Montag, 10. Dezember 2018

Trockene Lippen bei Senioren: Pflegestift mit pflanzlichen Ölen und natürlichem Fett hilft in der kalten Jahreszeit



 
Bei kalter Witterung trockenen die Lippen leicht aus, spannen und werden rissig. "Instinktiv feuchten viele ihre Lippen dann mit der Zunge an. Das verstärkt aber das Problem nur", warnt Apothekerin Claudia Cramer aus Herscheid im Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber", Ausgabe Dezemberr 2018.
 
Denn dadurch quelle die Haut auf, und es gehe noch mehr Feuchtigkeit verloren. "Besser ist es, die Lippen morgens und vor dem Schlafengehen mit einem Pflegstift einzucremen", so die Apothekerin. Dieser brauche nur wenige Inhaltstoffe: ein hochwertiges pflanzliches Öl wie Mandel- oder Jojobaöl sowie ein natürliches Fett, das für die Konsistenz sorge, zum Beispiel Bienenwachs.
 
Für Aktivitäten im Freien wie Skifahren sei bei Sonne zusätzlich ein UV-Schutz wichtig. "Leider stecken in vielen Pflegestiften auch billige Mineralöle", sagt Cramer. "Sie sind weniger hautverträglich als pflanzliche Öle und können gesundheitlich bedenkliche Substanzen enthalten - die man durch Ablecken der Lippen aufnimmt." Wer sichergehen will, fragt beim Kauf nach Produkten auf rein pflanzlicher Basis.
 
Dezember 2018. Text: ots
Copyright Foto: PR/ots, Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber"

Stimme von SWR4 tot: Nick Benjamin im Alter von 72 Jahren verstorben


Nick Benjamin, der frühere Moderator von SWR4 Rheinland-Pfalz ist verstorben. Er starb am 26. November im Alter von 72 Jahren. Benjamin war über 20 Jahre eine charakteristische Radiostimme und sehr beliebt bei den älteren Hörerinnen und Hörern des Senders.
 
Beliebter SWR-Moderator: Nick Benjamin, verstorben November 2018
Nick Benjamin (1946-2018)
 
SWR Landessenderdirektorin Simone Schelberg: "Mit Nick Benjamin hat der SWR einen der großen Unterhalter alter Schule verloren. Benjamin hat mit seinen Geschichten, mit seinen Songs, mit seinem Humor die Menschen berührt, zum Lachen gebracht und zum Weinen. Hinter dem strahlenden Conférencier verbarg sich aber immer der melancholische Clown. Die Bühne war seine Welt, ob auf Spanbrettern beim Dorffest oder im Smoking auf dem Hochglanzparkett der Mainzer Rheingoldhalle - er riss alle mit. Jetzt ist er gegangen. Vergessen kommt nicht in Frage. Mach's gut, Nick!" 
 
Der Moderator war in jedem Fach zu Hause, ob beim großen Event im Land wie 'Wir bei Euch' oder in der Musiksendung aus dem Studio. Nick Benjamin, am 21. August 1946 in Lüneburg geboren, war als Moderator, Sprecher, Sänger und Schauspieler bekannt. Sein Weg führte ihn über eine Ausbildung zum Bankkaufmann zu seiner Tätigkeit als Sprecher und Moderator. Von 1991 bis 2012 war er für SWR4 Rheinland-Pfalz tätig gewesen.
 
Dezember 2018. Text: ots
Copyright Foto: PR/obs

Dienstag, 4. Dezember 2018

Erbschleicher bestehlen Senioren! SWR-Fernsehbeitrag zeigt erschütternde Schicksale von älteren Menschen. TV-Tipp

Immer wieder werden ältere und pflegebedürftige Personen "abgezockt". Dazu sendete DAS ERSTE im Oktober 2018 eine Reportage. Titel: "Die Fürsorgefalle – Umgarnt und ausgebeutet, Senioren im Visier von Erbschleichern". Wer den TV-Beitrag versäumt hat, kann ihn noch bis Oktober 2019 in der ARD-Mediathek im Internet anschauen.

Worum geht es in dem sehenswerten Fernsehfilm?

Eine Wurfsendung im Briefkasten: „Ich helfe Ihnen, kaufe ein, erledige Behördengänge“. Die 93-jährige, noch rüstige Dame hält das für eine gute Idee und ruft den Mann an. Acht Wochen später hat der vermeintlich nette Helfer eine Generalvollmacht und kurz darauf gehört ihm das Vermögen der alten Dame: 1,3 Millionen Euro in Immobilien

Schwester Bernadette (links) mit betroffenen Angehörigen
 

Der oben geschilderte Fall ist beispielhaft für eine neue Masche: Skrupellose Ausbeuter täuschen Fürsorge vor und erschleichen sich so Vorsorgevollmachten als Schlüssel zum Vermögen betagter Menschen. Es geht um riesige Summen. Jedes Jahr werden in Deutschland 400 Milliarden Euro vererbt. 

Millionenvermögen verschwinden, Armut ist die Folge
Ein lukratives Feld für Erbschleicher: Ob Senioren-Romeos oder vermeintlich wohlmeinende Nachbarn – sie haben es auf alte Menschen abgesehen, die noch geschäftsfähig, aber in ihrer Lebensphase besonders verletzlich und leicht zu manipulieren sind. Ist die Vollmacht erst erteilt, werden die Opfer konsequent von Familienmitgliedern und Freunden isoliert, dann Konten und Vermögen abgeräumt. Die Folgen sind dramatisch: Die alten Menschen sterben oft vereinsamt, Familie und Freunde müssen das hilflos miterleben und zusehen wie Millionenvermögen verschwinden.

Erbschleicherei in Deutschland oft nicht strafrechtlich verfolgt

Eine Ordensfrau aus München ist zur Anlaufstelle für Opfer dieses finanziellen Missbrauchs geworden: Schwester Bernadette. Sie kennt hunderte Fälle. Besonders empört es Schwester Bernadette, dass solche Erbschleicherei in Deutschland häufig nicht strafrechtlich verfolgt wird und Senioren keinen juristischen Schutz genießen. Die Autorinnen der „Exclusiv im Ersten“-Reportage, Monika Anthes und Manuela Dursun, gehen der Frage nach, wie es möglich sein kann, dass immer mehr Menschen in dieser „Fürsorge-Falle“ landen.


Im Ausland mehr Schutz für hilflose Senioren
Bundesweit sprechen sie mit betroffenen Senioren und traumatisierten Hinterbliebenen. Sie decken auf, dass hinter dem Vorgehen eine Systematik steckt, der die Menschen weitgehend schutzlos ausgeliefert sind. Sie konfrontieren Täter und auch die Politik mit ihren Recherchen und zeigen auf, dass es in anderen Ländern gelungen ist ältere Menschen besser vor finanziellem Missbrauch zu schützen.

Dezember 2018. Text ots
Copyright Foto: SWR/Monika Anthes

Montag, 3. Dezember 2018

Wieder eine Übernahme: Dorea Pflegeeinrichtungen jetzt in französischer Hand / Creadev Investmentgesellschaft als Finanzier

Altenhilfeeinrichtungen, sofern sie in privater Hand sind, werden mehr und mehr zu Spekulationsobjekten für internationale Finanzgesellschaften und Investoren. Eine Entwicklung, die nicht unbedingt Freude macht – zumindest, wenn bestehende Strukturen in den Einrichten aufgelöst werden und ein Sparkurs gefahren wird.

Nun gibt es eine weitere Übernahme im deutschen Markt zu vermelden: Die Dorea Familie, mittelständischer Betreiber von Pflege- und Senioreneinrichtungen, ist von der französischen Groupe Maisons de Famille (MdF) mehrheitlich gekauft worden. MdF gehört zu Creadev, der strategisch und langfristig orientierten Investmentgesellschaft der Mulliez-Familie und besitzt in 35 Ländern weltweit Unternehmen in verschiedenen Dienstleistungsbranchen.

Europäischer Betreiber von Pflegeeinrichtungen: MdF
MdF bewirtschaftet auch 84 Pflegeeinrichtungen in Frankreich, Italien und Spanien mit derzeit insgesamt 10.950 Betten. Dorea hat 23 Zukäufe in den letzten drei Jahren realisiert und betreibt aktuell 58 Pflegeeinrichtungen mit 5.500 Betten und sieben ambulante Pflegedienste mit 900 Plätzen. Insgesamt werden 4.100 Mitarbeiter einen für 2018 prognostizierten Umsatz von rund 200 Millionen Euro erwirtschaften. 

Mit dem Kauf löst MdF die Quadriga Capital Private Equity Fund IV LP als Hauptgesellschafter ab. Quadriga Capital hat seit Gründung von Dorea in 2015 das dynamische Wachstum des Unternehmens begleitet. Zukäufe und Investitionen sowie die Optimierung von Managementabläufen in den Einrichtungen führten zu einer signifikanten Wertsteigerung der Gruppe. Axel Hölzer bleibt weiterhin Geschäftsführer und Mitgesellschafter. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt kartellamtlicher Prüfung (Stand Dezember 2018). 

Landesgesellschaften bleiben eigenständig

Das Management von Dorea genießt das uneingeschränkte Vertrauen von MdF. "Durch die Partnerschaft mit MdF werden wir Teil eines auf Langfristigkeit ausgerichteten Familienunternehmens. Die Weiterentwicklung unseres Unternehmens wird auch im Interesse der uns anvertrauten Senioren und Mitarbeiter fortgesetzt", so Hölzer. "Mulliez ist eine Unternehmerfamilie in fünfter Generation, die eine nachhaltige Entwicklung und das qualitative Wachstum von Dorea fördern wird. Philosophie von MdF ist es, Marke und Strategie im vom Management der jeweiligen Landesgesellschaften eigenständig weiterentwickeln zu lassen." "
 

Dezember 2018. Text: ots/PR

Mittwoch, 28. November 2018

Eltern im Pflegeheim. Wann müssen die Kinder dafür bezahlen? Aktuelle Informationen zum Elternunterhalt in Deutschland

Folgender Beitrag erschien im Newsletter von BIVA, biva.de, im Oktober 2018.

Die BIVA vertritt die Interessen von Menschen mit Pflege- oder Betreuungsbedarf im Alter und bei Behinderung. Vor allem, wenn sie in einer betreuten Wohnform leben. Der Verein ist aber auch Ansprechpartner für pflegende Angehörige, Betreuer und ehrenamtlich Engagierte und BürgerInnen, denen die Sorgen und der Standpunkt von hilfsbedürftigen älteren und pflegebedürftigen Menschen am Herzen liegen. Mehr über die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA) lesen Sie hier: www.biva.de



BEITRAG Elternunterhalt:

Wann müssen Kinder fürs Pflegeheim zahlen?

Wenn im Alter das Leben im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung nicht mehr problemlos bewältigt werden kann, ist der Umzug in ein Pflegeheim für viele ältere Menschen eine sinnvolle Alternative. Dies ist jedoch mit erheblichen Kosten verbunden – selbst bei Heimen der unteren Preisklasse.

Denn die gesetzliche Pflegeversicherung bietet Pflegebedürftigen lediglich einen Teilkasko-Schutz. Heimbewohner zahlen Unterbringung und Verpflegung selbst und müssen sich zusätzlich an den Pflegekosten beteiligen (vgl. Kosten im Pflegeheim). Laut einer Studie der PKV zahlen Pflegebedürftige im Bundesdurchschnitt für die Unterbringung in einem Pflegeheim mehr als 1.750 Euro monatlich, oft liegen die Kosten erheblich höher (Bericht: www.pkv.de).

Was aber, wenn die Pflegebedürftigen die hohen Entgelte für ein Heim nicht selbst aufbringen können?

Grundsätzlich sichert der Staat die Unterbringung auch zahlungsunfähiger Pflegebedürftiger durch Sozialleistungen. Der Sozialhilfeträger kann aber die gezahlten Leistungen von den Kindern zurückfordern, sofern diese zahlungsfähig sind.

Wer muss Elternunterhalt zahlen?
Die gesetzliche Unterhaltspflicht trifft nur Personen, die unmittelbar voneinander abstammen, also in erster Linie die Kinder der pflegebedürftigen Person. In seltenen Ausnahmefällen können auch Enkel und Urenkel zu Unterhaltszahlungen herangezogen werden, z.B. wenn die Kinder des Pflegebedürftigen bereits verstorben sind.

Doch nicht immer müssen Kinder für ihre Eltern eintreten. Ob sie tatsächlich Elternunterhalt zahlen müssen, hängt von ihrem Einkommen und Vermögen ab. Der Sozialleistungsträger kann die Kinder von Pflegebedürftigen nur dann in Anspruch nehmen, wenn sie auch finanziell leistungsfähig sind. Trifft dies nicht zu, so werden die Kinder von der Zahlungspflicht entbunden. Denn sie sind nicht verpflichtet, sich zur Deckung der Pflegekosten finanziell zu ruinieren. Voraussetzung für eine Freistellung von der Unterhaltspflicht ist allerdings, dass Sohn oder Tochter den Nachweis ihrer Zahlungsunfähigkeit liefern können (vgl. Beschluss des OLG Hamm vom 21.11.2012).

Kann der Pflegebedürftige seine Kinder von Zahlungen freistellen?
Im Idealfall kann ein Pflegebedürftiger die Kosten für ein Heim selbst tragen und ist nicht gezwungen, seine Kinder langfristig mit Unterhaltszahlungen zu belasten. Nimmt der Pflegebedürftige jedoch zur Deckung der Pflegekosten Sozialleistungen in Anspruch, so sind ihm die Hände gebunden. Denn der Staat fordert die Leistungen von zahlungsfähigen Kindern auch ohne die Einwilligung der Eltern zurück.

Selbstbehalt und Schonvermögen

Auch zahlungsfähige Kinder haben aber ein Anrecht darauf, ihr eigenes finanzielles Auskommen und das ihrer Familie zu sichern. Daher berücksichtigt der Gesetzgeber bei der Berechnung des Unterhaltes Selbstbehalt und Schonvermögen.

Selbstbehalt:

Vom bereinigten Nettoeinkommen wird nach der Düsseldorfer Tabelle 2018 ein Selbstbehalt von mindestens 1.800 Euro abgezogen. Eine Person, die monatlich bis zu 1.800 Euro netto verdient, kann also nicht zu Unterhaltszahlungen herangezogen werden. Für Familien gilt ein erhöhter Selbstbehalt von 3.240 Euro.

Schonvermögen:

Grundsätzlich müssen unterhaltspflichtige Kinder auch auf das eigene Vermögen zurückgreifen, um den Unterhalt an die Eltern zu zahlen. Davon unberührt bleibt jedoch das sogenannte Schonvermögen. Das Schonvermögen ist nicht pauschal festgelegt, sondern wird jeweils in einem Unterhaltsverfahren vom Gericht bestimmt.

Ebenfalls unberührt bleiben Rücklagen für die Alterssicherung in Höhe von fünf Prozent des Bruttoeinkommens. Wurde eine Lebensversicherung abgeschlossen, können Kinder ebenfalls nicht verpflichtet werden, diese zum Zwecke der Unterhaltsleistung aufzulösen (Bericht: finanztip.de). 

Eigenheim der Kinder - kann der Staat hier zugreifen?
Auch das Eigenheim müssen Kinder nicht zur Leistung des Elternunterhalts einsetzen (siehe auch „Kinder haften für ihre Eltern?“). Eine selbst bewohnte Immobilie muss nicht verkauft werden, um die Heimkosten für die Eltern oder einen Elternteil zu decken. Die ersparten Mietkosten müssen allerdings als zusätzliches Einkommen berücksichtigt werden. Ist das Haus oder die Eigentumswohnung noch nicht abbezahlt, können Zins- und Tilgungsleistungen von den ersparten Mietkosten abgezogen werden.

Auch Rücklagen für Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten am Eigenheim müssen nicht in jedem Fall zur Finanzierung des Elternunterhalts herangezogen werden. Gleiches gilt für Rücklagen, die zum Kauf eines in absehbarer Zeit benötigten Autos gebildete wurden, wenn das neue Auto – beispielsweise für die Fahrt zur Arbeit – unabdingbar ist (Bericht: finanztipp.de).

Vorsicht bei Schenkungen
Ältere Menschen, die finanziell gut gestellt sind, möchten manchmal ihren Nachkommen etwas Gutes tun und vermachen ihnen schon zu Lebzeiten einen Teil ihres Vermögens als Schenkung. Die Anlässe dazu sind vielfältig – der Enkel nimmt ein Studium auf, die Kinder müssen dringende Reparaturen am Haus vornehmen oder benötigen Startkapital für ein eigenes Unternehmen. Vielleicht soll das geschenkte Geld den Nachkommen einfach eine weitere Sicherheit geben oder ihnen ermöglichen, einen lang gehegten Wunsch zu verwirklichen.

Doch hier ist Vorsicht geboten: Denn Schenkungen können im Regelfall bis zu zehn Jahre nach Schenkung zurückgefordert werden. Tritt ein Sozialhilfeträger in Vorleistung und erfährt von einer Schenkung des Pflegebedürftigen innerhalb der letzten zehn Jahre, so darf er (von bestimmten Ausnahmen abgesehen) verlangen, dass der Pflegebedürftige die Vermögenswerte zur Deckung der Pflegekosten zurückfordert.

Berücksichtigung des Familieneinkommens
Die Leistungsfähigkeit eines zum Elternunterhalt verpflichteten Kindes bemisst sich nicht allein nach dem eigenen Einkommen, sondern es wird auch das (eventuell höhere) Einkommen des Ehepartners berücksichtigt. Denn das zum Elternunterhalt verpflichtete Kind hat seinerseits einen Unterhaltsanspruch gegenüber dem Ehepartner und profitiert somit vom Einkommen des Ehepartners im Rahmen des Familienunterhalts.

Selbst wenn der Unterhaltspflichtige mehr verdient als sein Ehepartner, ist die Leistungsfähigkeit zur Zahlung von Elternunterhalt laut Entscheid des Bundesgerichtshofs dennoch unter Berücksichtigung des Ehepartner-Einkommens zu ermitteln: Von dem bereinigten Familieneinkommen wird der Familienselbstbehalt abgezogen und von dem verbleibenden Einkommen zusätzlich die Haushaltsersparnis (in der Regel zehn Prozent). Abgezogen werden auch die Ansprüche von unterhaltsberechtigten Kindern im Haushalt und Aufwendungen für die eigene Altersvorsorge.

Die Hälfte des sich ergebenden Betrags kommt zuzüglich des Familienselbstbehalts dem Familienunterhalt zugute. Zu dem so bemessenen individuellen Familienbedarf hat der Unterhaltspflichtige entsprechend dem Verhältnis der Einkünfte der Ehegatten beizutragen. Für den Elternunterhalt kann der Unterhaltspflichtige die Differenz zwischen seinem Einkommen und seinem Anteil am individuellen Familienbedarf einsetzen.

Elternunterhalt auch für ein teures Heim?
Müssen unterhaltspflichtige Kinder für jedes vom Bewohner gewählte Pflegeheim aufkommen oder ist das jeweils günstigste als Maßstab zugrunde zu legen?
Der Bundesgerichtshof kam in einem Urteil vom 07.10.2015 zu dem Beschluss, dass unter bestimmten Umständen Kinder auch für Heime höherer Preiskategorien aufkommen müssen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es für Mutter oder Vater nicht zumutbar ist, ein Heim der unteren Preiskategorie zu wählen. Beispielsweise, wenn Eltern oder Elternteil zunächst aus eigenem Vermögen oder Einkommen eine hochpreisige Einrichtung finanzieren konnte und erst im Verlauf der Zeit oder durch eine höhere Pflegestufe bedürftig wurde. Auch wenn ein Kind im Vorfeld an der Auswahl des teuren Heimes beteiligt war, kann es nicht nachträglich die Unterhaltszahlungen verweigern.

Sonderfall: Erhebliche Verfehlung der Eltern
Nicht immer sind Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern problemfrei. Kleine Streitigkeiten gehören durchaus zu einem normalen Familienleben. Es gibt jedoch Umstände, die es für ein Kind unzumutbar machen, für die Eltern oder einen Elternteil zu sorgen. Wenn sich die Eltern erheblicher Verfehlungen gegen das Kind schuldig gemacht haben, vermindert sich ihr Unterhaltsanspruch oder fällt sogar ganz weg. Zu erheblichen Verfehlungen zählen beispielsweise Misshandlung, Missbrauch oder grobe Vernachlässigung.

Ein Kontaktabbruch hingegen gilt nicht in jedem Fall als erhebliche Verfehlung. Der BGH hat mit Beschluss vom 12.02.2014 entschieden, dass der Anspruch eines Unterhaltsberechtigten auf Elternunterhalt auch bei jahrelangem Kontaktabbruch zu Sohn oder Tochter bestehen bleibt, sofern der Unterhaltsberechtigte in der prägenden Phase der ersten 18 Lebensjahre seinen Elternpflichten im Wesentlichen nachgekommen ist und keine weiteren Umstände vorliegen, die das Verhalten des Unterhaltsberechtigten als schwere Verfehlung erscheinen lassen. Der Unterhaltsanspruch bleibt selbst dann bestehen, wenn Eltern oder Elternteil Sohn oder Tochter in einem notariellen Testament nur mit dem Pflichtteil bedenken, da sie lediglich von ihrem Recht auf Testierfreiheit Gebrauch machen.

November 2018. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von BIVA, Copyright: BIVA

Donnerstag, 8. November 2018

Leben mit Diabetes Typ 1 und Typ 2. Ein Diabetologe aus Köln gibt Tipps für Betroffene: Blutzucker messen, Ernährung umstellen und mehr

Laut der Deutschen Diabetes-Hilfe erkranken jeden Tag rund 1.000 Menschen in Deutschland neu an Diabetes. Mediziner unterscheiden dabei je nach Ursache zwischen zwei Typen. Sowohl der Typ 1 als auch der Typ 2 äußern sich in einem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel aufgrund von Insulinresistenz oder -mangel. 

Bleibt eine Diabeteserkrankung unentdeckt, führt dies zur Schädigung der Blutgefäße und anderer Organe. Damit Betroffene trotz Erkrankung ihr Leben genießen können, gilt es einiges zu beachten. Prof. Stephan Schneider, Chefarzt der Inneren Medizin II, Endokrinologie und Diabetologie im St. Vinzenz-Hospital Köln, gibt fünf Tipps für einen gesunden Alltag mit Diabetes:

Sich selbst und das Umfeld informieren

Für Menschen, die an Diabetes erkranken, ist es wichtig, sich eingehend mit ihrer neuen Lebenssituation vertraut zu machen. Ein Arzt kann hier geeignete Schulungen empfehlen. Doch auch Patienten, die bereits seit einiger Zeit mit Diabetes leben, sollten sich regelmäßig über Neuheiten oder aktuelle Studien informieren. Eventuell bieten sie neue Erkenntnisse, die den Erkrankten das Leben erleichtern. Darüber hinaus empfiehlt es sich, enge Freunde und Verwandte in die neu entstandene Situation einzuweihen. Auch sie müssen lernen, angemessen mit der Situation umzugehen, um im Notfall beispielsweise durch das Spritzen des nötigen Mittels zu reagieren.

Den eigenen Körper kennenlernen

Das Kontrollieren des Blutzuckerspiegels gehört für Betroffene zu den essenziellen Aufgaben. Als besonders gefährlich für Patienten erweist sich ein erhöhter Blutzuckerspiegel, da er im äußersten Fall sogar zu einem Koma führen kann. Daher sollten die Blutzuckerwerte möglichst im Normalbereich liegen. Damit Diabetiker ein Gefühl für ihre Werte bekommen, müssen sie diese mithilfe eines Blutzuckermessgerätes bestimmen und sie auch akribisch notieren. Mediziner oder auch Apotheker geben Ratschläge zur richtigen Handhabung und Lagerung des technischen Helfers. Gleichzeitig sollten Betroffene auch ihren eigenen Körper beobachten. Eine Diabeteserkrankung kann Folgewirkungen mit sich bringen, die Patienten zunächst nicht zwingend als solche erkennen.

Die Seele pflegen

Eine Diabeteserkrankung stellt in vielen Fällen eine große Umstellung für die Betroffenen dar. Sowohl die Angst davor, nicht richtig mit der Krankheit umzugehen, als auch vor etwaigen Folgeerkrankungen oder davor, in Notfallsituationen nicht richtig zu reagieren, belastet manche Patienten sehr. Diese Ängste können mögliche Gründe darstellen, dass Diabetiker häufiger als der Bevölkerungsdurchschnitt unter Depressionen leiden. Erkrankte sollten daher frühzeitig Lösungen suchen, um mit der Diagnose umzugehen. Seien es Gespräche mit Verwandten und Freunden, Selbsthilfegruppen oder eine professionelle Beratung – über die Situation zu reden, hilft vielen Patienten.

Auf die Ernährung achten

Für einige Menschen stellt eine Diabeteserkrankung nur eine geringe Umstellung ihrer Ernährung dar. Andere leiden sehr darunter. Zunächst einmal sollten Betroffene verinnerlichen, dass eine Diabeteserkrankung kein generelles Verbot von gewissen Lebensmitteln bedeutet. Vielmehr gelten für Diabetiker die gleichen Regeln wie auch für andere Menschen: Viel Obst und Gemüse, aber auch Zucker, Fett und Kohlehydrate dürfen auf dem Speiseplan stehen. Spezielle Lebensmittel für Diabetiker oder Diät-Produkte sind nicht notwendig. Stattdessen sollten sich Diabetiker generell mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Mittlerweile gibt es neben Rezeptbüchern auch Apps, mit denen die Berechnung und Abstimmung von Insulindosis oder Kohlehydratgehalt leicht gelingt.

Mehr Bewegung integrieren

Bewegung zählt zu einer gesunden Lebensweise dazu und sollte Bestandteil des Alltags sein. Vor allem Typ-2-Diabetiker können durch körperliche Aktivität teilweise sogar auf Tabletten oder Insulinspritzen verzichten. Durch die Bewegung senken Patienten nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern verbessern auch die Insulinempfindlichkeit der Zellen. 150 Minuten Sport pro Woche sollten Patienten dabei absolvieren, um eine solche Wirkung zu erzielen. Doch auch ein Spaziergang an der frischen Luft oder anstatt des Aufzugs die Treppe zu nutzen, fördert die Leistungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden.


Informationen unter www.vinzenz-hospital.de

November 2018. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Borgmeier


 

Seniorentreff im Kurhaus Bad Liebenzell - mit Mundartpfarrer Manfred Mergel am 15. November


Wer als Senior Zeit und Lust hat, kann am 15. November 2018 nach Bad Liebenzell in den Nordschwarzwald fahren. Im Kurhaus Bad Liebenzell laden der Seniorenrat und die Stadtverwaltung herzlich um 15:00 Uhr zum Seniorennachmittag ein.

Geboten wird ein umfangreiches Programm von Mundartpfarrer Manfred Mergel. Dieser wird ausgewählte Passagen, aus seinem neuen Buch in Schwäbisch vortragen, und neues aus dem Stadtseniorenrat wird berichtet. 
 
Wer schon mal in der schönen Kurstadt im Landkreis Calw/Nordschwarzwald ist, kann auch einen Bummel durch Kurpark und Philosophengarten machen oder in der Paracelsus-Therme entspannen.  

Weitere Veranstaltungstipp: Am 2. Dezember singt Jay Alexander in der St. Blasius-Kirche:


November 2018. Redaktion pflegeinfos.net