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Dienstag, 28. März 2017

Baden-Württemberg hat einen Demografie-Beauftragten: Thaddäus Kunzmann

Das Kabinett von Baden-Württemberg hat den ehemaligen Landtagsabgeordneten Thaddäus Kunzmann zum Demografiebeauftragten des Landes bestellt. Das teilte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha nach der Sitzung des Ministerrats mit. Der Demografiebeauftragte soll als Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, die Kommunen, die Wirtschaft und soziale Akteure im Land dienen und die mit dem demografischen Wandel einhergehenden Herausforderungen sowie Lösungskonzepte der Öffentlichkeit zugänglich machen.


Zur Unterstützung seiner Arbeit erhält der Demografiebeauftragte eine beim Sozial- und Integrationsministerium angesiedelte Geschäftsstelle mit zwei Mitarbeitern. Er arbeitet hauptamtlich und ist gegenüber der Landesregierung nicht weisungsgebunden.

Minister Lucha gratulierte Thaddäus Kunzmann zu seiner Ernennung. „Die Landesregierung widmet der Bewältigung der Herausforderungen, die durch den demografischen Wandel entstehen, große Aufmerksamkeit. Dabei spielen Themen wie ein altersgerechtes Leben und Wohnen, eine möglichst wohnortnahe Pflege sowie die beträchtlichen Potenziale der älteren Menschen bei der Bewältigung der gesellschaftlichen Veränderungen eine wichtige Rolle.“

Mit der Einrichtung eines Demografiebeauftragten setzt die Landesregierung eine Vorgabe des Koalitionsvertrages um. In seiner Funktion wird der Demografiebeauftragte eng mit den zuständigen Ministerien im Land zusammenarbeiten. Die Einrichtung der Stelle des Demografiebeauftragten ist zunächst für fünf Jahre vorgesehen.


März 2017. Redaktion pflegeinfos.net

Montag, 2. Mai 2016

Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz: Beratung und Hilfe für Wohngemeinschaften – mehr Selbstbestimmung der Bewohner

Am 12. Mai 2016 ist wieder internationaler Tag der Pflege. Angesichts des demografischen Wandels und der damit steigenden Zahl an Pflegebedürftigen einerseits und dem derzeitigen Fachkräftemangel in der Pflege andererseits ein Thema mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.

In Deutschland sind bereits jetzt rund 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig, bis 2030 wird sich diese Zahl um knapp eine Million auf rund 3,5 Millionen erhöhen. Das Thema Demenz spielt hierbei eine große Rolle, denn es sind aktuell über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt.


Gibt es neue Wege für die Pflege von Menschen mit Demenz?
Der Wunsch, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben, ist bei den meisten Menschen groß. Über 70 Prozent der Pflegebedürftigen - und das gilt auch für Demenzerkrankte - werden zu Hause versorgt. Für die Angehörigen oft eine große Herausforderung, denn diese stehen meist mitten im Leben. Beruf, Kinder und das eigene Haus oder die Wohnung in Schuss halten, diese Aufgaben bestimmen ihren Alltag. Ein pflegebedürftiger Angehöriger kommt dann noch hinzu.
 

Herausforderung für pflegende Angehörige: Demenz
Im Anfangsstadium lässt sich die Pflege zu Hause oft noch mit Hilfe von mehreren Familienangehörigen, Freunden oder ambulanten Pflegediensten realisieren. Doch bei fortschreitender Erkrankung kann eine Betreuung rund um die Uhr benötigt werden. Dann ist es für die Angehörigen meist unmöglich, die Versorgung weiter zu übernehmen. Es folgt die Herausforderung, eine geeignete Wohn- und Versorgungsform zu finden. Betreutes Wohnen, Demenz-WG oder gar Pflegeheim? 

Alters-WGs sind machbar
Die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz haben das Ziel, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen in ihrer Umgebung eine bestmögliche Unterstützung zu bieten. Auch zu Wohnformen und Pflege von Demenzkranken bieten einige Lokale Allianzen ihre Hilfe an. Zu einer noch neuen Wohnform berät zum Beispiel die Lokale Allianz Wohnkonzepte Schneider in Köln. Hier dreht sich alles um selbst verantwortete Wohngemeinschaften. Das Konzept ist gleichermaßen reiz- wie anspruchsvoll, denn die Vorbereitung für eine selbst verantwortete Senioren-Wohngemeinschaft ist vielfältig. Die Gruppe muss sich finden, eine gemeinsame Leitlinie für sich erarbeiten und konsequent durchsetzen. Es sind Verwaltungsaufgaben zu meistern und auch finanzielle Themen müssen offen besprochen werden. 


Pflicht in Senioren-Wohngemeinschaften: barrierefreie Bäder

Selbstbestimmung in der Wohngemeinschaft
"Die große Herausforderung liegt darin, dass die Mitbewohner einen gemeinsamen Konsens zu ihrer Wohnform finden müssen. Jeder hat ein eigenes Verständnis von Gemeinschaft. Der besondere Vorteil der selbstverwalteten Wohngemeinschaft liegt in der Selbstbestimmung", so die Beraterin Monika Schneider von Wohnkonzepte Schneider. Welcher Pflegedienst soll in welchem Umfang beauftragt werden? Welche Aufgaben werden selbst übernommen? "Eine selbstbestimmte Wohnform bedeutet auch mehr Arbeit, es werden mehr Entscheidungen abverlangt, aber die eigenen Interessen können so am besten gewahrt werden." 


Neue WG-Bewohner müssen sich vorstellen Wird in einer selbstverwalteten Wohngemeinschaft für Senioren ein Platz frei, bewerben sich manchmal viele Personen. Die bereits bestehende WG wählt dann danach aus, wer am besten zu ihnen passt. Auch für Angehörige ist das ein ganz wichtiger Punkt, denn so können sie ihren Familienmitgliedern eine individuelle und selbst gewählte Wohnsituation bieten, die zudem eine gute Betreuung sicherstellt. Bei Demenz-WGs von Pflegediensten und im Pflegeheim können individuelle Parameter in dieser Form selten berücksichtigt werden.

Lokale Allianzen werden vom Bund gefördert
Bis 2016 entstehen 500 Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz in ganz Deutschland. Über 1,5 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Die Unterstützung der an Demenz erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen gehört daher in den kommenden Jahren zu den dringlichsten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Deshalb hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in ganz Deutschland Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen in ihrer Umgebung bestmögliche Unterstützung zu bieten. 

Mehr Infos zu den Projekten der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz unter www.lokale-allianzen.de oder Telefon Berlin, 030 - 288 8378-38.
 


Mai 2016. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/Firma Gang-Way






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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Demenzbetreuung in Kliniken: Stuttgarter Beratungsunternehmen bietet Krankenhaus-Betreibern einen "Demenz-Check" an

Wie alters- und demenzsensibel sind unsere Krankenhäuser heute? In einer alternden Bevölkerung müssen sich auch Kliniken auf die optimale Betreuung von Demenzkranken  einstellen. Bereits heute leben in Deutschland ca. 1,4 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die Zahl wird sich bis 2050 mehr als verdoppeln, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.

Fakt ist aber auch: Kliniken und sonstige medizinische Einrichtungen sind noch nicht flächendeckend auf die Herausforderungen älterer Menschen mit einer Akuterkrankung und gleichzeitiger Demenz eingestellt. Für Betreiber von Kliniken hat die
HWP Planungsgesellschaft mbH (HWP) mit Sitz in Stuttgart deshalb einen so genannten "Demenz-Check – wie alters- und demenzsensibel sind wir?" erstellt.

Demenz-Check für Kliniken

"Mit dem Demenz-Check wollen wir Krankenhäuser zunächst für die drastische Zunahme von Patienten mit der Nebendiagnose Demenz und die damit verbundenen Herausforderungen sensibilisieren," so Annette Attanasio, HWP-Consultant und Mitglied im speziell hierfür etablierten HWP Kompetenzteam Alternde Gesellschaft/Demenz. 

Zudem zielt der HWP Demenz-Check darauf ab, für die Kliniken auf der Basis der Analyse ihrer aktuellen IST-Situation konkrete Verbesserungen aufzuzeigen.

Zur aktuellen Lage: Kliniken ohne strategische Berücksichtigung von Akutpatienten mit der Komorbidität Demenz sehen sich typischerweise zahlreichen Problemen gegenüber: Denn diese Patienten verfügen meist über eingeschränkte kognitive sensorische und kommunikative Fähigkeiten. Komplexe Handlungen sowie die Orientierung in Raum und Zeit fallen ihnen schwer. Bei einem Klinikaufenthalt von Akutpatienten mit Demenz verschlechtert sich häufig der Allgemeinzustand und es kommt vielfach zu einer hohen Delir- und Wiederaufnahmerate. Für die Kliniken besteht ein akuter Handlungsbedarf, sich hier patientenorientierter auszurichten.


"Der HWP Demenz-Check setzt als neues Beratungsangebot an diesem Handlungsbedarf von Akutkrankenhäusern an. Der Check gibt dem Krankenhausmanagement einen Überblick darüber, wie alters- und demenzsensibel ihr Krankenhaus heute ausgerichtet ist," erklärt Simone Bühler, die das HWP Kompetenzteam koordiniert. Hierzu fließen drei Analysekomponenten in die Auswertung ein:

1. Im ersten Schritt werden Daten ausgewertet, auf deren Basis aufgezeigt werden kann, wie stark das jeweilige Krankenhaus tatsächlich von der demografischen Entwicklung betroffen ist. 

2. Im zweiten Schritt wird das Leitungsgremium eines Krankenhauses zu relevanten Faktoren im Rahmen eines Gruppeninterviews befragt. Dieses wird durch eine betrieblich-bauliche Bestandsaufnahme durch eine Begehung am Beispiel eines festzulegenden Patientenpfades ergänzt, sodass beide Komponenten in die Bewertung des IST-Zustandes einfließen können. So werden Stärken und Schwächen und die Dringlichkeit des Handlungsbedarfes herausgearbeitet.
 
Simone Bühler, Koordination Kompetenzteam Demenz

3.  Abschließend erhält der Kunde in einem Management Summary konkrete Umsetzungsempfehlungen mit einer Einschätzung, ob und wie sie sich realisieren lassen. Diese werden den Faktoren Betriebsorganisation, Personal, Patient, Architektur, Innenarchitektur und technische Unterstützung zugeordnet, die in positivem Zusammenspiel als Erfolgsfaktoren fungieren können.

Das HWP Kompetenzteam Alternde Gesellschaft/Demenz, das den Demenz-Check erarbeitet hat, setzt sich aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammen – mit dabei sind Ärzte, Architekten, Innenarchitekten, Pflegekräfte, Medizintechniker, Wirtschaftswissenschaftler. Es hat sich zum Ziel gesetzt, alters- und demenzsensible Konzeptionen für Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen und Altenpflegeeinrichtungen sowie zur sektorenübergreifenden Vernetzung zu entwickeln. HWP berät, plant und baut seit mehr als 40 Jahren Krankenhäuser, Universitäts-, Spezial-, und Rehabilitationskliniken.

Das Konzept der Stuttgarter Beratungsgesellschaft kommt an. So ist der "HWP Demenz-Check" beim M&K Award 2014 des Fachmagazins Management & Krankenhaus als Finalist in der "Kategorie E: Klinik & Management" nominiert.
 

Infos: HWP Planungsgesellschaft mbH, Telefon (0711) 1662-212. 
www.hwp-planung.de

Oktober 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR
 
Consultant Annette Attanasio

Donnerstag, 23. August 2012

Neues Dienstleistungskonzept für Senioren in Stuttgart plus Laden mit nutzerfreundlichen Artikeln für ältere Menschen

In Stuttgart-Vaihingen begreift eine Existenzgründerin die demographische Entwicklung als Chance und realisiert ein neues Einzelhandels- und Dienstleistungskonzept für ältere Menschen – gemäß der "Forschungsagenda der Bundesregierung für den demographischen Wandel: Das Alter hat Zukunft" (November 2011). Darin geht es um die Forschung und die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen für ältere Menschen mit dem Ziel, die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern.

In Stuttgart-Vaihingen hat die Existenzgründerin Susanne Kleger diese Tatsache begriffen und ein für die Region Stuttgart bislang einzigartiges Konzept gegründet. Auf der strategischen Verknüpfung seniorengerechter Produkte und Dienstleistungen basiert ihre Unternehmensidee SENIOpartner. „Für jede Lebenssituation und jedes Alter gibt es mittlerweile das passende Produkt sowie qualifizierte Dienstleistungen“, zeigt sich Firmengründerin überzeugt.

Nachlassender Sehkraft, reduzierter Motorik und eingeschränkter Mobilität kann beispielsweise mit praktischen, einfach bedienbaren Produkten begegnet werden. In Susanne Klegers kleinem Ladengeschäft „SENIOpartner“ am Vaihinger Markt findet sich daher ein Sortiment an funktionellen, nutzerfreundlichen Artikeln. „Mindestens ebenso wichtig ist aber auch die Unterstützung durch professionelle Fachkräfte, wenn es ohne Hilfe im Seniorenhaushalt nicht mehr geht“, sagt Susanne Kleger.

Mit einer Hilfe an der Seite wird der Einkauf, die Reinigung der Wohnung, das Erledigen der Wäschdie Pflege des Gartens auch im Alter zum Kinderspiel. Daher kümmert sich die Unternehmerin um die pünktliche Ausführung von solchen Dienstleistungen. Darüber hinaus bietet Susanne Kleger die Vermittlung von qualifiziertem Betreuungs- und Pflegepersonal an, besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der 24-Stunden-Betreuung.

Ihre über 20-jährige Berufserfahrung in den Bereichen Betreuung, Pflege und Rehabilitation garantiert den Kundinnen und Kunden fachliche Qualifikation und einen riesigen Erfahrungsschatz. Das Geschäft befindet sich am Vaihinger Markt 24, 70563 Stuttgart-Vaihingen, Telefon (0711) 958 990 42. www.seniopartner.info
 

August 2012. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: Archiv



Sonntag, 28. August 2011

Unmöglich - Kürzungen im Förderprogramm altersgerechtes Bauen

Das soll mal wieder einer verstehen! Da werden in der Berliner Regierung große Reden geschwungen, Pflegegipfel zur Verbesserung der häuslichen Pflege abgehalten – und in der Praxis werden bewährte Fördermaßnahmen mal einfach so gekürzt! Aktuelles Beispiel ist die Förderung des alters- und behindertengerechten Umbaus von Bestandswohnungen. 

Eine wichtige Angelegenheit, weil Wohnen und Pflege zu Hause oder 24-Stunden-Betreuung in den eigenen vier Wänden nur möglich ist, wenn die Räume auf die Bedürfnisse ausgerichtet sind. Die beste pflegende Tochter oder die beste 24-Stunden-Betreuerin nützt nichts, wenn etwa der Zugang zum Bad zu eng ist oder keine Stufen im Haus die Bewegungsfreiheit einschränken.
 
Zur Lage: Nachdem für die Haushaltsjahre 2009 bis 2011 noch jeweils 80 und 100 Mio. Euro Programmmittel für die Förderung des alters- und behindertengerechten Umbaus von Bestandswohnungen vorgesehen waren, sieht der Kabinettsbeschluss zum Bundeshaushalt 2012 keinerlei Mittel für neue Maßnahmen mehr vor. Es sollen nur noch die in den vergangenen Jahren bereitgestellten Budgets abgewickelt werden.
 
Diesen Beschluss hält der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa, für kurzsichtig: "Die Streichung eines auch nach Ansicht der Bundesregierung erfolgreichen Programms mit einer Etatgröße von 0,1 Mrd. Euro ist angesichts der demografischen Herausforderungen nicht nachvollziehbar und kurzsichtig. Denn über kurz oder lang bekommen wir in vielen Regionen Deutschlands eine graue Wohnungsnot, weil barrierearme oder barrierefreie Wohnungen für Senioren fehlen."
 
Die aktuelle Studie "Wohnen im Alter" vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zeigt, dass kurzfristig einen Mehrbedarf von 2,5 Millionen altersgerechten und barrierereduzierten Wohnungen besteht, der bis 2030 auf drei Millionen ansteigen wird. Felix Pakleppa: "Dass die Bundesregierung vor diesem Hintergrund zwei Monate später ihre Meinung um 180 Grad ändert, ist nicht zu verstehen. Die demografische Entwicklung ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Angesichts der auf uns zukommenden Aufgaben sind 100 Millionen Euro ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der energetische Umbau des Wohnungsbestandes und demografisch bedingte Sanierungsmaßnahmen sind eigentlich essentielle Bestandteile einer konsistenten Wohnungsbaupolitik."

August 2011. Redaktion pflegeinfos.net/obs