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Samstag, 22. April 2023

Essen für Demenzpatienten: Was sollten pflegende Angehörige und Betreuer beachten? Tipps vom "Senioren Ratgeber"

Das Thema Essen kann für Angehörige von Demenzpatienten zur Herausforderung werden. Die Lust am Essen fehlt, viele leiden an Schluckstörungen, die Zähne bereiten Probleme. In einer Ausgabe von 2022 gab das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" Tipps, wie Angehörige jetzt unterstützen können.

So bekommen Demenzpatienten Lust auf Essen

Manchmal macht schon ein liebevoll gedeckter Tisch mit schönem Geschirr Appetit, passierte Kost sieht appetitlicher aus, wenn sie in Form gebracht wird, zum Beispiel mit Backförmchen. Auch Gesellschaft regt den Appetit an. Und Bewegung: Ermuntern Sie Ihren Angehörigen, mindestens eine halbe Stunde am Tag aktiv zu sein.

Bei Verschlucken gilt: nicht auf den Rücken klopfen! Häufig kommen die Betroffenen mit einer gleichmäßigen Konsistenz der Nahrung besser zurecht, also Suppe ohne feste Einlage, Joghurt ohne Fruchtstücke. Manche tun sich mit der Nahrungsaufnahme leichter, wenn kleine Portionen zum Naschen in der Wohnung verteilt sind. 

Übrigens: Viele ältere Menschen mögen es etwas stärker gewürzt.

Das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" berichtete darüber. Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter www.senioren-ratgeber.de sowie auf Facebook.
 

April 2023. Redaktion Pflegeinfos.net

Quelle: Senioren-Ratgeber.de

Dienstag, 11. Oktober 2022

Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist für ältere Menschen wichtig. Tipps vom Forum Trinkwasser

 

(ots, 2022) Jede/r siebte Über-65-Jährige und jede/r vierte Über-85-Jährige trinkt zu wenig. Das ergab eine Befragung zur Ernährungssituation über 65Jähriger am Institut für Ernährungswissenschaften der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn. Die Ergebnisse sind alarmierend, denn Wassermangel bringt den Flüssigkeitshaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht, die Betroffenen können dehydrieren.

"Die große Bedeutung einer ausreichenden Wasserzufuhr im hohen Alter wird unterschätzt. Viele körperliche Beeinträchtigungen lassen sich auf Wassermangel zurückführen oder werden durch diesen begünstigt", warnt Dr. Stefan Koch vom Forum Trinkwasser e. V.

Kognitive Leistungsfähigkeit kann zurückgehen

So kann schon ein geringes Wasserdefizit zu einem Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit führen - Verwirrtheit oder Demenzerscheinungen werden so verstärkt. Auch die Wirkung vieler Medikamente kann durch einen gestörten Wasserhaushalt beeinträchtigt werden. Zudem holt sich der Körper Wasser dort, wo er es bekommen kann: Verringerter Speichelfluss oder vermindertes Schwitzen mit entsprechenden Nachteilen für die Regulation der Körpertemperatur sind die Folgen.

Kreislauf muss stimmen

Ist die Kreislauffunktion beeinträchtigt, kann es schneller zu Stürzen mit gravierenden Folgeschäden kommen. An heißen Tagen, an denen ohnehin mehr getrunken werden muss, kann die Situation für Hochbetagte schnell lebensbedrohlich werden. 

1,3 Liter Wasser trinken

Auf eine ausreichende Wasserzufuhr ist im hohen Alter deshalb besonders zu achten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine durchschnittliche Menge von 1,3 bis 1,5 Litern täglich, bei Älteren kann der Bedarf jedoch individuell stark variieren. Wird etwa sehr wenig gegessen, fehlt der Flüssigkeitsanteil, der sonst über die Nahrung aufgenommen wird. Aber auch rüstige Senioren, die sich viel bewegen und Sport treiben, haben unter Umständen einen höheren Trinkbedarf. Andererseits gibt es Krankheiten wie Nierenschäden oder Herzinsuffizienz, die eine geringere Flüssigkeitsaufnahme erfordern. Eine Rücksprache mit dem Arzt ist hier angeraten.

Tipps für die Praxis: so wird Trinken nicht vergessen

Um Wassermangel vorzubeugen, gibt es eine Reihe von Tipps: Getränke zu allen Mahlzeiten reichen, wenn nötig mit entsprechender Hilfestellung. Trinkrituale wie "Aufwach-Wasser", "5-Uhr-Tee" oder Nachmittagskaffee schaffen zusätzliche Anreize. Getränke in Sicht- und Reichweite an verschiedenen, vielfrequentierten Orten bereithalten. Ein "Trinkwecker" oder "Trinkprotokoll" erinnert an die regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme. Lieblingsgetränke und wasserhaltiges Obst unterstützen zusätzlich.

Dr. Stefan Koch vom Forum Trinkwasser ergänzt: "Wir erleben oft, dass besonders im hohen Alter transparente Dinge wie beispielsweise Wasser in durchsichtigen Gläswern nicht so gut wahrgenommen werden. Unsere Empfehlung lautet deshalb, die Flüssigkeit mit etwas Fruchtsaft zu färben oder auf bunte, ansprechende Trinkgefäße zurückzugreifen. Viele Senioren haben auch ihre ,Lieblingstasse', aus der es sich gleich viel leichter trinkt." www.forum-trinkwasser.de

Oktober 2022. Redaktion pflegeinfos.net

Bildrechte: Ingo Bartussek - stock.adobe.com

 

Dienstag, 4. Oktober 2022

Auch Wohlfahrtswerk Baden-Württemberg macht in Quartierarbeit. Tagespflege in Stuttgart-Rot, Wohncafé und Angebote für Senioren


Ab sofort hat eine neue Tagespflege mit 12 Plätzen in Stuttgart-Rot geöffnet. Das innovative Konzept mit jüngerer Zielgruppe und angrenzendem Wohncafé ergänzt das Angebot der Else-Heydlauf-Stiftung im Stuttgarter Norden. Träger ist das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg.

Während die Tagespflege innerhalb der Else-Heydlauf-Stiftung in Stuttgart-Zuffenhausen vor allem für Ältere mit Demenz konzipiert ist, werden mit der neuen Tagespflege in der nah gelegenen Prevorster Str. 21 weitere Personengruppen angesprochen: Neben Älteren ohne dementielle Erkrankung auch jüngere Menschen, die aufgrund eines Pflegegrades von der Tagespflege profitieren können.

Mit Wohncafé für Kontakte im Stuttgarter Norden

Die Tagespflege und das so genannte „WohnCafé+“, ein Nachbarschaftstreff, der in Kooperation mit Neues Heim – Die Baugenossenschaft Neues Heim eG betrieben wird, liegen direkt nebeneinander und die Räumlichkeiten können bei Bedarf verbunden werden. Eingebettet ist dies in einen Neubau mit 40 Mietwohnungen der Genossenschaft. Diese Nähe ist gewünscht, denn sie ermöglicht auf unkomplizierte Weise gemeinsame Veranstaltungen. Auch durch die von beiden Besuchergruppen genutzte Terrasse ist ein ungezwungener Austausch möglich.

Quartierkoordinatorin bietet Hilfe an

Zur Förderung des Dialogs ist von hier aus eine Quartierskoordinatorin des Wohlfahrtswerks unterwegs. Ihr Ziel ist es, die Integration der älteren Menschen in Stuttgart-Rot auszubauen und die Gäste der Tagespflege im Einzelfall ganz konkret zu beraten. Dort, wo Unterstützungsbedarf besteht, zeigt sie vor Ort verfügbare Lösungsmöglichkeiten auf. Als Baustein der Quartiersentwicklung ist dies ein Kooperationsprojekt, das in den Räumen der Baugenossenschaft Neues Heim und gemeinsam mit lokalen Akteuren im Quartier umgesetzt wird.

Für mehr Lebensqualität, Isolation Älterer vermeiden

„Anlaufstellen für die Menschen in ihrem Wohnumfeld zu schaffen ist mehr als ein Trendthema. Wir handeln seit Jahrzehnten nach dieser Idee und sind überzeugt, dass insbesondere ein offenes Angebot wie ein WohnCafé viel gegen die Isolation Älterer bewirken kann. Es ist ein Ort zum Treffen mit Nachbarn jeden Alters und bei Bedarf gibt es Beratungsmöglichkeiten und Unterstützung vor Ort", erklärt Ingrid Hastedt, Vorstandsvorsitzende des Wohlfahrtswerks. 

Wohlfahrtswerk hilft im Bezirk

Durch ambulante Angebote baut das Wohlfahrtswerk in Stuttgart-Rot ein engmaschiges Netz um die Else-Heydlauf-Stiftung herum auf. So befinden sich in der nah gelegenen Schozacher Straße der Stützpunkt des Mobilen Dienstes sowie eine Senioren-WG. Vom Stützpunkt in Feuerbach aus ist der Alltagsbegleiterdienst im gesamten Stuttgarter Norden unterwegs. Mit dem Menü Mobil steht ein Essensangebot zur Verfügung. Der Bedarf für Unterstützung bei älteren Menschen ist groß und die Möglichkeit,
 

Tipp für Interessierte: Die Tagespflege Stuttgart-Rot in derPrevorster Str. 21 ist von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet, ebenso das WohnCafe+

News zum neuen Quartier: www.quartier-am-rotweg.de/wq/

Oktober 2022. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Wohlfahrtswerk

Samstag, 3. September 2022

Kurzzeitpflege soll in Baden-Württemberg ausgebaut werden. Anbieter können Projektanträge zur Förderung stellen

Um das Angebot der Kurzzeitpflege im Ländle zu verbessern und weiter auszubauen, wird das Innovationsprogramm Pflege auch im Jahr 2023 fortgeführt. Einrichtungen und Anbieter von Kurzzeitpflegeplätzen können sich bis 23. Januar 2023 um Zuschüsse bewerben.

Entlastung für Angehörige: Kurzzeitpflege

Die meisten Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg werden im eigenen Zuhause oder im häuslichen Umfeld von Angehörigen betreut. Sind Angehörige aber beispielsweise aufgrund von Krankheit oder Urlaub verhindert, kann die Kurzzeitpflege für Entlastung sorgen. Um das Angebot zu verbessern und weiter auszubauen, wird das Innovationsprogramm Pflege deshalb fortgeführt, wie Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha mitteilte.

Selbstbestimmt zu Hause leben

Eingereicht werden können ab sofort Projekte, die zu einer besseren Versorgung bei Kurzzeitpflegeaufenthalten oder zu einem hochwertigen Übergangsmanagement beitragen, um etwa Versorgungsbrüche beim Übergang aus dem Krankenhaus in die Kurzzeitpflege zu verhindern. „Angebote der Kurzzeitpflege werden von pflegenden Angehörigen auch in Baden-Württemberg immer stärker nachgefragt“, sagt Manne Lucha. „Angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung wird dieser Trend anhalten. Unser Ziel ist es deshalb, pflegende Angehörige noch besser durch entsprechende Angebote zu entlasten. Pflegebedürftige sollen so lange wie möglich in der eigenen Häuslichkeit selbstbestimmt leben können.“ 

Informationen zur Antragstellung

Die ausgefüllten Antragsunterlagen für das Innovationsprogramm Pflege 2023 müssen bis spätestens 20. Januar 2023 beim Kommunalverband für Jugend und Soziales eingegangen sein. Mit einer Entscheidung über die Mittelvergabe im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel ist voraussichtlich im ersten Halbjahr 2023 zu rechnen.

September 2022. Redaktion pflegeinfos.net

 

Donnerstag, 1. September 2022

Seminar Demenz im Landkreis Böblingen: acht Termine für pflegende Angehörige in Gärtringen

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland steigt und mit ihr auch die Zahl derjenigen, die an einer Demenz erkrankt sind. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft schätzt diese auf ca.1,6 Millionen Menschen deutschlandweit. Viele von ihnen werden in der Häuslichkeit von ihren Familienmitgliedern gepflegt.

Diese leisten damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, werden durch diese Aufgabe aber auch oft vor große Herausforderungen gestellt, denn der Umgang mit Menschen mit Demenz verlangt viel Einfühlungsvermögen und Geduld.

Demenz-Infos in Gärtringen

Zur Unterstützung pflegender Angehöriger bietet der Pflegestützpunkt Landkreis Böblingen gemeinsam mit der IAV-Stelle GERN (Gärtringen, Ehningen und Nufringen) ein kostenloses Seminar an. In diesem werden Sachinhalte vermittelt, die ein besseres Verständnis für das Krankheitsbild ermöglichen. Gleichzeitig besteht ausreichend Zeit und Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. 

Kostenlose Veranstaltungsreihe Demenz im Herbst 2022

Geplant sind 8 Termine, die ab dem 5. September jeweils montags von 14 bis 16 Uhr in Gärtringen stattfinden werden. Interessierte können sich bei Referentin Regina Stukenborg, Pflegestützpunkt Landkreis Böblingen, Standort Herrenberg (Tel.: 07031/663-2878) über alles Weitere informieren und anmelden.

September 2022, Redaktion pflegeinfos.net
Quelle: Landratsamt Böblingen

Mittwoch, 31. August 2022

Pflegestützpunkt Leonberg bald ein Jahr in Betrieb. Hilfe für Senioren in Leonberg, Beratung von Angehörigen


In wenigen Wochen existiert der Pflegestützpunkt Leonberg ein Jahr. Das neue Büro mit zwei Mitarbeitenden im Bürgerzentrum Stadtmitte berät pflegebedürftige Menschen und Angehörige zu Fragen rund um das Thema Pflege und zu Leistungen der Kranken- und Pflegekassen. Es ist der dritte Stützpunkt im Landkreis Böblingen nach Böblingen und Herrenberg. Wichtig: Die Beratung ist kostenfrei und steht allen Bürgern zur Verfügung.

Pflegestützpunkt Weil der Stadt und Pflegestützpunkt Renningen
„Fast 43.000 Menschen im Landkreis Böblingen sind über 75 Jahre alt. Die Leiterin des Amts für Soziales und Teilhabe Michaela Futter erklärt: „Das Landratsamt freut sich, dass wir mit dem Pflegestützpunkt in Leonberg nun Bürgerinnen und Bürgern aus Leonberg, Renningen, Rutesheim, Weil der Stadt und Weissach wohnortnah bei Fragen rund um das Thema Pflege weiterhelfen können.“ Im Jahr 2019 waren im Kreis BB mehr als 15.000 Personen auf Pflege angewiesen. Im Jahr 2015 waren es hingegen erst 6.000. Etwa 76 Prozent davon werden zuhause gepflegt, fast immer teilweise oder ganz durch Angehörige. 

Anspruch auf Pflegeberatung in Leonberg
Ambulante Pflege wird zum immer wichtiger werdenden Teil der Pflegelandschaft. Um diese gut zu gestalten, braucht es Wissen über Leistungen und Angebote. Daher besteht ein Anspruch auf Pflegeberatung unter anderem durch Pflegestützpunkte wie jetzt in Leonberg. Konkret berät der Pflegestützpunkt pflegebedürftige Menschen und Angehörige zu Fragen rund um das Thema Pflege, informiert über Leistungen der Kranken- und Pflegekassen und unterstützt bei Antragsstellung und Inanspruchnahme von Leistungen. Der Pflegestützpunkt vermittelt an weitere Unterstützungs- und Beratungsangebote, hilft bei der Organisation der Pflege und berät dabei telefonisch, im Büro oder zuhause.

So finden Sie zum Pflegestützpunkt im Kreis Böblingen
Der Pflegestützpunkt Leonberg ist zuständig für Leonberg, Renningen, Rutesheim, Weil der Stadt und Weissach. Zu erreichen ist die Beratungsstelle von montags bis freitags unter den Telefonnummern 07031/663-1184 bzw. -1182 sowie per E-Mail an psp-leonberg@lrabb.de.

24h Betreuung und häusliche Hilfe durch osteuropäische Haushaltshilfen
Diese Leistungen werden auch rund um Leonberg angeboten - etwa vom privaten Dienstleister riva-care. Seit über zehn Jahren vermittelt das Team 24h Stunden Betreuerinnen bzw. Haushaltshilfen in den Altkreis Leonberg. Häusliche Hilfe durch osteuropäische Betreuerinnen. Kontakt über Telefon 0711 - 34 17 00 96.

September 2022. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/Stadt Leonberg; Benjamin Schulz

Akteure bei der Eröffnung des Pflegestützpunkts in Leonberg, November 2021


Pilotprojekt für Senioren mit chronischen Krankheiten. PROCare4Life setzt auf Smartwatch und Smartphone



Das Wohlfahrtswerk beteiligt sich immer wieder an innovativen Projekten im Bereich der Altenpflege. Jetzt arbeitet der Altenheimträger und Anbieter ambulanter Dienste in Baden-Württemberg im Projekt „PROCare4Life“ erneut mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie sowie Praxispartnern aus der Pflege zusammen.

Worum geht es? Die Selbstständigkeit und die Lebensqualität älterer Menschen mit Demenz, Parkinson oder anderen chronischen Erkrankungen zu verbessern. Aktuell laufen Praxistests, um das Zusammenspiel der eingesetzten Technik zu verbessern. 

Datenerfassung als Grundlage für Hilfebedarf
Die Idee ist es, Senioren zuverlässig und schnell Hilfe zu bietn, wenn sie gebraucht wird. Dabei ermöglicht die laufende Erfassun
g von Gesundheitsdaten, bereits vor Eintreten eines Notfalls zu handeln. Das Forscherteam setzt dazu auf moderne Technik: „Die Senioren werden mit einem Smartphone und einer Smartwatch ausgestattet. Eine Reihe von Gesundheitsdaten wird mit dem Smartphone in das System übertragen. Sie sollen künftig Angehörigen, Pflegekräften oder dem behandelnden Arzt zur Verfügung gestellt werden. Diese können aktiv werden, sobald sich eine kritische Situation ankündigt“, erklärt Elisa Calarota, Projektleitung beim Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg.

Testpersonen helfen mit
„Ich habe vorher noch nie ein Smartphone benutzt“, schmunzelt Iris Schüßler (siehe Foto rechts), die am Projekt als Testperson teilnimmt. Ein Schlaganfall und ein dauerhaft geschwächtes Herz schränken das Leben der 65-Jährigen stark ein. Durch die Begleitung der Projektmitarbeiterinnen hat sie gelernt, die Geräte zu bedienen. Jetzt trägt sie ihre Smartwatch den ganzen Tag und kann ihre Herzfrequenz ganz leicht selbst im Auge behalten. Die Seniorin findet es wichtig, für die kommenden Generationen Erkenntnisse zu sammeln. 

Mehr Sicherheit durch laufende Kontrolle
Die Testpersonen können auch gesundheitlich von der Teilnahme am Projekt „PROCare4Life“ profitieren. „Sie  lernen etwas über ihre Gesundheitsdaten, ihre Gewohnheiten und ihre Bedürfnisse. Damit wird es leichter, die eigene Gesundheit zu stärken“, weiß Elisa Calarota. Durch die laufende Kontrolle verschiedener Werte entsteht ein Gefühl von Sicherheit. Sind diese auffällig, gibt es umgehend Tipps und Hilfestellungen über das Smartphone, zum Beispiel als Aufforderung, etwas zu trinken oder bestimmte Bewegungen zu machen.

Smartwatch mit Schrittzähler
„Mich interessiert besonders der Schrittzähler“, sagt Iris Schüßler. „Ich konnte nach meinem Schlaganfall überhaupt nicht mehr laufen und kann auch jetzt nur kurze Strecken zurücklegen.“ Der Schrittzähler ist eine gute Motivation, sich jeden Tag ein wenig zu steigern. „Das zeige ich dann auch meiner Physiotherapeutin“, ergänzt sie.

September 2022. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Wohlfahrtswerk

Donnerstag, 5. März 2020

Pflege Plus Messe im Mai 2020 in Stuttgart: großes Begleitprogramm für Pflegeprofis und Entscheider

Noch gibt es keine Corona Absage der Pflege Plus Messe 2020 – hoffentlich bleibt es dabei. Denn die Themen der Fachveranstaltung sind es wert, präsentiert und diskutiert zu werden. Experten zufolge könnte bis 2030 die Marke von fünf Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland überschritten werden.

Entscheidern, Führungskräften und Pflegeprofis bieten vom 26. bis 28. Mai 2020 die mehr als 40 Vorträge und Workshops des begleitenden Fachkongresses umfassend Gelegenheit zu Information, Austausch und zertifizierter Fortbildung. Das Themenspektrum reicht von der Beziehungsgestaltung über Personal- oder Gesundheitsmanagement bis hin zu Qualitätsprüfung und Digitalisierung. Ganz neu im Programm ist der Kongress-Strang „Fokus Management by Health&Care Management“ am ersten Messetag in Stuttgart.



Fokus Fachpersonal: „angespannte Situation mildern“
An das Fachpersonal in der Pflege richten sich die Veranstaltungen des Kongressbereichs „Fokus Fachpersonal – Pflege & Therapie in der Praxis“. Unter den zahlreichen Themen nimmt hier der Umgang mit der Demenz einen prominenten Platz ein, erkranken doch allein in Deutschland mehrere Hunderttausend Menschen pro Jahr an dem Psychosyndrom – Tendenz steigend.


Lebensqualität und subjektives Wohlbefinden seien jedoch auch für Menschen mit Demenz möglich, betont Ute Schienmann, Gesamtleiterin des Bildungszentrums beim Kongresspartner Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg. Voraussetzung hierfür seien „gut geschulte Mitarbeitende“, die beispielsweise „etwas von Erinnerungsarbeit verstehen und diese wertschätzend anwenden“. 

Durch gezielte Arbeit mit dem häufig intakten Langzeitgedächtnis könnten „unnötige Überforderungen“ der Patienten vermieden und stattdessen „positive Emotionen“ geweckt werden (siehe z.B. Vortrag „Erinnerungsimpulse“, 26. 5., 14:00 Uhr). Neben Expertenstandards oder neuen technischen Möglichkeiten in der Pflege sei „auch die meist angespannte Situation des Pflegepersonals vor Ort“ ein wichtiges Thema des Kongresses, das in mehreren Vorträgen behandelt werde, so Schienmann. Führungskräfte könnten hier „mildernd wirken und Ängste nehmen“. 

Neu im Programm: Fokus Management by Health&Care Management
Ein spannendes Highlight für Entscheider und Führungskräfte verspricht außerdem der erstmals stattfindende Kongress „Fokus Management by Health&Care Management“, den das gleichnamige Fachmagazin als Medienpartner der Pflege Plus mitgestaltet.


Die exklusive Veranstaltung widmet sich den Themenschwerpunkten „New Leadership – Neue Arbeitszeit- und Organisationsmodelle“, „New Communication – Krisenkommunikation und Social Media in der Gesundheitsbranche“ und „New Building – Neues Bauen und Gestalten in Pflege- und Altenheimen“.

www.pflegeplus-messe.de


März 2020. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Messe Stuttgart

Dienstag, 15. Oktober 2019

Neue Beratungsangebote in NRW: Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz für Menschen, die in der Pflege aktiv sind

Positiv: Immer mehr Kommunen und Länder reagieren auf die Überalterung unserer Gesellschaft und der damit verbundenen Herausforderung. In Nordrhein-Westfalen werden jetzt 12 sogenannte "Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz" eingerichtet.

Mitte September 2019 gab Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) gemeinsam mit den Pflegekassen den Startschuss für das neue Projekt. Die 12 Regionalbüros und eine Fach- und Koordinierungsstelle haben das Ziel, haupt- und ehrenamtliche Akteure rund um die Themen Alter, Pflege und Demenz zu unterstützen und zu vernetzen. 

Wohnortnahe Ansprechpartner finden Betroffene und pflegende Angehörige in NRW unter www.alter-pflege-demenz-nrw.de

Oktober 2019. Redaktion pflegeinfos.net

Dienstag, 14. Mai 2019

Beratung Pflege, Beratungsangebote für Pflege im Alter: Datenbank von ZQP jetzt neu mit über 4500 nichtkommerziellen Kontakten

Für die Pflege gibt es eine Vielzahl an Hilfemöglichkeiten und Leistungen aus der Pflegeversicherung. Diese zu kennen und das richtige Angebot auszuwählen, ist nicht leicht. Dabei kann professionelle Beratung zur Pflege unterstützen. Doch viele Menschen wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Zudem gibt Beratungsstellen, die nur auf einzelne Themen spezialisiert sind.

Daher bietet das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) eine frei zugängliche und werbefreie Datenbank mit über 4.500 nicht kommerziellen Beratungsangeboten rund um die Pflege: 

Die Datenbank wird kontinuierlich aktualisiert. Mit dem kostenlosen Angebot können Ratsuchende deutschlandweit nun noch schneller und einfacher nach Beratungsmöglichkeiten in ihrer Nähe suchen – zum Beispiel von Pflegestützpunkten, Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, Verbraucherverbänden, kommunalen Einrichtungen oder compass private pflegeberatung. Die Datenbank richtet sich vor allem an pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen.
 
Selbsthilfegruppen, Demenz Hilfe
Mit der neuen ZQP-Datenbank kann man nicht nur gezielt nach einem Beratungsangebot in der Nähe suchen. Die Ergebnisse lassen sich zudem ganz einfach filtern – je nachdem, ob die Beratung speziell zur Pflege, zum Wohnen, zum Betreuungsrecht, zur Selbsthilfe oder zu Demenz erfolgen soll. Auch Beschwerdestellen sind aufgelistet. 
Über eine Karte können die Ratsuchenden auf einen Blick erkennen, wo sich die Beratungsstelle befindet. Neben den Kontaktdaten werden zusätzliche Informationen zur Verfügung gestellt, zum Beispiel, ob die Beratung in der Beratungsstelle telefonisch oder auch als Hausbesuch erfolgen kann. Außerdem ist jeweils kurz zusammengefasst, zu welchen Themen beraten wird. 

Ständige Aktualisierung der Pflege-Datenbank
Alle in der Datenbank enthaltenen Informationen wurden vom ZQP selbst recherchiert. Um die Qualität der Daten zu sichern, wurden vor deren Veröffentlichung alle Beratungseinrichtungen kontaktiert. Diese Abfrage wird jährlich wiederholt. Mit keinem von den in der Datenbank aufgeführten Beratungsangeboten ist das ZQP organisatorisch verbunden. Die Stiftung hat keinen Einfluss auf die Qualität der jeweiligen Beratungen noch Informationen darüber. 
Mai 2019. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR

Mittwoch, 30. Januar 2019

BKK Mobil Oil startet Pflegekurse für Angehörige. Breites Themenspektrum und Erfahrungsaustausch rund um häusliche Pflege von Familienmitgliedern

Mit zwei kostenlosen Kursen bereitet die BKK Mobil Oil Versicherte auf eine mögliche Pflegesituation vor und gibt Hilfestellungen für den Alltag sowie Tipps zum Stressabbau.
 

Wie kann man sich auf diese Situation vorbereiten? Welche Unterstützung bietet die Pflegekasse? Und was können Pflegende tun, um ihren Akku wieder aufzuladen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Interessierte und Betroffene in den Pflegekursen "Wenn Eltern alt werden" und "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege", die die BKK Mobil Oil ihren Versicherten gemeinsam mit der Team Gesundheit GmbH anbietet. Premiere war vor Kurzem in Hamburg, weitere Städte sollen folgen.
 


Kurs 1: "Wenn Eltern alt werden
Die meisten der Teilnehmer des Kurses "Wenn Eltern alt werden" in Hamburg wissen wenig über das Thema Pflege und wünschen sich mehr Sicherheit beim Gedanken an die Zukunft. Ihre Fragen zu Beginn der Veranstaltung lauten zum Beispiel: "Mein Vater wird immer gebrechlicher - steht meiner Mutter Unterstützung bei der Pflege zu?" oder "Ich möchte auf eine mögliche Pflegesituation meiner Eltern vorbereitet sein, doch sie blocken jedes Gespräch darüber ab - was kann ich tun?"

Zentraler Bestandteil des Kurses sind rechtliche Grundlagen und Handlungsmöglichkeiten zur Pflege in der häuslichen Umgebung. Fragen zur finanziellen Unterstützung stehen ganz oben auf der Agenda: Welche Pflegegrade gibt es, mit welchen Leistungen sind sie verbunden und wie erfolgt die Einordnung? 


Kursleiterin Christina Maiwald geht mit den Teilnehmern den üblichen Ablauf eines Besuchs des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) durch und nimmt ihnen so die Sorge vor dem Unbekannten. "Viele Senioren reißen sich beim Besuch des MDK besonders zusammen", weiß die Expertin. "Scham spielt dabei eine große Rolle, denn niemand spricht gern über seine Unzulänglichkeiten. Um den passenden Pflegegrad und damit auch die einem zustehende Unterstützung zu erhalten, ist es jedoch wichtig, die eigenen Fähigkeiten realistisch darzustellen." 

Ebenfalls besprochen werden mögliche Vorsorgemaßnahmen für den Fall, dass ein Elternteil keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann - gibt es bereits eine Patientenverfügung, eine Betreuungsverfügung oder eine Vorsorgevollmacht?

Kurs 2: "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege"

Mitten im Alltag eines pflegenden Angehörigen angekommen sind die Teilnehmer des Kurses "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege". Sie wissen, wie schwer die Aufgabe der häuslichen Pflege bei bestem Willen und aller Liebe sein kann. Geleitet wird der Kurs von Diplompsychologin Silke Kleinschmidt. Auch hier geht es zunächst um gesetzliche und betriebliche Unterstützungsmöglichkeiten. 

Thematischer Schwerpunkt ist jedoch der Erfahrungsaustausch: Welche Situationen empfinden die Teilnehmer als besonders fordernd, wie gehen sie mit ihnen um - und was könnten sie vielleicht anders machen? "Zahlreiche pflegende Angehörige haben damit zu kämpfen, hohe Erwartungen erfüllen zu müssen, dafür aber kaum Wertschätzung zu erhalten", weiß Silke Kleinschmidt. "Aber auch das Wissen, dass eine geliebte Person leidet und man ihr nicht aus dieser Situation heraushelfen kann, macht vielen sehr zu schaffen."

Damit die Teilnehmer zukünftig fordernde Situationen besser meistern können, geht die Psychologin mit ihnen durch, wie Stress überhaupt entsteht. "Es ist enorm wichtig, den Stressprozess zu verstehen, um die eigene Gesundheit zu schützen. Dazu gehört unter anderem zu erkennen, was im individuellen Fall der Auslöser für Stress ist und wie man direkt auf diesen Auslöser Einfluss nehmen kann.


Termine 2019 der Pflegekurse

Die nächsten Termine für die Kurse "Wenn Eltern alt werden" und "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege" finden am 08. und 11.03.2019 in den Räumlichkeiten der BKK Mobil Oil in München (Friedenheimer Brücke 29, 80639 München) statt. Die Kosten für Versicherte werden als Pflegekurs nach § 45 SGB XI von der BKK Pflegekasse getragen.

Online von Zuhause aus lernen

Darüber hinaus bietet die BKK Mobil Oil ihren Versicherten die Teilnahme an Online-Pflegekursen an, an denen pflegende Angehörige und Interessierte bei freier Zeiteinteilung bequem von zu Hause aus teilnehmen können. Neben den bestehenden Kursen "Grundlagen der häuslichen Pflege" und "Alzheimer & Demenz" ist ab Anfang 2019 der Kurs "Wohnen und Pflege im Alter" neu im Programm. Dieser Spezialkurs berücksichtigt den Wunsch vieler Pflegebedürftiger nach häuslicher Pflege, zeigt aber auch alternative Wohnformen auf.

Weitere Informationen zu allen Kursangeboten unter www.bkk-mobil-oil.de/pflegekurs

Februar 2019. Text: ots/ BKK Mobil Oil

Copyright Foto: PR/Getty Images 2019

Mittwoch, 28. November 2018

Eltern im Pflegeheim. Wann müssen die Kinder dafür bezahlen? Aktuelle Informationen zum Elternunterhalt in Deutschland

Folgender Beitrag erschien im Newsletter von BIVA, biva.de, im Oktober 2018.

Die BIVA vertritt die Interessen von Menschen mit Pflege- oder Betreuungsbedarf im Alter und bei Behinderung. Vor allem, wenn sie in einer betreuten Wohnform leben. Der Verein ist aber auch Ansprechpartner für pflegende Angehörige, Betreuer und ehrenamtlich Engagierte und BürgerInnen, denen die Sorgen und der Standpunkt von hilfsbedürftigen älteren und pflegebedürftigen Menschen am Herzen liegen. Mehr über die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA) lesen Sie hier: www.biva.de



BEITRAG Elternunterhalt:

Wann müssen Kinder fürs Pflegeheim zahlen?

Wenn im Alter das Leben im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung nicht mehr problemlos bewältigt werden kann, ist der Umzug in ein Pflegeheim für viele ältere Menschen eine sinnvolle Alternative. Dies ist jedoch mit erheblichen Kosten verbunden – selbst bei Heimen der unteren Preisklasse.

Denn die gesetzliche Pflegeversicherung bietet Pflegebedürftigen lediglich einen Teilkasko-Schutz. Heimbewohner zahlen Unterbringung und Verpflegung selbst und müssen sich zusätzlich an den Pflegekosten beteiligen (vgl. Kosten im Pflegeheim). Laut einer Studie der PKV zahlen Pflegebedürftige im Bundesdurchschnitt für die Unterbringung in einem Pflegeheim mehr als 1.750 Euro monatlich, oft liegen die Kosten erheblich höher (Bericht: www.pkv.de).

Was aber, wenn die Pflegebedürftigen die hohen Entgelte für ein Heim nicht selbst aufbringen können?

Grundsätzlich sichert der Staat die Unterbringung auch zahlungsunfähiger Pflegebedürftiger durch Sozialleistungen. Der Sozialhilfeträger kann aber die gezahlten Leistungen von den Kindern zurückfordern, sofern diese zahlungsfähig sind.

Wer muss Elternunterhalt zahlen?
Die gesetzliche Unterhaltspflicht trifft nur Personen, die unmittelbar voneinander abstammen, also in erster Linie die Kinder der pflegebedürftigen Person. In seltenen Ausnahmefällen können auch Enkel und Urenkel zu Unterhaltszahlungen herangezogen werden, z.B. wenn die Kinder des Pflegebedürftigen bereits verstorben sind.

Doch nicht immer müssen Kinder für ihre Eltern eintreten. Ob sie tatsächlich Elternunterhalt zahlen müssen, hängt von ihrem Einkommen und Vermögen ab. Der Sozialleistungsträger kann die Kinder von Pflegebedürftigen nur dann in Anspruch nehmen, wenn sie auch finanziell leistungsfähig sind. Trifft dies nicht zu, so werden die Kinder von der Zahlungspflicht entbunden. Denn sie sind nicht verpflichtet, sich zur Deckung der Pflegekosten finanziell zu ruinieren. Voraussetzung für eine Freistellung von der Unterhaltspflicht ist allerdings, dass Sohn oder Tochter den Nachweis ihrer Zahlungsunfähigkeit liefern können (vgl. Beschluss des OLG Hamm vom 21.11.2012).

Kann der Pflegebedürftige seine Kinder von Zahlungen freistellen?
Im Idealfall kann ein Pflegebedürftiger die Kosten für ein Heim selbst tragen und ist nicht gezwungen, seine Kinder langfristig mit Unterhaltszahlungen zu belasten. Nimmt der Pflegebedürftige jedoch zur Deckung der Pflegekosten Sozialleistungen in Anspruch, so sind ihm die Hände gebunden. Denn der Staat fordert die Leistungen von zahlungsfähigen Kindern auch ohne die Einwilligung der Eltern zurück.

Selbstbehalt und Schonvermögen

Auch zahlungsfähige Kinder haben aber ein Anrecht darauf, ihr eigenes finanzielles Auskommen und das ihrer Familie zu sichern. Daher berücksichtigt der Gesetzgeber bei der Berechnung des Unterhaltes Selbstbehalt und Schonvermögen.

Selbstbehalt:

Vom bereinigten Nettoeinkommen wird nach der Düsseldorfer Tabelle 2018 ein Selbstbehalt von mindestens 1.800 Euro abgezogen. Eine Person, die monatlich bis zu 1.800 Euro netto verdient, kann also nicht zu Unterhaltszahlungen herangezogen werden. Für Familien gilt ein erhöhter Selbstbehalt von 3.240 Euro.

Schonvermögen:

Grundsätzlich müssen unterhaltspflichtige Kinder auch auf das eigene Vermögen zurückgreifen, um den Unterhalt an die Eltern zu zahlen. Davon unberührt bleibt jedoch das sogenannte Schonvermögen. Das Schonvermögen ist nicht pauschal festgelegt, sondern wird jeweils in einem Unterhaltsverfahren vom Gericht bestimmt.

Ebenfalls unberührt bleiben Rücklagen für die Alterssicherung in Höhe von fünf Prozent des Bruttoeinkommens. Wurde eine Lebensversicherung abgeschlossen, können Kinder ebenfalls nicht verpflichtet werden, diese zum Zwecke der Unterhaltsleistung aufzulösen (Bericht: finanztip.de). 

Eigenheim der Kinder - kann der Staat hier zugreifen?
Auch das Eigenheim müssen Kinder nicht zur Leistung des Elternunterhalts einsetzen (siehe auch „Kinder haften für ihre Eltern?“). Eine selbst bewohnte Immobilie muss nicht verkauft werden, um die Heimkosten für die Eltern oder einen Elternteil zu decken. Die ersparten Mietkosten müssen allerdings als zusätzliches Einkommen berücksichtigt werden. Ist das Haus oder die Eigentumswohnung noch nicht abbezahlt, können Zins- und Tilgungsleistungen von den ersparten Mietkosten abgezogen werden.

Auch Rücklagen für Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten am Eigenheim müssen nicht in jedem Fall zur Finanzierung des Elternunterhalts herangezogen werden. Gleiches gilt für Rücklagen, die zum Kauf eines in absehbarer Zeit benötigten Autos gebildete wurden, wenn das neue Auto – beispielsweise für die Fahrt zur Arbeit – unabdingbar ist (Bericht: finanztipp.de).

Vorsicht bei Schenkungen
Ältere Menschen, die finanziell gut gestellt sind, möchten manchmal ihren Nachkommen etwas Gutes tun und vermachen ihnen schon zu Lebzeiten einen Teil ihres Vermögens als Schenkung. Die Anlässe dazu sind vielfältig – der Enkel nimmt ein Studium auf, die Kinder müssen dringende Reparaturen am Haus vornehmen oder benötigen Startkapital für ein eigenes Unternehmen. Vielleicht soll das geschenkte Geld den Nachkommen einfach eine weitere Sicherheit geben oder ihnen ermöglichen, einen lang gehegten Wunsch zu verwirklichen.

Doch hier ist Vorsicht geboten: Denn Schenkungen können im Regelfall bis zu zehn Jahre nach Schenkung zurückgefordert werden. Tritt ein Sozialhilfeträger in Vorleistung und erfährt von einer Schenkung des Pflegebedürftigen innerhalb der letzten zehn Jahre, so darf er (von bestimmten Ausnahmen abgesehen) verlangen, dass der Pflegebedürftige die Vermögenswerte zur Deckung der Pflegekosten zurückfordert.

Berücksichtigung des Familieneinkommens
Die Leistungsfähigkeit eines zum Elternunterhalt verpflichteten Kindes bemisst sich nicht allein nach dem eigenen Einkommen, sondern es wird auch das (eventuell höhere) Einkommen des Ehepartners berücksichtigt. Denn das zum Elternunterhalt verpflichtete Kind hat seinerseits einen Unterhaltsanspruch gegenüber dem Ehepartner und profitiert somit vom Einkommen des Ehepartners im Rahmen des Familienunterhalts.

Selbst wenn der Unterhaltspflichtige mehr verdient als sein Ehepartner, ist die Leistungsfähigkeit zur Zahlung von Elternunterhalt laut Entscheid des Bundesgerichtshofs dennoch unter Berücksichtigung des Ehepartner-Einkommens zu ermitteln: Von dem bereinigten Familieneinkommen wird der Familienselbstbehalt abgezogen und von dem verbleibenden Einkommen zusätzlich die Haushaltsersparnis (in der Regel zehn Prozent). Abgezogen werden auch die Ansprüche von unterhaltsberechtigten Kindern im Haushalt und Aufwendungen für die eigene Altersvorsorge.

Die Hälfte des sich ergebenden Betrags kommt zuzüglich des Familienselbstbehalts dem Familienunterhalt zugute. Zu dem so bemessenen individuellen Familienbedarf hat der Unterhaltspflichtige entsprechend dem Verhältnis der Einkünfte der Ehegatten beizutragen. Für den Elternunterhalt kann der Unterhaltspflichtige die Differenz zwischen seinem Einkommen und seinem Anteil am individuellen Familienbedarf einsetzen.

Elternunterhalt auch für ein teures Heim?
Müssen unterhaltspflichtige Kinder für jedes vom Bewohner gewählte Pflegeheim aufkommen oder ist das jeweils günstigste als Maßstab zugrunde zu legen?
Der Bundesgerichtshof kam in einem Urteil vom 07.10.2015 zu dem Beschluss, dass unter bestimmten Umständen Kinder auch für Heime höherer Preiskategorien aufkommen müssen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es für Mutter oder Vater nicht zumutbar ist, ein Heim der unteren Preiskategorie zu wählen. Beispielsweise, wenn Eltern oder Elternteil zunächst aus eigenem Vermögen oder Einkommen eine hochpreisige Einrichtung finanzieren konnte und erst im Verlauf der Zeit oder durch eine höhere Pflegestufe bedürftig wurde. Auch wenn ein Kind im Vorfeld an der Auswahl des teuren Heimes beteiligt war, kann es nicht nachträglich die Unterhaltszahlungen verweigern.

Sonderfall: Erhebliche Verfehlung der Eltern
Nicht immer sind Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern problemfrei. Kleine Streitigkeiten gehören durchaus zu einem normalen Familienleben. Es gibt jedoch Umstände, die es für ein Kind unzumutbar machen, für die Eltern oder einen Elternteil zu sorgen. Wenn sich die Eltern erheblicher Verfehlungen gegen das Kind schuldig gemacht haben, vermindert sich ihr Unterhaltsanspruch oder fällt sogar ganz weg. Zu erheblichen Verfehlungen zählen beispielsweise Misshandlung, Missbrauch oder grobe Vernachlässigung.

Ein Kontaktabbruch hingegen gilt nicht in jedem Fall als erhebliche Verfehlung. Der BGH hat mit Beschluss vom 12.02.2014 entschieden, dass der Anspruch eines Unterhaltsberechtigten auf Elternunterhalt auch bei jahrelangem Kontaktabbruch zu Sohn oder Tochter bestehen bleibt, sofern der Unterhaltsberechtigte in der prägenden Phase der ersten 18 Lebensjahre seinen Elternpflichten im Wesentlichen nachgekommen ist und keine weiteren Umstände vorliegen, die das Verhalten des Unterhaltsberechtigten als schwere Verfehlung erscheinen lassen. Der Unterhaltsanspruch bleibt selbst dann bestehen, wenn Eltern oder Elternteil Sohn oder Tochter in einem notariellen Testament nur mit dem Pflichtteil bedenken, da sie lediglich von ihrem Recht auf Testierfreiheit Gebrauch machen.

November 2018. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von BIVA, Copyright: BIVA

Freitag, 2. November 2018

Demenz Support Stuttgart und CD "Lieder sind Freunde" - Projekt für Menschen mit Demenz. Hörprobe im Internet möglich

Die gemeinnützige Einrichtung „Demenz Support Stuttgart“ hat mit dem Komponisten Christian Bruhn die Schlager-CD „Lieder sind Freunde“ veröffentlicht. Alle Liedtexte basieren auf den Erzählungen älterer Menschen mit Demenz und anderen Beeinträchtigungen. 

Mit der CD soll für Demenzbetroffe und ihre Angehörigen ein Stück kulturelle Teilhabe umgesetzt werden. Die CD „Lieder sind Freunde“ umfasst 14 Lieder und ein Booklet mit allen Texten.

Demenz Support Stuttgart ist eine Einrichtung der Erich und Liselotte Gradmann-Stiftung. Sie sichert die Arbeit ihrer im Jahr 2002 gemeinsam mit der Sozialplanung in Baden-Württemberg e.V. gegründeten Tochterorganisation Demenz Support Stuttgart gGmbH durch eine Grundfinanzierung. Umfangreichere Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden dann extra über eingeworbene Drittmittel finanziert. 
 



Eine Hörprobe und Bestellmöglichkeiten unter www.demenz-support.de

November 2018. Redaktion pflegeinfos.net



Freitag, 17. August 2018

Demenz und Hörprobleme: Hören kann gegen das Vergessen helfen. Hörakustiker sind Ansprechpartner für Angehörige

Im März 2018 fand mit über 60 Gästen der Themenabend "Demenz und Hören" in der Handwerkskammer Rheinhessen in Mainz statt. Veranstalter waren die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha), die IKK Südwest und der medhochzwei Verlag. Mit Experten und pflegenden Angehörigen von an Demenz Erkrankten beleuchteten sie den Zusammenhang von Hörverlust und Demenz aus unterschiedlichen Perspektiven.

Anlass zu dieser Sorge gibt es, denn weltweit haben Studien einen Zusammenhang zwischen Hörverlust und Demenz hergestellt. Marianne Frickel, Präsidentin der biha und selbst spezialisierte Hörakustiker-Meisterin, warnt: "Ein unversorgter Hörverlust kann die Entwicklung einer Demenz beeinflussen. Je länger wir nicht mehr gut hören, umso mehr gewöhnt sich unser Gehirn an diese Situation, wir nennen das Hörentwöhnung. Umso schwieriger wird es später, diesen Betroffenen das 'wieder gute Hören' beizubringen", erklärte sie.

Das Hörakustiker-Handwerk mit bundesweit über 6.300 Betrieben leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung und steht zugleich in einer gesellschaftlichen Verantwortung. 

Expertin für gutes Hören: Marianne Frickel, biha-Präsidentin

Jakob Stephan Baschab, Hauptgeschäftsführer der biha, beleuchtete in seinem Vortrag die verschiedenen Studien zu dem Thema Hörverlust und Demenz. Deutlich stellte er heraus, was bei einem unversorgten Hörverlust passiert. Entscheidende Areale des Gehirns werden nicht mehr beansprucht, bilden sich zurück. Eine Hypothese ist, dass auch dadurch Demenz entstehen kann. 

Hören kann gegen das Vergessen helfen. Die Tätigkeit der Hörakustiker zur Prävention von Demenz ist enorm wichtig. Hörsysteme helfen schwerhörigen Menschen, weiter am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Umgekehrt ziehen sich vor allem ältere Menschen, die schlecht hören, oft zurück. Denn nicht gut zu hören ermüdet und überanstrengt. Die Folge ist soziale Isolation, ein bekannter Risikofaktor für Demenz. Hinzu kommt, dass viele den beginnenden Hörverlust ignorieren.

Ohne Kommunikation keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
Roland Engehausen, Vorstand der IKK Südwest, sprach in einer Gesprächs- und Fragerunde mit Angehörigen über ihre Erfahrungen. Gemeinsam gaben sie einen Einblick in ihren Lebensalltag als pflegende Angehörige. Eindrucksvoll schilderten sie, wie an Demenz Erkrankte allein durch das Hören wieder mehr am Alltag teilhaben konnten und wie schnell im Gegensatz dazu der Zugang zu ihnen verloren geht, wenn das Hören nicht mehr einwandfrei funktioniert. "Hören und Erinnern sind eng miteinander verknüpft", sagt Roland Engehausen, "speziell bei Menschen mit Demenz. Für die pflegende Familie bedeutet dies viel Feingefühl im täglichen Umgang mit dem betroffenen Angehörigen."

Radio-CD für Demente und ihre Angehörigen
Radiomacherin und Moderatorin Christine Schön stellte eine speziell auf Demenzerkrankte und ihre Angehörigen ausgerichtete CD-Edition vor: "Ich will Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen schöne gemeinsame (Radio)Momente schenken. Denn gemeinsames Hören ist eine ganz selbstverständliche Erfahrung von heute alten Menschen. Im Familien- und Freundeskreis saß man zusammen vor dem Radiogerät und hörte die großen Unterhaltungssendungen, Konzerte und Sportübertragungen." Hören hilft erinnern.

August 2018. Text: ots
Copyright Foto: PR / obs

Dienstag, 14. August 2018

Bluttest auf Altersdemenz? Soll diese präventive Maßnahme in Deutschland eingeführt werden? Ergebnisse einer Studie

Werde ich bis ins hohe Alter gesund bleiben? Und was, wenn nicht? Was bedeutet Krankheit im Alter für den Einzelnen und dessen Lebensplanung? Prognosen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. zufolge werden 2050 rund 3 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt sein. Ist kein Durchbruch bei Therapie und Prävention in der Forschung zu verzeichnen, wird diese Zahl Realität. 

Ein Konsortium aus Industrie und Wissenschaft forscht derzeit an einem Bluttest, der Auskunft geben soll über eine mögliche Erkrankung an Altersdemenz. Die Vor- und Nachteile eines solchen Tests wägten über 1.000 Befragte aus deutschen Haushalten ab. Ergebnisse der repräsentativen Umfrage finden sich im aktuellen AbbVie Healthcare Monitor. 

Wer das Demenzrisiko, wird anders damit umgehen


Befragte sehen positiven Nutzen vor allem bei Lebensplanung 
Ein Großteil der Befragten sieht einen Planungsvorteil bei einem Bluttest auf Altersdemenz. Jedoch waren die Befragten bei der Frage gespalten, ob sie überhaupt einen solchen Test machen würden. Die Hälfte der Teilnehmer beantwortete dies jedoch positiv und würde sich mit dem Ergebnis auseinandersetzen wollen.

Befragte unter 40 Jahren sahen durch den Test den Vorteil einer besseren Lebensplanung, besonders in den Bereichen Pflegevorsorge, Wohnsituation und Berufsplanung. Dies könnte damit zusammenhängen, dass sich diese Altersgruppe vermehrt in der Familien- und Lebensplanung befindet. Dass sich grundsätzlich Planungsvorteile ergeben, meinen jedoch auch die Befragten, die den Bluttest nicht machen würden.

Angst vor Ausgrenzung bei Älteren stärker ausgeprägt

Lediglich 16 Prozent fürchten, im Falle eines positiven Testergebnisses vom familiären Umfeld ausgegrenzt zu werden. Bei Befragten über 50 Jahren liegt dieser Wert mit sechs Prozent etwas höher als der Durchschnitt. Im beruflichen Bereich werden mögliche Planungsvorteile und Ausgrenzungsbefürchtungen von allen Befragten gleich gewichtet. Dies könnte darin begründet sein, dass Altersdemenz in vielen Fällen erst nach Eintritt ins Rentenalter auftritt.

Hintergrund zur Erhebung

In repräsentativen Zufallsstichproben wurde im Zeitraum von 15. bis 20. März 2018 telefonisch 1.022 Interviews durchgeführt (CATI Dual Frame Omnibus). Eine Auswahl der Befragungsergebnisse wurden im aktuellen AbbVie Healthcare Monitor und in einer Ausgabe des Newsletters "Gerechte Gesundheit" der Presseagentur Gesundheit veröffentlicht. Der AbbVie Healthcare Monitor ist eine repräsentative Erhebung zu den Zukunftsfragen des deutschen Gesundheitssystems. Gemeinsam mit KANTAR EMNID erhebt AbbVie monatlich ein Stimmungsbild der deutschen Bevölkerung zu wechselnden Themenkomplexen und Meinungstrends. 

www.abbvie.de
 

August 2018. Redaktion pflegeinfos.net OTS
Copyright Fotos: PR/ obs/AbbVie Deutschland GmbH & Co KG

Montag, 25. September 2017

Produkttipp bei Demenz und Alzheimer: Notrufarmband für Senioren mit Geo-Fencing-Funktion zur genauen Ortung und Sicherheitsverschluss

Anbieter Zembro bringt mit "Zembro Plus" eine neue Notruflösung für Senioren, die von Demenz oder Alzheimer betroffen sind, auf den deutschen Markt. Das innovative Gerät wurde entwickelt, um sowohl Privatpersonen wie auch professionellen Pflegeeinrichtungen die Betreuung von Senioren mit Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen zu erleichtern. Die neue Notruflösung umfasst eine Geo-Fencing-Funktion und einen Sicherheitsverschluss, der nur von Pflegepersonal oder Familienmitgliedern des Seniors geöffnet werden kann.


Per Smartphone lässt sich Kontakt zum Senior herstellen



Das Zembro-Notrufarmband wurde entwickelt, um Senioren einen aktiven und selbstbestimmten Lebensstil zu ermöglichen. Mit dem Notrufarmband können Senioren im Ernstfall überall zu jeder Zeit Hilfe rufen. Zuvor festgelegte Notfallkontakte werden dann über die Zembro-App auf einem Smartphone alarmiert. So können Kinder, Nachbarn oder andere Familienangehörige den Standort des Trägers in der App einsehen und direkt auf dem Armband anrufen.

Ideal für Demenzpatienten
Mit Zembro Plus widmet sich der Hersteller nun auch der herausfordernden Betreuung von Senioren, die an Demenz oder Alzheimer leiden. Zugleich steigt auch die Belastung für Angehörige. „Das Zembro Plus Notrufarmband besitzt einen einzigartigen Sicherheitsverschluss, der nur mit Hilfe einer zweiten Person, z. B. eines Familienmitglieds oder Pflegers, geöffnet werden kann. So verhindern wir, dass Demenzpatienten das Armband selbstständig ablegen“, erklärt Johan De Geyter, CEO von Zembro. „Um die Armbandträger auch innerhalb von Gebäuden zuverlässig orten zu können, nutzt Zembro Plus spezielle Zembro-Beacons. Diese Sender können in den Bereichen angebracht werden, in denen sich der Träger bevorzugt aufhält.“

Geo-Fencing und professioneller Notrufservice

Das Notrufarmband ist zudem mit einer Geo-Fencing-Funktion ausgestattet. Durch GPS-Ortung kann eine virtuelle Grenze um ein festgelegtes Gebiet gezogen werden. Sobald der Träger des Notrufarmbands diesen sicheren Bereich verlässt, wird ein Alarm ausgelöst und die Notfallkontakte werden automatisch kontaktiert. Adressen können z.B. Familienmitglieder des Trägers oder Pflegepersonal sowie ein professioneller Notrufservice sein. Diese können den Träger über das Notrufarmband orten und sogar direkt mit ihm kommunizieren – das System funktioniert dann wie ein Telefon. Zembro Plus umfasst auch einen professionellen Notrufservice, der rund um die Uhr erreichbar ist.



Notfallarmband von Zembro: funktional und schön


Mehr Informationen unter: www.zembro.com




September 2017. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR





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Zuverlässige 24 Stunden Betreuung in der Region Stuttgart und Tübingen/Reutlingen! riva-care hilft Seniorenhaushalten mit erfahrenen Betreuungskräften aus Ungarn und Kroatien. Entlastung für Angehörige, Sicherheit für Menschen mit Einschränkung oder Demenz. www.riva-care.de

Montag, 7. August 2017

Initiative Demenz Partner zu Gast im Bundesfamilienministerium. Schon über 15.000 Partner deutschlandweit aktiv

Dr. Ralf Kleindiek mit Saskia Weiß und Anna Gausmann (rechts) von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

Berührungsängste abbauen, Empathie fördern und so die Lebensbedingungen von Demenzerkrankten und ihren Familien verbessern: Die Initiative "Demenz Partner" klärt Interessierte über die Krankheit auf und gibt Tipps für Begegnungen im Alltag. In Berlin begrüßte Dr. Ralf Kleindiek Beschäftigte des Bundesfamilienministeriums zu einem Basiskurs der Initiative.

"Demenz braucht Dich", lautet der Slogan der Initiative, die von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft durchgeführt wird. "Demenz Partner" sind Personen, die sich mit dem Krankheitsbild Demenz auskennen und wissen, wie sie Menschen mit Demenz im Alltag begegnen und sie ins soziale Leben einbeziehen können. Dank ihres Wissens über die Krankheit sollen mehr Menschen dazu beitragen, die Lebensbedingungen für Demenzerkrankte zu verbessern.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesfamilienministeriums hatten die Möglichkeit, "Demenz Partner" zu werden. Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, begrüßte sie im Juli 2017 zur Teilnahme am Basiskurs: "Mit der Initiative 'Demenz Partner' setzen wir uns für eine neue Kultur des Zusammenlebens ein, ein soziales Miteinander von Menschen mit und ohne Demenzerkrankung. Das ist keine leichte Aufgabe, denn das Wissen um die Krankheit ist noch nicht allzu verbreitet und zudem bestehen teilweise Berührungsängste, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern Kenntnisse zu diesem Krankheitsbild zu vermitteln."
 

Mit der Initiative der Deutschen Alzheimer Gesellschaft werden in bundesweit stattfindenden Kursen neben Wissen zum Krankheitsbild wichtige Tipps zum Umgang mit Menschen mit Demenz vermittelt. Wer an den 90-minütigen kostenlosen Kursen teilnimmt, erhält als Teilnahmebestätigung eine Urkunde und einen Anstecker, der ihn als "Demenz Partner" ausweist.
 

Schon 15.000 Menschen sind in Deutschland "Demenz Partner" geworden. Wer ebenfalls dazu gehören möchte, kann auf der Website der Initiative nach Kursanbietern in seiner Nähe suchen: demenz-partner.de.


August 2017. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/© Deutsche Alzheimergesellschaft

Donnerstag, 27. Juli 2017

Vorteile für Demenzpatienten mit neuer Pflegegrad-Einstufung: Sie erhalten mehr Unterstützung und finanzielle Hilfe, auch ohne körperliche Beschwerden

Fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen, ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und neue Bewertungskriterien: die Pflegereform hat mit dem Jahr 2017 viele Veränderungen gebracht. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der besseren Einstufung von Menschen mit Demenz.

Was hat sich für Senioren mit Demenz geändert?
Seit dem 1. Januar 2017 gilt ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff. Damit verbunden ist auch das erneuerte Begutachtungsinstrument zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Maßstab ist nicht mehr wie bei der bisher geltenden Methode die Zeit, die zur Pflege eines Patienten benötigt wird. Ausschlaggebend bei der Beurteilung ist nunmehr eine pflegefachlich begründete Einstufung, die den Grad der Beeinträchtigung der Selbständigkeit erfasst.


Anhand der Ergebnisse ergibt sich dann einer der fünf Pflegegrade, die die bisherigen drei Pflegestufen ersetzen. Ein medizinischer Gutachter legt den Pflegegrad letztlich fest. Dabei werden sechs Module anhand festgelegter Berechnungsregeln zusammengeführt. Je höher die Punktzahl, desto größer ist der Unterstützungsbedarf und entsprechend höher der Pflegegrad. 

Familienministerin Katharina Barley: Ihr Ministerium unterstützt die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz
 

Das neue Instrument erfasst dabei nicht nur die klassischen Bereiche Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung. Neu ist, dass die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten, die Verhaltensweisen sowie die Gestaltung des Alltags, der Umgang mit Erkrankungen und Belastungen oder auch soziale Kontakte umfassend betrachtet werden. Entscheidend ist immer der Grad der Selbständigkeit einer Person. Vom neuen Gesetz profitieren nun auch Personen, die vorher keinen Pflegeanspruch hatten – wie demenziell erkrankte Menschen ohne körperliche Einschränkungen.

Warum war eine Veränderung notwendig?

Bereits vor Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 waren ca. 1,7 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Mittlerweile sind es knapp 2,9 Millionen. Die Einstufung, ab wann ein Mensch hilfebedürftig ist, waren längst überholt. Denn bis zur Einführung des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) galten laut Pflegeversicherungsgesetz diejenigen Menschen als pflegebedürftig, die bei den regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen in erheblichem Umfang der Hilfe bedürfen. 


Hierdurch wurden in erster Line Menschen erfasst, die an körperlichen Einschränkungen litten. Viele demenziell erkrankte Menschen sind dahingehend nicht beeinträchtigt. Trotzdem können sie ihren Alltag nicht alleine bewältigen. Geistige oder psychische Probleme wurden bei der Bewertung jedoch bisher nicht berücksichtigt. Demenzerkrankte hatten daher in der Vergangenheit oft nicht einmal das Recht auf die niedrigste Pflegestufe.  

Auf der neuen Grundlage erhalten seit 2017 alle Pflegebedürftigen einen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung, und zwar unabhängig davon, ob sie von körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen betroffen sind.

Wo können sich Betroffene und Angehörige informieren?
 

Bei den Servicebüros Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz. Mehr Infos zu den Projekten der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz unter: www.lokale-allianzen.de

Bis Ende 2016 entstanden 500 Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz in ganz Deutschland. Über 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Die Unterstützung der an Demenz erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen gehört daher in den kommenden Jahren zu den dringlichsten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Deshalb hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in ganz Deutschland Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen in ihrer Umgebung bestmögliche Unterstützung zu bieten.


Juli 2017. Redaktion pflegeinfos.net
Foto: PR/Bundesregierung - Steffen Kugler





Mittwoch, 30. November 2016

Stuttgarter Kammerorchester "arcata stuttgart" spielt vor Menschen mit Demenz – bundesweites Projekt "Auf Flügeln der Musik"

Dirigent Patrick Strub und das Orchester "arcata stuttgart"

Der folgende Beitrag erschien in der Hauszeitschrift WeitWinkel des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg, Ausgabe 2.2016:

Es ist eine doppelte Premiere an diesem Pfingstsamstag im Ludwigstift Stuttgart: Über 50 Bewohnerinnen und Bewohner kommen zu einem Konzert des Kammerorchesters „arcata stuttgart“ in den Gemeinschaftssaal und zum ersten Mal beteiligt sich die Einrichtung am Projekt „Auf Flügeln der Musik“. Dahinter verbirgt sich ein Programm zur Kulturteilhabe von Menschen mit Demenz durch Besuche von Konzerten oder Orchesterproben.

2012 wurde es vom Institut für Bildung und Kultur e.V. in Remscheid ins Leben gerufen – vor dem Hintergrund, „dass Demenz immer noch angst- und tabubesetzt ist und oftmals zu sozialer Isolation führt“. Konzerte für Menschen mit Demenz zu veranstalten sei ein kleiner Schritt in Richtung einer demenzfreundlichen Gesellschaft. Die Veranstaltung im Ludwigstift ist der Geschäftsführerin von „arcata stuttgart“, Mechthild Fischer, zu verdanken, die an das Heim herangetreten ist. Das Orchester nimmt an dem Projekt teil und erhält hierfür vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart eine Förderung – pro Jahr können so drei lokale Auftritte stattfinden.

Melodien zum Mitsingen

Für den Nachmittag im Ludwigstift hat Dirigent Patrick Strub drei Stücke von W. A. Mozart, Ottorino Respighi und Samuel Barber ausgewählt. Vor und nach diesem Klassik-Block stimmt das Kammerorchester die bekannten Volkslieder „Komm lieber Mai und mache“ und „Alle Vöglein sind schon da“ an. Liedtexte liegen auf den Stühlen, so dass die älteren Menschen mitsingen können. Dirigent wie auch Einrichtungsleiter Günter Kassühlke bestätigen, dass die Akustik im Raum exzellent ist und der Klangkörper seine volle Wirkung entfaltet. 

Es ist zudem die sehr klare Kommunikation von Patrick Strub mit dem Publikum, die zum Erfolg der Veranstaltung beiträgt. Bevor er Respighis „Antiche Danze III“ anstimmt, eine fröhlich-leichte Komposition, erzählt er von der Reise nach Italien, von Meer und Sonne, von Jugend und Unbekümmertheit. Einige Köpfe im Saal nicken und erinnern sich vielleicht an eigene Aufenthalte in Bella Italia.

Zuhörer aus der Domus-Wohngruppe

Damit wäre schon ein Ziel von „Auf Flügeln der Musik“ erreicht, wie die Gründer ausführen: „Es geht nicht um das Vermitteln von kognitiven Inhalten. Vielmehr werden ein Rahmen und eine Atmosphäre geschaffen, die stimulierend wirken und einen Austausch über das Musikerlebnis oder andere damit assoziierte Gedanken oder Erinnerungen erleichtern“. Unter den Gästen des Konzerts befanden sich neben Senioren aus dem Betreuten Wohnen und den Pflegegruppen auch Bewohner aus der Domus-Wohngruppe des Ludwigstifts. Bis zu 20 schwer dementiell erkrankte Menschen finden hier eine Heimat und professionelle Betreuung.

Tipp für Interessierte: arcata stuttgart wird auch 2017 wieder Konzerte für Senioren und pflegende Angehörige in der Region Stuttgart geben. Termine unter www.arcata-stuttgart.de

November 2016. Frank Bantle

Copyright Fotos: Bantle




Musiker vor dem Konzert in Räumen der Tagespflege