Mittwoch, 23. November 2022

Vorsorg-O-Mat der AOK Baden-Württemberg am Start: Krebs-Vorsorge und Krebs-Früherkennung stärken - Krebstote vermeiden

Die AOK Baden-Württemberg startet auf ihrer Homepage einen "Vorsorg-O-Mat" mit Hotline zu Fragen rund um das Thema Früherkennung bei Krebs. Das Projekt startet zum diesjährigen "Tag der Krebsvorsorge" am 28. November 2022.

Krebs-Vorsorge: Beratung für alle

Der „Vorsorg-O-Mat“ beantwortet den Nutzerinnen und Nutzern nach Eingabe individueller Informationen wie Alter und Geschlecht die Frage, welche Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen anstehen und was die jeweilige Untersuchung genau beinhaltet. Das neue Online-Angebot ist für alle Interessierten unabhängig von der Krankenversicherung nutzbar.

Vorsorge-Hotline für AOK-Mitglieder in Ba-Wü

Zudem schaltet die AOK Baden-Württemberg für ihre Versicherten eine Vorsorge-Hotline: Unter der kostenfreien Nummer 0800 1 265 265 beantworten speziell geschulte Expertinnen und Experten des medizinischen Info-Telefons Clarimedis vom 28. November bis zum 2. Dezember alle Fragen rund um die Themen Krebs-Früherkennung und Vorsorge. Darüber hinaus sind im Internetauftritt der AOK neue Informationsfilme zum Ablauf und Nutzen der einzelnen Früherkennungsuntersuchungen abrufbar. 


 

Info-Angebot des Krebsverbands Baden-Württemberg

Der Krebsverband Baden-Württemberg informiert auf seinen Social Mediakanälen (Instagram: krebsverband.bw, Facebook: Krebsverband Baden-Württemberg) zum „Tag der Krebsvorsorge“ über alle wichtigen Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen. 

Was sagen die Zahlen zur Früherkennungsuntersuchung? 

Bei mehreren Untersuchungen für gesetzlich Versicherte gab es in Baden-Württemberg im zweiten Pandemiejahr 2021 erneut starke Rückgänge, die sich auch in der Omikron-Welle im 1. Quartal 2022 fortgesetzt haben. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), in der die Teilnahmezahlen der gesetzlich Versicherten mit dem Vor-Pandemie-Zeitraum verglichen werden. Die AOK Baden-Württemberg setzt vor dem Hintergrund der jüngsten Einbrüche ihre Kampagne zur Krebs-Früherkennung fort und erklärt den 28. November gemeinsam mit dem Krebsverband Baden-Württemberg zum jährlichen „Tag der Krebsvorsorge“.

Hautkrebs und Gebärmutterhalskrebs - Vorsorge

Die stärksten Rückgänge gab es im Südwesten im vergangenen Jahr – wie schon im ersten Pandemie-Jahr 2020 – erneut bei der Inanspruchnahme der Hautkrebs-Früherkennung (minus 9 Prozent gegenüber 2019). Im 1. Quartal 2022, das durch die Omikron-Welle geprägt war, war der Einbruch mit minus 19,3 Prozent gegenüber dem Vergleichs-Zeitraum 2019 sogar noch größer. 

Die Zahl der Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs lag im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg 6,5 Prozent unter dem Wert von 2019, im 1. Quartal 2022 gab es ein noch größeres Minus von 11,5 Prozent. Weniger ausgeprägt waren die Rückgänge hierzulande bei der Prostatakrebs-Früherkennung (minus 4,6 Prozent im Gesamtjahr 2021 und minus 6,2 Prozent im 1. Quartal 2022). Beim Mammographie-Screening hat sich die Situation in Baden-Württemberg nach starken Einbrüchen in der ersten Phase der Pandemie weitgehend normalisiert.

Akzeptanz ist hoch für Krebsvorsorge

Eine bevölkerungsrepräsentative Forsa-Befragung im Auftrag des AOK-Bundesverbandes aus dem Oktober 2022 zeigt eine hohe Akzeptanz für die Krebsvorsorge: 94 Prozent der rund 1.500 Befragten gaben an, dass sie die Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung sinnvoll finden. Allerdings erklärten die Hälfte der Befragten, dass sie das Ausmachen von Terminen zur Gesundheitsvorsorge zumindest ab und zu aufschieben würden. Ein Viertel der Menschen (26 Prozent) gaben an, dass sie wegen anderer Aufgaben keine Zeit und Energie für die Krebsfrüherkennung hätten. 

19 Prozent erklärten, schon einmal eine Untersuchung zur Früherkennung über den empfohlenen Kontrolltermin hinausgezögert zu haben, obwohl rückblickend genug Zeit dafür zur Verfügung gestanden hätte. „Das wichtige Thema Krebsvorsorge sollte man nicht vor sich herschieben“, kommentiert der Krebsverband Baden-Württemberg die Ergebnisse. „Wir möchten die Menschen mit unseren Informationen und gemeinsamen Aktionen zum Tag der Krebsversorge dazu bringen, sich mit diesem oftmals unangenehmen und mitunter auch schambesetzten Thema zu beschäftigen.“

Der „Vorsorg-O-Mat“ ist hier erreichbar:

 www.aok.de/vorsorgomat
 

Weitere Informationen: www.krebsverband-bw.de

November 2022. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR

Mittwoch, 9. November 2022

Filmclips zur Palliativ-Versorgung: Gesellschaft für Palliativmedizin geht neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit


Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) geht im Rahmen ihrer aktuellen Informations- und Aufklärungskampagne „das ist palliativ“ neue Wege, um vor allem das fachfremde Publikum zu erreichen. „Wir nutzen die starken Bilder des Kinos und vermitteln anhand kurzer Filmszenen, was Palliativversorgung bedeutet.“, erklärt DGP-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Bausewein. „Die Clips aus dem Film ‚In Liebe lassen‘ von Emmanuelle Bercot erreichen die Zuschauenden unmittelbar und treffen mitten ins Herz.“

Abschied, Sterben, Trauer - DGP will schwierige Themen vermitteln


Die DGP-Kampagne „das ist palliativ“ richtet sich vorrangig an Betroffene und Angehörige schwerkranker Menschen. Dabei nähert sie sich der ganzheitlichen Behandlung und Begleitung von schwerkranken Menschen und den ihnen Nahestehenden wie auch den Themen Abschied und Sterben sehr selbstverständlich. Das ehrliche und individuelle Miteinander steht im Mittelpunkt.

Regelmäßige Posts auf den Social-Media-Kanälen Instagram und Facebook geben einen Einblick in die vielfältige und vielseitige palliative Umsorgung, Mitarbeiter erzählen von ihren Erfahrungen und erklären, was für sie palliativ ist – authentisch, würdevoll, menschlich.


Mit der Serie der fünf Film-Clips setzt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin ihre Partnerschaft mit dem Anfang 2022 angelaufenen Kinofilm „In Liebe lassen“ fort. „Wir sind der STUDIOCANAL GmbH und den französischen Produzentinnen sehr dankbar, dass sie der DGP so unkompliziert die Rechte zur Social Media-Nutzung der Clips eingeräumt haben.“ betont Claudia Bausewein: „Denn die bisherigen Gespräche im Kino zeigen, dass viele ihre eigenen Geschichten und Fragen mitbringen.“ 

Film "In Liebe lassen" greift das Schicksal eines Krebskranken auf

Die DGP hofft, mit ihrer Website www.dasistpalliativ.de ein wenig Orientierung bieten zu können. Worum geht es in dem Film? Der 40-jährige Schauspiellehrer Benjamin (Benoît Magimel) erfährt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Es bleibt ihm ein Jahr, um Frieden mit seinem Leben zu schließen und sich zu verabschieden. Aufgefangen werden er und seine Mutter Crystal (Catherine Deneuve) von Dr. Eddé und seinem Palliativteam, den behandelnden Arzt spielt der New Yorker Onkologe und Laiendarsteller Dr. Gabriel Sara. 

Die Serie der fünf einminütigen Clips wird in der Woche ab 14. November 2022 mit je einem Clip täglich auf Instagram und Facebook gezeigt. Hier sind sie auf YouTube zu sehen:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLxtcEKtZ8RhZnd2FjvyrZyDHow0I6P4o

Mehr über das Projekt und Palliativ-Medizin hier: 
https://www.dasistpalliativ.de/

Einsatz für die Palliativ- und Hospizversorgung: DGP

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) steht als wissenschaftliche Fachgesellschaft für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung. Ihre mehr als 6.000 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich für eine umfassende Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Gemeinsames Ziel ist es, für weitgehende Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen - in welchem Umfeld auch immer Betroffene dies wünschen.
www.palliativmedizin.de

November 2022.Redaktion pflegeinfos.net

Copyright Fotos: PR/DGP

 


 

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Pflege-SOS in Bayern: kostenloses und anonymes Beschwerde-Instrument, wenn es um Pflege in Altenheimen geht

Immer wieder leidet die Qualität in Altenheimen, obwohl die Träger mit guten Bewertungen in der Öffentlichkeit werben. Seit März 2022 gibt es in Bayern eine Art Notruf-Telefon für Betroffene und Angehörige oder auch Mitarbeiter, die Vorfälle melden wollen.

Das Angebot ist kostenfrei, erfolgt in einem vertraulichen Rahmen und wird auf Ihren Wunsch hin anonym behandelt. 

Guter Start von Pflege SOS Bayern

Wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilt, ist die neue zentrale Anlaufstelle „Pflege-SOS Bayern“ im ersten halben Jahr nach ihrer Gründung im März 2022 „sehr gut angenommen worden“. Innerhalb von sechs Monaten gab es 429 Kontaktaufnahmen. Das Pflege-SOS ist beim Bayerischen Landesamt für Pflege (LfP) angesiedelt und wurde gegründet, um einen Beitrag zur Aufdeckung von Versorgungsmängeln in stationären Pflegeeinrichtungen zu leisten.


 

Die neue Anlaufstelle" Pflege-SOS Bayern" hilft vor allem bei Beschwerden zur pflegerischen Versorgung in stationären Einrichtungen. Die Mitarbeiter unterstützen Familien durch Empfehlungen im Beschwerdefall und geben Beschwerden gegebenenfalls an die richtigen Stellen weiter. 

Erreichbar ist die Hotline immer Montag bis Donnerstag von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

Und: Freitag von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Direktkontakt:
Telefonnummer: 09621 966 966 0 (kostenfrei aus Mobilfunk und Festnetz)
EMail: Pflege-SOS@lfp.bayern.de


Kooperationspartner

Die Anlaufstelle Pflege-SOS Bayern ist kontinuierlich im Austausch mit weiteren Fachstellen sowie den wesentlichen Aufsichtsbehörden im Bereich der Pflege in Bayern:




Oktober 2022. Redaktion pflegeinfos.net

Montag, 24. Oktober 2022

Freiburg: mit neuer App VAG Radar kommen blinde und sehbehinderte Menschen besser durch Freiburg


Viele Ältere und Menschen mit Einschränkungen tun sich schwer mit dem ÖPNV. Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) macht deshalb einen weiteren Schritt, um Menschen mit Einschränkungen die Fahrt in Bussen und Stadtbahnen zu erleichtern.

Die neue App "VAG Radar" bietet insbesondere blinden und sehbehinderten Fahrgästen eine Vielzahl von Funktionen, die die Orientierung erheblich erleichtern werden. Doch auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen profitieren von diesem neuen Angebot.

App als Hilfsmittel für ÖPNV

Die App ist in den bekannten App-Stores abrufbar und startet in ihren Testbetrieb. Einmal heruntergeladen empfängt sie per Bluetooth Informationen direkt vom Fahrzeug auf bis zu 50 Meter Entfernung. Dabei werden die Linie, der Zieltext (zum Beispiel „Haid“) und die nächste Haltestelle angezeigt und angesagt.

Was kann das „VAG Radar“?

Fahrzeugradar: An der Haltestelle kündigt die App Busse und Stadtbahnen an, die sich nähern. Das „VAG Radar“ reagiert dabei auf alle Fahrzeuge. Es wird also auch angegeben, wenn sich zum Beispiel eine „Fahrschule“, eine „Sonderfahrt“ oder eine „Werkstattfahrt“ nähert. So erhalten Sehbehinderte die Information, dass das zu hörende Fahrzeug keines ist, dass sie nutzen können. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei Störungen oder Umleitungen die abweichenden Fahrtziele angegeben werden.

Haltestellenansage: Während der Fahrt kann durch eingeschalteten Voice Over oder Talk Back die Haltestellenansage über die App abgespielt werden.

Der Haltewunsch: Vom Smartphone aus kann für die nächste Haltestelle der Haltewunsch betätigt werden. Diese Funktion können natürlich auch Fahrgäste nutzen, die im Rollstuhl sitzen oder etwas unsicher auf den Beinen sind.

Kinderwagen-/Rollstuhl-Knopf: Er bewirkt, dass sich die Tür nicht automatisch nach rund drei Sekunden schließt, sofern in dieser Zeit niemand ein- oder ausgestiegen ist, sondern länger geöffnet bleibt.

Tür-Finde-Signal: Mithilfe der App wird ein akustisches Signal über der Tür ausgelöst das den Fahrgast zur offenen Tür führt.

Über die App wird bei den Stadtbahnen automatisch immer die mittlere Tür geöffnet, bei den Bussen die zweite Tür von vorne. Damit ist sichergestellt, dass unabhängig vom Fahrzeugtyp stets ein barrierefreier Zugang ermöglicht wird, sofern die Haltestellenbeschaffenheit dies zulässt.

Ramon Kathrein, Mitglied des Freiburger Gemeinderates, hat die App bereits ausprobiert: „Für uns Blinde und Sehbehinderte ist ‚VAG Radar‘ eindeutig eine weitere Erleichterung, um uns im Öffentlichen Nahverkehr in Freiburg orientieren zu können. Zusammen mit der VAG arbeiten wir daran dieses hilfreiche Produkt in den kommenden Monaten noch weiter zu optimieren.“

Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehinderten Verein Süd-Baden e.V, der die VAG bei der Entwicklung und Einführung des neuen Angebotes intensiv beraten hat, betont: „Die Realisierung der App hat einen längeren Anlauf benötigt. Ich wünsche mir, dass die App jetzt viel genutzt wird und es viele Rückmeldungen dazu gibt was passt und was vielleicht noch verändert werden könnte.“

Sarah Baumgart, Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen bei der Stadt Freiburg, begrüßt die Einführung der Neuerung: „Der Abbau von Barrieren ist für uns alle eine ständige Herausforderung. Ich bin sehr froh darüber, dass sich die VAG dieser Herausforderung stellt und entsprechend handelt.“

Natürlich ist auch die App barrierefrei nutzbar und unterstützt viele Bedienhilfen wie Zoom, Text-Größe und Farbumkehr sowie die Vorlesefunktion des Endgeräts. Der Standort von Nutzer oder Nutzerin wird in der App nicht verarbeitet.

Oktober 2022. Redaktion Pflegeinfos.net
Copyright Foto: PR/VAG



Sonntag, 23. Oktober 2022

Endlich wieder Gänseabend im Parkrestaurant Bad Liebenzell - alte Erinnerungen an früher

Der große Gänseabend im Parkrestaurant in Bad Liebenzell findet wieder statt - viele ältere Menschen aus der Region schätzen diese festliche Veranstaltung. Schön, dass das Traditionsprogramm in dem Kurort fortgesetzt wird. 

Gans-Essen für Genießer

Gemütliche Atmosphäre, draußen vor dem Fenster die winterlich-kühle Dämmerung und ein herzhafter Duft aus dem Backofen - Was könnte uns neben der Nascherei besser in die Weihnachtszeit einstimmen, als der wohl beliebteste Braten zu den Festtagen - die Gans.

Vier-Gang-Menü vom Feinsten in Bad Liebenzell

Der traditionelle Weihnachtsvogel vom Neubulacher Geflügelhof Nothacker ist am Freitag, 11. November 2022 Star des Abends im Kurhaus. Das Parkrestaurant verwöhnt seine Gäste ab 18 Uhr mit einem fein abgestimmten Genießer-Menü rund um die Gans in vier Gängen. Nachfolgende regionale und saisonale Gaumenfreuden werden das Genießer-Herz höherschlagen lassen:

Cappuccino von der Gans, serviert mit Maronen-Häubchen

Gebratene Gänseleber an jungem Feldsalat in Avocado-Balsamico-Dressing, serviert mit Granatapfelkernen, karamellisierten Nüssen und einem Hauch Chili-Kresse

Zarte Tranchen von der Gans an würziger Orangen-Gänse-Jus, dazu Apfel-Glühwein-Rotkohl, Rotwein-Maronen und handgemachte Kartoffelknödel mit Schmelze

Winterlicher warmer Bratapfel auf Vanillesauce, begleitet von cremigem Walnusseis und Schlagrahm

Reservieren im Kurhaus Parkrestaurant 

Eine Tischreservierung für den Genussabend rund um die Gans ist erforderlich und bis Dienstag, 01. November 2022 unter Tel. 07052 408-523 oder per E-Mail an kurhaus@bad-liebenzell.de möglich. Der Preis für das Genießer-Menü beträgt 60,00 € pro Gast zzgl. Getränken. 

Alle Informationen auch auf www.kurhaus-bad-liebenzell.de

Oktober 2022. Redaktion pflegeinfos.net

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Basiswissen häusliche Pflege: medizinische Hilfsmittel als treue Begleiter für den Alltag - wer bezahlt sie?




Medizinische Hilfsmittel – was steckt dahinter, wer bekommt sie und wer zahlt dafür? 

Medizinische Hilfsmittel sind aus dem Alltag von Menschen mit einer Krankheit oder altersbedingten Einschränkung nicht wegzudenken. Denn sie helfen dort, wo der eigene Körper eingeschränkt ist, und tragen zu einer höheren Lebensqualität bei. Was zu Hilfsmitteln zählt und wer die Kosten übernimmt, weiß die Debeka, Deutschlands größte private Krankenversicherung.

Was sind medizinische Hilfsmittel?

Hilfsmittel sind Gegenstände, die Menschen mit Erkrankung oder (drohender) Behinderung dabei helfen, ihren Alltag so schmerzfrei und selbstbestimmt wie möglich zu leben. Dazu zählen beispielsweise Hör- und Sehhilfen, Prothesen, Rollstühle, aber auch Spritzen oder Applikationen. Allgemeine Gebrauchsgegenstände des Alltags, wie beispielsweise eine Heizdecke, gehören nicht dazu.

Hilfsmittelkatalog

Die Hilfsmittel müssen medizinisch erforderlich sein und von einem Arzt angeordnet werden. Die jeweilige Krankenversicherung genehmigt die Erstattung der Kosten. Als Orientierung dient das Hilfsmittelverzeichnis, das der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) erstellt hat. Es ist durchaus möglich, dass die Krankenkasse Hilfsmittel erstattet, die nicht im Verzeichnis stehen. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Wer übernimmt die Kosten fürs Hilfsmittel?

Die Kosten für ein Hilfsmittel übernimmt die Krankenversicherung, so berichtet die Debeka. Während bei der gesetzlichen Krankenkasse für jedes Hilfsmittel Zuzahlungen nötig sind, fallen bei der privaten Krankenversicherung je nach Tarif nur für bestimmte Hilfsmittel, beispielsweise orthopädische Schuhe, Eigenbehalte an.

Pflegehilfsmittel nur bei Pflegegrad
Bei den Pflegehilfsmitteln kommt die Pflegeversicherung ins Spiel. Sie gewährt nämlich die Hilfsmittel, die zur häuslichen Pflege notwendig sind. Voraussetzung hierfür ist die Feststellung eines Pflegegrades. Pflegehilfsmittel erleichtern die Pflege und lindern Beschwerden. Dazu zählen Pflegebetten, Notrufsysteme oder Badewannenlifter. Eine klare Zuordnung ist nicht immer möglich, weil Hilfsmittel sowohl eine Behinderung ausgleichen als auch die Pflege erleichtern.

Oktober 2022. Redaktion pflegeinfos.net, Quelle Debeka
Copyright Foto: PR/Debeka, Adobe Stock

Montag, 17. Oktober 2022

Rheuma ist Volkskrankheit. Ein Experte mit Tipps für Betroffene: Dr. Björn Bühring, Facharzt für Rheumatologe und Geriatrie


Dr. Björn Bühring, Chefarzt in Wuppertal


In Deutschland leiden circa 20 Millionen Menschen an einer degenerativen oder entzündlichen rheumatischen Erkrankung. Viele Ältere sind von Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mitsamt seinen Strukturen wie Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder und Muskulatur betroffen. Zusätzlich können entzündlich-rheumatische Erkrankungen auch die inneren Organe wie die Nieren oder die Lunge, das Nervensystem, das Bindegewebe, die Haut oder die Blutgefäße betreffen. 

Rheuma und 400 Krankheitsbilder

Bei Rheuma handelt es sich nämlich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um einen Überbegriff für mehr als 400 verschiedene Krankheitsbilder. „Zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises – so lautet die medizinisch korrekte Bezeichnung – gehören sehr unterschiedliche Krankheitsbilder, die in mehrere Hauptgruppen unterteilt werden“, erklärt Dr. med. Björn Bühring, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie und Geriatrie und Chefarzt der Klinik für Internistische Rheumatologie am Krankenhaus St. Josef, Klinikverbund St. Antonius und St. Josef GmbH in Wuppertal.

Ergo- und Physiotherapie, um beweglich zu bleiben

Viele rheumatischen Erkrankungen verbindet, dass sie zu fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen führen können – je nach Krankheitsbild treten diese in Gelenken, Knochen, Muskeln oder Sehnen auf. Oft leiden Betroffene unter steifen, geschwollenen und schmerzenden Gelenken, unter zunehmender Unbeweglichkeit oder haben beispielsweise Probleme beim Zugreifen. Auch Rheumaschübe, also ein plötzliches Wiederaufflammen der Krankheit mit sich verschlimmernden Symptomen, gehören zu typischen Beschwerden. 

„Für Rheumapatientinnen und -patienten stellt deshalb Physiotherapie, Ergotherapie und Bewegung eine tragende Säule der Behandlung dar. Zwar neigen einige Betroffene immer noch dazu, sich so wenig wie möglich zu bewegen – weil sie Schmerzen haben oder erschöpft sind, aus Angst, die Gelenke noch mehr zu schädigen oder weil sie befürchten, einen Rheumaschub auszulösen –, doch durch moderne Medikamente und Bewegung lässt sich der Verlust von Unabhängigkeit im Alltag verhindern, die eigene Beweglichkeit erhalten und macht auch sportliche Aktivitäten möglich, die wiederum Entzündungen in Schach halten und sogar Schmerzen in vielen Fällen reduzieren“, sagt Dr. Bühring. 

Risiko Schlaganfall bei Rheuma

Als zusätzlicher Effekt wirkt sich körperliche Aktivität positiv auf den Kreislauf und die Psyche aus. Das ist für Rheumapatienten besonders wichtig, weil sie ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko haben und häufiger an depressiven Symptomen leiden. Physiotherapie fördert außerdem die Gelenkigkeit, löst Verspannungen und kräftigt die Muskulatur. In der Ergotherapie erlernen Betroffene hingegen, wie sie alltägliche Aktivitäten möglichst gelenkschonend ausführen und wie sie Hilfsmittel nutzen können, um unabhängig zu bleiben. 

Gelenke beim Rheuma-Sport nicht belasten

Generell empfehlen sich bei Rheuma Sportarten, die die Gelenke nicht zu stark belasten. Ideal sind beispielsweise Schwimmen, Wassergymnastik, Radfahren, Thai Chi, Yoga oder Nordic Walking. Neben Ausdauer sollten Betroffene auch ihre Muskeln stärken. Dies entlastet nicht nur die Gelenke, sondern erleichtert auch alltägliche Bewegungen wie das Greifen, Anziehen und Treppensteigen. 


Von Kortison bis Kältetherapie

Leiden Betroffene unter stärkeren Schmerzen, gilt es medikamentöse oder manchmal auch invasivere Maßnahmen einzusetzen. „Um eine schnelle und oft auch anhaltende Linderung der Beschwerden zu erzielen, spritzen wir häufig Kortison in einzelne Gelenke. Dies erledigen wir zumeist mit Unterstützung von Ultraschall-Bildgebung, da dann das Gelenk direkt sichtbar gemacht werden kann“, berichtet der Facharzt. Die Gelenkinjektion eignet sich vor allem bei Befall einzelner besonders entzündeter Gelenke.

Neue Therapien für Rheuma

Für eine Behandlung des gesamten Organismus erfolgt in der Regel eine medikamentöse Therapie durch schnell wirksame, nicht kortisonhaltige Entzündungshemmer und Schmerzmittel, Kortisonpräparate in Form von Tabletten oder Infusionen und Basistherapeutika. Bei den Basistherapeutika gab es in den letzten zwei bis drei Jahrzenten im Bereich der Biologika eine Revolution an neuen Therapiemöglichkeiten. Andererseits werden jahrhundertealte Therapien wie Wärme oder Kälte weiterhin erfolgreich als Behandlung bei rheumatischen Erkrankungen benutzt. 

Kältetherapie

Die sogenannte Kryotherapie setzen Ärzte weltweit bei rheumatischen Erkrankungen ein. „Wir haben das Glück, bei uns im Haus eine Kältekammer zu haben. Behandlungsmöglichkeiten gilt es allerdings immer an die jeweilige Erkrankung und ihren Schweregrad anzupassen. Insgesamt beruhen die therapeutischen Prinzipien in der Rheumatologie auf einer ganzheitlichen, individualisierten und multidisziplinären Herangehensweise“, sagt Dr. Bühring aus Wuppertal abschließend.

Weitere Informationen unter www.krankenhaus-st-josef-wuppertal.de 

Oktober 2022. Redaktion Pflegeinfos.net
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