Mittwoch, 5. Dezember 2012

Diagnose Diabetes. In der Region Nordrhein helfen Schwerpunktpraxen von Beginn an

Diagnose Diabetes – was tun? Wer diese Diagnose erhält, ist verunsichert. Vor allem auch ältere Menschen oder Personen aus der Gruppe 50plus, denn sie haben ja meist auch noch mit anderen altersbedingten kleinen oder großen Beschwerden zu kämpfen.

„Und jeder erzählt mit voller Überzeugung etwas anderes: Diät, Sport, Tabletten, Insulin spritzen, Zwischenmahlzeiten, vermeintliche Geheimtipps wie Zimt, Hafertage, Stevia – die Patienten erhalten so viele teils gegensätzliche Informationen, dass sie kaum einschätzen können, was ihnen wirklich hilft“, erläutert Dr. Matthias Riedel aus dem Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN)

Menschen mit der Diagnose Diabetes finden zumindest in der Region Nordrhein frühzeitig kompetente Hilfe – wenn sie sich an eine der Mitgliedspraxen im Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN) wenden. Dort haben sich über 100 niedergelassene Diabetologen organisiert. Ziel ist es, die ambulante Versorgung Diabeteskranker weiter zu verbessern.

Die meisten Menschen, bei denen Diabetes festgestellt wird, erkranken an Diabetes Typ 2, dem sogenannten Erwachsenendiabetes. Von dieser Art des Diabetes haben zwar die meisten Patienten schon einmal gehört, jedoch können sie die Risiken, die eine solche Erkrankung mit sich bringt, kaum realistisch einschätzen.

Deshalb arbeiten die Mitglieder des BdSN auch von Beginn an mit dem Patienten und in enger Kooperation mit mit den Hausärzten. Die Patienten werden nach der Diagnose in Disease Management Programme (DMP) eingeschrieben. „Man kann nicht pauschal eine bestimmte Behandlung empfehlen, denn die Therapie des Diabetes ist immer individuell. Was in jedem Fall hilft, sind Bewegung und eine der Krankheit angepasste Ernährung“, erklärt Dr. Riedel.

Alles über Diabetes lernen. Jeder Patient sollte sobald die Diagnose gestellt wird, an einem Schulungskurs für Diabetiker teilnehmen. Dort erfahren die Patienten, wie sie mit ihrer Krankheit umgehen können und erhalten auch Informationen über eine sinnvolle Ernährung. Wenn der behandelnde Hausarzt solche Schulungen nicht anbieten kann, besteht das Angebot auf jeden Fall in der nächstgelegenen diabetologischen Schwerpunktpraxis.

Unterschätzte Volkskrankheit: „Diabetes hat sich in den vergangenen Jahren zu einer richtigen Volkskrankheit entwickelt. Jeder zwölfte Erwachsene, bzw. jeder Zehnte über 50 und sogar jeder fünfte über 65-Jährige in Deutschland hat mittlerweile Diabetes Typ 2“, führt Dr. Riedel aus. Bei über der Hälfte der Patienten wird die Krankheit vererbt, oft über Generationen, in unterschiedlichen Ausprägung und verschiedenen Altersklassen. Dabei erkranken die Betroffenen meist jünger als ihre Vorfahren.

„Die Oma bekommt Diabetes mit 70, der Vater mit 55 Jahren und der Sohn dann bereits mit 40 Jahren. Dies hat viel mit der Lebensweise zu tun. Wir bewegen uns weniger als unsere Vorfahren, essen zu viel und leben häufig zu unbedacht“, erklärt der Mediziner. „Die Krankheit ist zwar sehr verbreitet, aber die Diagnose ist dennoch häufig ein Schock, gerade weil so viel Halbwissen existiert. Deswegen ist es wichtig, sich von Beginn an bestmöglich behandeln zu lassen – am besten im Chronikerprogramm." 

Tipp: Auf der Website des BdSN gibt es einen Praxisfinder. Dort können Interessierte aus der Region Nordrhein schnell den richtigen Diabetes-Experten finden - von Euskirchen bis Kleve und von Wuppertal bis Heinsberg. www.bdsn.de

Dezember 2012. Redaktion pflegeinfos.net

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