Dienstag, 20. August 2013

Initiative Hausnotruf: Ältere Menschen als Berater, wenn es um neue Dienstleistungen für mehr Selbständigkeit im Alter geht

Treffen der Fokusgruppe zum Thema Selbständig im Alter

Von glücklich verliebt bis glücklich getrennt – wie leben Senioren heute? Was sind die Freuden und Leiden, die sie im Alltag beschäftigen? Und wie sieht ihr Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln aus? Die bundesweite Initiative Hausnotruf hat bei ihrer ersten Fokusgruppe mit sieben Senioren gesprochen. Ein erstes Fazit: Im Alter fehlt die Zeit.

Erfahrungsberichte: Im Mai 2013 trafen sich fünf Frauen und zwei Männer im Alter 65 bis 75 Jahren zur ersten Fokusgruppe der Initiative Hausnotruf. Die Senioren saßen bei Kaffee und Kuchen in Berlin zusammen und besprachen, diskutierten und hinterfragten leidenschaftlich, aber respektvoll das Thema "Selbständig im Alter". Unter der Leitung von Claudia Groetschel von der Geschäftstelle der Initiative Hausnotruf erzählten die Senioren ihre ganz persönlichen Lebenswege und wie sie heute leben. Danach befassten sie sich mit den Lösungen technischer Assistenzsysteme für den Komfort im Alltag und für Notfälle.

Die Fokusgruppe wurde ins Leben gerufen, um die Interessen und Bedürfnisse der heutigen Senioren jenseits von Statistiken noch genauer zu erfahren. Nur so ist es möglich, auch in Zukunft hilfreiche Lösungen und Dienstleistungen zu entwickeln, die den Alltag im Alter sicherer machen und erleichtern. Fazit: Zeit und Geld sind Mangelware. Handy, Internet und Mails sind auch für die Teilnehmer der Fokusgruppe Standard. Und die modernen Hausnotrufsysteme werden von allen als sehr sinnvoll erachtet.


Zum Beispiel erzählte Karin Heinemann (74) von ihrer Mutter: "Sie war schon immer ein großer Sturkopf. Auch als sie sagte, ich könne den Hausnotruf gleich wieder abmelden. Ironischerweise rettete ihr dann aber genau der rote Knopf das Leben, als sie nicht mehr alleine aus der Badewanne raus kam." Frau Heinemann selbst hat noch keinen Hausnotruf. Denn: Sie hat eine Abmachung, dass sie und eine Freundin sich jeden Morgen um 9 Uhr anrufen. Diese sei jetzt aber 14 Tage im Urlaub. "Jetzt ist da keine Kontrolle mehr. Und gerade bei Alleinstehenden bleibt immer die Angst: Was mache ich, wenn etwas passiert?."

Und so funktioniert der Service, der im Notfall Leben retten kann: Der handliche Sender verbindet sich auf Knopfdruck über Funk mit der Basisstation, die sofort die Hausnotrufzentrale anruft. Eine Mitarbeiterin ist Tag und Nacht vor Ort und klärt in einem Gespräch die Dringlichkeit der Lage. Bei Bedarf schickt sie den Bereitschaftsdienst vorbei. 


Auch Diskussionsteilnehmer Bernd Schirpke (66) wird sich später wahrscheinlich einen Hausnotruf holen, vielleicht sogar mit einer technischen Erweiterung um eine Videokamera. "Mein bester Freund hat eine schwere Krebstherapie durchgemacht. Ich habe ihn ein Jahr lang mit einer Videoüberwachung bei ihm zu Hause unterstützen können. Das war eine gute Sache."

Der erste Termin der Hausnotruf-Fokusgruppe war für alle Beteiligten ein Erfolg. Die Meinungen der Teilnehmer wurden hochgeschätzt, denn sie sind sowohl für die Kommunikation der Initiative als auch für die Planung vom Hilfsmitteln für das Leben älterer Menschen sehr wertvoll. Die meisten Teilnehmer waren angenehm überrascht über die Möglichkeiten der Hausnotrufsysteme – vor allem in Verbindung mit den neuen technischen Assistenzsystemen.

Und so steht der Planung der nächsten Fokusgruppe nichts im Wege. Sie wird voraussichtlich im Herbst 2013 in der Servicezentrale eines Hausnotrufanbieters stattfinden.


Die Initiative Hausnotruf ist eine Vereinigung von Hausnotrufspezialisten, bekannten Hilfsorganisationen sowie Herstellern technischer Geräte. Gemeinsam fördert sie die Vision, dass sich jeder ältere Mensch in Deutschland zu Hause und unterwegs sicher fühlen kann. 

Mehr Infos unter www.initiative-hausnotruf.de

August 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/Initiative Hausnotruf 2013

Schnelle Hilfe, nachdem der Hausnotruf ausgelöst wurde

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