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Dienstag, 21. Februar 2023

Heimkosten in Baden-Württemberg extrem teuer - aktuelle Statistik des Verbands der Ersatzkassen zeigt Kostensteigerung auf

Ganz schön heftig: Im ersten Jahr Heimaufenthalt zahlen die Betroffenen bzw. deren Familien rund 2773 Euro pro Monat an Eigenbeteiligung. Die Zuschüsse der Pflegekasse sind schon rausgerechnet. Bundesweit wurde ein Durchschnitt von 2411 Euro ermittelt. Auch das ist eine Steigerung in den letzten zwölf Monaten von 278 Euro. 

Wie überall, so schlagen in der Verwaltung und Betreuung in Seniorenheimen gestiegene Energiekosten, höhere Löhne und allgemeine Lebenshaltungskosten wie Nahrung zu Buche.

Aktuell wurden diese Zahlen vom Verband der Ersatzkassen ermittelt. Wer als Heimträger mit Pflegekassen abrechnet, ist seit September 2022 verpflichtet, nach Tarif oder angepassten Tarifen die Pflegefachkräfte zu entlohnen. Diese Mehrkosten werden umgelegt - jeder Bewohner bzw. die Angehörigen zahlen es mit.

Entlastungszuschlag Pflegeheim - der Staat schießt zu

Was tut die Bundesregierung dagegen? Die sogenannten "Entlastungszuschläge Pflege" senken den Eigenanteil. Sie werden jedoch erst mehr, je länger eine Person stationär im Altenheim ist. Seit Januar 2022 gilt diese Regelung.

1. Jahr im Heim: 5 Prozent weniger Eigenanteil für den Posten Pflege

2. Jahr: 25 Prozent weinger

3. Jahr: 45 Prozent weniger

ab 4. Jahr: 70 Prozent weniger

In Baden-Württemberg zahlen Heimbewohner am meisten zu

Trotzdem müssen Heimbewohner oder ihre Familien finanziell ran. Wer in Baden-Württemberg nach vier Jahren im Altenheim die höchste Entlastung erhält, muss noch 1833 Euro jeden Monat privat bezahlen. Im Bundesdurchschnitt wurden 1671 Euro ermittelt.

Wichtig zu wissen: Neben den Kosten für Pflege und Betreuung gibt es noch die Punkte Unterkunft/Miete, Essen und Trinken sowie ein Investitionskostenzuschuss für die Einrichtung.


Februar 2023. Redaktion pflegeinfos.net


Sonntag, 24. Oktober 2021

Unterstützungsleistungen für Pflegedürftige und Pflege bis Ende 2021 gesichert: Corona-Hilfe der Bundesregierung

Pflege zu Hause durch promedica24 aus Polen

Im Rahmen der Aufrechterhaltung der pflegerischen Versorgung hat der Bun
desrat erneut einer Verordnung zugestimmt, die die Corona-Sonderregelungen für pflegende Angehörige verlängert. Alle gilt bis Jahresende 2021.

Doch einige Pflegekassen verwehren Anspruchsberechtigten die Nutzung. Das ist Leistungsverweigerung trotz klarer Gesetzgebung. Vermehrt kommt es beim Beratungsservice Verbund Pflegehilfe zu Anrufen wegen abgelehnter Sonderleistungen oder sogar Rückforderungen seitens der Pflegekasse.  

Pflegende Angehörige sind verunsichert

Verschiedene Kassen behaupten, die Corona-Sonderregelungen für die Pflege seien zum 3 im September bzw. im Mai, ausgelaufen.“ Das ist nicht korrekt!”, versichert Johannes Haas, Geschäftsführer des Verbund Pflegehilfe und beruft sich dabei auf die Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit aufgrund der Fortgeltung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. “Wir befinden uns noch immer in einer Pandemie. DiePolitik hat also richtig gehandelt und ganz offiziell die Sonderregelungen für die Pflege verlängert. Wenn manche Pflegekassen etwas anderes behaupten, und berechtige Leistungen streichen, dann ist das nicht tragbar”, so der Pflegeprofi weiter.


Die Pflegereform muss kommen in Deutschland 
Es zeigen sich nun beim Abflachen der Pandemie die Versäumnisse der letzten Jahre.
Statt aufzurüsten und sich dem steigenden Alter der Bevölkerung anzupassen, hat die 
Bundesregierung die Zeit verstreichen lassen und in letzter Minute ein “Reförmchen”
verabschiedet, das keinem wirklich hilft. Die Pflege muss deshalb ein zentrales Thema 
der kommenden Legislaturperiode werden. Pflegende Angehörige und professionelle 
Pflegende müssen gleichermaßen entlastet werden und Pflegebedürftige müssen
 endlich wieder eine Perspektive für ein würdevolles Leben im Alter erhalten.
 
 

 


















Folgende Sonderregelungen gelten 
bis 31. Dezember 2021:
 
• Der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro für Personen mit Pflegegrad 1 in 
häuslicher Pflege kann auch für andere notwendige Hilfen z. B. durch Nachbarn genutzt werden.
 
• Nicht genutzte Entlastungsbeträge aus 2019 und 2020 können noch bis zum
 31.Dezember 2021 verwendet werden und verfallen nicht wie normalerweise.
 
• Die Pflegegradbestimmung findet wieder vor Ort statt, kann jedoch im Einzelfall 
auch weiterhin telefonisch erfolgen.•Die Beratungsbesuche für Pflegegeldempfänger 
müssen verpflichtend abgerufen werden, dürfen allerdings auch weiterhin telefonisch stattfinden.
 
• Arbeitnehmer können sich 20 Tage statt 10 Tage freistellen lassen, um die Pflege 
eines Angehörigen zu organisieren. Das Pflegeunterstützungsgeld dient als Lohnersatz.
 
• Pflegende Angehörige können kurzfristiger und flexibler ihre Arbeitszeit zugunsten 
der Familienpflegezeit reduzieren.
 
• Für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch stehen 60 Euro statt 40 Euro zur Verfügung.
Hierzu zählen u. a. Mundschutze und Desinfektionsmittel.
 
Oktober 2021. Redaktion pflegeinfos/Quelle: Verbund Pflegehilfe
Copyright Fotos: PR/promedica24