart. In diesem Zusammenhang interessant: Stuttgarts legendärer Alt-Oberbürgermeister Manfred Rommel sowie der populäre SWR-1-Moderator Matthias Holtmann sind Betroffene aus der Region und sprechen in der Öffentlichkeit über "Leben mit Parkinson".

Außerdem entwickelte Daniela Berg eine Ultraschalluntersuchung des Gehirns, die sogenannte transkranielle Sonografie. Diese kann frühzeitig eine Veränderung der Substantia nigra darstellen. Dies ist ein Bereich im Gehirn, der für die motorischen Symptome der Parkinsonerkrankung verantwortlich ist.

Professor Dr. med. Daniela Berg ist bereits seit mehreren Jahren in der Deutschen Parkinson Gesellschaft DPG aktiv. Ein Schwerpunkt ihrer Amtszeit soll die weitere Förderung von fundierter Grundlagen- und klinischer Forschung zu Parkinson sein. Darüber hinaus möchte die Neurologin den schnellen Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis – und damit zu allen am Behandlungsprozess beteiligten Fachdisziplinen – voran treiben. www.parkinson-gesellschaft.de

März 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Universität Tübingen