Im Oktober 2013 startet in Stuttgart eine neue Altenpflegeschule mit einem innovativen Konzept und einem starken Träger, der Stiftung Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg. Bislang kann man in Stuttgart den Beruf des Altenpflegers
in vier Bildungsinstituten erlernen, durch die neue „Berufsfachschule für Altenpflege
und Altenpflegehilfe“ des Wohlfahrtswerks wird dieses Angebot im ersten Jahr um
28 Ausbildungsplätze erweitert, später sollen es deutlich mehr sein.
„Die Frage, wie qualifiziertes Personal gewonnen und entwickelt werden kann, stellt sich uns praktisch täglich“, begründet Vorstandsvorsitzende Ingrid Hastedt die Gründung einer eigenen Schule. „Wir können dort nicht nur junge Menschen ausbilden, sondern auch ausländische Bewerber für die Tätigkeit in deutschen Pflegeheimen qualifizieren.“
Eine weitere wichtige Chance, dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen, sieht Hastedt in der Weiterqualifizierung von Mitarbeitern, die bereits als Pflegehelfer in Pflegeheimen oder bei Pflegediensten arbeiten. Seit Anfang 2013 können diese nämlich nach einer Änderung des Altenpflegegesetzes durch den Bund eine auf zwei (statt drei) Jahre verkürzte berufsbegleitende Ausbildung zum Altenpfleger absolvieren.
Wer kann auf die neue Stuttgarter Altenpflegeschule gehen?
Für die reguläre dreijährige Ausbildung müssen die Bewerber entweder einen Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mitbringen. Bei Hauptschulabsolventen gilt: Sie benötigen die zweijähriger BerufsbilPdung oder alternativ eine einjährige Ausbildung zum Krankenpflege- oder Altenpflegehelfer. Die theoretische Ausbildung findet in der Altenpflegeschule statt, die Praxis erfolgt in Pflegeheimen oder -diensten des Wohlfahrtswerks und bei anderen Altenhilfeträgern. Gut zu wissen: Die meisten Einrichtungen des Wohlfahrtswerks befinden sich im Großraum Stuttgart.
Neuer Lehrplan für die Zukunft
Für die Ausbildung wurde ein modularer Lehrplan umgesetzt, der den neuesten Richtlinien entspricht. Das Wohlfahrtswerk ist damit Vorreiter bei den Stuttgarter Altenpflegeschulen. Grund: Die modulare Ausbildung erleichtert im späteren Berufsleben die Anerkennung der Kenntnisse, wenn Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium oder Weiterbildungen geprüft werden. Auch für internationale Berufswege ist sie hilfreich, weil die Module auch im Ausland die Anerkennung des deutschen Abschlusses erleichtern.
Die derzeit noch getrennten Ausbildungen der Kranken-, Kinder- und Altenpflege will die
Bundespolitik in den nächsten Jahren zu einer generalistischen Pflegeausbildung verschmelzen. „Auch bei dieser Entwicklung möchten wir von Anfang an mit dabei sein“, erklärt Ingrid Hastedt. Die Altenpflege bietet krisensichere Arbeitsplätze und eine Reihe von Entwicklungsmöglichkeiten, auch in Richtung eines Studiums.
Auch die Kohle stimmt für die jungen Leuten
Die Verdienstmöglichkeitensind besser als ihr Ruf: So verdient ein Altenpflege-Azubi beim
Wohlfahrtswerk im ersten Ausbildungsjahr 860 Euro, im zweiten 929 Euro und im dritten 1.055 Euro – Wochenendzuschläge und Sonderzahlungen kommen noch
dazu (Stand Herbst 2013). Damit liegen die Vergütungen deutlich über dem, was das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in einer Studie für andere Branchen ermittelt hat (Anm: verglichen wird hier jeweils 3. Ausbildungsjahr): Azubis im Einzelhandel verdienen demnach 857 Euro, im Hotel- und
Gaststättengewerbe 633 Euro und im KFZ-Handwerk 831 Euro. Selbst die Auszubildenden im Bankgewerbe und in der Metall- und Elektroindustrie bekommen mit 1.000 Euro bzw. 1.004 Euro im dritten Ausbildungsjahr weniger als die Altenpflege-Azubis.
Der Markt der Altenpflegeschulen in Stuttgart
Neben dem Bildungszentrum des Wohlfahrtswerks gibt es in Stuttgart folgende Bildungsinstitutionen für die Ausbildung zum/r Altenpfleger/in:
• Berufsfachschule für Altenpflege (Träger: Diakonisches Institut für Soziale Berufe gGmbH)
• Katholische Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe Stuttgart (Träger: Institut für soziale Berufe Stuttgart gGmbH)
• Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe (Träger: Eigenbetrieb
leben & wohnen der Landeshauptstadt Stuttgart)
• Berufsfachschule für Altenpflege (Träger: bfw – Berufsfortbildungswerk)
• Daneben bietet das Bildungszentrum des Robert-Bosch-Krankenhauses eine modellhafte Integrative Pflegeausbildung an. In dreieinhalb Jahren können dort gleich zwei Berufsabschlüsse, z.B. als Altenpfleger und als Gesundheits- und Krankenpfleger, erworben werden. Das Wohlfahrtswerk ist hier mit der Else-Heydlauf-Stiftung in Stuttgart-Zuffenhausen als praktischer Ausbildungsstätte von Anfang an beteiligt.
Weitere Informationen zur neuen Altenpflegeschule gibt es unter Telefon (0711) 619 26-142 oder auf der Homepage unter www.wohlfahrtswerk.de.
September 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: Archiv/riva-medien
Informationen für die Generation 60plus und pflegende Angehörige. Tipps und Neuigkeiten rund um häusliche und stationäre Pflege, 24-Stunden-Betreuung sowie Leben und Partnerschaft im Alter. Erstellt von Fachjournalisten und Experten.
Freitag, 27. September 2013
Sonntag, 15. September 2013
Woher kommt Parkinson? Tübinger Hirnforscher leiten Projekt Genom-Analyse und Einsatz von Stammzellen
Noch immer läuft die Parkinson-Forschung in der ganzen Welt auf Hochtouren. Zwar sind es nach neuesten Erkenntnissen Gene und Umweltfaktoren, die zur Entstehung der Parkinson-Krankheit führen. Doch welche Genfehler die Auslöser für die Schüttellähmung sind und wie die Umweltfaktoren den Untergang der Hirnzellen fördern, ist in den meisten Fällen noch unklar.
Ein von acht EU-Mitgliedsstaaten mit rund 4,7 Millionen geförderte Forschungsprojekt namens COURAGE-PD soll hier neue Erkenntnisse bringen. "COURAGE-PD" steht für “COmprehensive Unbiased Risk factor Assessment for Genetics and Environment in Parkinson‘s Disease” (mehr Infos siehe hier: LINK).
Das Projekt steht unter Leitung des Hertie Instituts für klinische Hirnforchung (HIH). Es kombiniert erstmals umfangreiche Genom-Analysen mit epidemiologischen Daten und dem Einsatz von Stammzellen, die heute aus der Haut der betroffenen Patienten gezüchtet werden können. Das Projekt ist Teil der größten globalen Forschungsinitiative „Joint Programming for Neurodegenerative Diseases (JPND)“. Ziel von JPND ist die europaweite Bündelung und Stärkung der Forschung im Bereich altersbedingter, neurodegenerativer Erkrankungen.
In den letzten Jahren wurden mehrere Gendefekte gefunden, die einen Morbus Parkinson auslösen können. „Jede einzelne Mutation erklärt jedoch nur eine sehr kleine Zahl von Erkrankungen. Für die meisten erblichen Parkinsonfälle sind die genetischen Ursachen unbekannt“, erläutert Professor Dr. med. Thomas Gasser, Vorstandsvorsitzender am Hertie Institut für klinische Hirnforschung (HIH) des Universitätsklinikums Tübingen und Koordinator der klinischen Forschung am Standort Tübingen des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).
Auch die epidemiologische Forschung habe Fortschritte gemacht. „Wir kennen Faktoren wie Kaffee oder Nikotin, die vor der Erkrankung schützen, während andere wie Kopfverletzungen oder Pestizide das Risiko zu erhöhen scheinen“, berichtet Gasser. „Aber wie diese Faktoren zusammenwirken und in die Erkrankungsmechanismen eingreifen, ist bisher unbekannt.“
Neue Technologien zur Genom-Analyse und zur Generierung von Stammzellen sollten diese Lücken jetzt schließen. Gemeinsam mit Neurowissenschaftlern aus acht anderen Ländern will das Tübinger Team das gesamte Erbgut von 300 Patienten mit besonderer familiärer Belastung analysieren. In einem weiteren Projekt wollen die Hirnforscher das Erbgut von 500 weiteren Personen, bei denen bereits Risikogene gefunden wurden, mittels einer „tiefen Sequenzierung“ näher unter die Lupe nehmen.
Die Relevanz der neu entdeckten Genfehler muss in einem zweiten Schritt an einer möglichst großen Anzahl von Patienten und Gesunden geprüft werden. Dafür kommen die Blutproben von mehr als 70.000 Personen, des von Tübinger Forschern mitbegründeten größten weltweiten Netzwerks „GEO-PD“ zu genetischen Ursachen der Parkinson-Krankheit, zum Einsatz. „Dieser Validierungsschritt ist notwendig, um statistische Zufallsbefunde auszuschließen“, sagt Gasser, der bei dieser Gelegenheit an etwa 10.000 Personen prüfen will, wie die Genmutationen zu in den letzten Jahren aufgespürten Umweltfaktoren passen.
Im letzten Schritt soll dann der Einfluss einzelner Mutationen an Stammzellen untersucht werden. Die Forscher greifen dazu die in den letzten Jahren entwickelte Technik der induzierten pluripotenten Stammzellen, kurz iPS-Zellen, zurück. Dabei werden Zellen aus einer Hautprobe der Patienten zunächst in Stammzellen umprogrammiert, um sie danach im Labor gezielt in Nervenzellen ausreifen zu lassen. Professor Gasser: „Wir können dann untersuchen, wie die Mutationen den Zelltod begünstigen und welchen Einfluss die Umweltfaktoren dabei haben.“ Die Forscher erhoffen sich auch Ansätze zur Entwicklung neuer Medikamente zur Vorbeugung oder Therapie der unheilbaren Erkrankung.
Zu den Forschungsprojekten: Die „Joint Programming Initiativen“ sind von den EU-Mitgliedsstaaten ins Leben gerufene und getragene Maßnahmen. Bislang sind 25 europäische Länder, sowie Kanada und Israel, der Pilotinitiative beigetreten. Das Ziel von JPND ist die europaweite Bündelung und Stärkung der Forschung im Bereich altersbedingter, neurodegenerativer Erkrankungen. www.neurodegenerationresearch.eu
Das Genetic Epidemiology of Parkinson‘s Disease (GEO-PD) Konsortium wurde im Jahre 2004 mit Tübinger Beteiligung gegründet und dient der Erforschung genetischer und umweltbedingter Ursachen der Parkinson-Krankheit weltweit. Zwischenzeitlich sind in diesem Konsortium Parkinson-Forscher von 57 Institutionen aus 29 Ländern und 6 Kontinenten zusammengeschlossen. www.geopd.org
September 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Ein von acht EU-Mitgliedsstaaten mit rund 4,7 Millionen geförderte Forschungsprojekt namens COURAGE-PD soll hier neue Erkenntnisse bringen. "COURAGE-PD" steht für “COmprehensive Unbiased Risk factor Assessment for Genetics and Environment in Parkinson‘s Disease” (mehr Infos siehe hier: LINK).
Das Projekt steht unter Leitung des Hertie Instituts für klinische Hirnforchung (HIH). Es kombiniert erstmals umfangreiche Genom-Analysen mit epidemiologischen Daten und dem Einsatz von Stammzellen, die heute aus der Haut der betroffenen Patienten gezüchtet werden können. Das Projekt ist Teil der größten globalen Forschungsinitiative „Joint Programming for Neurodegenerative Diseases (JPND)“. Ziel von JPND ist die europaweite Bündelung und Stärkung der Forschung im Bereich altersbedingter, neurodegenerativer Erkrankungen.
In den letzten Jahren wurden mehrere Gendefekte gefunden, die einen Morbus Parkinson auslösen können. „Jede einzelne Mutation erklärt jedoch nur eine sehr kleine Zahl von Erkrankungen. Für die meisten erblichen Parkinsonfälle sind die genetischen Ursachen unbekannt“, erläutert Professor Dr. med. Thomas Gasser, Vorstandsvorsitzender am Hertie Institut für klinische Hirnforschung (HIH) des Universitätsklinikums Tübingen und Koordinator der klinischen Forschung am Standort Tübingen des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).
Auch die epidemiologische Forschung habe Fortschritte gemacht. „Wir kennen Faktoren wie Kaffee oder Nikotin, die vor der Erkrankung schützen, während andere wie Kopfverletzungen oder Pestizide das Risiko zu erhöhen scheinen“, berichtet Gasser. „Aber wie diese Faktoren zusammenwirken und in die Erkrankungsmechanismen eingreifen, ist bisher unbekannt.“
Neue Technologien zur Genom-Analyse und zur Generierung von Stammzellen sollten diese Lücken jetzt schließen. Gemeinsam mit Neurowissenschaftlern aus acht anderen Ländern will das Tübinger Team das gesamte Erbgut von 300 Patienten mit besonderer familiärer Belastung analysieren. In einem weiteren Projekt wollen die Hirnforscher das Erbgut von 500 weiteren Personen, bei denen bereits Risikogene gefunden wurden, mittels einer „tiefen Sequenzierung“ näher unter die Lupe nehmen.
Die Relevanz der neu entdeckten Genfehler muss in einem zweiten Schritt an einer möglichst großen Anzahl von Patienten und Gesunden geprüft werden. Dafür kommen die Blutproben von mehr als 70.000 Personen, des von Tübinger Forschern mitbegründeten größten weltweiten Netzwerks „GEO-PD“ zu genetischen Ursachen der Parkinson-Krankheit, zum Einsatz. „Dieser Validierungsschritt ist notwendig, um statistische Zufallsbefunde auszuschließen“, sagt Gasser, der bei dieser Gelegenheit an etwa 10.000 Personen prüfen will, wie die Genmutationen zu in den letzten Jahren aufgespürten Umweltfaktoren passen.
Im letzten Schritt soll dann der Einfluss einzelner Mutationen an Stammzellen untersucht werden. Die Forscher greifen dazu die in den letzten Jahren entwickelte Technik der induzierten pluripotenten Stammzellen, kurz iPS-Zellen, zurück. Dabei werden Zellen aus einer Hautprobe der Patienten zunächst in Stammzellen umprogrammiert, um sie danach im Labor gezielt in Nervenzellen ausreifen zu lassen. Professor Gasser: „Wir können dann untersuchen, wie die Mutationen den Zelltod begünstigen und welchen Einfluss die Umweltfaktoren dabei haben.“ Die Forscher erhoffen sich auch Ansätze zur Entwicklung neuer Medikamente zur Vorbeugung oder Therapie der unheilbaren Erkrankung.
Zu den Forschungsprojekten: Die „Joint Programming Initiativen“ sind von den EU-Mitgliedsstaaten ins Leben gerufene und getragene Maßnahmen. Bislang sind 25 europäische Länder, sowie Kanada und Israel, der Pilotinitiative beigetreten. Das Ziel von JPND ist die europaweite Bündelung und Stärkung der Forschung im Bereich altersbedingter, neurodegenerativer Erkrankungen. www.neurodegenerationresearch.eu
Das Genetic Epidemiology of Parkinson‘s Disease (GEO-PD) Konsortium wurde im Jahre 2004 mit Tübinger Beteiligung gegründet und dient der Erforschung genetischer und umweltbedingter Ursachen der Parkinson-Krankheit weltweit. Zwischenzeitlich sind in diesem Konsortium Parkinson-Forscher von 57 Institutionen aus 29 Ländern und 6 Kontinenten zusammengeschlossen. www.geopd.org
September 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Donnerstag, 12. September 2013
Seniorenbetreuung Bad Schussenried: 24h-Stunden Haushaltshilfen aus Osteuropa helfen in Senioren-Haushalten
Die Zahl der pflegebedürftigen Senioren steigt,
die zu Hause professionell betreut werden müssen. Auch in Bad Schussenried
kommt es deshalb zu Betreuungsengpässen, wenn Angehörige die Pflege
daheim nicht übernehmen können und eine Einweisung in ein Alten- und
Pflegeheim nicht in Frage kommt.
Welche Alternativen gibt es konkret in der Region Oberschwaben für pflegende Angehörige? In vielen Fällen setzen sie auf eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, 24 Stunden am Tag. Für diese Dienstleistung können sie osteuropäische Betreuerinnen engagieren, die 24 Stunden im Pflegehaushalt bleiben und eine Alltagsbetreuung (mit Hauswirtschaft) gewährleisten und Angehörige entlasten.
Seit 2004 ist es möglich, über das EU-Entsendeabkommen eine Betreuerin zu beschäftigen. Dies erfolgt mit Hilfe von Pflegefirmen zum Beispiel in Warschau, Prag oder Budapest sowie Koordinatoren in Deutschland und ist zeitlich befristet. Die Betreuerin wohnt und lebt im Haushalt der Pflegeperson.
Welche Alternativen gibt es konkret in der Region Oberschwaben für pflegende Angehörige? In vielen Fällen setzen sie auf eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, 24 Stunden am Tag. Für diese Dienstleistung können sie osteuropäische Betreuerinnen engagieren, die 24 Stunden im Pflegehaushalt bleiben und eine Alltagsbetreuung (mit Hauswirtschaft) gewährleisten und Angehörige entlasten.
Seit 2004 ist es möglich, über das EU-Entsendeabkommen eine Betreuerin zu beschäftigen. Dies erfolgt mit Hilfe von Pflegefirmen zum Beispiel in Warschau, Prag oder Budapest sowie Koordinatoren in Deutschland und ist zeitlich befristet. Die Betreuerin wohnt und lebt im Haushalt der Pflegeperson.
In
der Praxis funktioniert die Zusammenarbeit zwischen der
osteuropäischen Betreuerin und der Pflegeperson sehr gut. Die meisten Kräfte sprechen gut deutsch und sind hauswirtschaftlich versiert. Im Verbund mit den ambulanten Diensten,
Ärzten und Angehörigen schaffen die 24-Stunden-Betreuerinnen ein
gutes Versorgungsnetz und geben den Familienangehörigen Sicherheit.
Die 24h Betreuerin aus Polen, aus Ungarn und Rumänien oder der Slowakei bleibt in aller Regel zwei bis vier Monate in Deutschland, macht dann Urlaub, um anschließend wieder nach Bad Schussenried, Steinhausen oder in die Gegend Winterstettendorf und Lippertsweiler zu kommen.
Die 24h Betreuerin aus Polen, aus Ungarn und Rumänien oder der Slowakei bleibt in aller Regel zwei bis vier Monate in Deutschland, macht dann Urlaub, um anschließend wieder nach Bad Schussenried, Steinhausen oder in die Gegend Winterstettendorf und Lippertsweiler zu kommen.
Gut
zu wissen: Seit Dezember 2011 gehört die oberschwäbische Region um Bad Schussenried zum Betreuungsgebiet von riva-care. Das private
Beratungs- und Betreuungsbüro aus Stuttgart vermittelt kurzfristig polnische und rumänische 24-Stunden-Haushaltshilfen bzw.
24h Betreuerinnen. Gemeinsam
mit osteuropäischen Partnerfirmen konnte riva-care
bereits ältere Menschen in Ingoldingen, Reinhardsweiler, Tannhausen, Hemmingen und in Bad Schussenried helfen.
Weitere Informationen zur privaten 24h-Stunden-Betreuung in Oberschwaben rund um Bad Schussenried, Bad Waldsee und Aulendorf erhalten Angehörige unter Telefon (0711) 966 66 533 oder im Internet unter www.riva-care.de
September 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: Archiv
Copyright Foto: Archiv
Donnerstag, 22. August 2013
Auszeichnung für SeniVita. Betreiber von Pflegeeinrichtungen gilt als "innovativ und zukunftsweisend"
Der in Franken beheimetete Träger von stationären Pflegeeinrichtungen SeniVita ist von Entscheidern und Experten der deutschen Pflegewirtschaft zum "Betreiber des Jahres" gewählt worden. Ausgezeichnet werden mit diesem Titel Unternehmen, die in ihrem Gebiet "wirtschaftlich erfolgreich", "strategisch überzeugend", "'innovativ und zukunftsweisend" sowie "unternehmerisch vorbildlich" sind.
Auf dem jährlichen Fachkongress "Altenheim EXPO" konnte SeniVita-Gründer und Geschäftsführer Dr. Horst Wiesent Anfang Juli 2013 in Berlin die Auszeichnung in Empfang nehmen. Die 1998 gegründete SeniVita Gruppe ist mittlerweile mit 17 Einrichtungen und rund 1300 Mitarbeitern der größte private Betreiber von Einrichtungen der Alten-, Behinderten- und Kinderpflege in Nordbayern.
Verliehen wird die Auszeichnung vom Fachmagazin "Careur Invest", dessen Leser Vorstände und Geschäftsführungen von Unternehmen der Pflege-, Immobilien- und Finanzwirtschaft sowie Experten aus der Pflegebranche sind. "Sie wissen am besten, wessen Performance sie derzeit am meisten beeindruckt. Die Meinung der Branche zählt", so Holger Göpel von der Zeitschrift.
'Wir freuen uns umso mehr über diese Auszeichnung, weil sie die Anerkennung von Fachleuten aus der Branche und auch Mitbewerbern widerspiegelt. Vielleicht hat sich herumgesprochen, dass wir eine Lösung für drei drängende Probleme in der Altenhilfe gefunden haben. Erstens für den Fachkräftemangel dank unserer eigenen Berufsfachschule für Altenpflege. Zweitens für die schwierige Finanzierung von Pflegeeinrichtungen durch den nachhaltigen und soliden SeniVita Mix aus Genussrechten, Fremdkapital und Eigenkapital. Und drittens für den Anspruch von Pflegebedürftigen auf ein weitgehend selbstbestimmtes Leben in einer eigenen Wohnung", sagt SeniVita-Gründer Dr. Horst Wiesent.
AltenPflege 5.0: Große Anerkennung bei den Fachleuten fand insbesondere das innovative Konzept "AltenPflege 5.0" von SeniVita. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus drei Bausteinen: seniorengerechtes Wohnen, häusliche Pflege und Tagespflege in einem Gebäude. Ein Vorteil dieses Konzepts sind auch flexiblere und arbeitnehmerfreundlichere Arbeitszeiten für die Beschäftigten.
SeniVita will ihr Wachstum in Qualität und Quantität weiter fortsetzen. Kürzlich eröffnete das Unternehmen seine erste Pflegeinrichtung im Großraum München. Zwei weitere sollen bis 2014 folgen. Darüber hinaus entwickelt die Firma gerade vier weitere Standorte in Oberbayern und Franken. www.senivita.de
August 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/Senivita
Auf dem jährlichen Fachkongress "Altenheim EXPO" konnte SeniVita-Gründer und Geschäftsführer Dr. Horst Wiesent Anfang Juli 2013 in Berlin die Auszeichnung in Empfang nehmen. Die 1998 gegründete SeniVita Gruppe ist mittlerweile mit 17 Einrichtungen und rund 1300 Mitarbeitern der größte private Betreiber von Einrichtungen der Alten-, Behinderten- und Kinderpflege in Nordbayern.
Verliehen wird die Auszeichnung vom Fachmagazin "Careur Invest", dessen Leser Vorstände und Geschäftsführungen von Unternehmen der Pflege-, Immobilien- und Finanzwirtschaft sowie Experten aus der Pflegebranche sind. "Sie wissen am besten, wessen Performance sie derzeit am meisten beeindruckt. Die Meinung der Branche zählt", so Holger Göpel von der Zeitschrift.
'Wir freuen uns umso mehr über diese Auszeichnung, weil sie die Anerkennung von Fachleuten aus der Branche und auch Mitbewerbern widerspiegelt. Vielleicht hat sich herumgesprochen, dass wir eine Lösung für drei drängende Probleme in der Altenhilfe gefunden haben. Erstens für den Fachkräftemangel dank unserer eigenen Berufsfachschule für Altenpflege. Zweitens für die schwierige Finanzierung von Pflegeeinrichtungen durch den nachhaltigen und soliden SeniVita Mix aus Genussrechten, Fremdkapital und Eigenkapital. Und drittens für den Anspruch von Pflegebedürftigen auf ein weitgehend selbstbestimmtes Leben in einer eigenen Wohnung", sagt SeniVita-Gründer Dr. Horst Wiesent.
AltenPflege 5.0: Große Anerkennung bei den Fachleuten fand insbesondere das innovative Konzept "AltenPflege 5.0" von SeniVita. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus drei Bausteinen: seniorengerechtes Wohnen, häusliche Pflege und Tagespflege in einem Gebäude. Ein Vorteil dieses Konzepts sind auch flexiblere und arbeitnehmerfreundlichere Arbeitszeiten für die Beschäftigten.
SeniVita will ihr Wachstum in Qualität und Quantität weiter fortsetzen. Kürzlich eröffnete das Unternehmen seine erste Pflegeinrichtung im Großraum München. Zwei weitere sollen bis 2014 folgen. Darüber hinaus entwickelt die Firma gerade vier weitere Standorte in Oberbayern und Franken. www.senivita.de
August 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/Senivita
Mittwoch, 21. August 2013
H.I.L.DE hilft in der Betreuung von demenzkranken Menschen. Erfahrungen aus dem Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg
Wie werden Pflegeeinrichtungen der wachsenden Zahl an demenzkranken Bewohnern gerecht? Das Lußhardtheim und das Kraichgauheim – beides Einrichtungen des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg – haben sich an einem Pilotprojekt beteiligt. Inzwischen ist das „Heidelberger Instrument zur Erfassung der Lebensqualität demenzkranker Menschen (H.I.L.DE)“ fester Bestandteil im Alltag der zwei Einrichtungen. Wir waren vor Ort und sprachen mit den Mitarbeitern:
Der Blick zurück kann Zukunft schaffen. Das gilt auch für den Umgang mit demenzkranken Bewohnern einer Pflegeeinrichtung. Nur wer die persönliche Biographie jedes Einzelnen kennt, seine emotionale Befindlichkeit und sein subjektives Erleben einst und heute, hat die Chance, eine optimale „Wohlfühl-Atmosphäre“ für ihn zu schaffen. Helen Lange, Einrichtungsleiterin des Lußhardtheims in Waghäusel, nennt Beispiele aus dem Alltag der 48 Bewohner: „Es gibt Menschen, die meiden bestimmte Räume im Haus. Es gibt Frauen, die haben vor männlichen Mitarbeitern Angst, weil sie früher vom Ehemann misshandelt wurden. Und es gibt schwer Demenzkranke, die ihr tagelanges Schweigen brechen, wenn sie etwa eine alte Kaffeemühle in die Hand nehmen.“
Bei der individuellen Beurteilung der dementen Bewohner und den daraus folgenden Maßnahmen zur Steigerung des Wohlbefindens nutzt das Lußhardtheim ebenso wie das benachbarte Kraichgauheim (Bad Schönborn) seit 2003 das neue „Heidelberger Instrument zur Erfassung der Lebensqualität demenzkranker Menschen“, kurz H.I.L.DE. genannt. Beide Einrichtungen des Wohlfahrtswerks haben sich an dem Forschungsprojekt des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg beteiligt – und wenden es auch nach Abschluss im Jahr 2009 mit großem Erfolg an.
Persönliche Lebensqualität von dementiell Erkrankten verbessern
Als Diagnostiktool gliedert sich H.I.L.DE. in acht messbare Bereiche: räumliche Umwelt, soziale Umwelt, Betreuungsqualität, Verhaltenskompetenz, medizinisch-funktionaler Statuts, kognitiver Status, subjektives Erleben und emotionale Befindlichkeit. Gerade die letzteren beiden Bewertungspunkte liefern den Betreuern wertvolle Informationen.
Helene Lange: „Schon mit einfachen Korrekturen im Heimalltag lassen sich für einzelne Bewohner Verbesserungen erzielen“. Als Beispiele nennt sie eine hellere Beleuchtung im Haus, eine geschlechterspezifische Personalplanung bei einzelnen Bewohnern oder vermehrte Besuche im „Erinnerungszimmer“ des Lußhardtheims, wo eine Biographiearbeit stattfindet. Mit H.I.L.DE. lassen sich selbst bei schwer demenzkranken Personen persönliche Vorlieben und Abneigungen feststellen.
Dazu schreibt die Berner Gerontologin Prof. Dr. Stefanie Becker in einem Fachaufsatz: „Die Beschreibung von Lebensqualität in einem individuellen Profil über alle erfassten Lebensbereiche hat den entscheidenden Vorteil, dass die Lebensqualität differenziert wird“.
Pflegepersonal vor Ort führt die Bewertung selbständig durch
Wie wird bei H.I.L.DE. erfasst? Wie viel Aufwand ist erforderlich? Für jeden Bewohner wird zunächst ein Erfassungsheft erstellt – darin werden sehr akribisch Details aller acht Messbereiche festgehalten: zum Beispiel wie häufig eine Bewohnerin Kontakt zu „positiv bedeutsamen Bezugspersonen“ hat, ob sich ein Bewohner an bestimmten Plätzen öfters am Tag aufhält und ob bzw. wo er Schmerzen hat. Dokumentiert werden darüber hinaus auch objektive Umweltmerkmale, etwa die Lichtstärke im Bewohnerzimmer oder die farbliche Gestaltung der Wohnbereiche. Die addierten Ergebnisse aus dem Erfassungsheft gelangen in Referenzbögen. Davon gibt es vier Varianten (Kompetenzgruppen), für leicht Demenzkranke bis zu schweren Fällen mit psychopathologischer Auffälligkeit.
Mitarbeiter im Pflegeheim fühlen sich eingebunden und bestätigt
Anhand dieser umfangreichen und stets individuellen Erhebungen können die Pflege-Einrichtungen dann ihre Maßnahmen auf einzelne Personen oder Gruppen abstimmen. H.I.L.DE. wird in aller Regel einmal pro Jahr durchgeführt, bei Erstanwendungen rechnet man mit 1,5 Stunden Zeitaufwand pro Bewohner. Experten raten aber dazu, bei Fortschreiten der Erkrankung ein Aktualisierung alle vier bis sechs Monate zu organisieren, um zeitnah Veränderungen in der Persönlichkeit des Bewohners zu erfassen oder ihn in eine andere Kompetenzgruppe einzustufen.
„Was uns an H.I.L.DE. besonders begeistert, ist die Messung und Erfassung durch unser Personal“, sagt Helen Lange. In der Tat setzt das Instrument auf die Expertise der Pflegenden vor Ort. Sie beobachten die Bewohner, führen Interviews mit ihnen und Angehörigen und lassen medizinische Daten sowie die Fakten aus der Pflegedokumentation miteinfließen. Abschließend erfolgt eine Besprechung in der Gruppe, ehe die Referenzbögen verabschiedet werden. Das sorgt im Innenverhältnis auch für mehr Anerkennung und Motivation der Mitarbeiter.
H.I.L.DE. entspricht dem Memorandum des Wohlfahrtswerks
Helen Lange ist davon überzeugt, dass H.I.L.DE. in Zukunft in vielen weiteren Einrichtungen in Deutschland und anderswo zum Einsatz kommt. Denn im Vergleich zum älteren Dementia Care Mapping (DCM) werden hier alle Lebensbereiche des einzelnen Bewohners erfasst und das Know-how das Personal gefragt. DCM setzt dagegen auf die Beobachtung durch externe Experten und widmet sich ausschließlich den öffentlichen Bereichen einer Einrichtung.
Und noch ein Vorteil erwähnen die Mitarbeiter im Lußhardtheim und Kraigauheim, wenn sie von H.I.L.DE. berichten – es spiegelt für sie eine Kernthese des Qualitätsmemorandums des Wohlfahrtswerks wider, wo es heißt, „entscheidend für das Wohlbefinden ist nicht wie Dritte Lebensqualität beurteilen oder messen, sondern das subjektive Erleben des Bewohners“.
Wohngruppenkonzept ist optimal in der Demenzbetreuung
H.I.L.DE. kann seine positive Wirkung für Menschen mit Demenz aber nur entfalten, wenn das Pflegekonzept konsequent auf die dementen Bewohner ausgerichtet ist. Im Lußhardtheim sieht man sich dafür gut aufgestellt – über Wohngruppen werden die 48 Bewohner vom Pflegepersonal und vier Betreuungsassistenten im Rahmen einer geregelten Ganztagesbetreuung versorgt.
Sinnesgarten im Lußhartheim
Stolz ist man in der Einrichtung auf die Kreativwerkstatt im ersten Stock – Demenzkranke fertigen hier Gemälde, Collagen oder Schablonenbilder und erhalten sich so manuelle und kreative Fähigkeiten. Seit 2012 bietet das Lußhardtheim noch mehr Lebensqualität für jeden einzelnen Bewohner und die Gruppen – hinter dem Haus wurde ein kleiner Sinnesgarten angelegt, der dank einer Außensicherung jederzeit betreten werden kann. Die ersten dementen Bewohner, so heißt es in Waghäusel, hätten sich schon ihre Lieblingsplätze erobert. www.wohlfahrtswerk.de
August 2013. Frank Bantle/Redaktion pflegeinfos.net
Der Blick zurück kann Zukunft schaffen. Das gilt auch für den Umgang mit demenzkranken Bewohnern einer Pflegeeinrichtung. Nur wer die persönliche Biographie jedes Einzelnen kennt, seine emotionale Befindlichkeit und sein subjektives Erleben einst und heute, hat die Chance, eine optimale „Wohlfühl-Atmosphäre“ für ihn zu schaffen. Helen Lange, Einrichtungsleiterin des Lußhardtheims in Waghäusel, nennt Beispiele aus dem Alltag der 48 Bewohner: „Es gibt Menschen, die meiden bestimmte Räume im Haus. Es gibt Frauen, die haben vor männlichen Mitarbeitern Angst, weil sie früher vom Ehemann misshandelt wurden. Und es gibt schwer Demenzkranke, die ihr tagelanges Schweigen brechen, wenn sie etwa eine alte Kaffeemühle in die Hand nehmen.“
Bei der individuellen Beurteilung der dementen Bewohner und den daraus folgenden Maßnahmen zur Steigerung des Wohlbefindens nutzt das Lußhardtheim ebenso wie das benachbarte Kraichgauheim (Bad Schönborn) seit 2003 das neue „Heidelberger Instrument zur Erfassung der Lebensqualität demenzkranker Menschen“, kurz H.I.L.DE. genannt. Beide Einrichtungen des Wohlfahrtswerks haben sich an dem Forschungsprojekt des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg beteiligt – und wenden es auch nach Abschluss im Jahr 2009 mit großem Erfolg an.
Persönliche Lebensqualität von dementiell Erkrankten verbessern
Als Diagnostiktool gliedert sich H.I.L.DE. in acht messbare Bereiche: räumliche Umwelt, soziale Umwelt, Betreuungsqualität, Verhaltenskompetenz, medizinisch-funktionaler Statuts, kognitiver Status, subjektives Erleben und emotionale Befindlichkeit. Gerade die letzteren beiden Bewertungspunkte liefern den Betreuern wertvolle Informationen.
Helene Lange: „Schon mit einfachen Korrekturen im Heimalltag lassen sich für einzelne Bewohner Verbesserungen erzielen“. Als Beispiele nennt sie eine hellere Beleuchtung im Haus, eine geschlechterspezifische Personalplanung bei einzelnen Bewohnern oder vermehrte Besuche im „Erinnerungszimmer“ des Lußhardtheims, wo eine Biographiearbeit stattfindet. Mit H.I.L.DE. lassen sich selbst bei schwer demenzkranken Personen persönliche Vorlieben und Abneigungen feststellen.
Dazu schreibt die Berner Gerontologin Prof. Dr. Stefanie Becker in einem Fachaufsatz: „Die Beschreibung von Lebensqualität in einem individuellen Profil über alle erfassten Lebensbereiche hat den entscheidenden Vorteil, dass die Lebensqualität differenziert wird“.
Pflegepersonal vor Ort führt die Bewertung selbständig durch
Wie wird bei H.I.L.DE. erfasst? Wie viel Aufwand ist erforderlich? Für jeden Bewohner wird zunächst ein Erfassungsheft erstellt – darin werden sehr akribisch Details aller acht Messbereiche festgehalten: zum Beispiel wie häufig eine Bewohnerin Kontakt zu „positiv bedeutsamen Bezugspersonen“ hat, ob sich ein Bewohner an bestimmten Plätzen öfters am Tag aufhält und ob bzw. wo er Schmerzen hat. Dokumentiert werden darüber hinaus auch objektive Umweltmerkmale, etwa die Lichtstärke im Bewohnerzimmer oder die farbliche Gestaltung der Wohnbereiche. Die addierten Ergebnisse aus dem Erfassungsheft gelangen in Referenzbögen. Davon gibt es vier Varianten (Kompetenzgruppen), für leicht Demenzkranke bis zu schweren Fällen mit psychopathologischer Auffälligkeit.
Mitarbeiter im Pflegeheim fühlen sich eingebunden und bestätigt
Anhand dieser umfangreichen und stets individuellen Erhebungen können die Pflege-Einrichtungen dann ihre Maßnahmen auf einzelne Personen oder Gruppen abstimmen. H.I.L.DE. wird in aller Regel einmal pro Jahr durchgeführt, bei Erstanwendungen rechnet man mit 1,5 Stunden Zeitaufwand pro Bewohner. Experten raten aber dazu, bei Fortschreiten der Erkrankung ein Aktualisierung alle vier bis sechs Monate zu organisieren, um zeitnah Veränderungen in der Persönlichkeit des Bewohners zu erfassen oder ihn in eine andere Kompetenzgruppe einzustufen.
„Was uns an H.I.L.DE. besonders begeistert, ist die Messung und Erfassung durch unser Personal“, sagt Helen Lange. In der Tat setzt das Instrument auf die Expertise der Pflegenden vor Ort. Sie beobachten die Bewohner, führen Interviews mit ihnen und Angehörigen und lassen medizinische Daten sowie die Fakten aus der Pflegedokumentation miteinfließen. Abschließend erfolgt eine Besprechung in der Gruppe, ehe die Referenzbögen verabschiedet werden. Das sorgt im Innenverhältnis auch für mehr Anerkennung und Motivation der Mitarbeiter.
H.I.L.DE. entspricht dem Memorandum des Wohlfahrtswerks
Helen Lange ist davon überzeugt, dass H.I.L.DE. in Zukunft in vielen weiteren Einrichtungen in Deutschland und anderswo zum Einsatz kommt. Denn im Vergleich zum älteren Dementia Care Mapping (DCM) werden hier alle Lebensbereiche des einzelnen Bewohners erfasst und das Know-how das Personal gefragt. DCM setzt dagegen auf die Beobachtung durch externe Experten und widmet sich ausschließlich den öffentlichen Bereichen einer Einrichtung.
Und noch ein Vorteil erwähnen die Mitarbeiter im Lußhardtheim und Kraigauheim, wenn sie von H.I.L.DE. berichten – es spiegelt für sie eine Kernthese des Qualitätsmemorandums des Wohlfahrtswerks wider, wo es heißt, „entscheidend für das Wohlbefinden ist nicht wie Dritte Lebensqualität beurteilen oder messen, sondern das subjektive Erleben des Bewohners“.
Wohngruppenkonzept ist optimal in der Demenzbetreuung
H.I.L.DE. kann seine positive Wirkung für Menschen mit Demenz aber nur entfalten, wenn das Pflegekonzept konsequent auf die dementen Bewohner ausgerichtet ist. Im Lußhardtheim sieht man sich dafür gut aufgestellt – über Wohngruppen werden die 48 Bewohner vom Pflegepersonal und vier Betreuungsassistenten im Rahmen einer geregelten Ganztagesbetreuung versorgt.
Sinnesgarten im Lußhartheim
Stolz ist man in der Einrichtung auf die Kreativwerkstatt im ersten Stock – Demenzkranke fertigen hier Gemälde, Collagen oder Schablonenbilder und erhalten sich so manuelle und kreative Fähigkeiten. Seit 2012 bietet das Lußhardtheim noch mehr Lebensqualität für jeden einzelnen Bewohner und die Gruppen – hinter dem Haus wurde ein kleiner Sinnesgarten angelegt, der dank einer Außensicherung jederzeit betreten werden kann. Die ersten dementen Bewohner, so heißt es in Waghäusel, hätten sich schon ihre Lieblingsplätze erobert. www.wohlfahrtswerk.de
August 2013. Frank Bantle/Redaktion pflegeinfos.net
Dienstag, 20. August 2013
Initiative Hausnotruf: Ältere Menschen als Berater, wenn es um neue Dienstleistungen für mehr Selbständigkeit im Alter geht
![]() |
| Treffen der Fokusgruppe zum Thema Selbständig im Alter |
Von glücklich verliebt bis glücklich getrennt – wie leben Senioren heute? Was sind die Freuden und Leiden, die sie im Alltag beschäftigen? Und wie sieht ihr Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln aus? Die bundesweite Initiative Hausnotruf hat bei ihrer ersten Fokusgruppe mit sieben Senioren gesprochen. Ein erstes Fazit: Im Alter fehlt die Zeit.
Erfahrungsberichte: Im Mai 2013 trafen sich fünf Frauen und zwei Männer im Alter 65 bis 75 Jahren zur ersten Fokusgruppe der Initiative Hausnotruf. Die Senioren saßen bei Kaffee und Kuchen in Berlin zusammen und besprachen, diskutierten und hinterfragten leidenschaftlich, aber respektvoll das Thema "Selbständig im Alter". Unter der Leitung von Claudia Groetschel von der Geschäftstelle der Initiative Hausnotruf erzählten die Senioren ihre ganz persönlichen Lebenswege und wie sie heute leben. Danach befassten sie sich mit den Lösungen technischer Assistenzsysteme für den Komfort im Alltag und für Notfälle.
Die Fokusgruppe wurde ins Leben gerufen, um die Interessen und Bedürfnisse der heutigen Senioren jenseits von Statistiken noch genauer zu erfahren. Nur so ist es möglich, auch in Zukunft hilfreiche Lösungen und Dienstleistungen zu entwickeln, die den Alltag im Alter sicherer machen und erleichtern. Fazit: Zeit und Geld sind Mangelware. Handy, Internet und Mails sind auch für die Teilnehmer der Fokusgruppe Standard. Und die modernen Hausnotrufsysteme werden von allen als sehr sinnvoll erachtet.
Zum Beispiel erzählte Karin Heinemann (74) von ihrer Mutter: "Sie war schon immer ein großer Sturkopf. Auch als sie sagte, ich könne den Hausnotruf gleich wieder abmelden. Ironischerweise rettete ihr dann aber genau der rote Knopf das Leben, als sie nicht mehr alleine aus der Badewanne raus kam." Frau Heinemann selbst hat noch keinen Hausnotruf. Denn: Sie hat eine Abmachung, dass sie und eine Freundin sich jeden Morgen um 9 Uhr anrufen. Diese sei jetzt aber 14 Tage im Urlaub. "Jetzt ist da keine Kontrolle mehr. Und gerade bei Alleinstehenden bleibt immer die Angst: Was mache ich, wenn etwas passiert?."
Und so funktioniert der Service, der im Notfall Leben retten kann: Der handliche Sender verbindet sich auf Knopfdruck über Funk mit der Basisstation, die sofort die Hausnotrufzentrale anruft. Eine Mitarbeiterin ist Tag und Nacht vor Ort und klärt in einem Gespräch die Dringlichkeit der Lage. Bei Bedarf schickt sie den Bereitschaftsdienst vorbei.
Auch Diskussionsteilnehmer Bernd Schirpke (66) wird sich später wahrscheinlich einen Hausnotruf holen, vielleicht sogar mit einer technischen Erweiterung um eine Videokamera. "Mein bester Freund hat eine schwere Krebstherapie durchgemacht. Ich habe ihn ein Jahr lang mit einer Videoüberwachung bei ihm zu Hause unterstützen können. Das war eine gute Sache."
Der erste Termin der Hausnotruf-Fokusgruppe war für alle Beteiligten ein Erfolg. Die Meinungen der Teilnehmer wurden hochgeschätzt, denn sie sind sowohl für die Kommunikation der Initiative als auch für die Planung vom Hilfsmitteln für das Leben älterer Menschen sehr wertvoll. Die meisten Teilnehmer waren angenehm überrascht über die Möglichkeiten der Hausnotrufsysteme – vor allem in Verbindung mit den neuen technischen Assistenzsystemen.
Und so steht der Planung der nächsten Fokusgruppe nichts im Wege. Sie wird voraussichtlich im Herbst 2013 in der Servicezentrale eines Hausnotrufanbieters stattfinden.
Die Initiative Hausnotruf ist eine Vereinigung von Hausnotrufspezialisten, bekannten Hilfsorganisationen sowie Herstellern technischer Geräte. Gemeinsam fördert sie die Vision, dass sich jeder ältere Mensch in Deutschland zu Hause und unterwegs sicher fühlen kann.
Mehr Infos unter www.initiative-hausnotruf.de
August 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/Initiative Hausnotruf 2013
![]() |
| Schnelle Hilfe, nachdem der Hausnotruf ausgelöst wurde |
Samstag, 17. August 2013
Betreutes Wohnen daheim in Hamburg: ASB Hamburg bietet neue Dienstleistung für alte Menschen und Pflegebedürftige an
Irmi Burg ist 92 Jahre alt und lebt seit 45 Jahren in einem Reihenhaus in Hamburg-Bahrenfeld. Sie ist trotz des hohen Alters noch sehr rüstig, aber hin und wieder kann es schon einmal passieren, dass sie etwas vergisst. Ihre Tochter Monika ist Mitte 60. Sie lebt in der Dachgeschosswohnung im selben Haus wie die Mutter, ist aber durch ihren Beruf als Übersetzerin vier Monate im Jahr beruflich und privat auf Reisen. Die Möglichkeit, dass ihre Mutter vielleicht irgendwann einmal nicht mehr so agil sein könnte und genau dann Hilfe braucht, wenn sie gerade mal wieder unterwegs ist, beunruhigte die Tochter zunehmend.
Es gibt zwar nette, hilfsbereite Nachbarn in Bahrenfeld und eine Haushaltshilfe, aber sind die auch genau dann erreichbar, wenn es zu einer Notfallsituation kommen sollte? Und dann die Frage, wie spreche ich dieses sensible Thema am besten an, ohne von der eigenen Mutter missverstanden zu werden? Monika Burg stand vor einem scheinbar unlösbaren Problem.
Inmitten dieser Sorge bekam sie den Flyer „Ich will bleiben, wo ich bin – Betreutes Wohnen zu Hause“ in die Hände. Bei diesem neuen Projekt des ASB Hamburg geht es darum, alleinstehenden, alten Menschen je nach individuellen Wünschen und Bedürfnissen Serviceleistungen anzubieten, die ein betreutes Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglichen.
Bei der Bewältigung des Alltags geraten vor allem die Alleinstehenden häufig in den verschiedensten Situationen in Schwierigkeiten. Häufig sind es nur Kleinigkeiten, bei denen ein wenig praktische Unterstützung benötigt wird. Die Betroffenen wissen oft nicht, welche Hilfsangebote es überhaupt gibt und wo sie Hilfe bekommen. Und dann ist der Weg, diese Hilfe auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen, oft sehr weit.
Leider gibt es nicht immer jemanden in der Familie, der sich kümmern kann wie im Falle von Irmi Burg. Umso erfreulicher ist es dann, wenn in der Fülle von Angeboten „ein Programm vorliegt, das nicht nur eine visionäre Konzeption ist, sondern auch mit so viel herzlicher, vertrauenerweckender Menschlichkeit vertreten wird“, äußert sich Monika Burg zufrieden.
Pflegende Angehörige in der Hansestadt Hamburg können sich über das ASB-Projekt „Ich will bleiben, wo ich bin – Betreutes Wohnen zu Hause“ wie folgt informieren:
• Im Internet auf www.asb-hamburg.de
• Telefonisch bei der Projektkoordinatorin Anya Freese (Telefonnummer: 040-41 43 71 30)
August 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/ASB Hamburg
Es gibt zwar nette, hilfsbereite Nachbarn in Bahrenfeld und eine Haushaltshilfe, aber sind die auch genau dann erreichbar, wenn es zu einer Notfallsituation kommen sollte? Und dann die Frage, wie spreche ich dieses sensible Thema am besten an, ohne von der eigenen Mutter missverstanden zu werden? Monika Burg stand vor einem scheinbar unlösbaren Problem.
Inmitten dieser Sorge bekam sie den Flyer „Ich will bleiben, wo ich bin – Betreutes Wohnen zu Hause“ in die Hände. Bei diesem neuen Projekt des ASB Hamburg geht es darum, alleinstehenden, alten Menschen je nach individuellen Wünschen und Bedürfnissen Serviceleistungen anzubieten, die ein betreutes Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglichen.
![]() |
| Zuhause im Alter: Irmi Burg (links) mit ihrer Tochter Monika |
Bei der Bewältigung des Alltags geraten vor allem die Alleinstehenden häufig in den verschiedensten Situationen in Schwierigkeiten. Häufig sind es nur Kleinigkeiten, bei denen ein wenig praktische Unterstützung benötigt wird. Die Betroffenen wissen oft nicht, welche Hilfsangebote es überhaupt gibt und wo sie Hilfe bekommen. Und dann ist der Weg, diese Hilfe auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen, oft sehr weit.
Leider gibt es nicht immer jemanden in der Familie, der sich kümmern kann wie im Falle von Irmi Burg. Umso erfreulicher ist es dann, wenn in der Fülle von Angeboten „ein Programm vorliegt, das nicht nur eine visionäre Konzeption ist, sondern auch mit so viel herzlicher, vertrauenerweckender Menschlichkeit vertreten wird“, äußert sich Monika Burg zufrieden.
Pflegende Angehörige in der Hansestadt Hamburg können sich über das ASB-Projekt „Ich will bleiben, wo ich bin – Betreutes Wohnen zu Hause“ wie folgt informieren:
• Im Internet auf www.asb-hamburg.de
• Telefonisch bei der Projektkoordinatorin Anya Freese (Telefonnummer: 040-41 43 71 30)
August 2013. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/ASB Hamburg
Abonnieren
Posts (Atom)


