Freitag, 5. August 2016

Assistierte Ausbildung für Altenpflegerinnen. Land Baden-Württemberg startet Modellprojekt, um den Nachwuchs besser vorzubereiten

Neue Ideen für die Altenpflegeausbildung in Baden-Württemberg: „In der Pflege besteht vielerorts ein Fachkräftemangel. Auf der anderen Seite gibt es junge Menschen, die gerne einen Pflegeberuf ergreifen wollen, aber Unterstützung bei der entsprechenden Ausbildung brauchen. Mit unserem neuen Förderprogramm unterstützen wir die Interessentinnen und Interessenten mit einem bewährten Konzept dabei, eine Berufsausbildung in der Pflege aufzunehmen und erfolgreich abzuschließen“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha.

Das durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und Landesmittel finanzierte Programm „Assistierte Ausbildung für Berufe der Pflegehilfe und Alltagsbetreuung“ (APA) greift das Prinzip einer durch Sozial- und Beratungsmaßnahmen flankierten Ausbildung auf.


Zielgruppe sind junge Menschen mit Startschwierigkeiten und Alleinerziehende
Das Programm richtet sich vorrangig an Unter-25-Jährige, die eine normale Ausbildung voraussichtlich nicht erfolgreich absolvieren könnten. In kleinerem Umfang können auch Personen bis 45 Jahre teilnehmen. Wegen ihrer besonderen Benachteiligung auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sollen Alleinerziehende bevorzugt in das Modellprojekt aufgenommen werden.

Das Förderprogramm mit einem Volumen von rund 1,6 Millionen Euro startet zunächst als Modellprojekt, für das sieben Förderanträge bewilligt worden sind. „Viele Einrichtungen, die auf der Suche nach Auszubildenden sind, zögern bei der Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern mit erkennbar erhöhtem Förderbedarf. Als Lösung hierfür bietet sich die Ausbildungsassistenz an, die sich im Bereich der dualen Ausbildung bereits seit vielen Jahren gut bewährt hat“, sagte Minister Lucha.


Intensive Betreuung und Anschluss-Ausbildung möglich
Nach der abgeschlossenen Ausbildung in einem Beruf der Pflegehilfe oder der Alltagsbetreuung – letztere kann auch ohne Schulabschluss begonnen werden – können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber hinaus mit der Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen. Das Programm eröffnet damit auch den Weg in eine weiterführende Ausbildung. Es beinhaltet eine Vorbereitungsphase, in der die Teilnehmenden sich einen Überblick über Pflege- und Betreuungsberufe verschaffen, ein Bewerbungstraining erhalten sowie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in einer Einrichtung unterstützt werden. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zudem sozialpädagogische und psychologische Hilfen in Anspruch nehmen. In einer zweiten Phase beginnt die Ausbildung. Während dieser Zeit stehen den Auszubildenden bei allen Fragen im Zusammenhang mit der Ausbildung weiterhin sozialpädagogische Ansprechpartner zur Seite. Auch die ausbildenden Einrichtungen können auf eine auf den besonderen Personenkreis zugeschnittene Unterstützung zugreifen.

Fazit der Redaktion pflegeinfos.net: Ein gut gemeintes Projekt und auf jeden Fall ein Hilfsangebot an Altenhilfe-Einrichtungen in Baden-Württemberg. Was aber auch dieses mit Steuergelden und öffentlichen Subventionen geförderte Programm nicht oder nur minimal erreichen kann – eigenmotivierte junge Menschen, die mit Spaß, Motivation und Ehrgeiz an die Arbeit gehen und Verantwortung für ihr Leben übernehmen.

August 2016. Redaktion pflegeinfos.net

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