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Freitag, 20. Mai 2016

Barrierefreiheit in Seniorenwohnungen: Komplettmodernisierung möglich - oder nur bodengleiche Duschen im Bad. Tipps vom Profi

Barrierefrei, seniorengerecht: halbhohe Duschtüre und ebenerdiger Boden

Das altersgerechte Wohnen nimmt bei Überlegungen zum Umbau und zur Modernisierung der eigenen vier Wände heute eine große Rolle ein. Eigenheimbesitzern wie auch Immobilienverwaltungen drängt der demografische Wandel die Möglichkeiten der barrierefreien Wohnraumgestaltung gleichermaßen ins Bewusstsein. Unterschiedlichste Baumaßnahmen wie Treppenlifte, Türenverbreiterungen oder die Einrichtung bodenebener Duschplätze sind letztlich einem Ziel geschuldet: Alltagshindernisse im Zuhause der älteren Bewohner zu beseitigen.

Es existieren viele Förderprogramme

Das Thema Barrierefreiheit im Wohnraum ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es hat sogar breite politische Dimensionen angenommen. Das spiegelt sich auch in einer weit verzweigten Förderlandschaft wider. Kommunen, Länder, Stiftungen und andere Institutionen wie die bundeseigene Kfw-Bank stellen eine Vielzahl an Finanzierungstöpfen oder Darlehen bereit für bauliche Verbesserungen.

Städte wie Dresden und Heidelberg bieten darüber hinaus eigene Förderprogramme an. Die Situation ist für Senioren und ihre Angehörigen allerdings sehr unübersichtlich. Hinsichtlich des barrierefreien Umbaus gibt es aktuell keinen einheitlichen Überblick, der deutschlandweit aufzeigt, zu welchen Bedingungen es Förderleistungen in welcher Höhe gibt.

Cristian Jacobs empfiehlt, sich deshalb vor einem Umbau genau zu informieren und etwas Zeit in die Nachforschung zu investieren. Das zahle sich meistens aus: „Es ist sinnvoll, auch mal bei Wohnberatungen oder sogar bei den Sozialstellen der Kommunen anzufragen, ob und was es für Fördermöglichkeiten gibt.“


Die Stadt Heidelberg biete beispielsweise mit dem Programm „Barrierefreie Lebenslaufwohnungen“ vielseitige Förderansätze. Jacobs ist Geschäftsführer der Firma GANG-WAY aus Magdeburg. Das Unternehmen nimmt sich dem barrierefreien Umbau von Bädern an. Speziell für die bodenebene Duschplatzgestaltung bietet es alltagstaugliche Lösungen an. 

Von der Komplettmodernisierung bis zur Einzelmaßnahme
Zu den wenigen Institutionen, die barrierefreie Umbauten in Wohnungen generell finanziell unterstützen, zählt Christian Jacobs die Pflegekassen. Ab Pflegestufe 0 können sie Betroffenen einen Zuschuss in Höhe von bis zu 4000 Euro gewähren. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine die Modernisierung einer kompletten Wohnungen handelt oder lediglich um Einzelmaßnahmen wie etwa eine Beseitigung störender Schwellen.


Der Einbau eines barrierefreien Duschplatzes wird auf diesem Weg ebenfalls gefördert. „Material und Handwerkerarbeit sind damit unter Umständen schon zu weiten Teilen finanziert“, sagt Christian Jacobs. Selbst bei ungünstigen baulichen Gegebenheiten.


Die Pumpeninstallation ist hinter einer Revisonsklappe angebracht

Bereitet zum Beispiel die Abwasserführung mit ausreichend Gefälle Schwierigkeiten wegen eines zu niedrigen Bodenaufbaus, empfiehlt der Experte ein Pumpensystem mit dem Namen "Sanftläufer". Das System überwindet das fehlende Gefälleniveau, in dem es das Duschwasser einfach am Ablauf absaugt, ohne störende Schmatzgeräusche.

Die eigentliche Pumpe ist in der Installationswand untergebracht. Das ermöglicht einen sehr niedrigen Aufbau, bis hin zu einem bodengleichen Übergang vom Fußboden in den Duschbereich. „Unterm Strich realisiert man so mit relativ wenig Aufwand einen schwellenlosen Zugang zur Dusche. Die Umbauarbeiten am Boden beschränken sich zudem allein auf den Duschplatz“, führt Christian Jacobs aus.

Bodengleiche Duschen haben viele Vorteile

Gerade weil es auf diese Art machbar ist, Duschen ohne störenden Schwellenzugang zu installieren, warnt der Geschäftsführer von GANG-WAY davor, sich bei einer anstehenden Modernisierung auf faule Kompromisse hinsichtlich der Einstiegshöhe einzulassen: „Einstiege von 6 oder gar 10 Zentimeter Höhe sind nicht förderlich. Ab einem gewissen Alter sind 10 Zentimeter bereits eine gewaltige Hürde.“

Genau geregelt ist dieser Zustand in der DIN 18040-2. Sie hält eine maximale Absenkung von 2 Zentimeter zum angrenzenden Bodenbereich für tolerierbar. Die Kfw-Bank stellt in ihren Vorgaben sogar die Bedingung „Duschplätze müssen bodengleich ausgeführt werden“ und lässt die Toleranz nur in Ausnahmen zu.

Das hat laut dem Profi für Barrierefreiheit im Bad einen weiteren Vorteil, der vor allem bei kleinen Bädern bemerkbar wird. Sie wirken größer, wenn der Boden nur aus einer einzigen durchgehenden Fläche besteht. Vor allem, wenn er einheitlich gefliest ist. Eine zweite Ebene würde das Bad optisch verkleinern, zum Beispiel ein Podest für die Dusche. Zudem führt der Einbau bodengleicher Duschbereiche zu mehr Bewegungsfläche. Beispielsweise kann während des Toilettengangs der Rollator in einem Duschbereich mit wegklappbaren Türen problemlos abgestellt werden.

Antrag bei den Pflegekassen stellen 

Pflegekassen gewähren eine finanzielle Unterstützung in Höhe von höchstens 4000 Euro zum barrierefreien Wohnraumumbau. Die Anträge erhalten Interessierte bei den entsprechenden Pflegekassen. Den Antrag stellen darf, wer mindestens mit Pflegestufe 0 eingestuft ist. Der Antrag sollte unter anderem die Kosten enthalten, es muss also ein konkretes Angebot des zu beauftragenden Handwerkers vorliegen. Eventuell ist zudem die Zustimmung des Vermieters erforderlich, wenn die Wohnung kein Eigentum des Bewohners ist.

Handwerker helfen bei der Antragstelllung

Die Firma GANG-WAY bietet Kunden aus dem Bereich der Immobilienverwalter Unterstützung in diesem Prozess an. Die kommerzielle Wohnberatung umfasst neben dem Antragstellen auch eine Finanzierungsklärung bis hin zur Vermittlung eigener Handwerker.

GANG-WAY wurde als Familienunternehmen mit Sitz in Sülzetal bei Magdeburg im Jahr 1995 gegründet. Seitdem wurden in ganz Deutschland mehr als 5.000 Wohnungen erfolgreich umgewandelt. Die Produktinnovation "Sanftläufer Duschen" entwickelte sich in den letzten Jahren als gute Lösung für bodengleiches Duschen.

Mai 2016. Redaktion pflegeinfos.net
Copyright Fotos: PR/Gang-Way

Montag, 31. Oktober 2011

Häuser für Generationenwohnen erweitern – das steigert den Wert der Immobilie und ermöglicht Pflege zu Hause

Ein Anbau schafft Raumreserven
Mehrere Generationen einer Familie unter einem Dach vereint – diese Lebensform findet unter den Deutschen immer mehr Anhänger. Schließlich bietet das Zusammenleben von Oma, Opa, Eltern und Enkeln unter einem Dach eine Reihe pragmatischer Vorteile. So können die Großeltern ganz unkompliziert Babysitter spielen, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Mindestens genauso wichtig: Das gemeinsame Leben in einem Haus ist zudem eine Alternative zum Altersheim, wenn die Beweglichkeit der Senioren nachlässt. Und wenn Platz vorhanden ist, lässt sich auch ein Pflegezimmer besser einrichten.
 
Raumreserven clever nutzen – oder einen Anbau planen
Ältere Einfamilienhäuser bieten nicht immer genügend Platz für den ganzen "Familienclan" oder einen separaten Bereich für den Pflegebedürftigen. Bei cleverer Planung findet sich aber in den meisten Fällen eine Möglichkeit, zusätzlichen Raum zu schaffen. Wer zum Beispiel auf einen Teil des Gartengrundstücks verzichten kann, liegt mit einem Anbau ans Haus richtig. Wo dies nicht möglich ist, bieten viele Dachböden Raumreserven. In beiden Fällen ist ein Meisterbetrieb des Zimmerhandwerks der richtige Partner. An- und Ausbauten lassen sich nämlich im Holz- und Trockenbau vergleichsweise schnell und einfach durchführen. Unter www.zimmermeister-modernisieren.de gibt es im Internet Informationen dazu und Kontake zu Fachbetrieben.

Barrierefreiheit nicht vergessen
Bei einem Dachausbau empfiehlt es sich in vielen Fällen, den gesamten Dachstuhl ein Stück höher zu setzen. So entsteht auch unter einem niedrigen Dach großzügiger Wohnraum mit großer Kopffreiheit. Mehr Platz schaffen auch größere Dachgauben, die bis an die Gebäudekante reichen und mit bodentiefen Fenstern Licht und Luft einlassen. Ein Anbau dagegen kann direkt an den vorhandenen Baukörper anschliessen oder als eigener, vom Altbau getrennter Baukörper mit Übergang geplant werden. Die Wohnung der älteren Generation wird am besten im Erdgeschoss angelegt – so können sich die Bewohner auch bei körperlichen Einschränkungen noch einfacher selbstbestimmt bewegen. Getrennte Wohnungen sollten auch mit getrenntem Eingang angelegt werden. Liegen sie auf verschiedenen Stockwerken, funktioniert das beispielsweise durch den Anbau einer Außentreppe.
 
Seniorenwohnung ist im Anbau
Geld vom Staat: Fördermittel der KfW abrufen
Wer sein Haus altersgerecht umbauen will, kann sich dafür finanzielle Hilfe vom Staat sichern. Infrage kommen vor allem die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum "Altersgerechten Umbauen". So gibt es ein zinsgünstiges Darlehen von bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit oder einen Zuschuss von bis zu 2.500 Euro je Wohneinheit. Der Antrag muss jeweils vor Projektbeginn gestellt werden. Für den Kredit wendet man sich an die Hausbank oder Sparkasse, für den Zuschuss direkt an die KfW. Unter www.kfw.de gibt es dazu Informationen. 

Oktober 2011. djd/pt
Copyright Fotos: djd/Fördergesellschaft Holzbau und Ausbau