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Donnerstag, 16. August 2018

Private Vorsorge für das Alter notwenig. Trotz Pflegereform 2017 besteht laut DVAG Versorgungslücke im Alter

Schon in gut 30 Jahren wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen doppelt so hoch sein wie heute. Die erste Bilanz zum Erfolg der Pflegereform fällt zwar positiv aus, dennoch entsteht im Bedarfsfall bei vielen Menschen nach wie vor eine Versorgungslücke. Die Experten der DVAG raten, diese durch private Vorsorge zu schließen. 

Stationäre Pflege im Alter ist teuer -  die Pflegekasse zahlt nicht alles



Staatliche Vorsorge reicht nicht aus
Die Bevölkerung altert. Denn mit dem hohen Alter steigt das Risiko, pflegebedürftig zu werden. Und die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder prognostizieren einen gewaltigen Anstieg der Pflegebedürftigkeit: Im Jahr 2050 wird die Anzahl der Pflegebedürftigen doppelt so hoch sein wie heute. "Das Gesundheitsministerium hat auf diese Entwicklung mit einer Reform der Pflegeversicherung reagiert - die staatliche Vorsorge ist jedoch immer noch nicht ausreichend, um den Bedarf an Leistungen decken zu können", erklären die Experten der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG). "Eine private Vorsorge ist deshalb weiterhin dringend notwendig", empfehlen sie.

Pflege-Reform 2017: Eine erste Zwischenbilanz

Millionen Bedürftige erhalten seit 2017 durch die Einstufung in einen der fünf neuen Pflegegrade veränderte Hilfeleistungen. Die Bedürfnisse von Menschen mit sogenannter eingeschränkter Alltagskompetenz, wie etwa Demenzkranke, werden nun stärker berücksichtigt. Im ersten Quartal 2017 wurden nach aktuellen Studien des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) 31 Prozent mehr Anträge eingereicht als im Vorjahr - bisher erhalten rund 80.000 Menschen Leistungen, die vorher leer ausgegangen wären.

Pflege wird teurer 

Doch birgt die Reform nicht nur Verbesserungen: Die staatlichen Leistungen decken noch immer nur einen Teil der Kosten ab - eine Versorgungslücke von mehreren hundert bis tausend Euro pro Monat kann entstehen. Im höchsten Pflegegrad zahlen die Pflegekassen beispielsweise 2.005 Euro für die vollstationäre Pflege, das sind fast 400 Euro mehr als vor der Reform in Pflegestufe 3. Viele Pflegeheime haben ihre Unterbringungskosten jedoch im Zuge der Reform erhöht. Ein Platz im Pflegeheim kostet laut Angaben des Versicherungsjournals, je nach Region, durchschnittlich zwischen 2.640 und 4.590 Euro im Monat - Tendenz steigend.

Frühzeitig privat absichern
Viele rechnen nicht damit, irgendwann einmal pflegebedürftig zu werden", sagen die Vermögensberater der DVAG. "Es jedoch wichtig, schon frühzeitig privat mit einer Pflegetagegeldversicherung oder Pflegerentenversicherung vorzusorgen. Je später die Versicherung abgeschlossen wird, desto höher fallen die Beiträge aus", erklären sie. Welche der beiden Varianten in Betracht kommt, hängt von der individuellen Lebenssituation und den Möglichkeiten einer staatlichen Förderung ab.
 

www.dvag.de

August 2018. Text: ots/DVAG
Copyright Foto: obs/DVAG Deutsche Vermögensberatung AG

 

Donnerstag, 19. April 2018

Altersarmut bei Frauen: 49 Prozent der Frauen sorgen privat nicht vor - mehr Verantwortung bei privater Altersvorsorge hilft für die Zukunft


Für Frauen in Deutschland ist Altersarmut eine reale Bedrohung. Am Ende ihres Erwerbslebens stehen sie häufig mit Renten da, die kaum das Überleben sichern. In keinem OECD-Land ist die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern größer als in Deutschland. Dennoch verdrängen viele Frauen das Problem und sorgen nicht privat fürs Alter vor. Das Abwarten aber verschärft die Situation. So empfehlen Rentenexperten ein möglichst frühzeitiges zusätzliches Absichern - auch bei geringem Einkommen.

49 Prozent der Frauen sorgen nicht privat für die Rente vor

In einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der DEVK Versicherungen gaben 49 Prozent der befragten Frauen an, dass sie privat nicht für ihr Rentenalter vorsorgen. Diese Zurückhaltung hat mehrere Ursachen: Viele Frauen entscheiden sich für eine längere Auszeit, wenn sie Kinder bekommen, arbeiten nur in Teilzeit oder in einem Minijob und bevorzugen Dienstleistungsberufe, die leider eher schlecht vergütet werden. Dadurch erwerben sie nicht nur geringere Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern haben auch weniger Geld für die private Altersvorsorge. 


Noch immer läuft die finanzielle Planung des Ruhestands in vielen Familien über den Hauptverdiener - meist also über den Ehemann. Erfolgen die Vorsorgenmaßnahmen aber nicht unter ihrem Namen, können Frauen im Alter eine böse Überraschung erleben. In Deutschland wird fast jede zweite Ehe geschieden, dazu überleben Frauen ihre Ehepartner im statistischen Durchschnitt um viele Jahre. Zwar haben Hinterbliebene dann Anspruch auf die Rente des Verstorbenen, allerdings nicht in voller Höhe und nicht in jedem Fall zeitlich unbegrenzt.

Mehr Verantwortung übernehmen


Private Altersvorsorge: auch Frauen sollten sich alleine darum kümmern


"Um finanziell besser fürs Alter gerüstet zu sein, sollten Frauen mehr Verantwortung übernehmen. Gerade wenn sie sich für längere Auszeiten oder Teilzeit-Jobs entscheiden, ist eine private Altersvorsorge besonders wichtig", erklärt Jörg Gebhardt, Leiter Hauptabteilung Leben der DEVK Versicherungen. Und die sei auch mit geringerem Einkommen möglich.


Es gibt eine ganze Menge Sparformen, bei denen man schon relativ kleinteilig sparen kann. Die YouGov-Umfrage zeigt zudem, dass auch Frauen, die fürs Alter vorsorgen, sich seltener für risikoreichere, potenziell renditestarke Anlageformen wie Aktien und Fondsprodukte entscheiden. Auch das hat spürbare Auswirkungen auf die finanziellen Möglichkeiten im Alter.

April 2018. Text: djd

Copyright Fotos: djd/www.DEVK.de




Montag, 27. Oktober 2014

Pflege-Bahr-Versicherungen mit extremen Leistungsspannen. Neue Zusatzversicherung sorgfältig prüfen, ehe Sie abschließen

Seit wenigen Monaten ist der "Pflege-Bahr" am Markt. Die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung wird von immer mehr Versicherungsunternehmen angeboten. Sie soll helfen, bei Pflegebedürftigkeit die sogenannte "Pflegelücke" zu schließen. Ausgehend von den monatlich anfallenden Pflegekosten, abzüglich der Leistungen aus der Privaten/Sozialen Pflegepflichtversicherung, können sich schnell monatliche Deckungslücken auftun: Beispielsweise können diese 360 Euro in Pflegestufe I im ambulanten Bereich betragen aber durchaus auch bei um die 1700 Euro im stationären Bereich der Pflegestufe III liegen.

Doch Achtung: Nicht alle Anbieter von "Pflege-Bahr" liefern die gleiche Leistung! Das unabhängige Analysehaus MORGEN & MORGEN hat jetzt 20 Pflege-Bahr-Tarife hinsichtlich ihrer Leistungen in den unterschiedlichen Pflegestufen geprüft. Leistungsunterschiede von über 50 Prozent sind das Ergebnis.

20 Anbieter wurden hinsichtlich ihrer Pflegemonatsgelder in den Pflegestufen I bis III für die Eintrittsalter 20 Jahre, 40 Jahre und 60 Jahre untersucht. Bei einer Beitragsspanne von monatlich 15,04 Euro und 15,40 Euro unterschieden sich die Pflegemonatsgelder bei den 20-Jährigen am stärksten. Sie liegen in Pflegestufe III zwischen 1980 Euro beim besten und 840 Euro beim schlechtesten Anbieter.

Die alleinige Unterscheidung nach dem Pflegemonatsgeld in Pflegestufe III wäre jedoch zu kurz gegriffen. Die Anbieter sind gesetzlich verpflichtet, in Pflegestufe III 100 Prozent des angesetzten Pflegemonatsgeldes zu zahlen, in den Pflegestufen I und II leisten sie jedoch nur prozentual und unterscheiden sich erheblich. In Pflegestufe I liegen die Leistungen zwischen 20 und 35 Prozent, in der Pflegestufe II zwischen immerhin 30 und 70 Prozent über die betrachteten Alter. 

„Daher ist nicht der Anbieter mit dem höchsten Pflegemonatsgeld in Pflegestufe III automatisch auch der Anbieter, der in den Pflegestufen I und II die höchste Leistung bietet“, fasst es Stephan Schinnenburg, Geschäftsführer von MORGEN & MORGEN zusammen.

Unterscheiden sich die Pflegemonatsgelder vor allem in Pflegestufe III bei den 20-Jährigen, bei etwa gleichem Beitrag stark, so liegen sie bei den 60-Jährigen genau in der Höhe der gesetzlichen Mindestanforderungen von 600 Euro. Hier variieren jedoch die Beiträge von rund 24 Euro bis zu über 38 Euro monatlich. Die 40-Jährigen liegen genau dazwischen. Hier variieren zum Einen die Beiträge, sie liegen zwischen 15 Euro und 18 Euro, und zum Anderen die Pflegemonatsgelder, mit einer Spanne von 600 Euro bis 960 Euro.


Starke Beitragsunterschiede bei älteren Versicherungsnehmern, extrem variierende Pflegemonatsgelder bei jüngeren Versicherten, unterschiedliche Leistungen innerhalb der Pflegestufen machen die geförderte Pflege beratungsintensiver als ursprünglich angenommen“, zieht Schinnenburg sein Fazit und verweist Vermittler auf die Software und Ratings von MORGEN & MORGEN, die die Beratung im Pflegebereich lückenlos und fundiert ermöglicht. www.morganundmorgan.com

Oktober 2014. Redaktion pflegeinfos.net 
Copyright Foto: PR/Archiv (Fotolia)

Sonntag, 25. November 2012

Pflege-Tagegeld-Versicherung 2013: Erstmals gibt es staatliche Zuschüsse für die privaten Policen

Daniel Bahr (FDP), Bundesgesundheitsminister
Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass es ab Januar 2013 erstmals eine staatliche Förderung für eine private Pflegezusatzversicherung geben wird.

Wer kann von der staatlichen Prämie profitieren? Jeder Bundesbürger, der in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert ist, unabhängig vom persönlichen Einkommen.

Was muss der Versicherte machen? Er muss eine sogenannte Pflege-Tagegeld-Versicherung abschliessen. Das ist eine freiwillige Zusatzversicherung, die im Falle einer Pflegebedürftigkeit eine zusätzliche finanzielle Unterstützung leistet und hilft, die "Pflegelücke" zu schließen.

Wie viel Geld gibt es vom Staat?
Versicherte der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten eine Zulage in Höhe von 60 Euro jährlich zu ihrer Versicherungsprämie. Wichtig: Die private Pflege-Zusatzversicherung muss bestimmte gesetzlich vorgegebene Bedingungen erfüllen.

Für welche Police wird der Zuschuss gewährt?
Es muss sich um eine Pflege-Tagegeld-Versicherung handeln. Der Umfang des Versicherungsschutzes kann individuell bestimmt werden, wobei die untere Grenze durch den monatlichen Mindestbeitrag von 10 Euro gegeben ist und die obere Grenze maximal die doppelte Leistung der sozialen Pflegeversicherung umfassen darf. 

Welche Versicherungsunternehmen bieten eine Pflege-Tagegeld-Versicherung an? Fast alle großen und bekannten Kranken- und Pflegeversicherer verfügen bereits über private Zusatzpolicen. Verbraucherschutz: Versicherer, die diese privaten Pflege-Zusatzversicherungen anbieten, dürfen Antragsteller nicht aufgrund gesundheitlicher Risiken ablehnen. Auch Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge dürfen nicht vereinbart werden.

Was sagt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP)?
„Wir fördern die private Pflegevorsorge der Bürgerinnen und Bürger mit 60 Euro im Jahr. Diese Pflegevorsorge ist wichtig, weil die gesetzliche Pflegeversicherung immer nur einen Teil der Pflegekosten übernimmt. Eine private kapitalgedeckte Vorsorge ist deshalb eine notwendige und sinnvolle Ergänzung. Sie sorgt auch dafür, das die Pflegeversicherung demographiefest und stabil wird.“

November 2012. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Bundesgesundheitsministerium

Samstag, 13. August 2011

Pflegezusatzversicherungen - Hilfe gegen die Pflegelücke

Mit Pflegezusatzversicherungen vorsorgen
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes könnte die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis 2050 auf 4,5 Millionen wachsen. Diese Entwicklung wird in einer alternden Gesellschaft gravierende Auswirkungen haben:  Immer mehr Bundesbürger sind schon heute direkt oder indirekt davon betroffen. Sie sehen in der eigenen Familie oder im Bekanntenkreis, wie aufwendig und vor allem wie teuer Pflege werden kann.

Gesetzliche Pflegeversicherung alleine tut es nicht
Ein Beispiel: Für einen Heimplatz werden in der Pflegestufe III, also bei einer Versorgung über 24 Stunden, schnell 3.000 Euro fällig. Aber die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt davon gerade einmal die Hälfte. Die Differenz muss aus dem eigenen Einkommen und Vermögen getragen werden, danach werden die Kinder herangezogen. Alexander Winkler vom Versicherer DKV rät deshalb allen Bürgern dazu, sich mit privater Vorsorge frühzeitig auf den Ernstfall vorzubereiten: "Je jünger und je gesünder man ist, desto besser ist der Zeitpunkt zum Abschluss einer Pflegezusatzversicherung."

Problem Demenz - viele Pflegekassen zahlen nicht
Eine ganz besondere Last – und zwar im doppelten Sinne – müssen Familien tragen, die einen Demenzkranken zu pflegen haben. Zum einen müssen die Menschen oft rund um die Uhr betreut werden. Zum anderen aber werden geistig Verwirrte von den Pflegekassen häufig nicht in eine Pflegestufe für körperlich Pflegebedürftige eingestuft. Somit erhalten sie auch keine entsprechenden typischen Leistungen. Stattdessen gibt es für den Betreuungsaufwand lediglich 100 bis maximal 200 Euro monatlich. Speziell für diese Fälle ist eine private Vorsorge also noch wichtiger. Dieter Sprott, Experte für Pflegezusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, verweist auf entsprechende spezielle Zusatzpolicen: "Unsere Demenzgeld-Versicherung zahlt beispielsweise, sobald ein Facharzt bei dem Versicherten eine mittelschwere Demenz festgestellt hat." Das Geld stehe zur freien Verfügung, ohne Kostennachweis oder Wartezeit.

Breites Angebot an Pflegezusatzversicherungen
Das Spektrum der Pflegezusatzversicherungen, die derzeit in Deutschland von Versicherungen angeboten werden, ist weit. Man kann beispielsweise nur einzelne Pflegestufen absichern oder alle. Alexander Winkler von der DKV empfiehlt eindeutig eine Pflegetagegeldversicherung statt einer Pflegekostenversicherung: "Nur durch die Pflegetagegeldversicherung bekommen Kunden einen bestimmten Betrag im Monat zur Verfügung gestellt, mit dem die Versorgung nach eigenem Ermessen sichergestellt werden kann." Niemand schreibe einem vor, ob das Geld für einen Pflegedienst, Hilfsmittel für Inkontinenz, die Miete für betreutes Wohnen oder andere Leistungen genutzt wird.

August 2011. www.pflegeinfos.net/djd
Copyright Foto: djd/ Ergo Direkt