Dienstag, 29. Dezember 2020

Mäeutik Pflegekonzept im Altenheim: Im Haus Adam Müller-Guttenbrunn Stuttgart werden so besondere Kontaktmomente geschaffen

Das Haus Adam Müller-Guttenbrunn in Stuttgart nutzt das Mäeutischen Pflege- und Betreuungskonzeptes. Inzwischen sind eine Vielzahl von Mitarbeitern aus allen Arbeitsbereichen der Caritas-Einrichtung geschult. 


Im September 2019 wurde das Konzept bei einem Fachtag präsentiert. "Durch die lebendigen Vorträge und Diskussionen war dies ein gelungener Fachtag, der zur Mäeutik und zum Haus passte”, so Joachim Treiber, der Einrichtungsleiter. "Wir waren auf der Suche nach einem anderen Pflegemodell."  

 

Nach einem Pflegemodell, das mehr "sozialpädagogisch agiere", sich aufbaut auf einer Beziehung zwischen den Menschen und danach sucht, was ein Mensch noch kann. Ein Pflegemodell, das auf Emphatie und auch Intuition der Mitarbeiter beruht und diese als wichtige Kompetenzen in der Pflege wahrnimmt. 


Hebammenkunst & Sokrates

Sie fanden es im Mäeutischen Pflege- und Betreuungskonzept, entwickelt von der Niederländerin Dr. Cora van der Kooij. Der Begriff Mäeutik, wörtlich "Hebammenkunst", wird in Anlehnung an die Gesprächstechniken des Philosophen Sokrates im Sinne einer dialogischen Methode der Wahrheitsfindung verwendet.

 

Dr. Cora van der Kooij versteht Mäeutik als "Hebammenkunst für das Pflegetalent". Lebenserfahrung, Empathie, Kreativität werden dabei in der Pflege als Ressourcen angesehen. Im Zentrum des Mäeutischen Pflege- und Betreuungskonzeptes steht die "erlebnisorientierte Pflege": wichtig ist die Beziehung zwischen den betroffenen Menschen und der Pflegekraft und es gehe darum, immer wieder positive Kontaktmomente zu schaffen.

Beobachtungsbogen zur Lebensgeschichte

 

Das mäeutische Menschenbild geht davon aus, dass alle Menschen verletzlich sind. Und wer sich selbst als verletzlich versteht, der kann auch andere einfühlsam begleiten und sie besser verstehen.

Ein wesentliches Instrument ist dabei der "Beobachtungsbogen", der Fragen zur Lebensgeschichte ebenso beeinhaltet, wie Gewohnheiten der Menschen oder besondere Persönlichkeitsmerkmale. 

 

Zum Konzept in dem Stuttgarter Pflegeheim der Caritas gehört ebenso, dass sich die Pflegeteams regelmäßig in sogenannnten "Bewohnerbesprechungen" austauschen mit dem Ziel, ein ganzheitliches Bild der Patienten zu erhalten. Auch die Angehörigen werden in den Pflegeprozess mit einbezogen. Dabei wird das Verhalten eines Menschen nicht gewertet, sondern angenommen im Sinne von: "Was macht ihn besonders?"

Dezember 2020. Redaktion Pflegeinfo.net

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Hautpflege in der Nacht: Mit natürlicher Pflege von HempMate Schweiz können Frauen ab 50 ihre Haut regenerieren. Natürliches Anti-Aging mit CBD

Wie gelingt eine Regeneration der reifen Haut über Nacht? Cremés gibt es viele auf dem Markt.
 
Ein neues Produkt, speziell für Frauen ab 50, kommt jetzt von Hempmate aus der Schweiz. Es heißt: Sativa Omorfiá Night. 
 
Die Abendstunden und nachts sind eine effektive und sensible Zeit, die mithilfe von CBD optimiert werden kann. Die Nachtpflege für Frauen, Sativa Omorfiá Night bekämpft mögliche, durch den täglichen oxidativen Stress entstandene Schäden und kann Hautalterung vorbeugen, während die Reservespeicher für den nächsten Tag wieder aufgefüllt werden.
 
Von Hempmate aus der Schweiz
 
Zentraler Bestandteil dieser natürlichen Creme ist CBD aus der Schweiz. Plus Wirkstoffe wie Thymianöl, das Entzündungen entgegenwirkt.Es drückt den "Reset-Knopf" der Haut und macht sie stark und widerstandsfähig für den nächsten Tag.
 
Für alle Hauttypen geeignet
 
Avocadoöl aktiviert die CB2-Rezeptoren im Endocannabinoid-System und enthält gleichzeitig Vitamin A - eine wichtige Komponente für den aktiven Aufbau und die Neustrukturierung der Haut. Mit dem Öl aus Sanddornfruchtfleisch ist eine Quercetin-Quelle vorhanden, die intensiv vor oxidativen Schäden an Hautstrukturen schützt. Die sorgfältige Zusammensetzung der sensitiven Emulsion ist für alle Hauttypen geeignet. 

Service: Sativa Omorfiá Night Nachtcreme ist im 50ml Tiegel für 51,62 Euro* verfügbar. Online direkt hier bestellen: SHOP Nachtcreme.

(*Preise gelten für Deutschland, Stand Dezember 2020, und können je nach Land und Mehrwertsteuersatz variieren. Änderungen vorbehalten, Angaben ohne Gewähr).
 
Dezember 2020. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR

Horst Lichter von "Bares für Rares" wurde zum Hutträger des Jahres 2020 gekürt. Auszeichnung des deutschen Hutfachhandels für den TV-Star


Er ist ein beliebter Mann im Fernsehen. Gerade ältere Menschen sind Fans von Horst Lichter, wenn er in seinen Kochsendungen Tipps gibt oder bei "Bares für Rares" über Kunst, Trödel und Antikes plaudert.

Jetzt wurde Horst Lichter zum "Hutträger des Jahres 2020" gekürt. Mehr über die Aktion der deutschen Hutfachgeschäfte lesen Sie auf unserem Partnerportal HIER.

Einfach auf das Wort HIER klicken!

Dezember 2020. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/GDH

Freitag, 18. Dezember 2020

In der Winterzeit das Immunsystem stärken: In Apotheken gibt es den Aloe Vera Saft "Bioaloe Drink"


Allgemein gilt das Gel der Aloe Vera als Alleskönner für die Anwendung auf der Haut. Was viele nicht wissen: Als Saft eingenommen versorgt sie den Körper auch von innen mit Nährstoffen. Der Mix aus Vitaminen, Mineralstoffen und Kohlenhydraten kann sich positiv auf den Magen-Darm-Trakt auswirken, Erkältungssymptome lindern und die Abwehrkräfte stärken. Entscheidend ist dabei, dass das Gel der Aloe schonend gewonnen und verarbeitet wird.

Immunsystem stärken und Bakterien bekämpfen


Acemannan ist der wohl wichtigste Inhaltsstoff der Aloe Vera. Nach der Pubertät produziert der menschliche Körper das Kohlenhydrat nicht mehr selbst. Es kann lediglich durch die Nahrung aufgenommen werden und so das Immunsystem stärken. Wissenschaftler sind seit den 1980ern durch diverse Forschungen überzeugt, dass damit sogar Bakterien und Viren bekämpft werden können. 

 

„Nimmt man Aloe Vera als Getränk zu sich, profitiert man direkt von den positiven Eigenschaften von Acemannan. Man sollte jedoch auf die Qualität achten“, erklärt Dr. Jan-Philipp Matthewes von Atlantia. 

 

Erhältlich über Apotheken 

 

Er bietet mit seinem Unternehmen den Aloe Vera Drink BIALOE an - mit einer hohen Acemannankonzentration von mindestens 1.700 mg/l. Fachärzte verwenden den Aloe Vera Saft unter anderem zur Linderung von inneren Entzündungen, zur Bekämpfung von Mund- und Rachenbeschwerden und bei Speiseröhrenentzündungen.


Aloe Vera Sorte aus Atlantia/Teneriffa


Gut auch für den Darm

Eine chilenische Studie aus dem Jahr 2017 untersuchte Acemannan und die in der Pflanze enthaltenen Fructane genauer und bestätigt: Die Stoffe haben präbiotische Eigenschaften und dienen den erwünschten Darmbakterien – den Probiotika – als Nahrung. Laut der Studie sorgen Fructane dadurch für eine deutliche Zunahme gesundheitsfördernder Probiotika. Acemannan begünstigt zudem ein saures Milieu im Darm, das diese Bakterien bevorzugen. 

 

Der Saft der Aloe kann demnach als Nahrungsergänzungsmittel bei regelmäßiger Einnahme ein positives Darmklima bewirken und sich so zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden eignen (genaue Studie über Atlantia).


Kaltes Extrahieren macht den Unterschied

Die Aloe Barbadensis Miller ist die einzige Aloe Vera Art, die als Lebensmittel verwendet werden darf. Sie wird von Atlantia auf den Kanarischen Inseln angebaut, denn dort profitiert die Pflanze von der Orographie des Terrains und Klimas, wobei sie die höchste Konzentration an Wirkstoffen in den Blättern entwickelt.

 

Der Drink besteht aus 100 % kältestabilisierter Aloe Vera und dank der sorgfältigen Entsaftung der frisch geschnittenen Blätter und des besonders schonenden Herstellungsverfahrens bleiben die wichtigsten Wirkstoffe in hoher Konzentration enthalten.

Mit Wasser vermischt bietet sich die Einnahme morgens vor dem Frühstück an. Möchte man Magenbeschwerden, Reflux oder Reizungen des Darms behandeln, sollte die dreifache Dosis verwendet werden.

Bezugsquelle: Der BIOALOE Drink ist in Apotheken oder online unter www.atlantialoe.de für 16,90 Euro (UVP) erhältlich. Stand Dezember 2020. 
 

Dezember 2020. Redaktion pflegeinfos.net  

Copyright Fotos: PR/Hersteller

Mittwoch, 25. November 2020

WohnenPlus-Haus Killesberg: Pilotprojekt neues Wohnkonzept der Evangelischen Heimstiftung für ältere Menschen


Auf dem Stuttgarter Killesberg entsteht die sechste Einrichtung der Evangelischen Heimstiftung (EHS) in der Landeshauptstadt und die zweite WohnenPLUS-Residenz.
Rund 10 Millionen Euro investiert die EHS in das Projekt, das im Frühjahr 2022 fertiggestellt werden soll.

 

WohnenPLUS ist eine ambulante Alternative zum klassischen Pflegeheim. 19 Pflegewohnungen mit ALADIEN, zwei betreute Wohngemeinschaften und die direkte Anbindung an die Mobilen Dienste stehen nach Fertigstellung zur Verfügung.

Pilotstandort für WohnenPlus-Residenz

Für die Evangelische Heimstiftung ist Stuttgart auch der Ort der Unternehmensgründung vor fast 70 Jahren. „Es war uns deshalb ein großes Anliegen, unsere innovative Wohnform auch hier zur realisieren“, sagt Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider. 

 

Deshalb ist Stuttgart Pilotstandort für gleich zwei der ersten zehn WohnenPLUS-Residenzen in Baden-Württemberg. Nach der Königin-Olga-Residenz im Westen nun die Herzog-Christoph-Residenz am Killesberg.
 

WohnenPLUS-Konzept für Menschen mit Pflegebedarf

„WohnenPLUS bedeutet, dass Menschen trotz Pflegebedarf zuhause individuell versorgt werden“, erklärt Schneider. Das gelingt, indem verschiedene Wohn- und Pflegeangebote ganz individuell und je nach Bedarf miteinander kombiniert werden können. 


Wohnungen mit Assistenzsystemen 

Die Pflegewohnungen sind 36 bis 59 Quadratmeter groß und verfügen jeweils über ein barrierefreies Bad. Zusätzlich sind sie mit dem Assistenzsystem ALADIEN ausgestattet. Es wird über ein bedienerfreundliches, für Senioren optimiertes Tablet gesteuert, das zur Grundausstattung jeder Wohnung gehört.

Quartieridee mit Christophkirche

Das Besondere an der Herzog-Christoph-Residenz ist auch der generationenübergreifende Charakter. Denn das Gebäude wird die Christophkirche und den auf dem Gelände befindliche Kindergarten räumlich und inhaltlich miteinander verbinden. „Wir setzen von Beginn an auf ein lebendiges Quartiersprojekt“, erklärt Schneider.

EHS mit sechs Senioren-Einrichtungen in Stuttgart

Durch die Herzog-Christoph-Residenz erweitert die EHS ihr Angebot in Stuttgart um eine sechste Einrichtung, nach der Königin-Olga-Residenz am Feuersee, dem Haus auf der Waldau in Degerloch, dem Karl-Wacker-Heim in Botnang, dem Paul-Collmer-Haus in Untertürkheim und dem Württembergischen Lutherstift im Westen. www.ev-heimstiftung.de

 
November 2020. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: EHS/PR

 

Dienstag, 24. November 2020

Senioren fit machen für digitale Anwendungen - das Stuttgarter Projekt "KommmIT" lieferte 5 Jahre wertvolle Erkenntnisse

 
Nach fünf Jahren feiert das Verbundprojekt „KommmiT“ (Kommunikation mit intelligenter Techni“) unter der Federführung des Wohlfahrtswerks seinen Abschluss. Ziel war es, in Stuttgart Lösungen zu entwickeln und zu erproben, mit denen Senioren den Anschluss an die digitale Welt schaffen können. Das Projekt wurde von neun Partnern umgesetzt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Teilhabe an der neuen Kommunikation via Internet

 
„Ältere Menschen in Stuttgart, die keinerlei Anwendungserfahrung mit digitalen Kom- munikationsmöglichkeiten haben, konnten erfolgreich an die Technik herangeführt werden“, erklärt Ingrid Hastedt, Vorstandsvorsitzende des Wohlfahrtswerks. „Digitale Kompetenz ist ein Schlüssel zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe und unterstützt beim Wunsch, lange in der eigenen Häuslichkeit wohnen zu bleiben.“
 

Neue Ideen erfolgreich umgesetzt

Im ersten Schritt wurde eine besondere Benutzeroberfläche für Tablets entwickelt: Nur wenige Funktionen und besonders große Schaltflächen sollten dazu beitragen, dass Anfänger sich leicht mit dem Tablet zurechtfinden. Interessierte Senioren wurden vom Projekt-Team mit den Geräten ausgestattet. Für einen gelungenen Einstieg bedurfte es zudem einer pädagogisch durchdachten Einweisung.


Senioren zeigen es Senioren

Darauf lag der zweite Akzent: Ein Peer-to-Peer-Ansatz „von Älteren für Ältere“ wurde entwickelt. Dabei gingen die Projekt-Partner in Stuttgart auf die Suche nach Ehrenamtlichen. Diese wurden zu „Begleitern“ ausgebildet, um dann selbst ältere Technikunerfahrene in die Bedienung der Tablets einzuführen. Die mehr als 120 Begleiter waren im Durchschnitt 68 Jahre alt, die rund 230 Teilnehmer im Durchschnitt 76 Jahre.

Umfassende persönliche Beratung

Zusammen mit ihrem Begleiter lernten die Teilnehmer wie man das Tablet nach den eigenen Interessen nutzen kann: Von der Wetter-App zum Video-Chat war alles mög- lich. Ergänzt wurde die Beratung durch Projektmitarbeiter im lokalen „ServiceBüro“ im „treffpunkt 50plus“ sowie im mobilen „Beratungshäusle“ des Wohlfahrtswerks, das an wechselnden Standorten in der Stadt unterwegs war. Für die Teilnehmer war insbesondere die „Techniksprechstunde“ ein gern genutztes Angebot.

Corona mit Hilfeplattform begegnet

Während der Kontaktbeschränkungen durch Corona zeigte sich, wie entscheidend es sein kann, eine E-Mail-Nachricht zu versenden oder eine Einkaufshilfe online zu finden. Mit einer neu programmierten Hilfeplattform wurden 2020 Hilfesuchende und Hilfebietende in der Stadt zusammengebracht. Die kostenfreien Angebote kamen von hilfsbereiten Stuttgartern, während KommmiT-Mitarbeiter beratend zwischen den Parteien vermittelten.

Ergebnisse für die Zukunft

Das Projekt wirkt weiter: Interessierte finden alle Informationen sowie die Lernmaterialien im Internet unter www.kommmit.info. Für Kommunen gibt es Handlungsempfehlungen für vergleichbare Vorhaben. Denn nach wie vor ist das Anliegen, ältere Menschen in das „digitale Leben“ zu integrieren, ungebrochen aktuell.
 

Projektpartner - wer war bei KommiT dabei?

Neben dem Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg die Universität Heidelberg, Psychologische Alternsforschung, Heidelberg, das FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruhe, die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, Stuttgart, die Stadt Stuttgart, die Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS), Ludwigshafen, die nubedian GmbH, Karlsruhe, der treffpunkt 50plus/Evangelische Landeskirche in Württemberg und Unitymedia, Köln (bis Februar 2020) .

November 2020. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/Wohlfahrtswerk

Freitag, 6. November 2020

App für Pflegedokumentation: Piloteinsatz von Voize im Stuttgarter Caritas-Haus St. Ulrich, Mönchfeld. Einfach ins Smartphone sprechen

Die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird bis 2035 um 30% auf 4,8 Mio. ansteigen. Gleichzeitig ist sorgfältige Pflegedokumentation sehr wichtig, jedoch ist der zeitliche Aufwand mit über 30% der Arbeitszeit sehr hoch. 

 

Ein Start-up aus Stuttgart (Gründerfirma) will das ändern und den pflegebedürftigen Menschen in den Vordergrund stellen. Idee: Voize ist der digitale Sprachassistent für Pflegedokumentation. Er erleichtert den Pflegealltag, verbessert die Qualität der Dokumentation und erlaubt Pflegeeinrichtungen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

 

Aus der Praxis heraus entwickelt: App für Altenpfleger
 

Sefaat Kayan ist 23 Jahre jung, Altenpflegerin von Beruf, und sie liebt die Arbeit mit den alten Menschen im Haus St. Ulrich in Stuttgart-Mönchfeld. Doch rund 30 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringt sie damit, ihre Arbeit zu dokumentieren. Zeit, die sie am Computer verbringt und nicht bei den Menschen. Die Pflegedokumentation ist zweifelsohne wichtig - doch wie könnte man sie organisieren, damit sie möglichst schnell und leicht erledigt werden kann und so mehr Zeit für die Pflege bleibt?

 

Während der Pflege ins Smartphone sprechen

 

Fabio Schmidberger studiert Softwaretechnik an der Universität Stuttgart. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Marcel und mit ihrem Kollegen Erik Ziegler haben sie das Startup voize gegründet. voize ist auch der Name ihrer App für sprachgesteuerte Pflegedokumentation übers Smartphone. Pflegekräfte können die Dokumentation am Smartphone einsprechen und das auch direkt bei der Pflege. Die erstellten Dokumentationseinträge werden automatisch in die Dokumentationssoftware übertragen.

 

Mit dem Bereich Altenhilfe des Caritasverbands für Stuttgart e.V. fanden die jungen Unternehmer einen Kooperationspartner, mit dem sie die App entwickeln und vor allem für sie wichtige Einblicke in den Pflegealltag bekommen. "Das hat uns schon überzeugt", sagt Sebastian Menne, stellvertretender Bereichsleiter der Caritas Altenhilfe, "dass sie uns kein fertiges Produkt verkaufen wollten, sondern sich in unsere Arbeit von Grund auf hineingedacht haben."

Sprechen ist leichter und schneller als schreiben

 

 

Noch ist die App in der Erprobung, aber Altenpflegerin Sefaat Kayan ist jetzt schon begeistert: "Wir haben so in naher Zukunft sehr viel mehr Zeit für die Bewohner_innen", freut sie sich. Sie und ihre Kolleg_innen können direkt bei den Bewohnern Daten und Befunde ins Handy sprechen

 

Voize App im Test

KI-Anwendung im Altenheim

 

"Die Künstliche Intelligenz von voize versteht den Pflegekontext und generiert automatisch strukturierte Dokumentationseinträge. Mittels Schnittstellen werden die Daten in Dokumentationssysteme übertragen. Alles läuft lokal auf dem Smartphone. So werden keine Daten in die Cloud geschickt. Damit werden hohe Datenschutzstandards erreicht und auch Pflegeeinrichtungen ohne flächendeckendes WLAN profitieren von der Anwendung", sagt Fabio Schmidberger.

 

"Für viele ist Sprechen auch leichter als Schreiben", weiß Sefaat Kayan. Für Betreuungskräfte, die nicht so gut deutsch können, ist das eine große Erleichterung - auch weil die App Rechtschreibung und Grammatik automatisch korrigiert.

 

Auszeichungen für die Pflege-App 

 

Erik Ziegler, Fabio und Marcel Schmidberger wurden bereits mehrfach für ihre Idee ausgezeichnet. So auch vom Existenzgründerportal Für-Gründer aus dem F.A.Z. Verlag mit Platz 3 der Top 50 Startups Deutschlands, im September 2019 gewannen sie den Businessplan-Wettbewerb am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam. Im November 2019 stellten sie ihre Ideen im Gesundheitsministerium in Berlin unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn vor. 

 

www.voize.de

 
November 2020. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Foto: Caritas /PR