Montag, 18. August 2014

Kontinenzpflege könnte anders organisiert werden – zum Wohl der Betroffenen mit Inkontinenz und zu Gunsten der Sozialsysteme. Neue Studienergebnisse hier lesen

Inkontinenz ist eine Volkskrankheit. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der Betroffenen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiterhin stark ansteigen. Unfreiwilliger Urinverlust hat nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität von Millionen Menschen, sondern er ist in vielen Fällen mit häuslicher Pflege und mit Kosten für die Gesellschaft verbunden. 

Durch eine bessere Organisation der Kontinenzpflege ließen sich die Würde der Betroffenen wahren und gleichzeitig Millionen für das Gesundheits- und Sozialsystem einsparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, an der ein interdisziplinäres Team von Experten aus der ganzen Welt in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsberatung KPMG beteiligt war. Sie wurde im Frühjahr 2014 erstmals auf dem „5. Global Forum on Incontinence“ (GFI) in Madrid vorgestellt. Mehr über die Weiterbildungsplattform finden Interessierte in englischer Sprache hier: www.GFIforum.com. 

Über Inkontinenz muss man sprechen
Die Autoren der Studie erläutern, wie sich die Kontinenzpflege bestmöglich organisieren lässt und gleichzeitig Kosten in den Gesundheits- und Sozialsystemen gespart werden können. „Über Inkontinenz wird in der Öffentlichkeit immer noch zu wenig gesprochen und berichtet“, kritisierte Professor Dr. med. Adrian Wagg von der kanadischen Universität von Alberta. Unfreiwilliger Urinverlust sei mit einer ganz erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen und auch ihrer Pflegenden verbunden.

 „Obwohl es bereits eine Reihe von nationalen und internationalen Leitlinien gibt, wurde bisher kaum untersucht, wie inkontinente Menschen am besten gepflegt werden“, so der Experte. Die meisten Gesundheits- und Sozialsysteme stünden bereits heute unter enormem finanziellen Druck. Oftmals seien sie deshalb nicht in der Lage, Grundsätze für eine praktikable und nachhaltige Kontinenzpflege aufzustellen.

Damit Betroffene schnelle Hilfe und eine effektive Pflege erhalten, empfiehlt die Studie:


Klare Überweisungswege von der ersten Diagnose über die Einschätzung der Inkontinenz bis zur Behandlung zu definieren. 

• Die Beurteilung der Inkontinenz und die anschließende Behandlung sollte von einem Spezialisten durchgeführt werden, beispielsweise einem ausgebildeten Kontinenzberater oder der Pflegefachkraft eines ambulanten Pflegedienstes. 

• Es empfiehlt sich, dass Betroffene von Anfang an einen festen Ansprechpartner haben, der die Behandlung koordiniert und für ein reibungsloses Zusammenspiel aller Gesundheitsakteure sorgt. 

Auf diese Weise ließe sich eine schnell greifende und vor allem qualitativ hochwertige Pflege sicherstellen. Zudem könnten Kosten gespart werden, da doppelte Beratungs- und Behandlungsschritte vermieden werden. 

Infos über geeignete Kontinenzprodukte breit streuen
Genauso wichtig sei es, Betroffene und ihre Pflegenden mit Informationen zu versorgen, beispielsweise welche geeigneten Inkontinenz-Produkte verfügbar sind und wie ein individuell passendes Produkt ausgewählt wird.

Darüber hinaus empfehlen die Autoren auch im Bereich der Inkontinenzversorgung über den Einsatz von Telemedizin nachzudenken, beispielsweise wenn der Betroffene in einer ländlichen Region wohnt oder sich schämt, den Arzt aufzusuchen.

Nach aktuellen Studien ist die Kontinenzbetreuung älterer Menschen bei uns zu schlecht organisiert

„Obwohl die vorgelegten Studienergebnisse nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar sind, gehen von ihnen wichtige Impulse für die hiesige Kontinenzversorgung aus“, sagt Dr. Ralf Suhr, Vorstandvorsitzender der unabhängigen und gemeinnützigen Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“. Trotz der Existenz deutscher Fachstandards müssten die Versorgungsprozesse von Menschen mit Inkontinenz optimiert werden. Das Thema müsse in der pflegerischen Ausbildung und auch in der Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Professionen an Bedeutung gewinnen.


Vorbild Niederlande: Geld sparen bei gleicher Qualität
Eine gesundheitsökonomische Studie der Erasmus Universität in Rotterdam belegt, dass das niederländische Gesundheitssystem durch einen verbesserten Pflegeansatz bei der Kontinenzpflege über einen Zeitraum von drei Jahren rund 14 Millionen Euro einsparen konnte. Darüber hinaus wurden der Gesellschaft nochmals 106 Millionen Euro eingespart. Der neue Ansatz wurde auf Betroffene über 65 Jahre angewendet, die unter mehreren Begleiterkrankungen litten.


„Beide Studien tragen dazu bei, dass wir die demografischen Herausforderungen unserer Gesellschaft meistern können“, sagte Professor Dr. Ian Milsom von der Universität Göteborg. Die „Grundsätze einer optimalen Kontinenzpflege“ würden es ermöglichen, bessere Serviceleistungen bereitzustellen, die Gesundheitssysteme zu entlasten und ein aktives Älterwerden zu unterstützen.


„Wir verbessern damit die Lebensqualität von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt“, so Professor Ian Milsom. „Darüber hinaus benötigen wir allerdings auch eine konzertierte Aufklärungs- und Informationsarbeit der beteiligten Akteure, um das Thema Inkontinenz in der öffentlichen Wahrnehmung stärker als bisher zu enttabuisieren“, ergänzte Dr. Ralf Suhr.


August 2014. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: DAK-Gesundheit/fotolia

Samstag, 16. August 2014

Vertrauensperson sinnvoll bei Pflegeeinstufung durch MDK. Grund: Mehr Informationen über den Patienten und Kontrolle des MDK-Prüfers

Immer wieder gibt es Ärger, wenn um die Einstufung der Pflegebedürftigkeit von älteren Menschen geht. Kritik wird an den Vertretern des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung – kurz MDK – laut. Seine Vertreter kommen ins Haus zu Gutachten – dieses ist wiederum Grundlage für die finanzielle Unterstützung der Pflege durch die Pflegeversicherung und Einstufung in eine Pflegestufe I bis III.

Um möglichst wenig Ärger mit dem MKD zu haben und die Pflegeperson so objektiv wie möglich zu begutachen, empfiehlt die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK die Anwesenheit einer dritten Person des Vertrauens bei diesem Termin. 

Pflegeexperte Maximilian Nebe von der SBK: "Wir raten Antragstellern deshalb unbedingt dazu, eine dritte Person des Vertrauens, beispielsweise einen Familienangehörigen, bei der Begutachtung dabeizuhaben.“

Eine dritte Person, die den Antragsteller gut kennt, kann dabei helfen, ein möglicherweise verzerrtes Bild gerade zu rücken und mitzuhelfen, damit die Person die richtige Pflegestufe erhält – und damit auch die benötigte finanzielle Hilfe durch die Pflegekasse.


Maximilian Nebe berichtet: „Ein stichprobenartiger Blick in unsere Zahlen lässt vermuten, dass Pflegeanträge eher erfolgreich sind, wenn der Antragsteller bei der Begutachtung noch eine Person an seiner Seite hat.“ Knapp 1,6 Millionen Mal hat der MDK im Jahr 2012 darüber entschieden, ob eine Person pflegebedürftig ist und in welche Pflegestufe der Patient eingeordnet werden soll. Der MDK prüft im Auftrag der Pflegekassen, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und empfiehlt der Pflegekasse die Zuordnung zu einer Pflegestufe.
 
Experten für Pflegeversicherungen: Beratun in einer SBK-Geschäftsstelle

Die Begutachtung umfasst meist eine körperliche Untersuchung des Pflegebedürftigen in dessen Wohnumfeld. Durchgeführt wird diese durch eine Pflegefachkraft oder einen ärztlichen Gutachter

„Die Gutachter vom MDK kommen ins Wohnumfeld des Antragstellers, um sich ein möglichst realistisches Bild von dessen Zustand machen zu können“, weiß Maximilian Nebe, Pflegeexperte bei der größten Betriebskrankenkasse in Deutschland, der SBK. „Trotzdem erhält der Gutachter während seines rund halbstündigen Besuches immer nur eine Momentaufnahme. Zum einen ist die Pflegesituation meist sehr komplex – nicht jeder Tag ist wie der andere."


Bei Demenzkranken wechseln sich beispielsweise oft klare Phasen mit orientierungslosen ab. Zum anderen zeigt die Erfahrung, dass es Menschen nicht selten unangenehm ist, wenn sie Hilfe benötigen. Es kann also durchaus passieren, dass Pflegebedürftige am Tag der Begutachtung alle ihre Kräfte mobilisieren, um ein einziges Mal das zu schaffen, wobei ihnen sonst geholfen werden muss.

August 2014. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/SBK

Freitag, 15. August 2014

Pflegende Angehörige im Landkreis Ludwigsburg: Klinikum bietet Schulungen für optimale Pflege zu Hause

Viele Angehörige stehen plötzlich und unerwartet vor der Situation, ein zum Pflegefall gewordenes Familienmitglied betreuen zu müssen. Dies sind keine Einzelfälle, da es derzeit rund zwei Millionen pflegebedürftige Bundesbürger gibt, von denen etwa die Hälfte durch pflegende Angehörige betreut wird.

Pflegeberatung Basale Stimulation & DAK helfen
Das Pflegen eines erkrankten, behinderten oder älteren Angehörigen ist nicht nur eine verantwortungsvolle, sondern auch körperlich und psychisch belastende Aufgabe. Deshalb benötigen pflegende Angehörige ein breites Hilfsangebot. In Zusammenarbeit mit der Krankenkasse DAK bietet das Team der Pflegeberatung Basale Stimulation am Klinikum Ludwigsburg eine Angehörigenschulung an. Titel: „Pflegen zuhause leichter gemacht. Pflegekonzepte helfen“. Start ist Ende September 2014. 

Mit Bobath-Konzept und LiN
Im Seminar lernen die Angehörigen aus dem Landkreis Ludwigsburg mit Hilfe verschiedener Pflegekonzepte die Situation des Pflegebedürftigen besser einzuschätzen und die Pflege dadurch leichter zu gestalten. Zu diesen Pflegekonzepten gehören die Basale Stimulation, das Bobath-Konzept und die Lagerung in Neutralstellung, kurz LiN genannt.

Berührungen schaffen Vertrauen
Im Allgemeinen geht man davon aus, dass Patienten mit speziellen Krankheitsbildern wie Morbus Parkinson, Demenz, Schlaganfall oder onkologischen Krankheitsbildern in ihrer Wahrnehmung, Kommunikation und Bewegung eingeschränkt sind. Deshalb ist es das Ziel der Basalen Stimulation, durch Berührungen und direktes Ansprechen beim Patienten Vertrauen und Selbstwahrnehmung aufzubauen.


Durch spezielle Waschungen sollen Verspannungen gelöst, Eigenbewegungen gefördert und eigenständiges Handeln unterstützt werden. Die Pflege wird dabei nicht nur verstanden als eine Technik und Methode zur reinen Versorgung, sondern als eine Chance zur Kontaktaufnahme und Kommunikation. Dies wird in dem Angehörigen-Seminar vermittelt.

Basale Stimulation im Klinikum Ludwigsburg
 

Bewegungen neu erlernen
Das Bobath-Konzept ist ein wichtiges Pflege- und Therapiekonzept zur Pflege und Rehabilitation von Patienten nach Schlaganfällen und anderen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Bei Bobath steht das Wiedererlernen verlorener Bewegungsfähigkeiten im Vordergrund. Der Patient soll durch größtmögliche Selbständigkeit wieder weitgehend den Aktivitäten des täglichen Lebens nachgehen können.

Durch gezielte pflegetherapeutische Maßnahmen wie die Gestaltung der Bewegungsübergänge im Bett, die Mobilisation, Nahrungsaufnahme, An- und Auskleiden und Positionen im Bett und außerhalb des Bettes unterstützen Pflegende und Therapeuten die Aktivierung des Patienten und ermöglichen damit eine positivere Gesundheitsentwicklung. 

Ruhig liegen, Dekubitus verhindern
Lagern ist insbesondere bei Menschen wichtig, die aufgrund ihrer Erkrankung oder des Alters nicht selbständig dazu in der Lage sind, ihre Position eigenständig zu verändern. Eine bereits in Kliniken angewandte Methode ist die „Lagerung in Neutralstellung“ (kurz: LiN). Bei der Lagerung in Neutralstellung kann der Patient durch eine individuell angepasste Positionierung mit möglichst günstiger Gelenkstellung bequem ausruhen. Der Körper muss sich nicht mehr an die Unterlage Bett anpassen, sondern die Unterlage wird individuell dem Körper angepasst. Ziele sind neben der Dekubitusprophylaxe die Verbesserung der Bequemlichkeit, des Ruhens und der Eigenbewegung.

Die Angehörigenschulung setzt sich aus fünf Unterrichtseinheiten zusammen, die jeweils samstags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr im Klinikum Ludwigsburg, Schule für Pflegeberufe, Meiereistraße 1 in 71640 Ludwigsburg stattfinden. Die Termine und Inhalte:

27. September 2014: Bettlägerigkeit verändert Wahrnehmung und Bewegung. Die Teilnehmer erfahren die Situation des betroffenen Angehörigen und lernen die eigene normale Bewegung und Wahrnehmung bewusster kennen. 


4. Oktober 2014: Wahrnehmung fördern und verstehen. Die Teilnehmer lernen, über eine angepasste Körperpflege die Wahrnehmung des betroffenen Menschen zu fördern und Bewegung im Bett leichter zu gestalten.

11. Oktober 2014: Das Leben wieder spüren und seinen Rhythmus finden. Die Teilnehmer lernen ein leichteres Bewegen aus dem Bett heraus. 


18. Oktober 2014: Ruhephasen finden. Die Teilnehmer lernen bequeme Positionen/Lagerungen für Aktivität oder Ruhen und Schlafen im Bett kennen.

25. Oktober 2014: Persönliches Lernen und Reflexion. Die Teilnehmer stellen fest, was sie im Kurs gelernt haben und wie sich der Lernprozess auf die Familie auswirkt.
 

Weitere Informationen und zur Anmeldung: Pflegeberatung Basale Stimulation im Klinikum Ludwigsburg, Telefon 07141- 99-60310.

Tipp für die Pflege und Betreuung von Senioren zu Hause: Wer als Angehöriger keine Zeit hat oder überfordert ist, kann sich Unterstützung durch 24h-Alltagsbetreuerinnen und Haushaltshilfen (keine Pflegerinnnen!) aus Osteuropa holen. Im Raum Ludwigsburg ist das Büro riva-care ein zuverlässiger Partner für die 24h-Betreuung.

August 2014. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Kliniken LB

 

Seniorenbetreuung in Sachsenheim, Kleinsachsenheim und Sersheim: 24 Stunden Pflege zu Hause entlastet Angehörige

Die Zahl der pflegebedürftigen Senioren steigt, die zu Hause professionell betreut werden müssen. Auch in Sachsenheim (Landkreis Ludwigsburg) kommt es deshalb zu Betreuungsengpässen, wenn Angehörige die Pflege daheim nicht übernehmen können und eine Einweisung in ein Alten- und Pflegeheim nicht in Frage kommt.

Welche Alternativen gibt es konkret in den Gemeinen Sachsenheim, Kleinsachsenheim, Großsachsenheim und Sersheim für pflegende Angehörige? Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, 24 Stunden am Tag.

Für diese Dienstleistung können sie osteuropäische Betreuerinnen engagieren, die 24 Stunden im Pflegehaushalt bleiben und eine Alltagsbetreuung (mit Hauswirtschaft) gewährleisten und Angehörige entlasten. 
 
 
In der Praxis funktioniert die Zusammenarbeit zwischen der osteuropäischen Betreuerin und der Pflegeperson sehr gut. Die meisten Kräfte sprechen gut deutsch und sind hauswirtschaftlich versiert. Im Verbund mit den ambulanten Diensten, Ärzten und Angehörigen schaffen die 24-Stunden-Betreuerinnen ein gutes Versorgungsnetz und geben den Familienangehörigen Sicherheit.

Die 24h Betreuerin aus Polen, aus Ungarn, Tschechien, Rumänien oder der Slowakei bleibt in aller Regel zwei bis vier Monate in Deutschland, macht dann Urlaub, um anschließend wieder nach Sachsenheim, Sersheim oder andere Orte rund um Bietigheim-Bissingen zu kommen.

Gut zu wissen: Seit Dezember 2011 gehört die Region zum Betreuungsgebiet von riva-care. Das private Beratungs- und Betreuungsbüro aus Stuttgart vermittelt kurzfristig osteuropäische 24-Stunden-Haushaltshilfen bzw. 24h Betreuerinnen.

Gemeinsam mit osteuropäischen Partnerfirmen konnte riva-care bereits ältere Menschen in Kleinsachsenheim, Riexingen, Hemmingen und Sersheim helfen.

Weitere Informationen zur privaten 24h-Stunden-Betreuung erhalten Angehörige unter Telefon (0711) 966 66 533 oder im Internet unter www.riva-care.de

August 2014. Redaktion pflegeinfos.net

Montag, 5. Mai 2014

Innovationsprogramm Pflege 2014 fördert in Baden-Württemberg neue Wege in der Altenpflege plus Ideen für "Junge Pflege"

Die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) stellt in diesem Jahr drei Millionen Euro für innovative Pflegeprojekte zur Verfügung. Interessierte Projektträger können sich bis Juli 2014 um die Mittel aus dem  „Innovationsprogramms Pflege 2014“ bewerben.

„Ältere Menschen wollen auch bei Unterstützungsbedarf und Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben bleiben. Deshalb wollen wir mit unserem Förderprogramm insbesondere familiäre Pflegearrangements unterstützen und stärken, um älteren Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund und auch demenzkranken Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen“, erklärt die Ministerin.


Sozialministerin Karin Altpeter: "Angebote für pflegebedürftige Migranten schaffen"

Ein Förderschwerpunkt des Pflege-Programms, das auch online einsehbar ist (HIER), liegt auf Projekten, die sich mit der Weiterentwicklung sozialraumorientierter und innovativer Versorgungsstrukturen beschäftigen. Damit werden etwa die Initiatoren von Quartierskonzepten angesprochen, die im direkten lokalen Wohnumfeld der Menschen die Versorgung weiter entwickeln wollen. Wesentlich dabei ist, das Zusammenspiel familiärer und professioneller Hilfen voran zu bringen. Dabei sollten ambulante Wohnformen ebenso wie stationäre Einrichtungen ins Quartier eingebunden werden.

Pflegebedürftige Migranten - was tun?
Hier knüpfen weitere Förderschwerpunkte an: wie Projekte der kultursensiblen Pflege und Projekte, in denen Einrichtungen mit innovativen Ansätzen die Versorgung demenzkranker Menschen voranbringen. Ministerin Karin Altpeter: „In den nächsten Jahren rechnen wir verstärkt mit rat- und hilfesuchenden, zunehmend auch pflegebedürftigen Migrantinnen und Migranten". 


Das stellt einerseits die Einrichtungen und Dienste in Baden-Württemberg vor die große Herausforderung, ihre bestehenden medizinischen und pflegerischen Angebote auf den spezifischen Bedarf älterer und pflegebedürftiger Migrantinnen und Migranten auszurichten. Andererseits erleben Migrantinnen und Migranten die Schwierigkeit, sich in einem fremden kulturellen und sozialen Gesundheits- und Pflegesystem zu orientieren.

Weitere Förderschwerpunkte liegen auf Projekten, die den Ausbau des teilstationären Pflegeangebots (z.B Tagespflege) vor allem im ländlichen Raum betreiben. Als besonders förderwürdig gelten auch Projekte, die sich gezielt der Weiterentwicklung pflegerischer Angebote für pflegebedürftige junge Menschen in besonderen Lebenssituationen – der so genannten „Junge Pflege“ – widmen sowie Projekte im Bereich der technikgestützten Pflege.

Mai 2014. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Archiv 

Samstag, 15. März 2014

Bessere medizinische Versorgung für Pflegeheimbewohner in Baden-Württemberg: BKK Vertragsarbeitsgemeinschaft mit neuem Modell

Seit Jahresbeginn 2014 wird die Versorgung von Pflegeheimbewohnern und chronisch Kranken in Baden-Württemberg verbessert und die Prävention gestärkt. Die BKK Vertragsarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg baut gemeinsam mit dem baden-württembergischen Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) weiter aus. 

Der bereits 2009 geschlossene Vertrag wird weiterentwickelt und durch neue Leistungen ergänzt. Die bewährte Systematik mit einem Mix aus Pauschalen, Zuschlägen und der Vergütung von Einzelleistungen bleibt bestehen.

Durch die Einführung einer Pflegeheimpauschale in Höhe von 15 Euro pro Quartal werden Anreize für eine bessere Betreuung von Patienten in Pflegeeinrichtungen gesetzt. Der besondere Aufwand der Hausärzte bei Impfungen wird durch einen Impfzuschlag in Höhe von vier Euro pro Quartal von den Betriebskrankenkassen honoriert; damit soll gleichzeitig ein Beitrag zur notwendigen Erhöhung der Impfraten geleistet werden. Die Versorgung chronisch Kranker wird auf hohem Niveau fortgeführt. 


13 Krankheitsgruppen werden in diesen Indikationskatalog neu aufgenommen, so dass der Zuschlag für die Behandlung chronisch kranker Menschen nun bei insgesamt 19 Krankheitsgruppen zur Abrechnung kommen kann. Weil aus Sicht der Betriebskrankenkassen in einer alternden Gesellschaft insbesondere der Behandlung chronisch kranker Menschen eine zunehmende Bedeutung zukommt, wurde trotz der deutlichen Ausweitung des Indikationskataloges die Höhe der Pauschale P3 von 30 Euro pro Quartal beibehalten.
 

Die Betriebskrankenkassen der BKK Vertragsarbeitsgemeinschaft bekennen sich ausdrücklich zum Erhalt einer flächendeckenden Versorgung mit Hausärzten vor Ort, Ihr HzV-Vertrag eröffnet den Hausärzten die dafür notwendige Planungssicherheit. Gemeinsam mit dem baden-württembergischen Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg sichern sie außerdem eine hohe Versorgungsqualität für ihre Versicherten.
 

Seit 2006 besteht die BKK Vertragsarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg (BKK VAG BW), in der sich 72 Betriebskrankenkassen zusammengeschlossen haben. Der BKK Landesverband Süd erbringt für die BKK VAG BW Dienstleistungen und sichert den laufenden Geschäftsbetrieb. Die vornehmliche Aufgabe besteht im Abschluss von Selektivverträgen mit ambulanten und stationären Leistungserbringern.


März 2014. Redaktion pflegeinfos.net
 


Pflegestützpunkte in Deutschland: Alle Adressen aus den Bundesländern auf einen Blick

Die fortschreitende demograhische Entwicklung, der medizinische Fortschritt und die damit einhergehende höhere Anzahl älterer Menschen, sowie deren steigende Lebenserwartung führt dazu, dass die Pflege eines Familienmitgliedes nicht mehr die Ausnahme bleibt, sondern in Familien ein zu erwartendes Ereignis geworden ist.

Wer im Falle des Falles die Hauptpflege des zu unterstützenden Familienmitgliedes übernimmt, wird meist im engsten Familienverband bestimmt. Wenn möglich, sind dies zunächst die Ehepartner. Doch auch diese werden älter. Ab einem gewissen Zeitpunkt kommt es zu einer Verschiebung der Unterstützungsleistung auf die Kinder. Besonders dann, wenn ein Familienmitglied aufgrund von familiärem Druck die Rolle des Helfenden übertragen wird, steigt das Risiko einer Überforderung aufgrund der hohen emotionalen Belastung und unausgesprochener Spannungen. Für beide Seiten bedeutet dies eine wesentliche Verschlechterung der Lebensqualität!

Um solch ein Szenario zu vermeiden, sollten Familien schon im Vorfeld mit einem unabhängigen Pflegeberater sprechen. Dieser kann im Familienkreis die Moderation zum Thema übernehmen. Er wird dabei Wünsche und Vorstellungen kanalisieren und Möglichkeiten der Unterstützung aufzeigen. Pflegestützpunkte bieten Ihnen solche Beratungen unabhängig und kostenlos an. Sie befinden sich meist in den Landratsämtern, in Rathäusern oder bei Wohlfahrtsverbänden. Ihre Aufgabe ist gesetzlich geregelt. 


Wo aber befindet sich der nächste Pflegestützpunkt, an den ich mich wenden kann? Unte der Internet-Adresse www.pflegestuetzpunkte-deutschlandweit.de finden Sie den Pflegestützpunkt an Ihrem Wohnort bzw. in Ihrer Nähe. Alle Bundesländer sind aufgelistet.

März 2014. Redaktion pflegeinfos.net