Dienstag, 10. Oktober 2017

Gynäkologische Krebsvorsorge auch bei älteren Frauen ab 60 sinnvoll und notwendig. Risiko für Gebärmutterhalskrebs bleibt bestehen

Die Statistiken der Krebsregister zeigen: Etwa ein Fünftel der Krebsneuerkrankungen betrifft Patienten im Alter von 80, 85 oder mehr Jahren. Dafür, dass Tumore im Alter langsamer wachsen und eher harmlos bleiben, sehen Experten des Deutschen Krebsinformationszentrums keinen belastbaren Beleg. 

Zum Internationalen Tag der älteren Menschen 2017 ermutigte das IPF erneut alle Älteren, die Früherkennungsprogramme der gesetzlichen Krankenkassen zu nutzen. So erhalten sie sich die Chance, rechtzeitig eine Behandlung einzuleiten, die möglichst viel Lebensqualität sichert.

Gynäkologische Krebsvorsorge lohnt sich
Bei Frauen von 20 bis 60 Jahren ist Gebärmutterhalskrebs die bei weitem häufigste Krebsart, die durch Humane Papillom-Viren (HPV) ausgelöst wird. Die Viren können jedoch auch Krebs an den Schamlippen, in der Vagina und im Analbereich verursachen. Statistiken zeigen, dass Frauen ab 60 Jahren insgesamt sogar häufiger an solchen Tumoren erkranken als an Gebärmutterhalskrebs. Experten führen das darauf zurück, dass die Patientinnen die jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen beim Gynäkologen nicht mehr regelmäßig nutzen.

Prostatakrebsfrüherkennung
Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen ermöglicht es zudem, altersangemessen zu entscheiden, wie die Behandlung aussehen soll. Zum Beispiel bei Prostata-Tumoren: Labortests weisen frühzeitig auf einen Krankheitsverdacht hin, weitere Untersuchungen schaffen Klarheit über den Stand der Erkrankungen. In einem frühen Stadium reicht es häufig, den Krankheitsverlauf regelmäßig zu kontrollieren (watchful waiting) und womöglich belastende Therapien aufzuschieben.


Experten gehen davon aus, dass diese Strategie auch langfristig keine Nachteile für die Erkrankten birgt. Wird der Tumor erst in weit entwickeltem Stadium festgestellt, braucht es unter Umständen deutlich aggressivere Therapien, um den Tumor oder seine Auswirkungen zu behandeln.

Weitere Informationen zur Krebsvorsorge enthalten die IPF-Faltblätter „Blasentumor“, „Darmkrebs“ und „Tumore“. Sie können kostenlos unter www.vorsorge-online.de heruntergeladen werden. Wer keinen Internetanschluss hat, kann sie auch schriftlich bestellen beim IPF-Versandservice, Postfach 27 58, 63563 Gelnhausen.


Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) informiert die Öffentlichkeit über bestehende Möglichkeiten der Krankheitsvorsorge durch Laboruntersuchungen. Seine Neutralität wird durch einen wissenschaftlichen Beirat gewährleistet, dem erfahrene Ärzte angehören. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.vorsorge-online.de


Oktober 2017. Redaktion pflegeinfos.net

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