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Mittwoch, 30. Januar 2019

BKK Mobil Oil startet Pflegekurse für Angehörige. Breites Themenspektrum und Erfahrungsaustausch rund um häusliche Pflege von Familienmitgliedern

Mit zwei kostenlosen Kursen bereitet die BKK Mobil Oil Versicherte auf eine mögliche Pflegesituation vor und gibt Hilfestellungen für den Alltag sowie Tipps zum Stressabbau.
 

Wie kann man sich auf diese Situation vorbereiten? Welche Unterstützung bietet die Pflegekasse? Und was können Pflegende tun, um ihren Akku wieder aufzuladen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Interessierte und Betroffene in den Pflegekursen "Wenn Eltern alt werden" und "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege", die die BKK Mobil Oil ihren Versicherten gemeinsam mit der Team Gesundheit GmbH anbietet. Premiere war vor Kurzem in Hamburg, weitere Städte sollen folgen.
 


Kurs 1: "Wenn Eltern alt werden
Die meisten der Teilnehmer des Kurses "Wenn Eltern alt werden" in Hamburg wissen wenig über das Thema Pflege und wünschen sich mehr Sicherheit beim Gedanken an die Zukunft. Ihre Fragen zu Beginn der Veranstaltung lauten zum Beispiel: "Mein Vater wird immer gebrechlicher - steht meiner Mutter Unterstützung bei der Pflege zu?" oder "Ich möchte auf eine mögliche Pflegesituation meiner Eltern vorbereitet sein, doch sie blocken jedes Gespräch darüber ab - was kann ich tun?"

Zentraler Bestandteil des Kurses sind rechtliche Grundlagen und Handlungsmöglichkeiten zur Pflege in der häuslichen Umgebung. Fragen zur finanziellen Unterstützung stehen ganz oben auf der Agenda: Welche Pflegegrade gibt es, mit welchen Leistungen sind sie verbunden und wie erfolgt die Einordnung? 


Kursleiterin Christina Maiwald geht mit den Teilnehmern den üblichen Ablauf eines Besuchs des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) durch und nimmt ihnen so die Sorge vor dem Unbekannten. "Viele Senioren reißen sich beim Besuch des MDK besonders zusammen", weiß die Expertin. "Scham spielt dabei eine große Rolle, denn niemand spricht gern über seine Unzulänglichkeiten. Um den passenden Pflegegrad und damit auch die einem zustehende Unterstützung zu erhalten, ist es jedoch wichtig, die eigenen Fähigkeiten realistisch darzustellen." 

Ebenfalls besprochen werden mögliche Vorsorgemaßnahmen für den Fall, dass ein Elternteil keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann - gibt es bereits eine Patientenverfügung, eine Betreuungsverfügung oder eine Vorsorgevollmacht?

Kurs 2: "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege"

Mitten im Alltag eines pflegenden Angehörigen angekommen sind die Teilnehmer des Kurses "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege". Sie wissen, wie schwer die Aufgabe der häuslichen Pflege bei bestem Willen und aller Liebe sein kann. Geleitet wird der Kurs von Diplompsychologin Silke Kleinschmidt. Auch hier geht es zunächst um gesetzliche und betriebliche Unterstützungsmöglichkeiten

Thematischer Schwerpunkt ist jedoch der Erfahrungsaustausch: Welche Situationen empfinden die Teilnehmer als besonders fordernd, wie gehen sie mit ihnen um - und was könnten sie vielleicht anders machen? "Zahlreiche pflegende Angehörige haben damit zu kämpfen, hohe Erwartungen erfüllen zu müssen, dafür aber kaum Wertschätzung zu erhalten", weiß Silke Kleinschmidt. "Aber auch das Wissen, dass eine geliebte Person leidet und man ihr nicht aus dieser Situation heraushelfen kann, macht vielen sehr zu schaffen."

Damit die Teilnehmer zukünftig fordernde Situationen besser meistern können, geht die Psychologin mit ihnen durch, wie Stress überhaupt entsteht. "Es ist enorm wichtig, den Stressprozess zu verstehen, um die eigene Gesundheit zu schützen. Dazu gehört unter anderem zu erkennen, was im individuellen Fall der Auslöser für Stress ist und wie man direkt auf diesen Auslöser Einfluss nehmen kann.


Termine 2019 der Pflegekurse

Die nächsten Termine für die Kurse "Wenn Eltern alt werden" und "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege" finden am 08. und 11.03.2019 in den Räumlichkeiten der BKK Mobil Oil in München (Friedenheimer Brücke 29, 80639 München) statt. Die Kosten für Versicherte werden als Pflegekurs nach § 45 SGB XI von der BKK Pflegekasse getragen.

Online von Zuhause aus lernen

Darüber hinaus bietet die BKK Mobil Oil ihren Versicherten die Teilnahme an Online-Pflegekursen an, an denen pflegende Angehörige und Interessierte bei freier Zeiteinteilung bequem von zu Hause aus teilnehmen können. Neben den bestehenden Kursen "Grundlagen der häuslichen Pflege" und "Alzheimer & Demenz" ist ab Anfang 2019 der Kurs "Wohnen und Pflege im Alter" neu im Programm. Dieser Spezialkurs berücksichtigt den Wunsch vieler Pflegebedürftiger nach häuslicher Pflege, zeigt aber auch alternative Wohnformen auf.

Weitere Informationen zu allen Kursangeboten unter www.bkk-mobil-oil.de/pflegekurs

Februar 2019. Text: ots/ BKK Mobil Oil

Copyright Foto: PR/Getty Images 2019

Samstag, 16. August 2014

Vertrauensperson sinnvoll bei Pflegeeinstufung durch MDK. Grund: Mehr Informationen über den Patienten und Kontrolle des MDK-Prüfers

Immer wieder gibt es Ärger, wenn um die Einstufung der Pflegebedürftigkeit von älteren Menschen geht. Kritik wird an den Vertretern des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung – kurz MDK – laut. Seine Vertreter kommen ins Haus zu Gutachten – dieses ist wiederum Grundlage für die finanzielle Unterstützung der Pflege durch die Pflegeversicherung und Einstufung in eine Pflegestufe I bis III.

Um möglichst wenig Ärger mit dem MKD zu haben und die Pflegeperson so objektiv wie möglich zu begutachen, empfiehlt die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK die Anwesenheit einer dritten Person des Vertrauens bei diesem Termin. 

Pflegeexperte Maximilian Nebe von der SBK: "Wir raten Antragstellern deshalb unbedingt dazu, eine dritte Person des Vertrauens, beispielsweise einen Familienangehörigen, bei der Begutachtung dabeizuhaben.“

Eine dritte Person, die den Antragsteller gut kennt, kann dabei helfen, ein möglicherweise verzerrtes Bild gerade zu rücken und mitzuhelfen, damit die Person die richtige Pflegestufe erhält – und damit auch die benötigte finanzielle Hilfe durch die Pflegekasse.


Maximilian Nebe berichtet: „Ein stichprobenartiger Blick in unsere Zahlen lässt vermuten, dass Pflegeanträge eher erfolgreich sind, wenn der Antragsteller bei der Begutachtung noch eine Person an seiner Seite hat.“ Knapp 1,6 Millionen Mal hat der MDK im Jahr 2012 darüber entschieden, ob eine Person pflegebedürftig ist und in welche Pflegestufe der Patient eingeordnet werden soll. Der MDK prüft im Auftrag der Pflegekassen, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und empfiehlt der Pflegekasse die Zuordnung zu einer Pflegestufe.
 
Experten für Pflegeversicherungen: Beratun in einer SBK-Geschäftsstelle

Die Begutachtung umfasst meist eine körperliche Untersuchung des Pflegebedürftigen in dessen Wohnumfeld. Durchgeführt wird diese durch eine Pflegefachkraft oder einen ärztlichen Gutachter

„Die Gutachter vom MDK kommen ins Wohnumfeld des Antragstellers, um sich ein möglichst realistisches Bild von dessen Zustand machen zu können“, weiß Maximilian Nebe, Pflegeexperte bei der größten Betriebskrankenkasse in Deutschland, der SBK. „Trotzdem erhält der Gutachter während seines rund halbstündigen Besuches immer nur eine Momentaufnahme. Zum einen ist die Pflegesituation meist sehr komplex – nicht jeder Tag ist wie der andere."


Bei Demenzkranken wechseln sich beispielsweise oft klare Phasen mit orientierungslosen ab. Zum anderen zeigt die Erfahrung, dass es Menschen nicht selten unangenehm ist, wenn sie Hilfe benötigen. Es kann also durchaus passieren, dass Pflegebedürftige am Tag der Begutachtung alle ihre Kräfte mobilisieren, um ein einziges Mal das zu schaffen, wobei ihnen sonst geholfen werden muss.

August 2014. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/SBK