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Mittwoch, 30. Januar 2019

BKK Mobil Oil startet Pflegekurse für Angehörige. Breites Themenspektrum und Erfahrungsaustausch rund um häusliche Pflege von Familienmitgliedern

Mit zwei kostenlosen Kursen bereitet die BKK Mobil Oil Versicherte auf eine mögliche Pflegesituation vor und gibt Hilfestellungen für den Alltag sowie Tipps zum Stressabbau.
 

Wie kann man sich auf diese Situation vorbereiten? Welche Unterstützung bietet die Pflegekasse? Und was können Pflegende tun, um ihren Akku wieder aufzuladen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Interessierte und Betroffene in den Pflegekursen "Wenn Eltern alt werden" und "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege", die die BKK Mobil Oil ihren Versicherten gemeinsam mit der Team Gesundheit GmbH anbietet. Premiere war vor Kurzem in Hamburg, weitere Städte sollen folgen.
 


Kurs 1: "Wenn Eltern alt werden
Die meisten der Teilnehmer des Kurses "Wenn Eltern alt werden" in Hamburg wissen wenig über das Thema Pflege und wünschen sich mehr Sicherheit beim Gedanken an die Zukunft. Ihre Fragen zu Beginn der Veranstaltung lauten zum Beispiel: "Mein Vater wird immer gebrechlicher - steht meiner Mutter Unterstützung bei der Pflege zu?" oder "Ich möchte auf eine mögliche Pflegesituation meiner Eltern vorbereitet sein, doch sie blocken jedes Gespräch darüber ab - was kann ich tun?"

Zentraler Bestandteil des Kurses sind rechtliche Grundlagen und Handlungsmöglichkeiten zur Pflege in der häuslichen Umgebung. Fragen zur finanziellen Unterstützung stehen ganz oben auf der Agenda: Welche Pflegegrade gibt es, mit welchen Leistungen sind sie verbunden und wie erfolgt die Einordnung? 


Kursleiterin Christina Maiwald geht mit den Teilnehmern den üblichen Ablauf eines Besuchs des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) durch und nimmt ihnen so die Sorge vor dem Unbekannten. "Viele Senioren reißen sich beim Besuch des MDK besonders zusammen", weiß die Expertin. "Scham spielt dabei eine große Rolle, denn niemand spricht gern über seine Unzulänglichkeiten. Um den passenden Pflegegrad und damit auch die einem zustehende Unterstützung zu erhalten, ist es jedoch wichtig, die eigenen Fähigkeiten realistisch darzustellen." 

Ebenfalls besprochen werden mögliche Vorsorgemaßnahmen für den Fall, dass ein Elternteil keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann - gibt es bereits eine Patientenverfügung, eine Betreuungsverfügung oder eine Vorsorgevollmacht?

Kurs 2: "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege"

Mitten im Alltag eines pflegenden Angehörigen angekommen sind die Teilnehmer des Kurses "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege". Sie wissen, wie schwer die Aufgabe der häuslichen Pflege bei bestem Willen und aller Liebe sein kann. Geleitet wird der Kurs von Diplompsychologin Silke Kleinschmidt. Auch hier geht es zunächst um gesetzliche und betriebliche Unterstützungsmöglichkeiten. 

Thematischer Schwerpunkt ist jedoch der Erfahrungsaustausch: Welche Situationen empfinden die Teilnehmer als besonders fordernd, wie gehen sie mit ihnen um - und was könnten sie vielleicht anders machen? "Zahlreiche pflegende Angehörige haben damit zu kämpfen, hohe Erwartungen erfüllen zu müssen, dafür aber kaum Wertschätzung zu erhalten", weiß Silke Kleinschmidt. "Aber auch das Wissen, dass eine geliebte Person leidet und man ihr nicht aus dieser Situation heraushelfen kann, macht vielen sehr zu schaffen."

Damit die Teilnehmer zukünftig fordernde Situationen besser meistern können, geht die Psychologin mit ihnen durch, wie Stress überhaupt entsteht. "Es ist enorm wichtig, den Stressprozess zu verstehen, um die eigene Gesundheit zu schützen. Dazu gehört unter anderem zu erkennen, was im individuellen Fall der Auslöser für Stress ist und wie man direkt auf diesen Auslöser Einfluss nehmen kann.


Termine 2019 der Pflegekurse

Die nächsten Termine für die Kurse "Wenn Eltern alt werden" und "Selbstbestimmtes Leben trotz Herausforderung Pflege" finden am 08. und 11.03.2019 in den Räumlichkeiten der BKK Mobil Oil in München (Friedenheimer Brücke 29, 80639 München) statt. Die Kosten für Versicherte werden als Pflegekurs nach § 45 SGB XI von der BKK Pflegekasse getragen.

Online von Zuhause aus lernen

Darüber hinaus bietet die BKK Mobil Oil ihren Versicherten die Teilnahme an Online-Pflegekursen an, an denen pflegende Angehörige und Interessierte bei freier Zeiteinteilung bequem von zu Hause aus teilnehmen können. Neben den bestehenden Kursen "Grundlagen der häuslichen Pflege" und "Alzheimer & Demenz" ist ab Anfang 2019 der Kurs "Wohnen und Pflege im Alter" neu im Programm. Dieser Spezialkurs berücksichtigt den Wunsch vieler Pflegebedürftiger nach häuslicher Pflege, zeigt aber auch alternative Wohnformen auf.

Weitere Informationen zu allen Kursangeboten unter www.bkk-mobil-oil.de/pflegekurs

Februar 2019. Text: ots/ BKK Mobil Oil

Copyright Foto: PR/Getty Images 2019

Freitag, 2. November 2018

Demenz Support Stuttgart und CD "Lieder sind Freunde" - Projekt für Menschen mit Demenz. Hörprobe im Internet möglich

Die gemeinnützige Einrichtung „Demenz Support Stuttgart“ hat mit dem Komponisten Christian Bruhn die Schlager-CD „Lieder sind Freunde“ veröffentlicht. Alle Liedtexte basieren auf den Erzählungen älterer Menschen mit Demenz und anderen Beeinträchtigungen. 

Mit der CD soll für Demenzbetroffe und ihre Angehörigen ein Stück kulturelle Teilhabe umgesetzt werden. Die CD „Lieder sind Freunde“ umfasst 14 Lieder und ein Booklet mit allen Texten.

Demenz Support Stuttgart ist eine Einrichtung der Erich und Liselotte Gradmann-Stiftung. Sie sichert die Arbeit ihrer im Jahr 2002 gemeinsam mit der Sozialplanung in Baden-Württemberg e.V. gegründeten Tochterorganisation Demenz Support Stuttgart gGmbH durch eine Grundfinanzierung. Umfangreichere Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden dann extra über eingeworbene Drittmittel finanziert. 
 



Eine Hörprobe und Bestellmöglichkeiten unter www.demenz-support.de

November 2018. Redaktion pflegeinfos.net



Montag, 3. September 2018

Urlaub machen, Urlaubsreisen mit Menschen, die Demenz haben. Was müssen Begleiter beachten? Info der Alzheimer Gesellschaft

Warum sollen Menschen mit Demenz nicht mehr verreisen? Urlaub und Ortsveränderung oder die Reise an einen Ort aus früheren Jahren kann positiv wirken.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. hat deshalb das Informationsblatt „Urlaubsreisen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen“ veröffentlicht. In den letzten Jahren sind zahlreiche Urlaubsangebote entstanden, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zugeschnitten sind. 


Im Focus bei den diesen Reiseangeboten für Senioren steht, dass der Rahmen (Anreise, Unterkunft, Betreuung, Aktivitäten) individuell die Bedürfnisse der älteren Menschen mit Demenz berücksichtigt.

Spezielle Reisen für Mennschen mit Demenz und Angehörige werden von Alzheimer- Gesellschaften und anderen Anbietern organisiert. Tipp: Ein Teil der Pflege- und Betreuungskosten kann, auf Antrag, von der jeweiligen Pflegekasse erstattet werden. Stichwort: Urlaubs- und Verhinderungspflege.



Hier können Sie das Infoblatt schnell und direkt herunterladen:
ALZHEIMER Gesellschaft

September 2018. Redaktion pflegeinfos.net

Dienstag, 14. August 2018

Bluttest auf Altersdemenz? Soll diese präventive Maßnahme in Deutschland eingeführt werden? Ergebnisse einer Studie

Werde ich bis ins hohe Alter gesund bleiben? Und was, wenn nicht? Was bedeutet Krankheit im Alter für den Einzelnen und dessen Lebensplanung? Prognosen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. zufolge werden 2050 rund 3 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt sein. Ist kein Durchbruch bei Therapie und Prävention in der Forschung zu verzeichnen, wird diese Zahl Realität. 

Ein Konsortium aus Industrie und Wissenschaft forscht derzeit an einem Bluttest, der Auskunft geben soll über eine mögliche Erkrankung an Altersdemenz. Die Vor- und Nachteile eines solchen Tests wägten über 1.000 Befragte aus deutschen Haushalten ab. Ergebnisse der repräsentativen Umfrage finden sich im aktuellen AbbVie Healthcare Monitor. 

Wer das Demenzrisiko, wird anders damit umgehen


Befragte sehen positiven Nutzen vor allem bei Lebensplanung 
Ein Großteil der Befragten sieht einen Planungsvorteil bei einem Bluttest auf Altersdemenz. Jedoch waren die Befragten bei der Frage gespalten, ob sie überhaupt einen solchen Test machen würden. Die Hälfte der Teilnehmer beantwortete dies jedoch positiv und würde sich mit dem Ergebnis auseinandersetzen wollen.

Befragte unter 40 Jahren sahen durch den Test den Vorteil einer besseren Lebensplanung, besonders in den Bereichen Pflegevorsorge, Wohnsituation und Berufsplanung. Dies könnte damit zusammenhängen, dass sich diese Altersgruppe vermehrt in der Familien- und Lebensplanung befindet. Dass sich grundsätzlich Planungsvorteile ergeben, meinen jedoch auch die Befragten, die den Bluttest nicht machen würden.

Angst vor Ausgrenzung bei Älteren stärker ausgeprägt

Lediglich 16 Prozent fürchten, im Falle eines positiven Testergebnisses vom familiären Umfeld ausgegrenzt zu werden. Bei Befragten über 50 Jahren liegt dieser Wert mit sechs Prozent etwas höher als der Durchschnitt. Im beruflichen Bereich werden mögliche Planungsvorteile und Ausgrenzungsbefürchtungen von allen Befragten gleich gewichtet. Dies könnte darin begründet sein, dass Altersdemenz in vielen Fällen erst nach Eintritt ins Rentenalter auftritt.

Hintergrund zur Erhebung

In repräsentativen Zufallsstichproben wurde im Zeitraum von 15. bis 20. März 2018 telefonisch 1.022 Interviews durchgeführt (CATI Dual Frame Omnibus). Eine Auswahl der Befragungsergebnisse wurden im aktuellen AbbVie Healthcare Monitor und in einer Ausgabe des Newsletters "Gerechte Gesundheit" der Presseagentur Gesundheit veröffentlicht. Der AbbVie Healthcare Monitor ist eine repräsentative Erhebung zu den Zukunftsfragen des deutschen Gesundheitssystems. Gemeinsam mit KANTAR EMNID erhebt AbbVie monatlich ein Stimmungsbild der deutschen Bevölkerung zu wechselnden Themenkomplexen und Meinungstrends. 

www.abbvie.de
 

August 2018. Redaktion pflegeinfos.net OTS
Copyright Fotos: PR/ obs/AbbVie Deutschland GmbH & Co KG

Montag, 25. September 2017

Produkttipp bei Demenz und Alzheimer: Notrufarmband für Senioren mit Geo-Fencing-Funktion zur genauen Ortung und Sicherheitsverschluss

Anbieter Zembro bringt mit "Zembro Plus" eine neue Notruflösung für Senioren, die von Demenz oder Alzheimer betroffen sind, auf den deutschen Markt. Das innovative Gerät wurde entwickelt, um sowohl Privatpersonen wie auch professionellen Pflegeeinrichtungen die Betreuung von Senioren mit Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen zu erleichtern. Die neue Notruflösung umfasst eine Geo-Fencing-Funktion und einen Sicherheitsverschluss, der nur von Pflegepersonal oder Familienmitgliedern des Seniors geöffnet werden kann.


Per Smartphone lässt sich Kontakt zum Senior herstellen



Das Zembro-Notrufarmband wurde entwickelt, um Senioren einen aktiven und selbstbestimmten Lebensstil zu ermöglichen. Mit dem Notrufarmband können Senioren im Ernstfall überall zu jeder Zeit Hilfe rufen. Zuvor festgelegte Notfallkontakte werden dann über die Zembro-App auf einem Smartphone alarmiert. So können Kinder, Nachbarn oder andere Familienangehörige den Standort des Trägers in der App einsehen und direkt auf dem Armband anrufen.

Ideal für Demenzpatienten
Mit Zembro Plus widmet sich der Hersteller nun auch der herausfordernden Betreuung von Senioren, die an Demenz oder Alzheimer leiden. Zugleich steigt auch die Belastung für Angehörige. „Das Zembro Plus Notrufarmband besitzt einen einzigartigen Sicherheitsverschluss, der nur mit Hilfe einer zweiten Person, z. B. eines Familienmitglieds oder Pflegers, geöffnet werden kann. So verhindern wir, dass Demenzpatienten das Armband selbstständig ablegen“, erklärt Johan De Geyter, CEO von Zembro. „Um die Armbandträger auch innerhalb von Gebäuden zuverlässig orten zu können, nutzt Zembro Plus spezielle Zembro-Beacons. Diese Sender können in den Bereichen angebracht werden, in denen sich der Träger bevorzugt aufhält.“

Geo-Fencing und professioneller Notrufservice

Das Notrufarmband ist zudem mit einer Geo-Fencing-Funktion ausgestattet. Durch GPS-Ortung kann eine virtuelle Grenze um ein festgelegtes Gebiet gezogen werden. Sobald der Träger des Notrufarmbands diesen sicheren Bereich verlässt, wird ein Alarm ausgelöst und die Notfallkontakte werden automatisch kontaktiert. Adressen können z.B. Familienmitglieder des Trägers oder Pflegepersonal sowie ein professioneller Notrufservice sein. Diese können den Träger über das Notrufarmband orten und sogar direkt mit ihm kommunizieren – das System funktioniert dann wie ein Telefon. Zembro Plus umfasst auch einen professionellen Notrufservice, der rund um die Uhr erreichbar ist.



Notfallarmband von Zembro: funktional und schön


Mehr Informationen unter: www.zembro.com




September 2017. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR





Anzeige/Werbung:
Zuverlässige 24 Stunden Betreuung in der Region Stuttgart und Tübingen/Reutlingen! riva-care hilft Seniorenhaushalten mit erfahrenen Betreuungskräften aus Ungarn und Kroatien. Entlastung für Angehörige, Sicherheit für Menschen mit Einschränkung oder Demenz. www.riva-care.de

Mittwoch, 11. Mai 2016

Buchtipp Demenz: Wie sieht die Lebenswelt der Betroffenen aus? Wie gehen wir mit Demenz um?

Demenz rückt immer mehr in die Gesellschaft, seit Frauen und Männer unterschiedlichen Alters davon betroffen sind – und vor allem auch Prominente mit der Krankheit leben müssen oder daran sterben. Erst Anfang 2016 wurde bekannt, dass der Ex-Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Lothar Späth, verstorben am 18- März 2016, daran litt. 

Betroffene sowie Angehörige und Betreuer verarbeiten den Schicksalsschlag Demenz immer häufiger auch künstlerisch – oder in Buchform. So auch in diesem neuen Werk „Wenn der Kopf hinausgeht, ganz weit fort. Wie Menschen mit Demenz das Leben sehen“ (Patmos Verlag). 

Die Autorinnen Kathrin Feldhaus und Margarethe Mehring-Fuchs beschreiben die Situation aus der Perspektive dementer Menschen. Humorvoll und realistisch erzählt das von der Veronika-Stiftung in Auftrag gegebene Projekt von der Lebenswelt der Betroffenen und zeigt Wege auf, konstruktiv und bejahend mit Demenz umzugehen. 

Im engen Dialog mit an Demenz erkrankten Menschen in drei unterschiedlichen stationären Pflegeeinrichtungen der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung erlebten die Autorinnen starke Persönlichkeiten – von der Puppensammlerin bis zum Philosophen, der eigentlich Maschinenbauer war. Sie zeigen auf, dass eine neue Perspektive auf Demenz ein persönlicher Gewinn sein kann. Voraussetzung ist die Bereitschaft, die eigenen Vorstellungen von Normalität und Kommunikation infrage zu stellen.

Buch (136 Seiten; 16.99 Euro) mit Audio-CD: Ergänzend fügt Slam-Poet Tobias Gralke die fragmentarischen Gespräche, Originalzitate und Lieder auf der Audio-CD „Bruchstücke“ zu neuen Stücken zusammen, die sich der Erfahrungswelt der Betroffenen auf rhythmische, sinnliche und poetische Weise nähern.


Mai 2016. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR

Montag, 9. Mai 2016

Demenz als Angehöriger, Betreuer oder Nachbar erkennen - Tipps zum Welt-Alzheimertag 2016

In Deutschland leiden aktuell mehr als 1,3 Millionen Menschen unter einer Demenzerkrankung, bis 2050 wird ein Anstieg auf 2,6 Millionen Alzheimer-Patienten prognostiziert. Viele von ihnen leben ohne ausreichende Unterstützung. Die Zahl der Erkrankten steigt mit dem Lebensalter, am häufigsten tritt Alzheimer bei Personen über dem 65. Lebensjahr auf. 

Bis zum Jahr 2060 wird nach den Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland jeder Dritte über 65 Jahre alt sein. Dementsprechend ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Alzheimererkrankten künftig weiter ansteigen wird. Die Firma Hausengel GmbH weist darauf hin, Anzeichen von Demenz früh zu erkennen. Welche Tipps gibt es?
 

So erkennen Angehörige, Nachbarn und Freunde erste Anzeichen von Demenz:

Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sowie Störungen des Denk- und Urteilsvermögens.

Die Erkrankten sind zunehmend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Dabei sind Alzheimer-Kranke keine einheitliche Gruppe, sondern Individuen mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen, Kompetenzen und Defiziten, die in ganz unterschiedlichen sozialen Situationen leben. 

Erste Warnzeichen einer Demenzerkrankung können sein:
 

1. Der Erkrankte wiederholt immer die gleiche Frage.
2. Der Erkrankte erzählt immer häufiger die gleiche Geschichte.
3. Der Erkrankte weiß teilweise nicht mehr, wie alltägliche Dinge wie Kochen oder die Handhabung der TV-Fernbedienung funktionieren.
4. Der Erkrankte findet viele Gegenstände nicht mehr oder er legt sie an ungewöhnliche Plätze.
5. Der Erkrankte vernachlässigt sein Äußeres, bestreitet dies aber häufig.
6. Der Erkrankte antwortet auf Fragen, indem er die gestellte Frage wiederholt.
 

Die mit der Hausengel GmbH kooperierenden Betreuungsdienstleister bieten hier die passende Lösung, da sie für die Erkrankten die Organisation der Alltagsabläufe
individuell anbieten
und so eine maßgeschneiderte Begleitung gewährleisten. Ihr Ziel ist dem Vergessen möglichst lange Einhalt zu gebieten und für das Wohlergehen des Erkrankten optimal zu sorgen.



Mit einer sogenannten 24-Stunden-Betreuung kann die demenzerkrankte Person in ihrem gewohnten Umfeld leben und individuell betreut werden. Der Umzug in eine stationäre Einrichtung, in der sie sich neu zurechtfinden müsste und eventuell nicht angemessen betreut werden kann, wird ihr so erspart. Da die Hausengel Betreuungsdienstleister auf die jeweilige persönlichen Störungen des Krankheitsbildes eingehen, schaffen sie in der gewohnten Umgebung eine geeignete Atmosphäre, so dass die Betroffenen die Möglichkeit gewinnen, trotz ihrer Krankheit, in ihren eigenen vier Wänden gefördert zu werden. 

Mai 2016. Redaktion pflegeinfos.net

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Neue Erkenntnis bei Alzheimer/Demenz: Proteinablagerungen beeinflussen Gehirnaktivitäten beim Schlafen

Alzheimerpatienten leiden häufig unter Schlafstörungen, meist schon bevor sie vergesslich werden. Bekannt ist zudem, dass Schlaf bei der Gedächtnisbildung eine sehr wichtige Rolle spielt. Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben jetzt erstmals zeigen können, wie sich die krankmachenden Veränderungen im Gehirn auf die Vorgänge der Informationsspeicherung im Schlaf auswirken. Anhand von Tiermodellen konnten sie den genauen Mechanismus entschlüsseln und die Störung mit medikamentösen Wirkstoffen abmildern.

Vor allem die langsamen Schlafwellen, sogenannte slow oscillations, die unser Gehirn nachts erzeugt, dienen dazu, Gelerntes zu verfestigen und Erinnerungen in den Langzeitspeicher zu verschieben. Die Wellen werden über ein Netzwerk an Nervenzellen in der Hirnrinde gebildet und breiten sich dann in andere Hirnareale wie den Hippocampus aus.

„Diese Wellen sind eine Art Signal, mit dem sich die Hirnareale gegenseitig bestätigen `ich bin bereit, der Informationsaustausch kann losgehen`. Während des Schlafes herrscht daher ein hohes Maß an Kohärenz zwischen weit entfernten Nervenzellnetzwerken“, erklärt Dr. Dr. Marc Aurel Busche, Wissenschaftler an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am TUM Klinikum rechts der Isar und am Institut für Neurowissenschaften der TUM. Er leitete gemeinsam mit Prof. Dr. Arthur Konnerth vom Institut für Neurowissenschaften die Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience erschien.

Gestörte Ausbreitung der Schlafwellen bei Alzheimer
Wie die Forscher herausfanden, ist bei Alzheimer dieser Kohärenz-Prozess gestört. Sie nutzten für ihre Studie Mausmodelle, mit denen sich die Defekte im Gehirn bei Alzheimerkranken nachstellen lassen. Die Tiere bilden dieselben Proteinablagerungen, die so genannten β-Amyloid Plaques, die auch in Patienten sichtbar sind. Die Wissenschaftler konnten jetzt zeigen, dass diese Plaques direkt Störungen bei den langsamen Schlafwellen auslösen. „Die langsamen Oszillationen treten zwar noch auf, sie können sich aber nicht mehr richtig ausbreiten – das Signal für den Informationsabgleich fehlt deshalb in den entsprechenden Hirnbereichen“, fasst Marc Aurel Busche zusammen.

Den Wissenschaftlern gelang es auch auf molekularer Ebene diesen Defekt zu entschlüsseln: Damit sich die Wellen korrekt ausbreiten können, muss eine präzise Balance zwischen Anregung und Hemmung auf Nervenzellen eingehalten werden. Bei den Alzheimer-Mäusen kam dieses Gleichgewicht durch die Proteinablagerungen durcheinander – die Hemmung war vermindert.

Geringe Dosen Schlafmittel als mögliche Therapie 

Dieses Wissen nutzten Busche und sein Team, um den Defekt medikamentös zu behandeln. Von einer Sorte Schlafmitteln, den Benzodiazepinen, ist bekannt, dass sie die hemmenden Einflüsse im Gehirn verstärken. Verabreichten die Wissenschaftler geringe Mengen des Schlafmittels den Mäusen (etwa ein Zehntel einer Standarddosis), konnten sich auch die langsamen Schlafwellen wieder korrekt ausbreiten. Dass nun auch die Lernleistung wieder besser war, zeigten sie anschließend bei den Tieren mit Verhaltensexperimenten.

Für die Forscher sind die Ergebnisse natürlich erst ein Anfang auf dem Weg zu einer geeigneten Therapie gegen Alzheimer. „Diese Erkenntnisse sind aber aus zwei Gründen hochinteressant: erstens haben Mäuse und Menschen dieselben Schlafoszillationen im Gehirn – die Ergebnisse sind also übertragbar. Zweitens lassen sich diese Wellen mit einem normalen EEG-Gerät erfassen und somit auch Störungen schon früh diagnostizieren“, fasst der Wissenschaftler zusammen.

Hier wurden die Erkenntnisse veröffentlicht: http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.4137.html


Oktober 2015. Redaktion pflegeinfos.net

Montag, 7. September 2015

Broschüre zur Pflegeversicherung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft – mit Tipps für pflegende Angehörige

Ratgeber für pflegende Angehörige


Das Pflegeversicherungsgesetz (Sozialgesetzbuch XI) ist in den letzten Jahren mehrfach reformiert worden. Es enthält eine Vielzahl von Leistungen und Sonderregelungen, mit denen auch Menschen mit Demenz Anspruch auf Unterstützung haben. Durch das „Pflegestärkungsgesetz I“, das zum 1. Januar 2015 in Kraft getreten ist, wurden viele Leistungen erhöht und sind flexibler einsetzbar als zuvor.


Doch sind die Regelungen mittlerweile so kompliziert, dass es selbst Fachleuten oft schwer fällt sie zu durchschauen. Die soeben erschienene, völlig überarbeitete 16. Auflage des „Leitfadens zur Pflegeversicherung“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) ist eine verständliche Anleitung, um sich im Paragrafendschungel zurecht zu finden. 

Mit Pflegetagebuch für pflegende Angehörige
Der auch optisch neu gestaltete Leitfaden in der Reihe „Ratgeber für Angehörige und Profis“, der von Günther Schwarz, Leiter der Beratungsstelle der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart, verfasst wurde, soll es Angehörigen erleichter, die zum Teil komplizierten Vorschriften des Pflegeversicherungsgesetzes zu verstehen und ihre Rechte durchzusetzen.


In dem Band werden die für Demenzkranke bedeutsamen Bestimmungen hinsichtlich der Ansprüche, des Antragsverfahrens, der Begutachtung und des Widerspruchs ausführlich dargelegt. Der Ratgeber enthält eine Kopiervorlage für ein „Pflegetagebuch“, mit dem Angehörige ihren Pflegeaufwand dokumentieren können. Ferner sind darin Beispiele für einen Tagesablauf mit Pflegezeiten und für die Formulierung eines Widerspruchs gegen ungünstige Bescheide der Pflegekassen zu finden.
 

Infos: Deutsche Alzheimer Gesellschaft (Hrsg.): Leitfaden zur Pflegeversicherung. Antragstellung, Begutachtung, Widerspruchsverfahren, Leistungen. 16. Auflage 2015, 176 Seiten, 6 Euro.

Bestellung: Über den Online-Shop oder per Telefon bei der Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz unter 030 / 259 37 950.

www.deutsche-alzheimer.de

September 2015. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/DAlzG 

Dienstag, 1. September 2015

Welt-Alzheimertag am 21. September 2015 und Woche der Demenz. Bundesweit viele Aktionen für Betroffene und Interessierte

Mit dem diesjährigen Welt-Alzheimertag am 21. September startet erstmalig bundesweit eine ganze Woche mit Beiträgen und Aktionen rund um das Thema Demenz. Die "Woche der Demenz" steht unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Schwesig und Bundesgesundheitsminister Gröhe.

Lesungen und Vorträge für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen in Jütlich, Marionettentheater zum Thema Demenz in Köln, Filmvorstellungen mit anschließender Diskussion in Merseburg an der Saale, Wandertouren im Raum Stuttgart oder gemeinsames Singen in Enger/Herford: Das sind nur einige Beispiele von bundesweit geplanten Aktionen, die von den Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz vom 21. bis 27. September 2015 organisiert und umgesetzt werden.

Die Woche der Demenz findet im Anschluss an den Welt-Alzheimertag 2015 erstmals statt. In Anlehnung an „Remember me“, dem Motto des diesjährigen Welt-Alzheimertages, steht die Woche der Demenz unter dem Leitgedanken „Demenz – Vergiss mich nicht“. 

Horror Demenz: alle 3 Sekunden erkrankt ein Mensch an Demenz

 

Ziel der Aktionswoche ist es, Mitmenschen vor Ort für das Thema Demenz zu sensibilisieren, mehr Verständnis für Menschen mit Demenz zu erreichen sowie die Unterstützung und Entlastung für betroffene Familien zu verbessern und auszuweiten. Die Lokale Allianz des Landkreis Hameln-Pyrmont macht im Rahmen einer Kunstausstellung unter dem Motto „Einer, den man nicht vergisst…“ auf das Thema Demenz aufmerksam.

„Wir freuen uns, mit unserer Ausstellung einen Beitrag zur Woche der Demenz zu leisten. Kunst ist ein wichtiger Pfeiler in der Arbeit mit Betroffenen. Sie löst gute Gefühle aus, verbindet Menschen und weckt positive Erinnerungen“, so Dorothee Rottmann-Heuer, Leiterin der Tagespflege Nord der Tönebön Stiftung in Hameln.

Das Bundesmodellprogramm "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" ist eine zentrale Maßnahme des Bundesfamilienministeriums in der Agenda "Gemeinsam für Menschen mit Demenz", die nach Unterzeichnung durch die Mitglieder der Allianz für Menschen mit Demenz seit September 2014 umgesetzt wird. Weitere Informationen finden Sie unter www.lokale-allianzen.de.


Einen Veranstaltungskalender mit bundesweiten Terminen rund um den Welt-Alzheimertag und die Woche der Demenz finden Sie HIER. 


September 2015. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Deutsche Alzheimer Gesellschaft

Samstag, 1. Dezember 2012

Diagnose Alzheimer - eine Ehefrau berichtet! Buchtipp für Angehörige von Demenzkranken

Neues Buch: Thema Demenz
Hanna Kappus, Jahrgang 1946, war zuletzt Abteilungsleiterin der Hamburger Bücherhallen. 2003 erkrankte ihr Mann, ein Internist, an Alzheimer. Die vertraute Welt, die gemeinsamen Pläne für das Alter brechen zusammen. Der einst so selbstbewusste ältere Partner wird zum Pflegefall. Doch nach der Trauer, der Wut über das nicht revidierbare, findet Hanna Kappus eine neue Nähe und Vertrautheit, „wie ich sie mir nicht hätte vorstellen können, als mein Mann noch gesund war“.

In ihrem sachlichen Erlebnisbericht, der bis zum Schluss immer wieder mit liebevollen Anekdoten und nachvollziehbaren Gefühlsäußerungen ausgestattet ist, schildert die Autorin den „langen Abschied“, der mit einer Alzheimer-Erkrankung verbunden ist. Selbstzweifel, die eigene Isolation und Einsamkeit und die Angst vor Entscheidungen, die es für den anderen zu treffen gilt – Hanna Kappus bleibt in ihrer Grundhaltung aber optimistisch, und das macht das Buch zu einem Mutmacher-Buch. 

Sehr ausführlich schildert sie die Gründung und den Start einer WG für demenzkranke Menschen, in der ihr Mann heute lebt. Ihre Erfahrungen dienen Betroffenen als Orientierung. Auch Tipps zum Alltagsleben in der WG für Betreutes Wohnen und zum Umgang mit dem Pflegepersonal hat sie zusammengefasst, zudem eine aktuelle Literatur- und Filmliste zu Demenz.

Ganz zentral ziehen sich zwei Themen durch ihr Buch: Menschen mit Alzheimer bleiben Individuen mit Herz und Persönlichkeit. Hanna Kappus: „Sie verstehen oft die Worte nicht mehr, aber die Gefühle sind sehr ausgeprägt. Mitfühlen ist eine grundlegende Fähigkeit von Dementen“. Und zweitens: Angehörige müssen handeln und den Alltagsrahmen des Alzheimer-Patienten festlegen – ob zu Hause, in der Tagespflege oder in einer stationären Einrichtung: „Es gibt keine Diskussion mehr. Ich muss entscheiden und er hat keine Einsicht mehr in das, was möglich ist und seine Lebensqualität länger erhält. Es ist eine bittere Erkenntnis und erfordert immerwährende Selbstreflextion.“ 


Buchtipp der Redaktion:
„Das Leben ist ein großes“, Hanna Kappus, Gütersloher Verlagshaus, 2012, 160 Seiten, 14,99 Euro (in Deutschland)


Dezember 2012. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR

Dienstag, 17. April 2012

Diabetes und Alzheimer – neue Broschüre informiert über Risiken

Infoangebot der Alzheimer Forschung Initiative
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Diabetes und Alzheimer? Wie wirkt sich der Blutzuckerspiegel auf die geistige Leistungsfähigkeit aus? Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) beantwortet in ihrer neuen Broschüre "Diabetes und Alzheimer: Risiken kennen und meiden" die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

"In unserer täglichen Arbeit erreichen uns Anfragen von Diabetikern, die mehr zum Thema Alzheimer wissen möchten", sagt Autorin Dr. Dagmar Salber. "Unsere neue Broschüre fasst die wichtigsten Antworten zumThema Diabetes und Alzheimer übersichtlich und leicht verständlich zusammen."

Das Medium gibt zunächst einen Überblick über Diabetes Typ 2 und die Alzheimer-Krankheit. Anschließend wird das Zusammenspiel beider Erkrankungen beleuchtet. Im Schlusskapitel steht dann die Vermeidung von Risikofaktoren für Diabetiker im Mittelpunkt. "Die goldene Regel sollte ein möglichst im Normalbereich liegender Blutzuckerwert sein. Hilfreich ist dabei nicht nur eine Umstellung der Ernährung sondern auch regelmäßige körperliche Bewegung", erläutert Dr. Dagmar Salber.


Wer ist der Herausgeber der Broschüre? Die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher. Bis heute konnten über 100 Projekte mit rund 5,4 Mio. Euro gefördert werden. Die AFI stellt außerdem kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Ratgeber bestellen. 


Wo gibt es die Broschüre "Diabetes und Alzheimer: Risiken kennen und meiden"? Sie kann kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf. Oder per E-Mail (info@alzheimer-forschung.de) oder einfach über die gebührenfreie Telefonnummer 0800 200 40 01. 

April 2012. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/AFI


Mittwoch, 16. November 2011

Altershirndruck verhindern - wichtig für Menschen ab 60. Experten helfen im Klinikum Stuttgart


Demenz, Parkinson, Alzheimer? Nein: Es ist nur der Altershirndruck! Rund 60.000 Menschen in Deutschland leiden unter Altershirndruck. Betroffen sind meist Frauen und Männer ab sechzig Jahren aufwärts. Was sind die Symptome?  Unsicherer Gang, Gedächtnisverlust, Blasenschwäche – alles ähnliche Anzeichen wie bei Demenz, Parkinson, Alzheimer oder Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch. Das erschwert vielen Hausärzten oft eine Diagnose.

So kann der Altershirndruck ungestört seinen Lauf nehmen – mit weitreichenden Einschränkungen durch die Druckschädigung des Gehirns. Dabei ist es gerade die frühzeitige Diagnose, die Chance auf eine wirksame Behandlung bietet. Obwohl Altershirndruck bereits in den 60er-Jahren entdeckt worden ist, gilt die Ursache der Krankheit nach wie vor als nicht heilbar. Allerdings kann sie gut behandelt werden.

So beispielsweise bei einem 79-jährigen Patienten, der müde und antriebslos unter Gangstörungen, Blasenschwäche und Gedächtnisverlust litt. Im Neurozentrum des Klinikums Stuttgart, das über eine besondere Expertise und Erfahrung in Diagnostik und Therapie des Altershirndrucks (Normaldruckhydrozephalus, NPH) verfügt, wurde aufgrund der Symptome in der Neurochirurgischen Klinik im Katharinenhospital eine sogenannte Lumbalpunktion durchgeführt und etwa 50 ml Flüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal entnommen. Unmittelbar danach konnte der Patient wieder gut laufen.

Prof Dr. Nikolai Hopf
Dies war für den Ärztlichen Direktor der Klinik, Prof. Dr. Nikolai Hopf, eine typische Reaktion für NPH-Patienten. „Im Normalfall wird das Nervenwasser, der sogenannte Liquor, über die Hirnhäute und im Rückenmarkskanal wieder abgeführt. Beim Altershirndruck ist dieses Aufsaugen jedoch gestört. Es kommt zum Aufstau, zur Erweiterung der Hirnkammern und langsamen Druckschädigung des Gehirns“, so der Chefarzt. Für die Behandlung des Altershirndrucks hat sich die sogenannte Shunt-Therapie etabliert. Dabei wird im Rahmen eines schonenden Eingriffs ein kleiner Katheter in die Hirnkammern implantiert. Von außen unsichtbar wird die überschüssige Flüssigkeit über einen dünnen Schlauch in die Bauchhöhle umgeleitet. So erklärt sich auch der Name der Therapie: Shunt heißt Umleitung. Und dank eines programmierbaren Ventils kann die Menge der umgeleiteten Flüssigkeit ohne zusätzlichen Eingriff jederzeit von außen fein justiert und in Sekundenschnelle verändert werden. 

Altershindruck frühzeitig erkennen – Angehörige sollten auf bestimmte Verhaltensweisen achten
„Eine erfolgreiche Therapie setzt voraus, dass die Krankheit möglichst frühzeitig nach dem Auftreten der ersten Symptome erkannt und behandelt wird“, so Prof. Dr. Hansjörg Bäzner, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik im Bürgerhospital – Klinikum Stuttgart, bei dem sich häufig Patienten mit solcher Symptomatik vorstellen. Dazu gehören:
• Schwierigkeiten beim Gehen
• Gedächtnisprobleme
• Blasenschwäche
• Kopfschmerzen, Sehunschärfen
• Reizbarkeit, Müdigkeit, Gleichgewichtsstörungen
• Schwierigkeiten beim Aufwachen und Wachbleiben
• Wesensveränderungen
•  Leistungsabfal und Konzentrationsprobleme

Prof. Dr. Hansjörg Bäzner
Diese Symptome machen deutlich: Altershirndruckpatienten brauchen die Unterstützung ihrer Angehörigen, weil die Betroffenen selbst die Symptome oft gar nicht bewusst an sich feststellen. Deshalb sind die Angehörigen aufgerufen, die Symptome aufmerksam zu beobachten, um dem Arzt den Krankheitsverlauf schildern zu können und frühzeitig den Kontakt zu einem Arzt herzustellen.

Weitere Informationen unter Telefon (0711) 278-0, Neurozentrum des Klinikums Stuttgart

November 2011. Ann-Kathrin Borell/Redaktion pflegeinfos.net