Montag, 4. April 2016

Ratgeber für Senioren: Zu Hause gut versorgt – Tipps für ältere Menschen von der BAGSO

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) gibt mit dem Ratgeber „Zu Hause gut versorgt – Informationen und Tipps für ältere Menschen“ einen umfassenden Überblick rund um die Unterstützung von älteren Verbraucherinnen und Verbrauchern durch haushaltsnahe Dienstleistungen. Gefördert wird die Broschüre vom Bundeministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV).

Das Medium enthält Informationen über haushaltsnahe Dienstleistungen im Bereich Wohnen, Mobilität, Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung. Beispiele sind Fahr- und Begleitdienste oder Reinigungs- und Gartenarbeiten. Ältere Menschen wollen so lange wie möglich im eigenen Zuhause bleiben, auch wenn sie die eine oder andere Angelegenheit nicht mehr selbst erledigen können.

Mittlerweile gibt es zahlreiche seniorenbezogene Hilfs- und Unterstützungsleistungen, die im Zuge des demografischen und gesellschaftlichen Wandels noch zunehmen dürften. Unter der Vielzahl der Anbieter finden sich neben Vereinen und Wohlfahrtsorganisationen auch vermehrt Selbstständige oder Unternehmen, die selbstständige Dienstleister vermitteln. Transparenz und Vergleichbarkeit unterschiedlicher Angebote sind oft nicht gegeben. Hier hilft der Ratgeber, ein geeignetes, auf die persönlichen Bedürfnisse und die individuelle Situation zugeschnittenes Angebot zu finden.

„Inzwischen hat sich bundesweit ein Markt entwickelt, der gerade für Seniorinnen und Senioren kleinere und größere Dienstleistungen rund um den Alltag anbietet. Grundsätzlich ist diese Entwicklung zu begrüßen, denn die Angebote ermöglichen es, dass Menschen länger zu Hause wohnen können. Auf der anderen Seite ist der Markt recht unübersichtlich: von Seniorenbegleitern über Hausengel bis zu Besuchsdiensten gibt es vieles. Wir möchten mit diesem Ratgeber die Angebote transparenter machen und Sie gleichzeitig ermutigen, sich Unterstützung zu holen, wenn es nötig ist“, macht Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO, die Beweggründe zur Herausgabe des Ratgebers deutlich.


Haushaltsnahe Dienstleistungen, wie beispielsweise die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (sogenannte 24-Stunden-Betreuung) ermöglichen Teilhabe und ein längeres selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld. Sie bringen Unterstützung und Entlastung im Alltag sowie bei der Haushaltsführung.

Die Broschüre kann im Internet über die Homepage der BAGSO (www.bagso.de) bestellt werden. Als PDF-Download ist der Ratgeber sowohl auf den Seiten der BAGSO als auch des BMJV (www.bmjv.de) verfügbar. 


April 2016. Redaktion pflegeinfos.net




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Freitag, 1. April 2016

Mit dem Rollstuhl in den Urlaub 2016: gute Vorbereitung und die richtige Hotelwahl sind ganz wichtig. Barrierefreie Hotels in Südeuropa

Hotel Las Costas, Lanzarote – mit Rolli bequem in den Pool

Der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres – wenn nicht unvorhersehbare Barrieren im Hotel die Stimmung trüben. Der Lift ist zu schmal für den Rollstuhl, die Dusche nicht ebenerdig und am Pool fehlt es an Einstiegshilfen – Menschen mit Gehbehinderung und Senioren sind in Urlaubsunterkünften oft Hindernissen ausgesetzt, die Reisende ohne Handicap kaum wahrnehmen.

Egal, ob es sie auf eine Kanareninsel oder an die Riviera zieht: Mit den folgenden Tipps zur Hotelsuche und den Hotelvorschlägen des Reiseportals HolidayCheck steht dem Sommerurlaub 2016 im Rollstuhl nichts mehr im Wege: 

• HolidayCheck Forum: Von den Erfahrungen anderer Reisender profitieren
Auf HolidayCheck im Internet bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Recherche und des Austauschs. Zum einen lassen sich Hotels in einer bestimmten Destination nach dem Merkmal "Barrierefreiheit“ filtern. Wer unabhän
gig von der Theorie wissen möchte, wie es in der Praxis um ein Hotel gestellt ist, kann einen Blick auf einzelne Bewertungen werfen. Überschriften wie Niemals im Rollstuhl“ und "Auch mit Rolli gerne wieder“ liefern ungeschminkte Eindrücke. Wertvolle Tipps erhalten Urlauber auch im HolidayCheck Reiseforum, in dem sich ein Bereich mit dem Thema Handicap- und Barrierefreies Reisen befasst. Neben Ratschlägen zur Anreise finden sich hier länderspezifische Threads.

• Kontaktaufnahme mit dem Wunsch-Hotel
Filterfunktionen ermöglichen in dem Portal eine erste, grundlegende Hotelauswahl mit Bewertungen. Um sicher zu gehen, dass eine Unterkunft tatsächlich den eigenen Ansprüchen entspricht, sollten Reisende nicht zögern, ausgewählte Hotels direkt zu kontaktieren. So können
Fragen und Bedenken direkt angesprochen werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich Hotels vorab auf die Gäste einstellen können. Bei der Ankunft ist dann alles entsprechend vorbereitet und es gibt kein unnötiges Warten, zum Beispiel auf Leihequipment (Rollstuhl, Behindertentaxi).

• Buchen beim Spezialveranstalter
Wer nicht individuell recherchieren und buchen möchte, kann auf einen spezialisierten Reiseveranstalter zurückzugreifen. Anbieter wie Runa Reisen bieten Rollstuhlfahrern maßgeschneiderte Reisen in persönlich geprüfte Unterkünfte und organisieren alles von der Rollstuhl-Anmeldung bei der Airline bis hin zum Haustürtransfer.

• Empfehlenswerte Urlaubshotels für Rollstuhlfahrer und ihre Begleiter
HolidayCheck hat einzelne beliebte Hotels im Süden Europas zusammengestellt, in denen Rollstuhlfahrer ihren Sommerurlaub am Meer unbeschwert genießen können:

Teneriffa: Hotel Mar y Sol
Das 3-Sterne Kurhotel Mar y Sol auf Teneriffa verspricht erholsame Ferien für Menschen mit und ohne Behinderung. Die privat geführte Anlage im Bungalowstil ist vollständig mit dem Rollstuhl befahrbar und alle Zimmer sind barrierefrei. Abkühlung unter der kanarischen Sonne garantieren Hebelifter an den Pools. Auch am Schnuppertauchen können sich in der Mobilität
eingeschränkte Personen versuchen. Wen es ans Meer zieht, erreicht den Strand bequem über eine Holzplattform. HolidayCheck Nutzer berichten: "Für uns war es ein toller Erholungsurlaub. Ich konnte mit Rolli überall hin und auch viele Dinge alleine machen.

Rhodos: Elysium Resort & Spa Hotel
Das Fünf-Sterne Elysium Luxusresort auf Rhodos besticht durch seine moderne Architektur und eine imposante Größe. Die Hotelzimmer, Restaurants und Bars verteilen sich auf acht Stockwerke und mehrere Gebäude. Nicht zur vergessen die weitläufige Gartenanlage, die wie das gesamte Gelände barrierefrei ist. Gehbehinderte Gäste übernachten in komfortablen, rollstuhlgerechten Doppelzimmern. Mit einem Leihrollstuhl kann der Sandstrand in der Bucht von Kalithea besucht werden und auch für die Pools kann das Modell genutzt werden. Im Hotelrestaurant gilt es, sich nach der Rückkehr zwischen den Darbietungen in der Show-Küche und dem Panorama-Meeresblick zu entscheiden.

Mallorca: Hotel Aya Playa de Palma
Nur die lange und rollstuhlgerechte Uferpromenade trennt das 4-Sterne Hotel Ayan am malerischen Sandstrand Playa de Palma. Gehbehinderte Menschen gelangen hier ohne Probleme bis ans Wasser. Sie erwarten sonnenreichen Stunden am Strand oder entspannte Tage am Außenpool des Hotels. Außerhalb der Anlage sind Einkaufsmöglichkeiten nicht weit. Auf HolidayCheck berichten Reisende: "Super Hotel und sehr nette und freundliche Bedienung. Waren mit unserem Sohn, einem Rollstuhlfahrer dort. Zimmer war top und auch der Lift am Pool ideal für ihn, um ins Wasser zu kommen. Überall Rampen, sogar am Strand."

Aya Playa de Palma: rollstuhlgerechte Uferpromenade
 
Türkei: Limak Arcadia Golf & Sport Resort

Das Resort Limak Arcadia liegt in der beliebten Ferienregion Belek an der Türkischen Riviera. Gehbehinderte Gäste kommen im Hotel der gehobenen Mittelklasse in den Genuss von Badevergnügen und Sonne satt. Dank eines Liftersystems ist der Zugang zum Innen- und zum Außenpool problemlos möglich. Zum Glück, denn die ausgefallene Süßwasseranlage mit Blick auf Taurusgebirge und Pinienwälder sollte man sich nicht entgehen lassen. Für kulinarische Highlights sorgen im Limak Arcadia Golf & Sport Resort zahlreiche Restaurants. Von der türkischen über die italienische bis hin zur chinesischen Küche wird hier alles geboten.

Lanzarote: Hotel Las Costas
Direkt im touristischen Zentrum von Puerto del Carmen gelegen, haben Gäste des Hotel Las Costas es nicht weit bis zu zahlreichen kleinen Cafés, Bars und diversen Shoppingmöglichkeiten. In dem mit dem HolidayCheck Award 2016 ausgezeichneten Hotel wird es nicht langweilig: Nach einer Abkühlung im Pool, der über eine Rampe erreichbar ist, lädt die nahegelegene Bar mit ihren erstklassigen Cocktails zum Entspannen und Genießen ein. Die rollstuhlgerechten Zimmer mit Terrasse und Gartenblick befinden sich im Erdgeschoss und wurden erst kürzlich neu möbliert. Auf HolidayCheck wird berichtet: "Dieses Hotel ist wunderbar für Rollstuhlfahrer geeignet. Es gibt einen Fahrstuhl, sowie zu jedem Zimmer eine Rampe!“


Seniorenparadies Madeira: Hotel Golden Residence am Atlantik
Madeira: Hotel Golden Residence
Das Hotel Golden Residence ist von der malerischen Natur Madeiras umgeben. Die portugiesische Atlantikküste liegt nur knapp vier Flugstunden von Deutschland entfernt, bietet aber ganzjährig milde Temperaturen. Den Charme der barrierefreien 4-Sterne-Anlage auf der Blumeninsel“ machen nicht zuletzt die vielen fortschrittlichen Anwendungen und Therapien sowie die hoteleigenen Gärten aus. Der darin eingebettete Süßwasserpool mit Meerblick, die Sonnenterrasse und die Poolbar laden zum Entspannen ein. Eine Rampe ermöglicht unbeschwerte Erfrischung.

April 2016. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/: Hotel Las Costas ©Balu & Hilde provided by HolidayCheck, Hotel Golden Residence ©Golden Residence



Montag, 29. Februar 2016

Infoterminals in Altenheimen - auch das Stuttgarter Altenburgheim setzt jetzt auf Touch-Screen-Technologie


IT-Anwendungen halten auch im Altenheim Einzug. Ob in der Pflege, in der Alltagsbegleitung oder Verwaltung. Immer mehr Häuser nutzen auch Info-Terminals für Bewohner, Besucher oder Gäste im Haus. 

Ein neues elektronisches Info-Terminal gbit es nun auch im Altenburgheim in Stuttgart Bad-Cannstatt. Die Einrichtung gehört zum Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg. 

Anfang November 2015 wurde das System für Bewohner und Besucher eingeführt. Über ein sogenanntes „Touch-Panel“, das in der Eingangshalle steht, können Informationen über das Haus, Veranstaltungen und aktuelle Ereignisse abgerufen werden. Auch Fotos vom Haus und von verschiedenen Aktivitäten lassen sich betrachten.

Wer wissen möchte, welche Ansprechpartner welche Funktion und Telefondurchwahl im Haus haben, erfährt dies sekundenschnell, wenn er die Taste „Mitarbeiter“ drückt. Besucher können außerdem erfahren, in welchem Zimmer der Bewohner wohnt, den sie besuchen wollen.

Das System basiert auf der gleichen Technik wie das Intranet „WIN. Wie dieses wird es zentral in der Hauptverwaltung vom Wohlfahrtswerk vorgehalten - das Aktualisieren und Einstellen von Informationen oder Fotos erfolgt via Internet aber vom Sozialen Betreuungsdienst und der Verwaltung des Altenburgheims.


Februar 2016. Redaktion pflegeinfos.net

Donnerstag, 25. Februar 2016

Innovationspreis der Messe Altenpflege in Hannover 2016: mobiler Kochwagen und Vernetzungs-App ausgezeichnet!

Funktional und schick dazu: Kochwagen mit Arbeitsflächen

Der "INNOVATIONSPREIS ALTENPFLEGE" der gleichnamigen Fachmesse in Hannover geht in diesem Jahr an den gelernten Koch Frank Dornsiepen für seinen mobilen Kochwagen – ein bewegbares Gefährt mit vielfältigen Küchenutensilien und ausreichenden Arbeitsflächen. Dornsiepen überzeugte die Jury durch „vorbildlich gelebte Inklusion und gleichzeitigem Gespür für Mensch und Markt“. „Mit dem mobilen Kochwagen begegnet Frank Dornsiepen Pflegebedürftigen mit basal aktivierender Haltung“, so die Jury. Dornsiepens Konzept zeuge von sensiblem Gespür für die Belange des Menschen, von leidenschaftlicher Haltung zum eigenen Tun und von wachem Gründergeist.


Der Wagen kann mit einem Betreuer vor Ort zum gemeinsamen Kochen genutzt und somit als Bestandteil von Beschäftigungs- oder Therapiemaßnahmen gezielt eingesetzt werden. Der Pflegebedürftige werde durch eigenständiges Schälen, Schneiden und Zubereiten aktiv in das Kochen eingebunden. Als Projektleiter sind Christian Bock von der Tischlerei Bock und Frank Dornsiepen überzeugt von ihrer Idee, die auch bereits als Pilotprojekt im Alten-Wohn-Pflegeheim Christkönig in Bad Wildungen-Reinhardshausen erfolgreich eingesetzt und getestet wurde.

Den zweiten Preis erhielt die App „Life-Manager“. Die Kommunikationsplattform für die ambulante Pflege und Heime ermöglicht eine kontinuierliche Interaktion zwischen Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegepersonal. Maßgeschneiderte Module der App wie das Pinnwand-, Aufgaben-, Kalender- und Videomodul ermöglichen die Kommunikation. „Der Nutzer der App steht im Mittelpunkt und kann neben der Sprachfunktion, Kalender, Termine oder Bilder mit anderen teilen“, so die Jury.


Platz 2 für die App "Life Manager"



Februar 2016. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/FH Messe

 



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Donnerstag, 4. Februar 2016

Wie beschäftige ich eine ausländische Pflegekraft legal zu Hause? Kurztipps der privaten Krankenversicherung DKV

Eine ausländische Pflegekraft legal beschäftigen für eine 24h-Betreuung – wie geht das, was müssen pflegende Angehörige beachten? Lesen Sie hier kurze und nützliche Hinweise von Alexander Winkler, Pflegeexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Die Tipps ersetzen natürlich nicht das ausführliche Beratungsgespräch bein einem Pflegestützpunkt vor Ort oder bei einem Vermittlungsbüro für die 24h Betreuung. Im Internet finden sich inzwischen viele professionelle und zuverlässige Agenturen, die in Deutschland tätig sind und eine kompetente Beratung offerieren.

Tipp 1: Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt keine Kosten 
Ausländische Hilfen sind in Deutschland nicht als Pflegekräfte anerkannt. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt die Kosten nicht. Wer über die private Pflegezusatzversicherung ein Pflegetagegeld versichert hat, kann davon eine Haushaltshilfe bezahlen. Ansonsten sind die Kosten privat zu leisten.

Tipp 2: Agenturen bieten Vermittlungshilfe 
Viele Agenturen in Deutschland helfen bei der Vermittlung von Hilfskräften aus Osteuropa. Sie stellen den Kontakt zu Entsendefirmen im Ausland her. Bei der Auswahl der Vermittlungsagentur sollten Familien nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf das Leistungsspektrum achten. 

Tipp 3: Vorsicht bei Scheinselbstständigkeit 
Mit Hilfe einer Vermittlungsagentur können Familien auch selbstständige Hilfskräfte buchen. Die Familie schließt dann einen Dienstleistungsvertrag mit der Betreuungskraft. Doch Vorsicht: Bei dieser Variante besteht die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Familien sollten sich von der selbstständigen Pflegekraft entsprechende Nachweise vorlegen lassen und diese zur eigenen Sicherheit kopieren. 

Tipp 4: Familien können selbst Arbeitgeber werden 
Familien, die selbst Arbeitgeber einer Betreuungskraft werden wollen, müssen einiges beachten: Sie müssen diese beispielsweise bei der gesetzlichen Sozialversicherung anmelden und Lohnsteuer abführen. Weitere Informationen erhalten künftige Arbeitgeber bei der Bundesagentur für Arbeit. 



Legal eine 24h Hilfe verpflichten: Mit diesen Tipps klappt es

Februar 2016. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/ ERGO Versicherungsgruppe

Donnerstag, 28. Januar 2016

Hunde im Altenheim: Beispiele aus Einrichtungen des Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg - Besuchsdienst mit Vierbeinern

Der nachfolgende Beitrag wurde in der Hauszeitschrift des Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg (www.wohlfahrtswerk.de) im Herbst 2015 veröffentlicht:

Besuchsdienst auf vier Pfoten


Für eine professionelle tiergestützte Therapie in Seniorenheimen gibt es mittlerweile viele Konzepte. Doch auch schon der Besuch von Ehrenamtlichen mit ihren Hunden erfreut Bewohner und bringt Abwechslung in die Einrichtungen.  

Tiere im Altersheim: Sympathieträger bei älteren Menschen
Was für ein Durcheinander im Veranstaltungsraum: Langhaardackel Balou verdrückt sich durch die Beine eines Bewohners; Mischlingshündin Fanny beschnuppert zwei ältere Damen – und Border Collie Kira schlägt auf Kommando ihres Frauchens Heidi Klose Purzelbäume in der Mitte des Stuhlkreises. Es ist mal wieder Hunde-Besuchsdienst im Haus an der Steinlach in Mössingen (Landkreis Tübingen), so wie alle vierzehn Tage. Schon seit einigen Jahren kommen Ehrenamtliche mit ihren Tieren in die Einrichtung, die sich von den Teilnehmern streicheln, füttern oder auch nur bewundern lassen. „Jeder der Hunde hat besondere Eigenheiten, somit ist Abwechslung gewährleistet“, sagt Margarethe Werner, die Leiterin des Sozialdienstes. Gerade die sehr anhängliche und Streicheleinheiten liebende Kira habe ängstlichen Bewohnern die Scheu vor einem Hund genommen. Der Besuchsdienst wird freiwillig von Heide Klose, Sibylle Wahl, Lili Beck und Ruth Weber übernommen.

In der Einrichtung bereitet Margarethe Werner die Termine vor und aktiviert auch Bewohner aus der Pflege sowie Tagespflege-Gäste zur Teilnahme. Im Anschluss an die „Tobe-Stunde“ besuchen die Hundehalterinnen ausgewählte Bewohner auf den Etagen, auf Wunsch sogar bettlägerige Personen. Seit Kurzem wurde der Hunde-Besuchsdienst im Haus an der Steinlach konzeptionell erweitert. Einmal im Monat kommen nun Mädchen und Jungen des Kindergarten Stettiner Straße in die Einrichtung: Sie sind dann ebenfalls dabei, wenn Balou, Fanny, Kira und Farell im Veranstaltungsraum für Unterhaltung sorgen.


Begrüßungs-Karotte für die Hasen
Nur wenige Kilometer von Mössingen entfernt liegt Bisingen im Zollernalbkreis. Dort befindet sich das Haus im Park, wo im März 2015 zum ersten Mal „tierischer Besuch“ seine Aufwartung machte. Die Hunde, Meerschweinchen und Hasen sowie Huhn Adelheid kamen vom Begegnungshof Nepomuk in Balingen. „Die Betreiberin ist ausgebildete Heilerziehungspflegerin mit einer Zusatzqualifikation als Tiertherapeutin und hat auf dem Hof diverse therapeutische Angebote für Kinder, Menschen mit Behinderung oder alte Menschen gemacht“, berichtet Einrichtungsleiterin Marianne Haug. Wer wollte, konnte die handzahmen Tiere streicheln, auf den Schoß nehmen oder mit Gurken, Karotten und Salat füttern. Die Bewohnerinnen und Bewohner bekamen vorab schon den Auftrag, diese Leckereien für die Tiere herzurichten, was sie auch mit viel Freude gemacht haben. Schon hier waren alle aufgeregt und man sprach auch über eigene Tiere in der Vergangenheit. Erinnerungen wurden ausgetauscht.

Karotten für die Meerschweinchen
 Rein theoretisch hätte der Begegnungshof sogar mit Schafen, Esel oder Lamas in das Wohlfahrtswerk-Haus anreisen können. „Aufgrund des doch großen Aufwands haben wir uns beim ersten Besuch aber dagegen entschieden“, sagt Marianne Haug. Heute hätte sie vielleicht anders entschieden, denn leider zog die Betreiberin mit ihrer Familie nach Norddeutschland um, so dass es keine Folgetermine geben wird. Doch ganz ohne Tiere ist auch das Haus im Park nicht. Seit 1999 gehören Katzen zum Inventar. Aktuell schleicht Kater Tarzan über die Gänge. Dank einer Katzenklappe kann er kommen und gehen wie er will. Einige Bewohner mögen ihn sehr, er hält sich auch in deren Zimmer auf, andere meiden ihn – und er sie. Jeden Monat hat Tarzan zudem einen Auftritt im „Heimblättle“: Auf der letzten Seite gibt er humorvoll ein Hausanekdote des Vormonats zum Besten.


Hunde sorgen für guten Blutdruck
Diesen Job könnte im Haus Heckengäu (Heimsheim, Enzkreis) die Hündin Lili übernehmen. Sie kommt mit Frauchen Manuela Ehrler in die Einrichtung und hat dort inzwischen in allen Wohnbereichen viele Fans unter den Bewohnern und Mitarbeitern. Eigentlich unterstützt Manuela Ehrler den Frühstücksdienst, früher holte sie die Tagespflegegäste ab, doch aus großer Verbundenheit mit der Einrichtung führt sie zwei- bis viermal im Monat ehrenamtlich noch eine Hundespielrunde durch. Obwohl ohne spezielle Ausbildung ist Lili für ihre Besitzerin „der geborene Therapiehund“. Lili ist äußerst ruhig und geduldig, lässt sich gerne streicheln und folgt aufs Wort. Bis zu 15 Teilnehmer aus allen Wohnbereichen kommen im Foyer oder Garten zusammen und werfen ihr zum Beispiel einen Tennisball zu. Auch ohne Training legt die Hündin ihr Kinn mal auf das Knie eines Rollstuhlfahrers und „kuschelt“ ein wenig. Einrichtungsleitern Tina Laubengeiger wertet diese Situation so: „Dem Tier ist Aussehen und sozialer Status völlig egal“. Studien würden belegen, dass sich sogar die körperliche Gesundheit von älteren Menschen verbessern lasse, wenn ein Kontakt zu Tieren bestehe. Blutdruck und Herzfrequenz würden positive Werte aufweisen.

Stacheliger Besuch
Im Haus am Weinberg in Stuttgart-Obertürkheim gibt es derzeit keine festen Tier-Besuche. In der Vergangenheit sammelte die Einrichtung jedoch gute Erfahrungen mit einem Zwerghasen und einem Igel in der Betreuungsgruppe für "schwerst an Demenz erkrankte, ambulant versorgte Bewohner". Der Einsatz der Tiere war von den betreuenden Mitarbeitern organisiert worden und fand sehr positive Resonanz bei den Teilnehmern. Ungewollt avancierte in Obertürkheim dagegen Cleo zum Hausliebling. Den weißen Schäferhund bringt Carmen Christ-Sattler mit, wenn sie Fußpflegetermine hat. Cleo, so Einrichtungsleiter Erwin Müller, sei ein sehr geschätzter lieber Hund, dessen alleinige Anwesenheit schon therapeutischen Charakter habe. Dazu passt ein Zitat, das uns Marianne Haug, die Chefin des Hauses im Park, mit auf den Weg gegeben hat. Es stammt von Leonardo da Vini: „Die Sprache der Tiere ist begrenzt, aber was sie zum Ausdruck bringen, ist wichtig und nützlich“.

Buchtipp zum Thema Hunde in der tiergestützten Therapie: 
Leckerlis in der Hand verstecken, einen Ball holen lassen, den Hund durch einen Agilitytunnel schicken oder auf der Terrasse ein Hütchenspiel mit Plastikeimerchen aufbauen – wer in Anne Kahlischs Buch „Tiergestützte Therapie in Senioren- und Altenheimen“ (Kynos Verlag, 112 Seiten) blättert, erhält viele Anregungen für die Arbeit mit Hunden. Die Autorin schrieb ihre Diplomarbeit zum Thema und ist Mitbegründerin des Vereins „Therapiehunde Brandenburg“. Deswegen informiert sie auch über Grundvoraussetzungen wie zum Beispiel Gesundheit von Mensch und Tier, Versicherung oder Bedürfnisse von Demenz-Personen. Am spannendsten sind freilich ihre Praxisbeispiele wie „Die Macht der Berührung“ beim Besuch von bettlägerigen und komatösen Bewohnern. Ebenfalls ein guter Tipp von Anne Kahlisch sind die Übungen zur Förderung der Grobmotorik und Mobilisation bei Bewohnern. Dies gelingt zum Beispiel mit Bürsten und Kämmen eines Hundes.

Januar 2016. Frank Bantle/pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/Wohlfahrtswerk & Haus im Park, Bisingen











Donnerstag, 21. Januar 2016

Entwicklungen der Altenpflege in historischer Perspektive: Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft in Münster


Experte für die Geschichte der Pflege: Prof. Dr. Rüdiger Ostermann, FH Münster
 
In einem Brief an ihre Mutter aus dem Jahr 1831 schreibt Annette von Droste-Hülshoff, als sie schon fünf Wochen lang bei einer erkrankten Freundin wohnt, um sie zu pflegen und zu unterstützen: „Ich habe viel Last gehabt...“. Am Beispiel der berühmten Dichterin beleuchtet einer der Vorträge auf der fünften Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP) die Aufgaben und Risiken der häuslichen Krankenpflege.
 
Die Veranstaltung „Aktuelle Entwicklungen der Pflege in historischer Perspektive“ findet am Freitag (4. März 2016) von 10:30 bis 16:30 Uhr an der FH Münster, im Deilmannhaus, Johann-Krane-Weg 21, statt. Anmeldungen sind unter www.dg-pflegewissenschaft.de möglich.

Erst seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich eine Professionalisierung des Pflegeberufes. Die pflegehistorische Forschung ist ein noch relativ junges Wissenschaftsgebiet, welches die Sektion „Historische Pflegeforschung“ der DGP mit ihrer Fachtagung stärker etablieren möchte.
 
„Der Fachbereich Gesundheit als förderndes Mitglied der DGP freut sich, die Veranstaltung durchführen zu dürfen“, sagt Prof. Dr. Rüdiger Ostermann. Im Fokus stehen die vier Themen „Entwicklung der Pflegewissenschaft“, „Häusliche Pflege“, Palliative Care“ und „Pflegedokumentation.

Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaftler aus den Disziplinen Pflege, Medizin und Geschichte sowie an Praktiker aus der Gesundheitsbranche.
 
Information zur Veranstaltung und Anmeldung:

Januar 2016. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/FH Münster


Pflege gestern und heute – es gibt große Unterschiede