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Freitag, 1. September 2023

Wenn Kliniken ältere Menschen schnell wieder entlassen - Forschungsprojekt inPortant in Stuttgart zeigt Wege im Entlassmanagement auf



Als Folge des demographischen Wandels werden in Krankenhäusern ältere und chronisch kranke Menschen behandelt, die nach Abschluss der stationären Behandlung auf umfassende Versorgung angewiesen sind. Um diesen Bedarf zu decken, sind Wiedereinweisungen oder die Nutzung von Kurzzeitpflege oder sogar der Umzug ins Pflegeheim häufige Folgen.

Die Möglichkeiten einer ambulanten Versorgung im Wohnumfeld werden leider nicht ausreichend ausgeschöpft und könnten hier Abhilfe schaffen. Das zeigt das neue Forschungsprojekt InPortant auf. Es wurde im Herbst 2022 vom Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg und dem Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart auf den Weg gebracht. Wissenschaftlich begleitet wird es durch die Duale Hochschule Baden-Württemberg.

Ambulante Versorgung nach Klinik optimal planen

Die Idee: Bei guter Planung der ambulanten Versorgung schon vor der Entlassung und enger Abstimmung mit dem behandelnden Krankenhaus, profitieren Menschen mit Pflegebedarf. Sie führt darüber hinaus auch zu einer nachhaltigen Entlastung von Pflegeheimen und Klinken durch den Wegfall von Wiedereinweisungen. Dafür ist ein umfassendes Fall-Management erforderlich, das heißt, die einzelne Person mit ihren Bedarfen wird genau betrachtet und eine individuelle Lösung für ihre Versorgung gefunden.

Ältere Menschen kommen aus der Klinik und bleiben sich selbst überlassen

Doch wird diese koordinierende Aufgabe bisher im Normalfall nur begrenzt wahrgenommen – der Patient wird in die Häuslichkeit entlassen und bleibt mit der Organisation seiner Versorgung auf sich und den behandelnden Hausarzt gestellt. Damit ist häufig eine Überforderung vorprogrammiert. 

Klinik und Sozialdienst in engem Austausch

Hier setzt das Projekt InPortant an: Mit der Rolle eines Fall-Managers, der im Rahmen des Projekts vom Sozialdienst der Else-Heydlauf-Stiftung, einer Einrichtung des Wohlfahrtswerks in Stuttgart, übernommen wird, soll diese Lücke geschlossen werden. Projektpartner der medizinischen Versorgung ist das Robert-Bosch-Krankenhaus. Gemeinsam wird ein Prozess erarbeitet, der insbesondere die Optimierung der Kommunikation über den Patienten und seinen speziellen Bedarf zum Ziel hat.

Ältere Patienten sollten daheim oder nahe des Wohnorts betreut werden

Dazu stehen digitale Kommunikationsmittel zur Verfügung, die für Sektor-übergreifende Fallbesprechungen eingesetzt werden können. Sind die Bedarfe der zu entlassenden Person klar definiert, kann der Sozialdienst diese mit den Möglichkeiten der ambulanten Versorgung abgleichen und eine Lösung erarbeiten, die eine Wiedereinweisung oder einen Umzug in ein Pflegeheim verzögern oder sogar komplett verhindern kann.

„Als Verantwortlicher für das Entlassmanagement von Seiten des Krankenhauses benötige ich einen Ankerpunkt, also ein Gegenüber als Experte für die Versorgungsstrukturen im jeweiligen Quartier, mit dem ich mich beraten und somit den Übergang in die ambulante Versorgung fließend und erfolgreich gestalten kann“, erläutert Thomas Bender, Leiter der RBK-Patientenkoordination.

Fall-Management-Prozess entwickeln

Im ersten Schritt wird eine Analyse durchgeführt, die das bestehende Entlassmanagement von Menschen mit poststationärem Versorgungsbedarf des Robert-Bosch-Krankenhauses beschreibt. Weiterhin wird der Prozess der Unterstützung von ehemaligen Patienten durch den ambulanten Sozialdienst der Else-Heydlauf-Stiftung untersucht. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Schnittstellen und dem Kommunikationsprozess zwischen Krankenhaus und Sozialdienst, da es gilt, alle wichtigen Informationen zumPatienten weiterzugeben. 

Kommunikationsmethoden wie die digitale Plattform „Patientenmanager“, die im Zusammenhang mit einem ärztlichen Konsil (Hinzuziehen eines weiteren Arztes zur Überprüfung einer Diagnose) eingesetzten Fallbögen oder eine Fallbesprechung, werden in diesem Zusammenhang auf ihre Eignung überprüft und ggf. weiterentwickelt. Darüber hinaus ist die Rolle des Fall-Managers zu beschreiben und die Möglichkeiten zu prüfen, wie eine Institutionalisierung dieser Funktion aussehen könnte. 

2024 ist Projektabschluss von InPortant

Am Ende des zweijährigen Projektes sollen Handlungsempfehlungen zur Verfügung stehen, die anderen Trägern und Einrichtungen Transferhilfen bieten, um in ihren je-weiligen Versorgungsgebieten Fall-Management-Strukturen aufzubauen und für Patienten im Entlassungsprozess bessere Versorgungsmöglichkeiten im direkten Wohnumfeld zu identifizieren. 

September 2023. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Wohlfahrtswerk


Dienstag, 3. November 2020

Die ersten 100 Tage im Amt: Elke Eckardt als neue Geschäftsführerin der Evangelischen Heimstiftung in Stuttgart aktiv


Seit August 2020 ist Elke Eckardt neue Geschäftsführerin bei der Evangelischen Heimstiftung (EHS). Gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider wird sie für Kontinuität und Verlässlichkeit an der Spitze des Unternehmens sorgen. Sie löst Ralf-Rüdiger Kirchhof ab, der rund 30 Jahre bei der EHS wirkte.

 

Elke Eckardt kommt aus dem Hause, ist seit 21 Jahren im Unternehmen. Ihren Weg zur EHS fand die Theologin und Betriebswirtin über die Tochterfirma ABG. Dort war Eckardt zwischen 1999 und 2002 Beraterin für betriebswirtschaftliche und theologische Fragestellungen. 2002 wechselte sie dann zum Mutterkonzern und leitete die interne Revision. 

 

Schon lange bei der Heimstiftung tätig

Seit 2011 ist Elke Eckardt Prokuristin für den Geschäftsbereich Organisation und Prozesse. „Frau Eckardt ist eine exzellente Fachfrau und herausragende Führungspersönlichkeit. Sie wird im Unternehmen als vortreffliche Kennerin aller Strukturen und Prozesse sehr geschätzt“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Mäule.

Große Verantwortung

Die Evangelische Heimstiftung wurde 1952 gegründet und ist Mitglied im Diakonischen Werk. Als größtes Pflegeunternehmen in Baden-Württemberg betreut sie 13.500 Kunden in 145 Einrichtungen. Dazu gehören 8 WohnenPLUS-Residenzen, 86 Pflegeheime, 30 Mobile Dienste, 19 Tagespflegen, eine Rehabilitationsklinik und eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. 9.200 Mitarbeiter und 830 Auszubildende schätzen die berufliche Sicherheit und Karriere-Perspektiven. 

 www.ev-heimstiftung.de 

 

November 2020. Redaktion pflegeinfos.net

Copyright Foto: EHS, PR


Mittwoch, 27. September 2017

Buch "Fachkräftemangel in der Pflege" informiert über Altenpflege und bietet Best Practice-Modelle. Arbeitsmarkt Pflege wird immer internationaler


Alle reden darüber, auch die Parteien kurz vor der Bundestagswahl im Herbst 2017 – doch passiert ist bislang leider wenig, und so wird der Fachkräftemangel in Krankenhäusern, stationären und ambulanten Altenpflegeeinrichtungen sowie bei privaten Pflegedienstleistern immer dramatischer in Deutschland. 

2030 werden allein im Krankenhauswesen 400.000 Pflegekräfte fehlen. Schon jetzt können die meisten Stellen nicht besetzt werden. Hinzu kommt: Während die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, nimmt die der Erwerbstätigen in der Pflege rapide ab. Guter Rat ist teuer.


Lösungsansätze und viel Fachwissen zum Thema liefert ein neues Buch, das sich an Führungskräfte im Pflegemanagement, in der Personalentwicklung und -Leitung in Einrichtungen der Pflege sowie in Verbänden und Institutionen richtet: "Fachkräftemangel in der Pflege - Konzepte, Strategien, Lösungen".

Bereits jetzt herrscht ein akuter Bedarf an geeignetem Personal. Darum wird es für Kliniken und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens immer wichtiger geeignetes Pflegepersonal zu finden und es dann auch zu halten. Das Buch stellt den derzeitigen Zustand im Personalwesen der Pflegeeinrichtungen dar. Die Internationalisierung des Arbeitsmarktes, Konkurrenz der Versorgungssettings und rechtliche Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Fachkraftquote werden diskutiert und erläutert.

Dem folgen die Vorstellung innovativer Ideen, Best-Practice-Modelle und das Untersuchen traditioneller Instrumente, die sich in anderen Branchen bereits bewährt haben. Die Lektüre des Buches sei auch allen Gesundheits- und Sozialpolitikern empfohlen!

Infos: „Fachkräftemangel in der Pflege - Konzepte, Strategien, Lösungen“: Bettig, Uwe (Hrsg.); Frommelt, Mona (Hrsg.); Schmidt, Roland (Hrsg.), 2012. XI, 372 Seiten. medhochzwei Verlag, EUR 54,95.

September 2017. Redaktion pflegeinfos.net

Dienstag, 24. Mai 2016

Fachinfo für Pflegemanager und pflegende Angehörige: Berliner Pflegekonferenz 2016 mit Themen Pflegerobotik und Fachkräftemangel in der Pflege

Auf der nächsten Berliner Pflegekonferenz am 8. und 9. November 2016 im Westhafen Event und Convention Center (WECC) in Berlin werden innovative Lösungsansätze und Pflegeprojekte auch mit Vertretern aus dem diesjährigen Partnerland Japan diskutiert.

Die Sicherung einer finanzierbaren und menschwürdigen Pflege ist eine der zentralen Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft. Hierfür Lösungen aufzuzeigen, ist das erklärte Ziel der Berliner Pflegekonferenz, auf der sich Experten und Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie professionell Pflegende und pflegende Angehörige zu wichtigen pflegebezogenen Themen austauschen und ihre Ideen und Erfahrungen präsentieren.

Partnerland Japan: Pflegerobotik und andere Innovativen
Mit seinem nach deutschem Vorbild errichteten Sozialversicherungssystem und vergleichbarer demographischer Entwicklung muss sich Japan ähnlichen Herausforderungen stellen wie Deutschland. „Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr Japan als Partnerland gewonnen zu haben“, so Yves Rawiel, Geschäftsführer von spectrumK und Initiator der Berliner Pflegekonferenz.


„Ich bin überzeugt, dass wir die Herausforderungen des demografischen Wandels nur gemeinsam meistern können. Ein zentrales Anliegen dieser Konferenz ist es daher auch unterschiedliche Herangehensweisen kennenzulernen. Nur so wird es gelingen, uns für neue unkonventionelle Lösungsansätzen zu öffnen, um diese für uns nutzbar zu machen.“

Berliner Pflegekonferenz 2016: Welche Auswirkungen hat das Pflegestärkungsgesetz III?
 

Fachkräftemangel und Stärkung der Kommunen
Darüber hinaus stehen aktuelle Fragen aus der Pflegepraxis im Fokus der Konferenz 2016. Wie steht es um den viel beschworenen Pflegenotstand und kann die Neuausrichtung der Pflegefachausbildung den akuten Fachkräftemangel beheben? Wie sieht eigentlich eine „kultursensible“ Pflege aus? Wie können digitale und andere Technologien dazu beitragen, eine möglichst lange häusliche Pflege zu ermöglichen? Auch der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und dessen Auswirkungen auf die Praxis in der Pflegeversicherung sowie die neue Rolle der Kommunen durch das Pflegestärkungsgesetz III (es greift ab 2017) werden diskutiert.
 

Pflege-Innovationspreise - jetzt bewerben
Höhepunkt des von spectrumK in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und den Spitzenverbänden der Betriebs- und Innungskrankenkassen ausgerichteten Events bilden die feierlichen Preisverleihungen: Unter der Schirmherrschaft von Karl-Josef Laumann, Staatssekretär des Bundesministeriums für Gesundheit, werden innovativer Pflegeprojekte mit dem Marie Simon Preis ausgezeichnet. Infos unter www.marie-simon-pflegepreis.de.


Darüber hinaus werden Unternehmen, die sich in besonderer Weise um die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verdient gemacht haben, mit dem Otto Heinemann Preis gewürdigt. Für diesen Preis hat Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Schirmherrschaft übernommen, um angesichts des wachsenden Bedarfs an qualifizierten Fachkräften zukunftsweisende Konzepte in Unternehmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu fördern. Infos unter www.otto-heinemann-preis.de.

Bewerbungen für beide Preise werden noch bis zum 31. August 2016 entgegengenommen.

Infos und Anmeldung zur Berliner Pflegekonferenz unter: www.berliner-pflegekonferenz.de 

Mai 2016. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: Rainer Sturm/pixelio.de