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Dienstag, 11. Mai 2021

Studie am Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart: Wie beeinflusst die Bewegung von Menschen bestimmte Erkrankungen?

Langzeit-Messungen zum Blutdruck und Herzschlag mittels Elektrokardiogramm (EKG) gehören zum Standard-Programm der medizinischen Versorgung. Da die Mobilität der Menschen ebenfalls ein aussagekräftiges Maß für Erkrankungen ist, sollen Messungen zu den Bewegungen im Alltag von Patienten bald ebenfalls ein Untersuchungs-Standard werden. 

EU finanziert MOBILISE-D

„Dafür muss die Mobilität exakt messbar sein“, sagt Prof. Dr. Clemens Becker, Chefarzt der Abteilung für Altersmedizin und Geriatrische Rehabilitation am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK). Er ist wissenschaftlicher Leiter der klinischen Studie des Projekts MOBILISE-D, das die Europäische Union mit 50 Millionen Euro finanziert. Ziel ist es, mit Hilfe von Sensoren die Mobilität von Menschen so exakt zu messen, dass sie Grundlage für medizinische Entscheidungen sein kann.

Jede Bewegung im Alltag wird erfasst

Stuttgart, Barcelona, Athen – in insgesamt 15 Städten in ganz Europa werden in den kommenden zwei Jahren 2.400 Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern einen Gürtel mit einem Kästchen in Größe einer Streichholzschachtel tragen. Darin steckt digitale Technik, die Gehgeschwindigkeit, Schrittlängen und Gangunregelmäßigkeiten der Patienten präzise messen kann – sowie Auf- und Abwärtsbewegungen wie zum Beispiel beim Treppensteigen.

Betablocker mit negativen Auswirkungen

„Wir haben eine neue Messmethode entwickelt, die in Zukunft helfen kann, Diagnosen zu stellen, sich für bestimmte Therapien zu entscheiden und die Therapie zu überwachen“, erklärt Prof. Becker. Alter und Krankheiten verändern die Mobilität der Menschen, aber auch Therapien und Medikamente können großen Einfluss auf die Beweglichkeit nehmen. „Nimmt man zum Beispiel einen ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck, läuft man nach drei Jahren in der Regel noch genauso gut. Bei einem Betablocker geht man etwa drei bis fünf Prozent langsamer“, weiß der Studienleiter von seinen Forschungen.

Messgerät individualisiert
 

Bislang gibt es aber keine ausreichend verlässlichen Mess-Möglichkeiten zur Mobilität in der Alltagswelt der Patienten. „Die gängigen Fitness-Armbänder und Uhren sind für medizinische Zwecke nicht genau genug“, betont Prof. Becker, der mit den anderen Teilnehmern des MOBILISE-D-Projekts mehr als ein Jahr lang verschiedene Sensoren und Algorithmen getestet hat. Daraus haben sie einen Algorithmus für ein Messgerät entwickelt. Dieses wird an einem Gürtel und in Höhe des fünften Lendenwirbels am Rücken, nahe dem Körperschwerpunkt, getragen.

Vier Krankheitsbilder im Focus

Mit der Technik können verlässlich und langfristig exakte Daten zur Mobilität und zu Bewegungsabläufen übermittelt werden. Die ausgewählten Patienten, es sind 2400 in Europa leiden an einem der vier Krankheitsbilder: Multiple Sklerose, der chronischen Lungenerkrankung COPD, Parkinson oder einer Hüftfraktur in Folge von Osteoporose.

Am RBK nehmen 200 Personen an der Studie teil

Zu letzter Gruppe gehören auch 200 Patienten, die Prof. Becker und das Robert-Bosch-Krankenhaus in den kommenden zwei Jahren begleiten werden. In Abständen von sechs Monaten werden sie für jeweils eine Woche das Messgerät Tag und Nacht tragen. 

Wozu kann dieses Messverfahren nützlich sein? Stellt man damit beispielsweise bei Parkinson-Kranken eine Veränderung in der Mobilität fest, kommen andere Medikamente in Frage. Auch Folgen einer Gelenkoperation können so gemessen und bewertet werden. Vorausblickend können Mediziner mit dieser Messmethode das Risiko eines Herzinfarkts oder einer Verschlechterung des Lungenvolumens ermitteln und einige Erkrankungen frühzeitig erkennen.


Mehr Informationen: www.rbk.de

Mai 2021. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/RBK

 

Samstag, 17. Oktober 2020

Parkinson? Für Frank Elstner kein Problem. Er spricht offen über die Krankheit und das Alter


Vorbild und Mutmacher in Sachen Parkinson: Frank Elstner, 78, ist ein aktiver Mann - auch seitdem er an Parkinson erkrankt ist. Im aktuellen Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" vom Oktober 2020 spricht der Radio- und TV-Moderator ("Verstehen Sie Spaß?") und Erfinder zahlreicher Fernsehformate ("Montagsmaler", "Wetten, dass...?") darüber, warum er offen mit der Krankheit umgeht.

"So eine Krankheit zu verbergen, ist der größte Fehler, wenn Sie prominent sind", betont Elstners. Die Boulevardblätter schrieben dann, was sie wollten. Außerdem sei sein Zustand verhältnismäßig normal, sagt er: "Ich wackle beim Glashochheben vielleicht ein bisschen mehr als die anderen, aber an und für sich sehe ich bisher keinen Nachteil."

Mit seiner positiven Einstellung engagiert sich der Entertainer nun in der Parkinson-Stiftung. "Ich sage mir: Lieber suche ich mit, als dass ich mich auf die Seite drängen lasse und dem Ganzen hilflos zuschaue." Auch beruflich ist Elstner nach wie vor engagiert: Erst vor einem Jahr wurde der Showmaster für seine jüngste Online-Talkshow "Wetten, das war ́s...?" als "Newcomer des Jahres" ausgezeichnet. 

 

Mehr über Frank Elstner und seine Karriere lesen Sie im großen "Promi-Interview" im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter www.senioren-ratgeber.de

Oktober 2020. Redaktion pflegeinfos.net 
Quelle/C Foto: Senioren-Ratgeber/ots, Wolfgang Wilde



Freitag, 23. Februar 2018

Entscheide selbst, wie alt du bist! Prof. Sven Voelpel gibt auf Messe BEAUTY in Düsseldorf Tipps, wie man lange jung bleibt!

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt. Es ist also nicht vermessen, sich vorzunehmen, möglichst alt zu werden. Und noch besser: Gleichzeitig möglichst lange jung zu bleiben, ist ebenfalls kein unrealistischer Wunsch mehr. Wie kann man älter werden und doch jung bleiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich Sven Voelpel schon seit mehr als einem Jahrzehnt und gilt als einer der führenden Altersforscher. 

Experte für Anti-Aging und gesunde Lebensführung: Prof. Voelpel
Auf der BEAUTY DÜSSELDORF, der internationalen Leitmesse der Branche, referiert Professor Dr. Sven Voelpel am Samstag, 10. März, um 14 Uhr im Trend Forum zum Thema: „Entscheide selbst, wie alt du bist - was die Forschung über das Jungbleiben weiß“. Die Veranstaltung ist aber eine Fachveranstaltung, kein Zutritt für Privatpersonen!

Altersforscher an der Jacobs University in Bremen
Dr. Sven Voelpel ist Professor für Betriebswirtschaft an der Jacobs University Bremen und Gründungsdirektor des WDN – WISE Demographienetzwerks sowie Leiter der WISE Forschergruppe. Diese Forschergruppe untersucht Veränderungen, die durch den demographischen Wandel verursacht werden und deren Effekte innerhalb der Arbeitswelt. Professor Dr. Sven Voelpel studierte Betriebswirtschaft, Psychologie und Soziologie an der Universität Augsburg, der Universität von Westminster in London sowie an der Harvard University in den USA und der Universität St. Gallen in der Schweiz.


Er lehrt an den führenden Universitäten und Business Schools weltweit, berät Regierungen und Organisationen, referiert für Vorstände und Führungskräfte zahlreicher Unternehmen und ist häufig Gast in Rundfunk- und TV-Sendungen. Seit 2004 forscht und lehrt er zum Thema Lifelong Learning an der Jacobs University in Bremen.

Biologische Alter ist beinflussbar!
Die Forschung hat ergeben, dass das Altern nur zu 30 Prozent durch die Gene bestimmt wird und die anderen 70 Prozent beeinflusst werden können. „Wir wissen heute, dass man das biologische Alter durch bestimmte Maßnahmen deutlich beeinflussen kann. Mit kleinen Veränderungen bei Ernährung, Bewegung oder Schlaf lassen sich biochemische Prozesse im Körper anstoßen, die die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen, gesund alt zu werden“, sagt Sven Voelpel. 


Viel zu Fuß erledigen
Zu Ernährung und Bewegung hat Sven Voelpel auch zahlreiche Selbstversuche gestartet. Gesunde Ernährung war schon in seiner Kindheit ein Thema, sein Großvater hatte 1948 ein Unternehmen für Heilpflanzen gegründet. Auch in Bewegung ist Sven Voelpel ständig, unterwegs zu Terminen und mit seinen beiden Kindern erledigt er fast alles zu Fuß – meist in Turnschuhen. 


Soziale Kontakte pflegen
Aber nicht nur körperliche Faktoren spielen eine Rolle, auch die Lebensführung, soziale Kontakte, die Arbeit und Hobbys können viel dazu beitragen, geistig und körperlich jung zu bleiben. Neugierde, eine positive Einstellung und nette soziale Kontakte sind eine gute Basis für ein erfülltes Alter. 


Man ist so alt, wie man sich fühlt
Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse hat Professor Voelpel in mehr als 300 Publikationen veröffentlicht. Sein Buch „Entscheide selbst, wie alt du bist“ wurde zum Spiegel-Bestseller. Er beschreibt die unterschiedlichen Formen von Alter – das kalendarische, das biologische, das gefühlte und das soziale Alter und formuliert zehn Gebote für ein glückliches Alter. Sein Fazit: „Alter ist Kopf- und Einstellungssache. Die Redewendung, `Man ist so alt, wie man sich fühlt´ stimmt auch vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen. Es ist also gut, sich jung zu fühlen!“

Februar 2018. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR